Katze und Mensch: eine wohltuende bis heilsame Beziehung

Über acht Millionen Katzen schleichen achtsam, schweigsam, anschmiegsam, unbeugsam, manchmal seltsam, aber auch heilsam durch deutsche Haushalte. Auf Samtpfoten haben sie sich den Spitzenreiterplatz der Haustier-Charts erschnurrt, und es gibt wohl kaum ein Haustier, für das es so viele liebevolle Synonyme gibt: Seidentatze, Schnurrnase, Mieze, Maunzi, Samtpfote, Muschi, Stubentiger oder Kitty. Trotz aller Sympathiebekundungen ist und bleibt die Katze rätselhaft, geheimnisvoll, eigensinnig und unberechenbar. Sie ist eine flauschige Herausforderung, die sich mit ihren Wesenszügen Respekt verschafft. Umso wertvoller ist ihr Vertrauen, umso kostbarer ihre Nähe und Annäherung, und wer würde es wagen, eine schnurrende Katze vom Schoß zu jagen?

Katzen helfen bei der Erziehung, bei Liebeskummer und Alltagsstress

Kinder, die mit einer Katze aufwachsen, sind verantwortungsvoller, rücksichtsvoller, sensibler, und sie haben gelernt, ihre Bedürfnisse hinter die eines anderen Lebewesens zu stellen. Senioren genießen die schnurrende Gesellschaft, die ihnen das Gefühl gibt, gebraucht zu werden. Die Bedürfnisse der Stubentiger halten die Herrschaften auch geistig und körperlich fit, sie denken sich fantasievolle Spiele aus, bringen den Katzen Kunststückchen bei und müssen nicht zuletzt für Futter, Streu und Zubehör die Wohnung verlassen. Katzen haben ein enormes Einfühlungsvermögen und reagieren auf Trauer, Schmerz und Frust mit Zuwendung. Sie fragen bei Liebeskummer nicht, wer schuld ist, und sie sind verschwiegene Vertraute. Die sanften Miezen sind somit nicht nur Haustier, sondern sie sind Partner und Balsam für die Seele: „Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk“ (Leonardo da Vinci).

Schnurren auf Rezept: Katzen sind die beste Medizin und sanfte Therapeuten

Katzen sind gut für die Gesundheit und haben therapeutische Fähigkeiten. Ihre Anwesenheit senkt nachweislich den Blutdruck, ihr Schnurren sorgt für autogene Entspannung und wenn sie uns zum Lachen bringen, sorgen sie sogar für die Produktion schmerzlindernder Endorphine. Katzen und Menschen arbeiten deshalb bereits eng in der tiergestützten Therapie, in der die Samtpfoten erfolgreich zum Einsatz kommen. Als flauschige Kotherapeuten sind Katzen wirkungsvolle Partner bei der Behandlung von Patienten mit Depressionen, Angsterkrankungen, ADHS, Mobbing-Erfahrung, Eheproblemen und Persönlichkeitsstörungen. In der Arbeit mit autistischen Kindern kommen die Miezen zum Einsatz, um die kleinen Patienten zum Spielen zu aktivieren, und die Diplompsychologin Regina Lessenthin nutzt die Wirkung der Seidentatzen im Gespräch mit Missbrauchsopfern. Hierbei kann die Katze helfen, die Scheu vor Körperkontakten abzubauen, da sie die Nähe der Menschen ohne jeglichen negativen Hintergedanken sucht.

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