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Kleine Tiere, großer Anspruch? Tipps zur Kleintierhaltung in Wohnung und Garten

Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sind nach wie vor beliebte „Einsteigertiere“ in der Heimtierhaltung. Jedoch sind die Nagetiere und Hasenartigen mitnichten anspruchslos: Jede Art hat ihre ganz eigenen Bedürfnisse hinsichtlich der Pflege und artgerechten Ernährung. Auch das Verhalten vieler Kleintiere ist für Menschen nicht immer eindeutig zu interpretieren und mit dem von Hund oder Katze kaum zu vergleichen. Aber: Wer einmal sein Herz an die Kleintiere verloren hat, bleibt fasziniert von Charme der putzigen Säuger.

Klein, munter und beliebt: Kleintiere als Hausgenossen

Laut Definition sind Kleintiere Haustiere, die nicht als Nutztiere gehalten werden. Darunter fallen ebenso Hunde, Katzen, Ziervögel, Fische und Reptilien. Im engeren Kontext gelten als Kleintiere, vornehmlich in Bezug auf das Mietrecht, alle Tiere außer Hund und Katze, die im Wohnbereich bei ihren Menschen leben. Nach dieser Interpretation gehören Kaninchen, Farbmäuse und Chinchillas ebenso zu den Kleintieren wie als Sonderfall die fleischfressenden Frettchen.

Die Kleintierhaltung bietet in vielerlei Hinsicht Vorteile:
  • Räumlichkeiten: Kleintiere wie Mäuse oder Meerschweinchen haben – im Vergleich zu einem Hund oder einer Katze – einen geringeren Platzbedarf. Ein Hamster benötigt nur einen geräumigen Käfig und ausreichend Freilauf im gesicherten Zimmer; Kaninchen oder Meerschweinchen fühlen sich in einem Gehege im Garten wohl, Mäusen kann man in der Wohnung eine großzügige Käfiglandschaft zusammenstellen.
  • Zeitaufwand: Der Pflegeaufwand für Kleintiere ist überschaubar. Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Ausmisten des Käfigs und die Zubereitung des Futters können unter Aufsicht schon jüngere Kinder übernehmen und dabei Verantwortung üben.
  • Kostenfaktor: Mit Ausnahme der Frettchen sind Kleintiere Pflanzen-, Körner- oder Gemischtfresser und brauchen insgesamt aufgrund ihrer Körpergröße weniger Futter als etwa ein Hund. Die laufenden Kosten für die Ernährung sind weit geringer.
  • Beschäftigung: Mit Ausnahme des einzelgängerischen Hamsters leben Kleintiere in kleinen Gruppen mit ihren Artgenossen zusammen. Die Tiere beschäftigen sich über weite Teile des Tages miteinander und brauchen nicht ständig die volle Aufmerksamkeit ihres Halters. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass der Mensch sich um seine pelzigen Mitbewohner nicht zu kümmern braucht. Kleintiere bekommen miteinander aber so schnell keine Langeweile, wenn der Halter berufstätig ist oder zur Schule geht.

Allerdings sind Kleintiere allzu oft Opfer von Missverständnissen, die aus Unkenntnis ihres natürlichen Verhaltens entstehen. So werden speziell Meerschweinchen und Kaninchen immer noch als Streicheltiere für kleinere Kinder angeschafft. Es handelt sich bei ihnen aber um Fluchttiere, die sich nicht gern hochnehmen und streicheln lassen. Dass die Tiere dabei in eine defensive Schockstarre fallen und Streicheleinheiten stoisch über sich ergehen lassen, ist fatal: Noch immer wird dieses Verhalten missinterpretiert; viele Menschen denken, den Tieren gefalle das Streicheln.

Auch Hamster sind keine passenden Tiere für kleine Kinder. Der dämmerungs- und nachtaktive Hamster ist zu Zeiten munter, in denen sein junger Besitzer in der Regel schläft. Vor der Anschaffung eines Kleintieres sollten Sie sich genau mit seinen Eigenheiten vertraut machen, um keine Enttäuschung zu erleben oder unabsichtlich dem Tier Stress zufügen.

Welches Kleintier passt zu mir?

Um das perfekte Kleintier zu finden, das zu Ihren Lebensumständen passt, überlegen Sie, was Sie dem Tier bieten können und was Sie von ihm erwarten. Sehr wichtig ist der vorhandene Platz: Ist in einer kleinen Wohnung nur eine Ecke frei, können Sie ein Hamster- oder ein mehrstöckiges Mäusegehege integrieren. Haben Sie mehr Platz und womöglich sogar einen Gartenauslauf zur Verfügung, fühlen sich Kaninchen oder Meerschweinchen wohl.

Wie viel Zeit haben Sie für das Tier – und wann? Sind Sie tagsüber berufstätig? Dann sind ein dämmerungsaktiver Hamster oder Chinchillas kompatible Hausgenossen. Sie wollen selbst mit dem Tier interagieren oder suchen für Ihr Kind ein aufgewecktes Tier, das sich gern streichen lässt? Dann sind Sie mit zutraulichen Ratten oder Frettchen besser beraten als mit einem scheuen Fluchttier wie den Meerschweinchen. Wollen Sie aktiv mit dem Tier interagieren und ihm vielleicht ein paar Tricks beibringen? Kaninchen und Meerschweinchen werden recht zutraulich, wenn sie Vertrauen zu ihrem Menschen gefasst haben. Wenn Sie vorzugsweise passiv beobachten wollen, wie die Tiere sich miteinander beschäftigten, sind eine Mäusegruppe oder Degus in einem abwechslungsreichen Gehege ein faszinierender Anblick. Haben Sie ausreichend Zeit? Ratten und Frettchen sind am liebsten immer mit dabei und verlangen Aufmerksamkeit von ihren Haltern. Bedenken Sie aber, dass Frettchen anspruchsvoll in der Haltung sind.

Kleintierhaltung in der Mietwohnung: Darauf sollten Sie achten

Die gute Nachricht: Die Kleintierhaltung in einer Mietwohnung ist nach deutschem Recht grundsätzlich erlaubt, ein generelles Haustierverbot ist nicht zulässig. Dabei ist zu beachten, dass Hund und Katze nicht pauschal als Kleintiere gelten und es in Mietverträgen Ausnahmeregelungen geben kann. Ferner muss die Kleintierhaltung so dimensioniert sein, dass sie einer üblichen Hobbytierhaltung und der vertragsgemäßen Nutzung der Wohnung entspricht und keine Belästigung oder womöglich Gefährdung der Nachbarn entsteht – als Extrembeispiel seien hier eine unkontrollierte Vermehrung von Farbratten mit mehreren Dutzend Tieren oder unzumutbare Geruchsbelästigung durch viele unkastrierte Frettchen genannt. Rücksichtnahme auf die Mitmenschen und optimale Haltungsbedingungen für die Tiere sollten für einen verantwortungsvollen Tierhalter selbstverständlich sein.

Gute Nachbarschaft: Kleintierhaltung im Garten

Wenn Sie einen Teil Ihres Gartens in ein Kleintiergehege umwidmen können, ist das ideal, um eine größere Gruppe von Kaninchen oder Meerschweinchen zu halten. Für diese Gras- und Kräuterfresser ist der ganzjährige Zugang zu einer Wiese ohnehin die beste Haltungsform. Die Tiere benötigen in der Außenhaltung einen festen Stall mit Wind- und Wetterschutz und ein gesichertes Außengehege, das nach oben hin gegen Zugriff von Räubern wie Greifvögeln oder Katzen abgesichert ist. Von unten sorgen ein tief eingegrabener Draht oder eine Teilpflasterung dafür, dass die Kleintiere sich keinen Fluchtweg anlegen und andererseits kein grabender Beutegreifer sich Zutritt zum Gehege verschaffen kann. Bedenken Sie, dass Meerschweinchen recht geräuschintensive Tiere sein können; im Zweifel besprechen Sie Ihr Vorhaben mit Ihren unmittelbaren Nachbarn.

Für Kleintiere wie Ratten, Streifenhörnchen und Frettchen ist eine Voliere mit Schutzraum eine mögliche Unterbringung. Andere kleine Tiere wie Hamster oder Wüstenrennmäuse sind hingegen keine Kandidaten für eine ganzjährige Unterbringung im Freien. Ihre geringe Körpergröße macht die Einrichtung eines sicheren Außengeheges sehr schwierig. Außerdem eignen sich die klimatischen Verhältnisse unserer Breiten für die teils kälte- und feuchtigkeitssensiblen Tiere nicht. An warmen, trockenen Tagen, unter Aufsicht und in einem sicheren Auslauf dürfen aber auch die Exoten von Zeit zu Zeit die Sonne und das Gras unter den Pfoten genießen.

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