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Leine ab – Hund weg! Ein Albtraum beim Gassigehen! Ein Hund, der Katzen, Rehe oder Vögel jagt, macht Probleme: gestresstes Wild, gereizte Wildhüter, entnervte Halter. Wenn sich dein wildernder Hund auf Radfahrer oder Autos spezialisiert, wird es richtig kritisch, denn ein Hund im Jagdfieber ist völlig von Sinnen und macht im Rausch auch vor Hauptstraßen nicht halt. Damit du den Jagdtrieb erfolgreich in Angriff nehmen kannst, musst du zunächst die Ursachen für sein Jagdverhalten begreifen. Der kleine Waidmann findet das nämlich überhaupt nicht gefährlich – und schon gar nicht problematisch.
Der Hund wildert für ein Glücksgefühl: Jagdtrieb ist ein Rauschzustand
Da stellt man ihm nun jeden Tag den vollen Napf hin und was ist der Dank? Kaum im Wald, nimmt der Hund Reißaus. Der Jagdtrieb gehört zu seiner Natur und ist je nach Rasse mehr oder weniger stark ausgeprägt. Das Aufspüren oder Verfolgen der Beute versetzt den Hund in einen euphorischen Glückstaumel, und in diesem Rauschzustand schüttet sein Körper Hormone aus, die ihn auf Wolke 7 bringen. Dabei muss die Jagd nicht unbedingt erfolgreich sein. Auslöser für seinen Jagdtrieb ist das berauschende Wettrennen, bei dem du und deine Leckerchen völlig abgeschrieben sind, denn der Hund belohnt sich ja mit dem Jagen selbst. Je häufiger der Ausreißer diesen Rausch erlebt, umso gieriger wird er danach. Ist dein Hund ein Jäger, geht er dabei der Nase nach und verfolgt mit seinem Duftradar die Fährte auch ohne Sichtkontakt. Hetzende Hunde wie zum Beispiel Afghanen stehen auf den Bewegungsreiz. Hoppelt ein Hase oder zuckt ein Eichhörnchen, ist es um sie geschehen.
Jagdtrieb oder Wildern ist bei Hunden unterschiedlich ausgeprägt
Für Urgroßvater Wolf war es überlebenswichtig, dass ihn sein Körper auf der Jagd mit Endorphinen zu Höchstleistungen antrieb. Das hat er seinen Nachkommen vererbt – dem einen mehr, dem anderen weniger. Man hat schon Menschen sagen hören: „Mein Hund wildert nicht“, während das Tier im selben Moment die Verfolgung eines flotten Radfahrers aufnahm. Der Jagdtrieb steckt jedem Hund irgendwie im Blut. Und während du versuchst, deinem Wilderer das unerwünschte Verhalten abzugewöhnen, macht man es sich bei der Jagd zunutze. Die dafür geeigneten Jagdhundrassen haben von Natur aus unterschiedliche Talente. Vorstehhunde, wie der English Pointer oder der Irish Setter, verharren vor dem Wild, Retriever sind hilfreiche Apportierer, und Jagdspaniel sind ausgezeichnete Stöberer. Auch du solltest wissen, welche Talente oder Vorlieben dein Hund beim Jagen hat. Das ist eine wichtige Grundlage für den Aufbau eines erfolgreichen Anti-Jagdtrainings.