Der Deutsche Boxer: treues Familienmitglied und zuverlässiger Gebrauchshund

Der Deutsche Boxer gehört bei guter Haltung zu den pflegeleichten, kinderlieben, lernwilligen und souveränen Hunderassen. Das Image des bulligen, sabbernden Machos mit provokantem Vorbiss, knolliger Rute und künstlich gespitzten Ohren hat er zum Glück längst abgelegt, nicht nur, weil seit 1987 das Kupieren der Ohren und seit 1998 das Kürzen der Rute bei Hunden verboten ist. Der Deutsche Boxer-Klub e.V. wacht über die seit 1904 anerkannten Standards dieser Rasse, die als zuverlässiger, nervenstarker Gebrauchshund ebenso beliebt ist wie als treues, nervenstarkes Familienmitglied.

Der Deutsche Boxer: Herkunft und Aussehen des Gebrauchshundes

Die Vorfahren der Deutschen Boxer, die Brabanter Bullenbeißer, wurden im Mittelalter an den europäischen Fürstenhöfen zur Jagd eingesetzt. Ihr kraftvoller Fang, ihr Mut und ihre Nervenstärke waren bestens geeignet, um das Wild für den Jäger festzuhalten. 1885 wurde erstmals ein Deutscher Boxer auf einer Hundeschau präsentiert. Laut Rassestandard zählt er zu den mittelgroßen Hunden. Für sein glattes, hartes, kurzes Fell ist eine gelbe und gestromte Färbung zugelassen. Typisch für den Deutschen Boxer sind die schwarze Maske, der muskulöse, quadratische Körper mit schlanker Rute, die anliegenden Hängeohren und der runde Hals. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von rund 60 Zentimetern und wiegen bis zu 34 Kilogramm. Trotz seiner Kompaktheit wirkt der Deutsche Boxer in seiner Bewegung sehr anmutig.

Der Deutsche Boxer: Charakter und Verwendung des Gebrauchshundes

Deutsche Boxer aus guter Zucht gelten als nervenstark, selbstbewusst, ruhig und freundlich. Sie ordnen sich gerne unter, sind kinderlieb, gelehrig und gehorsam. Ihre Bezugspersonen schätzen und schützen sie, Fremden gegenüber sind sie eher skeptisch. Damit diese positiven Seiten voll zur Geltung kommen, sind eine gute Haltung, Erziehung sowie viel Bewegung und Beschäftigung nötig. Seit 1924 ist er als Gebrauchshund zugelassen, um als Wächter, Beschützer, Rettungs- oder Polizeihund sowie als Blindenführhund zu arbeiten.

Der Deutsche Boxer: Gesundheit und Pflege

Bei gesunder Haltung wird ein Deutscher Boxer im Schnitt 12 Jahre alt. Sein glattes Fell ist durch regelmäßiges Bürsten sehr leicht zu pflegen. Wegen ihres dünnen Haarkleids, das keine Unterwolle aufweist, reagieren Deutsche Boxer sehr empfindlich auf extreme Hitze oder Kälte. Sportliche Höchstleistungen sollte man dem Hund bei diesen Bedingungen daher nicht abverlangen. Rassetypischen Erkrankungen können beim Boxer die sogenannte Hüftgelenksdysplasie (kurz HD), eine Verformung der Augenlider (Entropium) sowie Arthrose im Bereich der Wirbelsäule (Spondylarthrosen) sein. Tiere mit diesen Veranlagungen werden nicht zur Zucht zugelassen. Ein weiterer Grund dafür, sich einen Deutschen Boxer nur bei einem guten, seriösen Züchter zu kaufen.

Steckbrief Deutscher Boxer

  • Rasse: Deutscher Boxer
  • Herkunft: Deutschland
  • Gruppe: Pinscher, Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde, doggenartige Hunde
  • Größe: Rüden 56 – 63 cm, Hündinnen 53 – 59 cm
  • Gewicht: Rüden 30 – 34 kg, Hündinnen 23 – 27 kg
  • Fell und Farbe: kurz, glatt anliegend, hart, Gelb und Gestromt, (stark gefleckte oder schwarze Boxer sind vom FCI nicht anerkannt)
  • Körperbau: mittelgroß, muskulös, quadratisch, kompakt, schlanke Rute, anliegende, hängende Ohren, kräftiger Brustkorb, schmale Taille
  • Fellpflege: einfache Fellpflege durch regelmäßiges Bürsten
  • Wesen und Charakter: nervenstark, selbstbewusst, ausgeglichen, kinderfreundlich, temperamentvoll
  • Verwendung: heute vorwiegend in der Familie, zugelassen als Gebrauchshund (Einsatz im Rettungs-, Begleit-, Schutz- und Wachdienst)
  • Gesundheit: Neigung zu Hüftgelenksdysplasie, Tumorbildung, Lidverformung und Arthrose an der Wirbelsäule
  • Lebenserwartung: ca. 10 – 13 Jahre
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