Katzen spüren gute Menschen
30.01.2026 - Lesedauer: 3 Minuten

Fressnapf | Maxi Zoo – #AIgenerated
Katzen sind äußerst aufmerksame Tiere, denen so schnell nichts entgeht. Aber wie viel nehmen sie wirklich wahr, und haben sie wirklich ein Gespür für gute oder böse Menschen?
Katzen spiegeln Emotionen
Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Katzen tatsächlich in der Lage sind, menschliche Emotionen wahrzunehmen und diese nach bestimmten Signalen zu interpretieren. So zeigen die Tiere ein erhöhtes Stresslevel in Anwesenheit von Personen, die Wut oder Ärger ausdrücken, und sind deutlich entspannter, wenn Freude oder Gelassenheit ausgestrahlt wird. Katzen scheinen also zu spüren, wie die gegenwärtige Stimmung ist und reagieren positiver auf gut gelaunte, entspannte Menschen.
Neben akustischen Signalen wie der Stimmlage, Seufzern oder Lachen achten Katzen insbesondere auch auf visuelle Signale und reagieren ebenfalls auf emotionsspezifische Gesichtsausdrücke.
Dabei ist es völlig egal, in welchem Verhältnis du zu einer Katze stehst: Die Stubentiger erkennen die Emotionen von Fremden genauso deutlich wie die ihrer Bezugspersonen. Wie stark die Reaktion der Katze ausfällt, hängt jedoch vor allem davon ab, wie diese sozialisiert wurde, welche Vorerfahrungen sie bereits mit Menschen gemacht hat und wie es um ihr aktuelles Wohlbefinden steht.
Autorin: Petra Ott
Ganzheitlich orientierte Tiercoachin, staatlich geprüfte Tierpflegerin und KatzenverhaltensexpertinDie aktuelle Forschungslage lässt außerdem darauf schließen, dass Katzen sehr sensibel für generelle Gerüche und Unterschiede im menschlichen Körpergeruch sind, welche vor allem durch Stresshormone wie Cortisol entstehen. Je nach Emotionslage reagieren sie dann ebenfalls mit gestresstem Verhalten.
Ob Katzen Krankheiten bei Menschen erkennen können, ist nicht wissenschaftlich belegt. Klar ist jedoch, dass äußerliche, krankheitsbedingte Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Unwohlsein sehr wohl von den Tieren wahrgenommen werden.
Warum haben Katzen diese Superkraft?
Forschende gehen davon aus, dass das Erkennen menschlicher Emotionen eine adaptive Funktion erfüllt. Es handelt sich um eine angeborene und nicht um eine erlernte Fähigkeit, die sich wahrscheinlich aus der Domestikation, also der allmählichen Umwandlung von Wildtieren zu Haustieren, entwickelt hat. Sie dient vor allem dazu, sich an das Leben mit dem Menschen anzupassen und dieses möglichst harmonisch zu gestalten.
So zeigt die Katze ihre Meinung
Nimmt eine Katze die Stimmung eines Menschen wahr, reagiert sie vor allem funktional statt mit Aggressionsverhalten. Starke körperliche Reaktionen werden besonders durch negative Emotionen hervorgerufen und äußern sich dann in typischen Stressanzeichen.
Dazu gehören unter anderem das häufige Hin- und Herwedeln mit dem Schwanz sowie angelegte und nach hinten geklappte Ohren. Meistens entziehen sich Katzen der unangenehmen Situation, in dem sie die Flucht ergreifen und beispielsweise in andere Zimmer verschwinden oder sich auf den Kratzbaum verziehen. In manchen Fällen verbalisiert eine Katze ihre Stimmungslage auch durch Fauchen, Knurren oder Jaulen. Fühlt sich die Katze dagegen wohl, zeigt sie das vor allem durch eine entspannte Haltung, die Aufforderung zum Spielen oder auch ein leises Miauen.
Katzen erkennen ihre Menschen
Zwar zeigen Katzen ihre Zuneigung nicht auf die gleiche körperliche und offene Art wie beispielsweise Hunde, dennoch bauen sie eine Anhänglichkeit zu ihren Bezugspersonen auf. Die Dynamik zwischen Mensch und Katze kann wie eine Art Eltern-Kind-Beziehung betrachtet werden, da sich die Tiere in Anwesenheit einer bekannten Person deutlich entspannter und erkundungsfreudiger verhalten als im Beisein von Fremden. Eine Studie unterstützt außerdem die Annahme, dass Katzen in der Lage sind, die Stimmen ihrer Bezugspersonen unter Unbekannten wiederzuerkennen.
So kannst du eine Katze für dich gewinnen
Katzen können zwar keine Gedanken lesen, aber sie lassen sich auch nicht so leicht an der Nase herumführen. Möchtest du also eine Katze für dich gewinnen, helfen der Wissenschaft zufolge drei einfache Tricks:
- positive Stimmung
- Gelassenheit
- liebevolle Aufmerksamkeit
In einem Experiment verbrachten sowohl Haus- als auch Tierheimkatzen mehr Zeit in der Nähe von Menschen, die sich ihnen gegenüber aufmerksam verhalten haben. Freundliche Gesten, ein ruhiges Gemüt und eine liebevolle Stimmlage sind dabei essenziell, um die Katze von dir zu überzeugen.



