Die Siamkatze im Porträt: der Hund unter den Katzen

Die Siamkatze ist zwar eigenwillig, aber auch sehr menschenbezogen und lernwillig. So lässt sie sich ohne Murren an der Leine hinausführen, weshalb sie als Hund unter den Katzen gilt. Siamkatzen, kurz Siamesen, gehören nicht umsonst zu den beliebtesten und am meisten verbreiteten Rassekatzen. Die Siamkatze ist ständig in Plauderlaune, sie maunzt, grummelt, schnurrt oder schreit ihre Stimmung heraus. Durch ihre gesprächige, verschmuste Art und ihre Bereitschaft zur Interaktion mit Menschen werden Siamkatzen gerne in der tiergestützten Therapie eingesetzt, wo sie zum Beispiel die Spielfreude behinderter Kinder wecken. Sie hofierten mit ihren blauen Mandelaugen den König von Siam, und in den Tempeln ihrer ostasiatischen Heimat sprach man diesen Katzen sogar spirituelle Kräfte zu.

Die Siamkatze im Porträt: Herkunft und Aussehen dieser schönen Katze

Die Vorfahren der traditionellen Siamkatzen, die Thaikatzen, stammten aus dem ostasiatischen Siam, dem heutigen Thailand, wo ein Dichter sie bereits im 14. Jahrhundert erwähnte. Durch den hohen Status, den die Siamkatzen bei Hofe und den Mönchen genoss, war der Besitz dieser Rasse streng geregelt. 1884 schenkte der König von Siam dem britischen Generalkonsul Sir Gould das erste Zuchtpärchen namens Pho und Mia. Erste Rassestandards für Siamkatzen wurden 1892 erstellt, ein Porträt, in dem sie als schlanke, muskulöse Kurzhaarkatze von mittlerer Größe beschrieben wird. Typisch für ihr Porträt sind auch die blauen Augen, ihre langen Beine und das helle, glatte und seidige Fell der Teilalbino-Katze, das erst durch die Pointierung an Ohren, Kopf, Schwanz und Pfoten perfekt wird. In Deutschland begann die planmäßige Zucht der Siamkatzen erst 1927 durch den 1. Deutschen Angorakatzen Schutz- und Zuchtverein, heute 1. DEKZV e.V. genannt.

Die Siamkatze im Porträt: Charakter und Besonderheiten dieser Katze

Siamkatzen lieben Gesellschaft und sind schon wegen ihrer hohen Wurfzahlen sehr sozial verträglich und gruppendynamisch, weshalb eine Einzelhaltung nicht infrage kommt. Bei reiner Wohnungshaltung wird es der Siamkatze bald langweilig. Die verspielten Jäger wollen sich austoben, den graziösen, muskulösen Körper trainieren und fordern im nächsten Moment Ruhe, Zuwendung und Streicheleinheiten von Mensch und Artgenossen. Die Fellpflege ist deshalb eine willkommene Massage und Kontaktaufnahme für diese Katze. Da sie nur wenig Unterwolle besitzt, gibt sich die Siamkatze mit regelmäßigem Bürsten zufrieden, ist gleichzeitig aber auch empfindlich gegen Nässe und Kälte. Um das Aussehen und die Gesundheit der eleganten Siamkatzen zu erhalten, wird bei der Zucht sehr großen Wert auf die Einhaltung der Rassestandards gelegt. Wer sich für eine Siamkatze entscheidet, sollte sich an den Dachverband oder an dort eingetragene Züchter wenden.

Steckbrief Siamkatze

  • Rasse: Siamkatze
  • Herkunft: Siam/heute Thailand
  • Größe: mittelgroß
  • Gewicht: Kater 4–5 kg, Katze 3–4 kg
  • Körperbau: schlank, elegant, langbeinig, geschmeidig, muskulös mit langem, dünnem, spitz zulaufendem Schwanz
  • Augen: blau, weit auseinander und leicht schräg stehend
  • Fellstruktur: fast keine Unterwolle, Deckhaar ist dünn, glatt, seidig glänzend, liegt eng am Körper an
  • Fellbarbe: Teilalbino mit Points oder Pointierungen an Ohren, Gesicht, Pfoten und Schwanz – möglichst gleichmäßig; Körperfarbe: gleichmäßig helle Färbung, mäßige Schattierung erlaubt, ungenügender Kontrast zwischen Points und Körperfarbe gilt als Fehler
  • Charakter: eigensinnig, intelligent, verspielt, „geschwätzig“, Jagdtrieb, gesellig, sozial verträglich mit anderen Tieren, verschmust, menschenbezogen, gelehrig
  • Haltung: keine Einzelhaltung, Freigang, liebt die Wärme, sehr empfindlich bei Kälte und Nässe, pflegleicht, braucht aber Beschäftigung und Fitness für ihren schlauen Kopf und ihren athletischen Körper
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