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Wäre das nicht schön? Ein zweiter Hund? Dann ist der erste nicht so allein, sie könnten zusammen spielen und auf dich warten, wenn du mal ohne sie weg musst. Mit einem zweiten Hund steigt aber nicht nur die Geselligkeit, es steigen auch die Kosten für Futter, Tierarzt, Zubehör und Hundesteuer. Auch der Zeitaufwand ist bei zwei Hunden, allein für die Fellpflege, größer. Zwei Hunde brauchen mehr Platz als einer – ist dein Auto auch groß genug, um beide sicher zu transportieren? Auch die Fremdbetreuung für mehrere Hunde ist schwerer zu planen. Du solltest die Entscheidung für einen Zweithund möglichst emotionslos treffen und ruhig überlegen, was das Beste für dich, die Hunde und eure Lebensumstände ist. Erst dann kannst du dich fragen: Wer passt in euer Rudel?
Wer passt zu wem? Bei der Mehrhundhaltung muss die Chemie stimmen
Theoretisch kann sich jeder Hund in euer Rudel einpassen, aber du solltest einiges bedenken, auch das Geschlecht. Ein Rüde und eine unkastrierte Hündin müssen während ihrer Hitze getrennt oder gut im Auge behalten werden, sofern du keine Welpen möchtest. Und die Launigkeit einer Hündin zu Beginn der Läufigkeit kann zur Bewährungsprobe werden. Rein theoretisch kann es aber auch unter Rüden zum „Zickenkrieg“ kommen, es kann aber auch sehr harmonisch sein. Ein Junior kann für einen Senior wie eine Frischzellenkur wirken, ein behinderter Hund kann durch einen gesunden seine Schwächen ausgleichen, ein einsamer Hund blüht im Rudel auf usw. Optimal ist ein Altersunterschied von ca. drei Jahren, damit sich die Hunde in ihren Entwicklungsphasen nicht behindern oder negativ beeinflussen. Die Charaktere müssen nicht besonders ähnlich, sondern vor allem harmonisch sein. Und ob die Chemie stimmt, können die Hunde beim Beschnuppern auf neutralem Boden selbst testen.
Regeln für die Rudelhaltung: bei der Rangordnung nicht schwach werden
Ist die erste Begegnung der Hunde auf neutralem Boden erfolgreich verlaufen, geht’s zu euch nach Hause. Du musst genau beobachten, welche Rangordnung die Tiere unter sich ausmachen. Der „Chef“ – das kann auch der Neue sein – wird Spielzeug, Futter und die besten Liegeplätze für sich beanspruchen, direkten Blickkontakt suchen und dem Artgenossen Unterwerfungs- oder Beschwichtigungsgesten abverlangen. Wichtig ist, dass du die Rangordnung der Hunde akzeptierst und immer etwas höher stehst. Dir gehört das Sofa, der Zugang zu den Nahrungsmitteln und der Schlüssel zur Haustür! Es entspricht dem Sozialverhalten der Hunde, dass der Ranghöchste die größten Privilegien hat. Deshalb darf der „Boss“ zuerst an den Napf, ist Erster an der Haustür und bekommt mehr Zuwendung. Würdest du dich im menschlichen Sinne gerecht verhalten, könnte das die Harmonie im Rudel stark beeinträchtigen, da der Rudelführer seinen Rang austesten und notfalls erkämpfen könnte. Ideal ist die Regelung, dass der Neuankömmling im Extremfall auch wieder zurückgebracht werden kann, denn in seltenen Fällen kann es sein, dass die Hunde-WG auch nach einigen Wochen einfach nicht funktionieren will.