Hier finden Sie die am häufigsten gestellten Fragen an das Tierarzt-Team zum Thema Hund, Krankheiten
Frage:
Heute morgen habe ich festgestellt, dass mein Hund, ein 10, 5 Wochen alter Sennenhund-Mix Spülwürmer hat. Nach Rücksprache mit der Tierärztin habe ich daher heute schon mit der Wurmkur angefangen.
Meine Fragen dazu sind: Sind Spülwürmer schlimm? Was muss ich beachten? Kann ich meinen Hund weiterhin auf den Schoß nehmen? Ist das ansteckend? Muss ich das Hundebett reinigen?
Antwort:
Fast jeder Welpe hat Spulwürmer, denn diese Würmer werden schon von der Mutter auf die Kleinen übertragen. Während der Trächtigkeit werden Wurmkapseln, die in jedem Hund in den Muskeln ruhen, freigesetzt. Diese Würmer werden dann über die Gebärmutter und über die Milch auf die Kleinen übertragen. Ein Wurmbefall von Welpen mit Spulwürmern ist also völlig normal und auch nicht schlimm, solange es nicht zu viele Würmer werden. Daher sollten Welpen in der ersten Zeit alle drei bis vier Wochen gegen Spulwürmer entwurmt werden. Spulwürmer können nicht direkt vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Sie müssen erste 2 Wochen in der Erde reifen, bis sie ansteckend werden können. Daher brauchen Sie beim Umgang mit Ihrem Hund auch nicht mehr als die normalen Hygienemaßnahmen beachten. D.h. Händewaschen nach dem Streicheln des Hundes und regelmäßige Reinigung des Hundebettes sind völlig ausreichend. Sie können Ihren Hund auch ohne Bedenken weiterhin auf den Schoß nehmen. Allerdings sollte der Hund nicht auf Plätze Koten, auf denen Kinder spielen oder Menschen liegen.
Frage:
Bobbie (Dackelmischling, 5 Jahre) hat eine Bindehautentzündung. Sein allgemeiner Zustand ist gut. Nach einem ersten Augenschein vergangenen Donnerstag bekam er eine Augensalbe verschrieben, die aber nichts nützte. Eine zweite, diesmal gründliche Untersuchung am gestrigen Montag veranlasste die Ärztin, ihm Antibiotika zu verabreichen und uns mitzuteilen, sie werde Bobbie unter Vollnarkose "hinter" dem Auge auskratzen, falls es bis morgen Mittwoch nicht besser sei. - Wir sind verunsichert, da wir diesen Eingriff für recht heftig halten. Ist das üblich? Gibt es andere Behandlungsmethoden?
Antwort:
Bei Hunden kommt es häufig vor, dass unter dem dritten Augenlid (das ist eine Haut, die vom inneren Augenwinkel über das Auge gezogen wird, sobald der Hund das Auge schließt) kleine Blässchen sind. Diese Blässchen können zu einer Bindehautentzündung führen, die oft nur abheilt, wenn die Blässchen abgekratzt werden. Dazu muss der Hund in Narkose gelegt werden, da es zu gefährlich ist, am wachen Hund mit scharfen Instrumenten am Auge zu arbeiten (durch eine Abwehrbewegung könnte er dabei am Auge verletzt werden). Schläft der Hund, wird dieses Augenlid mit einer Pinzette vorsichtig vor gezogen und die Blässchen abgeschabt. Nach diesem Eingriff muss noch eine Zeitlang Augensalbe gegeben werden.
Der Augapfel selbst wird bei dieser Behandlung nicht angerührt.
Frage:
Wir haben einen Hund 1 Jahr und die Hündin ist 3 Jahre alt. Seit einiger Zeit kratzen sich unsere Hunde über Gebühr häufig und langanhaltend. Wir nahmen zuerst an, dass dies eine Folge der Sterilisation der Hündin ist, die erst vor kurzem war. Aber mittlerweile sind beide lange Zeit damit beschäftigt den Juckreiz zu befriedigen. Erschwerend kommt hinzu, dass meine Frau und ich auch von kleinen starkjuckenden Pocken befallen sind die immer mit mehreren auf der Haut ersichtlich sind. Was ist zu tun und was kann das sein?
Antwort:
Der Juckreiz der Hunde kann verschiedene Ursachen haben. Sehr naheliegend sind, da Sie selbst auch befallen sind, natürlich die Flöhe. Sie sollten die Hunde als erstes mit einem wirksamen Mittel gegen Flöhe behandeln. Wichtig ist es, alle Tiere im Haushalt zu behandeln und auch die Schlafplätze der Tiere mit dem Antiflohmittel zu versehen. Ein gutes Flohmittel können Sie bei Ihrem Tierarzt bekommen. Sie selbst brauchen sich keiner Behandlung unterziehen, denn Hundeflöhe beißen Menschen nur kurz. Die Hauttemperatur des Menschen ist für den Hundefloh nicht angenehm, daher verlässt er ihn nach kurzer Zeit wieder. Tritt damit keine Besserung ein, sollten Sie die Tiere vom Tierarzt auf andere Parasiten untersuchen lassen. Es kann natürlich auch noch eine Allergie der Hunde am Juckreiz schuld sein. Dagegen spricht aber, dass beide Hund gleichzeitig befallen sind und Sie bei sich selbst auch Stiche bemerkt haben.
Frage:
Ich habe einen 7 Jahre alten Pudelmischling. Sein einiger Zeit riecht er sehr streng aus dem Maul. Kann das mit dem Futter zusammenhängen?
Antwort:
Unangenehmer Geruch aus dem Maul kann verschiedene Ursachen haben. Häufig steckt jedoch eine Entzündung des Zahnfleisches durch Zahnstein dahinter. Dieser Zahnstein muss unbedingt vom Tierarzt entfernt werden, da sonst das Zahnfleisch soweit zurückgedrängt werden kann, bis die Zähne ausfallen. Ist das Gebiss wieder sauber kann man die Neubildung des Zahnsteins durch verschiedene Pflegemaßnahmen der Zähne verringern bis ganz verhindern.
Die beste Pflege ist das Zähneputzen mit spezieller Hundezahnbürste und Hundezahnpasta. Zwei bis dreimal in der Woche Zähneputzen kann die Bildung von Zahnstein stark reduzieren. Lässt sich ihr Hund trotz vorsichtiger Gewöhnung das Zähneputzen nicht gefallen, können Sie ihm alternativ spezielle Zahnreinigungsstreifen, Büffelhautknochen oder rohe Karotten anbieten, welche beim Kauen die Zähne pflegen. Auch spezielles Trockenfutter zur Zahnreinigung reinigt die Zähne beim Zerbeißen. Lassen Sie regelmäßig die Zähne ihres Hunde kontrollieren (z. B. bei der jährlichen Impfung), damit Zahnbeläge rechtzeitig entfernt werden und keine Entzündung des Zahnfleisches entsteht.
Frage:
Meine Doggenhündin ist elf Wochen alt und hat unter dem Ohr und auf der Stirn bzw. am Kinn ziemlich viele "Pickel". Die Züchterin sagte mir, dies sei unbedenklich und würde nur mit einer Tinktur behandelt werden müssen, die sie mir dann auch mitgab. Da in dieser Tinktur Alkohol enthalten ist und der Geruch sehr streng ist, lässt die Hündin sich nur sehr widerwillig behandeln. Einer der Pickel fing an zu eitern, wurde vom Tierarzt ausgedrückt und blutete auch. Kann ich diese "Pickel" auch anders behandeln? Der Tierarzt meinte, er würde ihr Tabletten verabreichen müssen, wenn nach gewisser Zeit keine Besserung eintreten würde.
Antwort:
Es handelt sich bei Akne um eine Überproduktion von Talg, besonders in den Talgdrüsen an Kinn und Lippen. Akne kommt häufig bei Junghunde kurzhaariger Rassen wie Dogge und Boxer vor. Eine Tinktur, die Ihnen der Tierarzt geben kann, ist genau die richtige Behandlung für diese Pickel, auch wenn sich Ihr Welpe natürlich dagegen wehrt. Aber leider sind die wirksamen Arzneien nicht immer die angenehmsten. Es ist auch richtig, dass in schweren Fällen eine mehrwöchige Therapie mit Tablette durchgeführt werden muss. Versuchen Sie daher die Tinktur so gut wie möglich anzuwenden. Mit viel Glück ist es einen Jugendkrankheit, die mit dem erreichen des ersten Lebensjahres von selbst abheilt.
Frage:
Seit unsere Hündin (Foxterrier 6 Jahre) vom Tierarzt die Analdrüsen ausgedrückt bekommen hat, hat sie Beschwerden mit den Analdrüsen, leckt sich sehr oft (mehrmals täglich) und "beißt" (ohne sich zu verletzen) sich öfters in dieser Gegend. Sollen wir etwas dagegen unternehmen (wenn ja was bzw. welches Mittel geben) oder "leert" sie ihre Analdrüsen so selber und wir sollen sie gewähren lassen? Wir sind "Anhänger" der Homöopathie, gibt es ein Mittel gegen dieses "Leiden"?
Antwort:
Analdrüsen leeren sich normalerweise bei jedem Stuhlgang selbst. Ist der Kot zu weich oder die Ausführungsgänge der Drüsen zu eng, kann es zu einer Ansammlung von Sekret kommen. Wird dieses Sekret nicht ab und zu entleert, kommt es zu einer Entzündung der Drüsen die für den Hund sehr schmerzhaft ist. Wenn die Drüsen bei der Routinenentleerung schon sehr voll waren, kann es durch das Ausdrücken zu einer leichten Reizung kommen. Sie können, um das in Zukunft zu verhindern, versuchen ein so hochwertiges Futter zu geben, dass der Stuhlgang gut geformt und fest ist (falls zu weicher Kot zu dieser Füllung geführt hat). Die andere Möglichkeit ist, die Drüsen regelmäßig vom Tierarzt entleeren zu lassen oder, wenn das Problem zu groß wird, die Drüsen ganz operativ zu entfernen (sie haben nur die Duftmarkierung als Funktion). Der Hund selbst kann sie durch Lecken oder Knabbern nicht entleeren. Da das Problem mit den Analdrüsen ein rein mechanisches Problem ist, kann man mit Homöopathie höchstens den Reizzustand bessern. Die Drüsen entleeren kann man damit nicht.
Frage:
Mein Hund Schäferhund-Spitz Mischling ca. 8 Jahre hat sehr starken Mundgeruch. Das ist wirklich unangenehm. Der Tierarzt meinte das der Zahnstein entfernt werden muss, aber das ist sehr teuer. Gibt es nicht noch andere Methoden um den lästigen Mundgeruch loszuwerden?
Antwort:
Zahnstein sind dicke Beläge aus Bakterien, die Mineralstoffe einlagern und so zu einem steinharten Zahnbelag werden. Dieser Belag kann nur vom Tierarzt mit einem speziellen Ultraschallgerät entfernt werden. Wenn der Zahnstein nicht entfernt wird, wird Ihr Hund zuerst eine sehr schmerzhafte Zahnfleischentzündung bekommen, dann wird das Zahnfleisch zurückgedrängt, die Zähne fangen an unter diesem Belag zu faulen und fallen mit der Zeit aus. Wenn Sie Ihrem Hund diese sehr schmerzhaften Zustände im Maul ersparen wollen, sollten Sie die Zahnstein schnell von dem Tierarzt entfernen lassen. Wenn Sie warten, bis der Hund neben dem Mundgeruch auch das Fressen aus Schmerzen verweigert, wird die Behandlung noch viel teurer werden.
Frage:
Seit nunmehr 6 Tagen hat mein Welpe (Berner-Sennen-Münsterländer-Mix, 9 Wochen alt) Durchfall. Mal ist es mehr, mal weniger. Ich habe versucht, mein Welpenfutter einzuweichen und mit gekochten Nudeln versetzt zu füttern. Das mochte sie leider nicht. Dann habe ich Dosenfutter von „Pedigree“ versucht. Das hat überhaupt nicht geklappt. Es „schoss“ förmlich nur so raus. Was kann ich tun, damit sie endlich wieder festen Stuhl bekommt? Nebenbei bemerkt: Sie ist natürlich noch nicht stubenrein, das macht das Ganze noch ärgerlicher....
Antwort:
Bitte gehen Sie mit Ihrem Welpen sofort zu einem Tierarzt. Welpen haben sehr wenig Flüssigkeitsreserven in Ihrem Körper. Durchfall kann bei Welpen daher sehr schnell zu einem lebensbedrohlichen Austrocknen führen. Wenn Sie zu lange mit diesem Besuch warten, kann der Hund eventuell nur durch eine sehr teure Behandlung (Infusionen usw.) gerettet werden. Daher sollten Sie besser noch heute zu Ihrem Tierarzt gehen und den Durchfall behandeln lassen. Der Tierarzt wird Ihnen dann auch, je nach Krankheitsursache, genaue Fütterungsanleitung geben.
Frage:
Ist es gefährlich, wenn mein Hund (Schäferhund 7 Monate) die Wolfskrallen abknabbert? Ich muss dazu sagen, dass ich nicht weiß ob sie am Knochen angewachsen sind oder nicht. Bekannte haben mir erzählt, dass er davon sterben kann. Stimmt das?
Antwort:
Die Wolfskralle ist eine nicht mehr gebrauchte Kralle, die bei manchen Hunden noch Knochen enthält, bei anderen nur noch aus Haut und Kralle besteht. Die Kralle hat keinerlei Funktion, der Hund kann sich aber unter Umständen daran verletzen. Daher wird diese Kralle meist durch eine kleine Operation entfernt. Wenn der Hund daran knabbert, dann stören ihn diese Krallen. Er kann dabei nicht sterben, aber die Krallen können sich entzünden und müssen behandelt werden. Zeigen Sie den Hund einem Tierarzt. Der kann dann entscheiden ob man die Krallen besser gleich entfernt, bevor sie durch den Hund noch mehr angeknabbert werden und sich entzünden, oder ob man damit warten kann, bis der Hund wegen einer anderen Sachen in Narkose liegt und sie dann mit entfernt.
Frage:
Immer wenn mein Hund (Mischling 5 Jahre) Wasser säuft, spuckt er die Hälfte davon wieder aus. Das macht er nun schon seit ein paar Monaten. Wodurch kommt das? Was kann ich dagegen tun?
Antwort:
Für das Ausspucken von Trinkwasser gibt es im Prinzip zwei mögliche Ursachen. Zum einen kann es sich um eine unangenehme Angewohnheit Ihres Hundes handeln, der keinerlei Erkrankung zu Grunde liegt. Zum anderen kann aber auch eine Erkrankung im Bereich des Rachens, Kehlkopfes (im Sinne einer Entzündung oder eines kleinen Fremdkörpers) oder der oberen Verdauungsorgane, am wahrscheinlichsten eine Entzündung oder Reizung der Schleimhaut in Speiseröhre oder Magen die Ursache sein. Ich rate Ihnen daher, auch wenn Ihr Hund keinerlei zusätzliche Symptome (wie Erbrechen von Schleim oder Futter, Husten, Würgen, o.ä.) zeigt, ihn zur Abklärung v.a. einer möglichen Gastritis bei Ihrem Tierarzt für eine gründliche Untersuchung vorzustellen. Bei einer simplen Reizung der Schleimhaut könnte auch die Gabe von lauwarmen Trinkwasser in kleinen Mengen Abhilfe schaffen.
Frage:
Meine Hündin (Labrador-Mix 4 Jahre alt) wurde vor 8 Wochen am Meniskus operiert (Meniskus wurde ganz entfernt). Mir wurde gesagt, sie hätte monatelang Spiel- u. Springverbot. Ist das richtig? Bis jetzt hab ich leider noch keine Besserung feststellen können. Nach Belastung (z.B. heute), hat sie ihr Bein wieder ganz nach oben gezogen (allerdings ist sie viel gelaufen/geschwommen). Ist das denn normal? Schließlich ist es jetzt schon zwei Monate her.
Antwort:
Das Knie ist ein sehr empfindliches Gelenk. Es ist vom anatomischen Aufbau sehr eng und reagiert deshalb schnell auf Verletzungen, operative Eingriffe und Überbelastungen mit Schwellungen innerhalb der Gelenkkapsel, die wiederum Schmerzen verursachen. Nach einer Meniskusoperation fehlt dem Kniegelenk der ausgleichende halbmondförmige Meniskusknorpel, der die ungleichen Gelenkpartner (Ober- und Unterschenkelknochen) aneinander angleicht. Daher ist das Kniegelenk Ihres Hundes jetzt noch anfälliger gegen Überbelastung. In der Heilungsphase nach einer Meniskusoperation ist deshalb die Vermeidung von Belastungen (Springen, übermäßige Bewegung, häufiges Treppensteigen usw.) ganz besonders wichtig. Durch Überbelastung kann es zu einer Gelenksschwellung und Gelenksentzündung kommen. Das ist schmerzhaft und kann auch zu einer späteren Arthrose führen. Wie beim Menschen erfordern Eingriffe am Kniegelenk eine sehr lange Heilungszeit. Daher ist die, vom Tierarzt verordnete konsequente und sehr lange Schonung nach der Knieoperation wirklich unbedingt notwendig. Ihr Hund zeigt Ihnen die verfrühte Überbelastung sonst durch Hinken an. Ich kann Ihnen daher nur raten, sich konsequent an die Anweisung Ihres Tierarztes zu halten.
Frage:
Mein Hund (eine Slovensky Covac, 3,5 Monate) hat einen Hoden in der Bauchhöhle der nach Angaben meines TA auch nicht mehr kommen wird. Er hat mir mit einem Jahr eine Operation empfohlen - da sonst Krebsgefahr - verbunden mit einer Kastration. Können sie mir dazu noch nähere Infos geben bzw. ihre Meinung zu diesem Thema!
Antwort:
Hoden, die nicht in den Hodensack abgestiegen sind, liegen irgendwo im Bauchraum. Hier ist die Körpertemperatur höher als im Hodensack, wodurch die meisten dieser Hoden im Laufe der Jahre bösartig entarten d.h. zu bösartigem Hodenkrebs werden. Daher sollte dieser Hoden unbedingt, sobald der Hund ausgewachsen ist, entfernt werden. Es gibt dazu auch keine Alternative. Wenn Sie den Hund nicht völlig kastrieren wollen, können Sie den anderen Hoden, der sich ganz normal im Hodensack befinden, dort belassen. Damit ist Ihr Hund ein vollständiger Rüde. Züchten darf man mit diesen Tieren jedoch nicht, da der „Kryptorchissmus“ d.h. das Hängebleiben der Hoden, erblich ist.