Apportieren oder Dummyarbeit ist sinnvolle Teamarbeit

Apportieren bedeutet, dass dein Hund auf Kommando einen Gegenstand aufspürt, aufnimmt, heranbringt und ihn dir bereitwillig übergibt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn bis es so weit ist, müsst ihr beide noch eine Menge lernen. Soll der Hund ein zuverlässiger, ruhiger und konzentrierter „Bringer“ werden, ist intensives und konsequentes Training erforderlich. Apportieren oder Dummytraining ist anspruchsvolle und sinnvolle Teamarbeit. Habt ihr erst den Bogen raus, ist es für dich und deinen Hund der größte Spaß, eine spannende Aufgabe und ein echter Zugewinn für eure Bindung.

Apportieren weckt beim Hund Erinnerungen und Instinkte

Es liegt in der Natur des Hundes, Beute aufzuspähen, ins Maul zu nehmen und sie an einen sicheren Ort zu bringen. Beim Apportieren kann dieses natürliche Verhalten spielerisch genutzt und sinnvoll gelenkt werden. Ganz professionell und ernsthaft geschieht das bei der Jagd. In England geht man nicht ohne Spaniel und schon gar nicht ohne Retriever ins Revier. Der Spaniel ist ein super Stöberer, der Enten und Fasane aus der Deckung lockt. Danach macht der Retriever seinem Namen alle Ehre (engl. retrieve = herbeiholen, auffinden). Er ist ein großartiger Apportierhund, und es liegt ihm im Blut, das erlegte oder verletzte Federvieh aufzunehmen und dem Schützen zu bringen. Mitunter werden im Laufe eines Jagdtages Hunderte Vögel von nur fünf oder sechs Hunden apportiert. Eine Höchstleistung, denn die Hunde müssen sich genau merken, wo die Tiere zu Boden gefallen sind, um sie dann der Reihe nach einzusammeln. Du wirst sehen, schon nach kurzer Zeit kannst auch du mit deinem Hund beim Apportieren oder bei der Dummyarbeit tolle Erfolge feiern!

Apportiertraining macht dich und deinen Hund zu einem starken Team

Das Wichtigste beim Apportieren ist deine Begeisterung! Wirfst du nur lustlos ein Futtersäckchen auf die Wiese, wird auch dein Hund schnell Langeweile verspüren. Du musst ihn anstecken mit deiner Euphorie für das Spiel. Du wirst sehen: Es lohnt sich, und wenn das Apportiertraining erfolgreich verläuft, kannst du eine ganze Kiste voller Vorteile absahnen. Die Teamarbeit stärkt das Vertrauen deines Hundes in deine Signale und Körpersprache, er schenkt dir mehr Aufmerksamkeit, ist konzentrierter, gehorsamer und ausgelastet. Apportieren beansprucht all seine Sinnesorgane und Kondition, deshalb ist die Aufgabe für deinen vierbeinigen „Bringer“ anfangs sehr anstrengend. Steigere das Training daher langsam und starte mit kurzen Übungseinheiten. Apportieren ist vor allem bei Hunden mit ausgeprägtem Jagdtrieb sehr zu empfehlen. Denn durch diesen gezielten, gelenkten und von dir bestimmten Umgang mit „Beute“ kannst du sein Jagdverhalten in geregelte Bahnen lenken. Du musst allerdings sehr früh damit anfangen!

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