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Kaninchen leben in freier Wildbahn in großen Gruppen – und möchten auch als Heimtiere nicht einsam und allein ihr Leben im Käfig fristen. Ein Artgenosse ist für das soziale Tier sehr wichtig. Am besten vertragen sich Wurfgeschwister – aber mit etwas Bedacht kann auch ein neues Kaninchen vergesellschaftet werden.
Der gleiche Stallgeruch
Wenn du zwei oder mehr Kaninchen halten möchtest, macht es Sinn, dass du dir Wurfgeschwister holst. Bei ihnen klappt das Zusammenleben in der Regel reibungslos, denn sie besitzen den gleichen Stallgeruch. Bevor die Tiere geschlechtsreif werden, solltest du das Männchen kastrieren lassen, um Nachwuchs zu verhindern. Der Vorteil bei der Kastration des Männchens ist, dass der Eingriff relativ klein ist. Allerdings könnte ein brunftiges Weibchen das kastrierte Männchen massiv bedrängen, weil es nicht versteht, dass dieses kein Interesse zeigt. Dann kann zusätzlich auch eine Kastration des Weibchens nötig sein. Nicht vergesellschaften solltest du ein junges Tier (unter vier Monaten) mit einem älteren. Bei Rangkämpfen kann sich das Jungtier nicht ausreichend wehren. Bevor du ein neues Kaninchen in die Gruppe integrierst, solltest du es zwei Wochen unter Quarantäne stellen, bei Tieren aus dem Tierschutz vier Wochen.
Ein fremdes Kaninchen zieht ein
Wenn der Partner eines Kaninchens stirbt oder du weitere Kaninchen in die Gruppe integrieren möchtest, ist dies prinzipiell möglich – gestaltet sich aber schwieriger als die Vergesellschaftung von Wurfgeschwistern. Denn Kaninchen, vor allem weibliche, sind sehr territorial. Deshalb sollte die erste Begegnung mit einem fremden Tier auf neutralem Boden stattfinden – keinesfalls im Käfig oder Freigehege, wo das Kaninchen mit den älteren Rechten bereits seine Duftmarken gesetzt hat. Gut eignet sich ein größerer Raum, etwa das Badezimmer, mit Versteckmöglichkeiten, in die sich das neue Tier zurück ziehen kann. Leckeres Futter entspannt die Lage, wenn es anfangs zu kleineren Kämpfen kommt. Die Kaninchen müssen erst die Rangordnung ausfechten. Hier fliegt dann schon mal etwas Fell, zu ernsthaften Beißereien kommt es jedoch seltener. Ist dies doch der Fall, musst du die Tiere trennen und kannst es in zwei Wochen noch einmal versuchen. Die Zusammenführung ist geglückt, wenn die Kaninchen nach einiger Zeit friedlich im neutralen Auslauf zusammen sind, sich eventuell sogar aneinander kuscheln. Dann kannst du die Tiere in einen gemeinsamen Käfig setzen. Ein bewährter Tipp: Reibe die beiden Kaninchen vor dem ersten Zusammenführen abwechselnd mit dem gleichen Baumwolltuch ab, damit das „neue“ den Stallgeruch des „alten“ Tieres annimmt.
Nie Kaninchen und Meerschweinchen zusammen halten
Ein Kaninchen braucht stets ein Kaninchen als Partner – niemals ein Meerschweinchen! Die beiden Kleintiere sprechen völlig unterschiedliche Sprachen und verstehen sich nicht. Beim Zusammenleben zieht das Meerschweinchen meist den Kürzeren, kann vom Kaninchen gemobbt und während der Brunftzeit auch massiv bedrängt werden. Also immer Meerschweinchen zu Meerschweinchen und Kaninchen zu Kaninchen!