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„Unsere Spaziergänge wären wirklich toll, wenn sich mein Mensch nicht dauernd so ziehen lassen würde. Ständig muss ich ihn vor meinen Artgenossen beschützen, und er lernt einfach nicht, wo ich hin möchte …“ Sind das nicht die Gedanken von den vielen Hunden, die ihre Menschen durch die Stadt zerren? Bei einem 10-Kilo-Hund mag das nicht so schlimm sein, bei einem Bernhardiner hört der Spaß allerdings auf. Wenn dein Hund zieht, steht nicht nur die Leine, sondern eure Beziehung unter Spannung, denn das ewige Gezerre zerrt an Kraft und Nerven, sodass euch beiden bald die Lust am Gassigehen vergeht. Dein Stress überträgt sich auf den Hund, und ihr schaukelt euch gegenseitig hoch. Deshalb ist es ratsam, die Leinenführigkeit früh und konsequent zu trainieren, damit beide etwas Positives mit Leine und Halsband verbinden.
Wenn der Hund an der Leine zieht, hat er ein paar Dinge missverstanden
Dein Hund lernt sehr schnell und vor allem durch Erfolgserlebnisse und Bestärkung. Deshalb kommt es in Sachen Leinenführigkeit auch sehr schnell zu falschen Verknüpfungen oder Missverständnissen. 1. Missverständnis: Er kommt viel schneller ans Ziel, wenn er nur kräftig genug zieht. 2. Missverständnis: Du bist eigentlich der bessere Hund, denn du reagierst auf alles, was er tut. Du wartest, wenn er schnuppert, wirst schneller, wenn er zieht, und folgst ihm überallhin. 3. Missverständnis: Bei der Begegnung mit Artgenossen muss er sich noch heftiger in die Leine werfen, um dich zu verteidigen. Du armer Mensch bist ja schließlich angebunden und auf seine Hilfe angewiesen. 4. Missverständnis: Du hast es wirklich gut. Dein Hund quält sich ständig mit einem verspannten Nacken von dem Gezerre an der langweiligen Leine, während deine einzige Aufgabe darin besteht, den Karabiner zu öffnen, damit er endlich in den Wald düsen kann. Du hast es gut. Spaß beiseite! Du musst deinen Hund aufklären!
Locker und mit Leckerli kannst du Leinenführigkeit mit dem Hund trainieren
Dein Hund sollte von Anfang an eine positive Verknüpfung und Vertrauen zur Leine haben. Dabei helfen Lob, Leckerchen und schöne Erlebnisse. Für das Training brauchst du ein Geschirr, um seinen Hals zu schonen, einen ruhigen Ort und einen hungrigen Hund, damit die Leckerchen auch wirken. Den Hund zu deiner Linken nimmst du die Leine in die rechte Hand und belohnst ihn mit links. Wecke mit Schnalzen und Leckerchen seine Aufmerksamkeit, lob ihn für jeden Blick zu dir an lockerer Leine und verbinde das erwünschte Verhalten mit dem Kommando „Fuß!“. Lässt die Aufmerksamkeit nach, schwenkst du ab und wechselst die Richtung. Sobald dein Hund wieder voll bei dir ist, gibt es Lob und Belohnung. Korrigierendes Zerren oder Rucken an der Leine ist nicht sinnvoll und kann zu negativen Verknüpfungen führen. Immer wenn dein Hund an der Leine zieht, wechselst du konsequent die Richtung. Das ist mühsam, aber nur so lernt der Hund, dass das Ziehen nicht von Erfolg gekrönt ist.