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Papageienkrankheit: Ornithose oder Vogelkrankheit – Gesundheitsgefahr für Vogel und Mensch

Die Ornithose – veraltet auch unter dem Begriff Psittakose oder umgangssprachlich als Papageienkrankheit bekannt – gehört zu den gefürchteten Infektionskrankheiten, die sowohl Vögel als auch Menschen in deren Umfeld befallen kann. Ornithose ist ansteckend und eine jener Krankheiten, mit denen Mensch und Tier sich wechselseitig infizieren können. Der Fachbegriff dafür lautet „Zoonose“. Die gute Nachricht: Rechtzeitig erkannt, lässt sich die Ornithose gut behandeln – vom Allgemeinmediziner und vom Tierarzt.

Warum heißt die Erkrankung „Papageienkrankheit“?

Dass die Ornithose im Volksmund und in älteren medizinischen Abhandlungen als „Papageienkrankheit“ beziehungsweise Psittakose beschrieben wird, hat einen einfachen Grund: Bei den ersten dokumentierten Krankheitsfällen war zweifelsfrei die Ansteckung durch einen Papageienvogel nachgewiesen. Zwischenzeitlich weiß man, dass die Psittakose nicht ausschließlich von Papageien ausgeht, sondern generell von Vögeln übertragen wird. Korrekterweise spricht man heute daher beim erkrankten Menschen von der Ornithose, also der Vogelkrankheit.

Leider ist der Begriff „Papageienkrankheit“ auch unter Laien so fest etabliert, dass Papageien und Sittiche zu Unrecht als allein verantwortliche Infektionsträger erscheinen. Eine Ornithose kann aber ebenso von allen möglichen anderen Gefiederten übertragen werden – vom Haushuhn bis zur Blaumeise. Ein Überspringen der Erreger von Wildvögeln auf Menschen ist im Alltag aber eher unwahrscheinlich. Zu den Risikogruppen zählen Personen, die zum Beispiel beruflich oder als Züchter vermehrt sehr engen Kontakt zu größeren Vogelgruppen haben. Bei Zootierpflegern, Mitarbeitern von Geflügelfarmen und Zoohandlungen ist die Ornithose eine anerkannte Berufskrankheit.

Wodurch wird die Ornithose ausgelöst?

Ornithose ist eine bakterielle Infektion. Auslöser ist das Bakterium Chlamydia psitacci aus der Familie der Chlamydien. Das sind Bakterien, die allerdings einige Eigenschaften mit Viren gemeinsam haben. So können Chlamydien sich nicht selbsttätig bewegen und decken ihren Energiebedarf durch den Stoffwechsel ihrer Wirtszellen. Das Bakterium kann außerhalb eines Organismus überleben und ist passiv, aber umweltresistent, bis es erneut einen Wirt findet. Die Infektion wird entweder durch Einatmen oder Schmierinfektion übertragen. Die Chlamydien gelangen über den getrockneten oder frischen Kot infizierter Vögel oder Sekrete zum jeweils nächsten Wirt. Die Inkubationszeit zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung beträgt beim Menschen ungefähr zwei Wochen. Lassen Sie Ihre Tiere untersuchen und informieren Sie den Tierarzt über mögliche Infektionswege, zum Beispiel bei neuen Vögeln im Bestand.

Was sind die Symptome einer Ornithose beim Menschen?

Beim infizierten Menschen befallen die Erreger Leber und Milz; vornehmlich dringen sie aber über die Atemwege in das Zellgewebe der Lungen ein und vermehren sich dort weiter. In der Regel äußert sich die Ornithose durch ähnliche Symptome wie eine atypisch verlaufende Lungenentzündung. Dabei sind die Symptome sehr variabel. Manche Patienten zeigen kaum Beschwerden, andere leiden unter einem sehr starken Krankheitsgefühl. Zu den Symptomen zählen:

Symptome eine Ornithose
  • Grippeartige Vorerkrankung
  • Langsam ansteigende Fieberkuve
  • Schüttelfrost
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Trockener Husten
  • Gelegentlich Rppenfellentzündung
  • Mehr oder weniger rasselnde Atmung
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Grünlicher Durchfall
  • Erbrechen
  • Vergrößerung von Leber und Milz (vom Patienten meist unbemerkt, da zunächst beschwerdefrei)

Als Komplikationen können Herzmuskelentzündungen, Hautausschläge und Gehirnentzündung hinzukommen. Haben Sie den Verdacht, dass bei Ihnen eine Ornithose vorliegen könnte? Dann weisen Sie den Arzt ausdrücklich darauf hin, dass Sie Vogelhalter sind, denn unter Menschen sind weitere andersartige Chlamydien-Infektionen verbreitet.

Woran erkenne ich eine Psittakose bei meinem Papagei?

Während man beim erkrankten Menschen von Ornithose spricht, ist die Bezeichnung Psittakose bei erkrankten Papageien weiterhin korrekt. Die Krankheit äußert sich beim gefiederten Patienten zunächst ähnlich unspezifisch wie beim Menschen. Mögliche Symptome sind:

Mögliche Symptome für eine Psittakose
  • Appetitlosigkeit
  • Allgemeine Schwäche
  • Abmagerung
  • Struppiges Gefieder
  • Zittern
  • Lähmungserscheinungen
  • Durchfall (teils blutig)
  • Augen- und Nasenentzündungen mit Ausfluss
  • Lungenentzündungen

Auch bei der Psittakose ist die Ausprägung der Symptome individuell; manche Vögel zeigen kaum Beschwerden, anderen ist eine Erkrankung deutlich anzusehen. Bei besonders schweren Fällen kann die Psittakose (unbehandelt) innerhalb weniger Stunden mit dem Tod enden. Auch eine latente Infektion ist möglich: Die Krankheit bricht nicht aus, der betroffene Vogel kann sie aber weiterverbreiten. Bei Verdacht auf Psittakose ist der Tiermediziner gesetzlich verpflichtet, dem Veterinäramt Meldung zu erstatten.

Wie sieht die Behandlung der Papageienkrankheit beim Menschen aus?

Der Nachweis einer Ornithose-Infektion wird bei Menschen über eine Blutuntersuchung geführt. Beim Vogel untersucht der Tierarzt eine Kotprobe, bei größeren Vögeln ebenfalls eine Blutprobe. Rechtzeitig erkannt und behandelt, stehen die Genesungsaussichten beim Menschen sehr gut: Die Sterblichkeitsrate liegt unter einem Prozent. Der Arzt leitet zur Behandlung eine Therapie mit geeigneten Antibiotika (Tetracycline oder Makroliden) ein, die gewissenhaft eingehalten werden muss.

Wie bei allen Antibiotika kann der Erreger bei vorzeitigem Absetzen der Medikamente Resistenzen entwickeln. Eine behandelte und ohne größere Komplikationen verlaufende Ornithose klingt innerhalb von etwa vier Wochen ab. Die Ornithose ist eine in Deutschland meldepflichtige Krankheit; allerdings werden jährlich nur wenige Fälle registriert. Betroffen sind in der Regel Patienten mit beruflich bedingt sehr intensivem Kontakt zu Geflügel. Die Ornithose hat – unter der Voraussetzung, dass sie nicht verschleppt wird – viel von ihrem Schrecken verloren.

Wie sind die Genesungsaussichten für die gefiederten Patienten?

Ist die Psittakose beim Papagei nachgewiesen, greift eine gesetzliche Regelung: die Ornithose-Psittakose-Verordnung. Die sieht Verhaltensmaßnahmen beim weiteren Umgang vor. Erkrankte Tiere müssen separiert und in einem gesonderten Zimmer in Quarantäne gesetzt werden. Bei der Pflege und Behandlung muss der Halter Schutzkleidung tragen und Hygienevorschriften beachten. Alle Tiere im Bestand werden mit Antibiotika behandelt; der Tierarzt überprüft in regelmäßigen Abständen Kotproben, bis sichergestellt ist, dass die Infektion im Griff ist. Auch hier gilt: Früh erkannt und behandelt, sind die Genesungsaussichten für die betroffenen Vögel gut. Allerdings können die Tiere selbst nach erfolgreicher Therapie weiterhin Träger der Erreger sein. Sorgsame Hygiene im Vogelhaushalt hilft, einen weiteren Ausbruch der Krankheit zu vermeiden.

Wie schütze ich mich und meine Vögel vor der Papageienkrankheit?

Um der Ornithose vorzubeugen, sind einige einfache Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll:

Maßnahmen zum Schutz vor der Papageienkrankheit
  • Hygiene und absolute Sauberkeit: Der primäre Übertragungsweg führt über Partikel von getrocknetem Vogelkot. Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig die Voliere und verkotete Gegenstände; bei größeren Beständen arbeiten Sie im Zweifelsfall mit Mundschutz.
  • Neu hinzukommende Vögel sollten Sie mindestens zwei Wochen isoliert von bereits ansässigen Tieren halten und mögliche Krankheitssymptome beobachten.
  • Lassen Sie Kotproben von neuen Vögeln routinemäßig vom Tierarzt auf Chlamydien testen.
  • Auch wenn Ihre Vögel in Kontakt mit fremden Vögeln gekommen sind, etwa in einer Urlaubs-Pflegestelle oder bei einer Ausstellung, kann ein prophylaktischer Chlamydien-Test Klarheit über eine mögliche Ansteckung schaffen.

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