Zeckengefahr 2026: Neue Risikogebiete in Deutschland
09.03.2026 - Lesedauer: 3 Minuten

Santiago Urquijo/Moment via Getty Images
Ein Zeckenstich ist nicht nur unangenehm, sondern kann eine ernste Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen. Aufgrund von milden Temperaturen sind Zecken in Deutschland inzwischen ganzjährig unterwegs und legen keine Winterpause mehr ein. Während Hunde nach Zeckenstichen häufig an Lyme-Borreliose, Ehrlichiose und Babesiose erkranken, ist für Menschen die Übertragung von FSME besonders tückisch. Nachdem das Jahr 2025 bereits ein Rekordjahr für FSME-Infektionen in Deutschland war, rechnen Forschende für 2026 mit einer abermals steigenden Anzahl an Fällen.
Was ist FSME?
FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Erkrankung des Nervensystems. Eine Infektion mit dem FSME-Virus kann beim Menschen zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten führen. Manchmal bleiben Symptome aus oder ähneln lediglich denen eines grippalen Infekts. Es kann aber auch zu schweren Verläufen mit bleibenden Schäden und schlimmstenfalls Todesfolge kommen. Gerade ältere Menschen und Kinder sind gefährdet. FSME ist nicht mit Medikamenten heilbar, vorbeugender Schutz besteht nur nach einer entsprechenden Impfung.
Hier ist die Gefahr am größten
Das Robert Koch-Institut (RKI) weist jedes Jahr Regionen in Deutschland aus, in denen die Gefahr einer FSME-Übertragung durch Zecken besonders hoch ist. 2026 sind zwei neue Gebiete hinzugekommen, sodass mittlerweile bundesweit 185 Kreise auf der Risikoliste stehen. Die neuen FSME-Risikogebiete 2026 sind der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt.
Grundlage der Informationen des RKI sind die tatsächlich gemeldeten Fälle von FSME in den entsprechenden Regionen. Laut RKI-Bericht wurden in Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 693 FSME-Erkrankungen übermittelt, wobei zusätzlich 100 Verdachtsfälle geprüft werden. Damit dürfte das Jahr 2025 den bisherigen Höchststand an FSME-Erkrankungen von 704 bestätigten Fällen im Jahr 2020 sehr wahrscheinlich übersteigen. (Stand: 07.03.2026)
Welche Zeckenart überträgt das Virus?
Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) gilt als häufigster Überträger von FSME. Er kann aber gleichzeitig auch lebensgefährliche Erreger von Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Anaplasmose auf Hunde übertragen. Deshalb Vorsicht! Zwar erkranken Hunde sehr viel seltener an FSME als Menschen, aber gerade in den als Risikogebiet ausgewiesenen Kreisen solltest du nicht nur dich selbst vor den gefährlichen Parasiten schützen, sondern auch besonders auf deinen vierbeinigen Liebling aufpassen.
Und wenn sich dein Hund doch mit FSME angesteckt hat? Erste Anzeichen dafür können sein, dass er hohes Fieber bekommt. Auch Schwindel, Lähmungen oder Krampfanfälle können eine Indiz für eine Infektion sein. Weil aber natürlich auch viele andere Erkrankungen dahinterstecken können, gilt wie immer: Nichts wie ab in die nächste Tierarztpraxis! Es ist zwar eher unwahrscheinlich, dass dein Hund sich mit dem FSME-Virus infiziert hat, aber nur eine eingehende Untersuchung bringt Klarheit.
Wirksamer Zeckenschutz kann Leben retten
Expert:innen wie die Ständige Impfkommission (Stiko) sind sich sicher: Wer in einem der ausgewiesenen Risikogebieten lebt oder dort Urlaub macht und viel in der Natur unterwegs ist, sollte sich unbedingt durch eine Impfung gegen FSME schützen. Gerade in den am meisten betroffenen Regionen Deutschlands seien die Impfquoten allerdings sehr niedrig.
Und was ist mit unseren tierischen Begleitern? Zecken suchen sich schließlich besonders gerne Hunde als Wirte aus. Eine FSME-Impfung für Hunde gibt es nicht. In unserem Ratgeber Zeckenschutz beim Hund erfährst du ganz ausführlich, wie verantwortungsbewusste Hundebesitzer:innen ihre Vierbeiner vor Zeckenstichen schützen können. Denn folgenschwere Erkrankungen wie Babesiose oder Borreliose sind vermeidbar! Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen steht langen gemeinsamen Spaziergängen im Grünen nichts im Wege.


