Mini-Langohren im Anmarsch: Nachwuchs im Kaninchenstall

Seidenweiches Fell, winzige Pfoten und herzige Kulleraugen – so mancher Kaninchenbesitzer verspürt den Wunsch nach putzigem Nachwuchs. Zuvor solltest du allerdings einige Fragen prüfen: Kannst du die Jungtiere in ein liebevolles Zuhause vermitteln? Soll es bei einem Wurf bleiben? Das Weibchen ist bereits kurze Zeit (Stunden bis Tage) nach der Geburt wieder empfänglich für weiteren Nachwuchs – dies kann sehr auszehrend und belastend für das Tier sein. Die Nachzucht kann dann einem unerfahrenen Halter schnell über den Kopf wachsen, also: den Kaninchenbock nach dem erfolgreichen Deckakt kastrieren zu lassen. Da das Männchen auch nach der Kastration bis zu sechs Wochen zeugungsfähig bleiben kann, gilt für diesen Zeitraum strikte Geschlechtertrennung.

Der Deckakt bei Kaninchen

Für den Deckakt wird das Weibchen in den Käfig des Männchens gesetzt und nicht umgekehrt. Die „Dame des Hauses“ könnte in ihrer eigenen Umgebung möglicherweise aggressiv auf den „Herrenbesuch“ reagieren. Die Kaninchendame sollte direkt nach der Verpaarung vom Rammler getrennt untergebracht werden. Dies gilt für die gesamte Zeit der Trächtigkeit und Aufzucht – am besten ohne Blick-, Hör- und Geruchskontakt. Der Kaninchenbock könnte ansonsten die Dame stören und den späteren Nachwuchs attackieren.

Die Tragezeit beim Kaninchen

Die Tragzeit beträgt zwischen 29 und 33 Tagen. In dieser Zeit braucht das Kaninchen viel Ruhe und sollte zum Spielen nicht mehr aus dem Käfig geholt werden, allerdings sind normaler Freilauf- und Schmuseeinheiten erlaubt. Die künftige Langohr-Mami benötigt eine ausgewogene eiweiß- und mineralreiche Kost sowie ausreichend frisches Wasser.

Was die Kaninchenmutter für die Geburt braucht

Die werdende Kaninchenmutter braucht eine Nistkiste, die in einer Käfigecke stehen sollte Wichtig ist, dass diese mit Stroh gefüllt wird. Der Deckel sollte abnehmbar sein, damit du regelmäßig kontrollieren kannst, ob es der frisch gebackenen Langohr-Familie gut geht. Ein Hinweis auf die nahende Geburt ist, dass sich die werdende Mutter ein bis zwei Tage davor die Haare am Bauch auszupft, um das Nest auszukleiden. Die Geburt findet in der Regel nachts statt und wird selbstständig vom Weibchen geregelt. Solltest du allerdings unsicher sein, sprich deinen Tierarzt an.

Was der Kaninchennachwuchs braucht

Die Jungen kommen nackt und blind zur Welt. Das Fell beginnt in den ersten Lebenstagen zuwachsen und mit neun Tagen öffnen sie die Augen. Erst im Alter von drei Wochen verlassen die Kleinen das Nest und beginnen dann mit der selbstständigen Futteraufnahme. Jetzt sollte den Mini-Hopplern genügend Heu zur Verfügung stehen. Vorsicht ist bei der Gabe von Grünfutter geboten: Ein Zuviel kann zu ernsthaften Darmproblemen führen. Der Kaninchennachwuchs ist spätestens mit sechs Wochen entwöhnt und bleibt zwischen sieben bis acht Wochen bei der Mama. Werden die Jungtiere zu früh abgegeben, kann dies später die Anfälligkeit für Krankheiten begünstigen. Die herzigen Mini-Kaninchen brauchen gerade in ihren ersten Lebenswochen ganz viel Nestwärme!

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