Kugelfische – anspruchsvolle Fische mit spektakulären Fähigkeiten

28.12.2025 - Lesedauer: 10 Minuten

Nahaufnahme eines kleinen Kugelfischs mit gelblich-brauner Farbe und schwarzen Punkten in einem Aquarium

Eindrucksvoll ist das Verhalten, dem die Kugelfische ihren umgangssprachlichen Namen verdanken: Blitzschnell „blähen“ sie sich zu Selbstverteidigungszwecken zur Kugel auf. Aber nicht nur deswegen sind die Raubfische mit Vorsicht „zu genießen“. Die Fische haben ein ausgeprägtes Territorialverhalten und eignen sich besser zur Einzelhaltung, nur einige Arten gelten als untereinander verträglich. Am besten lassen sich kleine Kugelfischarten wie der Zwerg- oder Assel-Kugelfisch im heimischen Aquarium halten.

Was ist ein Kugelfisch?

Der Begriff „Kugelfisch“ umfasst 25 Fischgattungen mit zusammen etwa 200 Unterarten in allen denkbaren Größen. Die Familie gehört zur Unterordnung der „Kugelfischähnlichen” in der Ordnung der „Kugelfischartigen” und teilt sich in zwei Unterfamilien auf: die Rundkopfkugelfische und die Spitzkopfkugelfische. Letztere Unterfamilie umfasst nur die Gattung Canthigaster. Im Vergleich zu stromlinienförmigen Fischen wirken Kugelfische gedrungen und rundlich. Sie besitzen keine Bauchflossen und nur einen kurzen Schwanz. Die Fische sind keine besonders schnellen, dafür aber wendige Schwimmer, die sich sogar rückwärts fortbewegen können. Bei ihrer eigentümlichen Schwimmweise bewegen sie sich mithilfe der Brustflossen fort.

Kugelfische präsentieren sich in einer vielfältigen Palette von Farben und Mustern. Bei einigen Arten ist die Haut glatt und mit zu Stacheln umgebildeten Schuppen bedeckt, die im Ruhezustand flach anliegen. Es sind Raubfische, die – wie Muränen und Mondfische – zu den Knochenfischen gehören. Die Tiere haben ein kräftiges, ständig nachwachsendes Gebiss, dessen Zahnreihen zu einem schnabelartigen Gebilde verschmolzen sind.

Kugelfische sind rund um den Globus verbreitet. Einige Arten leben in tropischen Meeresgebieten, andere bewohnen Süßwasser – zum Beispiel den Amazonas oder das Kongobecken – oder fühlen sich im Brackwasser an Flussmündungen wohl. Ein solches Habitat lässt sich für einige kleine Kugelfischarten auch in einem Aquarium nachgestalten.

Sind Kugelfische giftig?

Viele Kugelfischarten tragen in ihren Eingeweiden das Nervengift Tetrodotoxin, das schon in geringen Dosen für Menschen lebensgefährlich ist. Man geht davon aus, dass die Fische das Gift nicht selbst produzieren, sondern aus Bakterien synthetisieren.

In einigen asiatischen Ländern, insbesondere in Japan, Korea und China, wird Kugelfisch als Delikatesse betrachtet und unter dem Namen Fugu serviert. Die Zubereitung von Fugu erfordert eine spezielle Lizenz und Ausbildung, da das Entfernen der toxischen Organe, insbesondere der Leber und der Eierstöcke, eine äußerst präzise Technik erfordert, um das Risiko einer Tetrodotoxinvergiftung zu minimieren. Dennoch bleibt der Verzehr von Fugu eine riskante Angelegenheit. Jedes Jahr gibt es Fälle von Vergiftungen, die teilweise tödlich verlaufen. Symptome treten etwa nach 45 Minuten auf. Die Gefahr droht jedoch nur beim Verzehr der Fischinnereien. Ein Aquarianer hat keinerlei Gefahr zu erwarten.

Auch im medizinischen Bereich findet Tetrodotoxin Potential zur Anwendung. Aufgrund seiner starken neurotoxischen Eigenschaften wird es in der Forschung eingesetzt, um Nervenimpulse zu blockieren und neurologische Erkrankungen zu studieren. Forscher untersuchen beispielsweise, ob Tetrodotoxin bei der Behandlung von Schmerzen, insbesondere bei neuropathischen Schmerzen, helfen könnte.

Was hat es mit der Kugelform auf sich?

Kugelfische können sich bei Schreck oder Bedrohung in kürzester Zeit „aufpumpen“, indem sie große Mengen Wasser schlucken und in eine Erweiterung ihres Magens saugen. Dabei gewinnt der Fisch blitzschnell enorm an Volumen. Gleichzeitig spreizt er, sofern vorhanden, die normalerweise eng am Körper liegenden Stacheln ab. Diese unvermutete Größenänderung wirkt einschüchternd.

Größere Räuber können den Kugelfisch durch die Ballonform nicht packen, weshalb die Anzahl seiner natürlichen Feinde gering ist. Dennoch gibt es einige Raubfische, die es auf Kugelfische absehen, insbesondere wenn sie sich nicht in der Verteidigungshaltung befinden oder wenn sie noch jung und klein sind. Zu den potentiellen Feinden des Kugelfischs gehören vor allem Kraken und Haie.

So eindrucksvoll das Verteidigungsverhalten des Tieres ist: Kugelfische im Aquarium solltest du niemals vorsätzlich provozieren, denn der „Aufblasvorgang“ stresst den Fisch enorm.

Welche Kugelfische eignen sich fürs Aquarium?

Im Heimtierbereich am weitesten verbreitet und unkompliziertesten sind kleine Kugelfische für Süßwasserbecken und Brackwasseraquarien. Um Letztere einzurichten, verwendest du destilliertes Wasser, Osmosewasser, Regenwasser oder weiches Leitungswasser und salzt es leicht an, um Brackwasser aus Seen oder Meeren zu imitieren. Ein Salzgehalt von 0,1 % bis zu 3 % – je nach Fischart – ist empfehlenswert. Mit einem Aräometer kannst du den genauen Wert überprüfen.

Beliebte Kugelfischarten für die Aquarienhaltung sind Carinotetraodon travancoricus, Colomesus asellus, Dichotomyctere nigroviridis und Tetraodon miurus.

Der Zwergkugelfisch

Carinotetraodon travancoricus, hierzulande unter den Namen Erbsenkugelfisch und (indischer) Zwergkugelfisch bekannt, ist ein Süßwasserbewohner. Sein natürlicher Lebensraum sind Flüsse, Süßwasserseen und Kanäle in Südwestindien und Sri Lanka. Dort hält er sich vorzugsweise an strömungsarmen Stellen mit dichtem Wasserpflanzenbewuchs auf, in denen er sich verstecken und zurückziehen kann.

Bei einer Maximalgröße von nur drei Zentimetern ist der Erbsenkugelfisch der kleinste Kugelfisch. Mit seiner dunklen Zeichnung auf gelbem Grund zeigt er ein attraktives Erscheinungsbild. Seine Farbe verändert ihre Intensität, wenn er balzt oder Rivalen beeindrucken will. Er erscheint – nach Kugelfisch-Maßstäben – zwar als nicht sonderlich aggressiv, sollte jedoch trotzdem nicht mit anderen Fischarten vergesellschaftet werden. Erbsenkugelfische können aber – in einem ausreichend großen Artbecken, in dem jeder Fisch sein eigenes Revier besetzen kann – als Pärchen oder in einer Kleingruppe aus einem Männchen und mehreren Weibchen gehalten werden.

Zur Orientierung: Als absolute Minimalgröße für die Haltung eines Erbsenkugelfisch-Pärchens muss das Becken mindestens 54 Liter fassen und 60 Zentimeter lang sein. Bedenke, dass Kugelfische sehr beweglich sind und lebhaft umherschwimmen. Je mehr Platz sie haben, desto wohler fühlen sie sich.

Das Wasser im Becken sollte einen pH-Wert zwischen 6 und 8,5 und eine Wasserhärte zwischen 5° und 20° dGH haben. Die Temperatur sollte sich zwischen 25 und 30 Grad Celsius bewegen. Bei guter Pflege kann der Zwergkugelfisch bis zu fünf Jahre alt werden.

Zwergkugelfisch im Süßwasser-Aquarium

Der Assel-Kugelfisch

Colomesus asellus, der Assel-Kugelfisch oder Papagei-Süßwasserkugelfisch, ist in Südamerika beheimatet und kommt dort vor allem im Amazonasgebiet vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Kugelfischarten ist er ein reiner Süßwasserfisch, der sich nicht in Brackwasserzonen aufhält.

Er hat eine gelbe, grüne oder braune Grundfarbe mit einem charakteristischen Muster aus fünf dunklen Querbändern und wird deutlich größer als der Erbsenkugelfisch – nämlich bis zu zehn Zentimeter. Entsprechend groß sollte das Aquarium bemessen sein.

Wohl fühlt sich der Assel-Kugelfisch in einer Umgebung mit vielen Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, optimalerweise zwischen Steinen und Pflanzen. Die Beckengröße sollte bei 120 Zentimetern beziehungsweise 240 Litern liegen. Bei dem südamerikanischen Kugelfisch ist die Einzelhaltung vorzuziehen. Mit erweitertem Platzangebot können es auch zwei gegengeschlechtliche Fische sein.

Der Assel-Kugelfisch benötigt Wassertemperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius, einen pH-Wert zwischen 6 und 7,5 sowie eine Wasserhärte von 5° bis 15°dGH. Seine Lebenserwartung liegt bei maximal 19 Jahren.

Schwarz-gelber Asselkugelfisch

Der Grüne Kugelfisch

Der Grüne Kugelfisch (Dichotomyctere nigroviridis) kommt aus Südostasien und zeichnet sich durch einen grünen Bauch, einen grünen Rücken mit schwarzen Punkten und eine goldfarbene Iris aus.

Der bis zu 17 Zentimeter lange Fisch benötigt ein mindestens 300 Liter fassendes Becken mit mittelhartem bis hartem Wasser (5 bis 12°dGH), einem pH-Wert zwischen 7,5 und 8 und einer Temperatur von 24 bis 28 Grad Celsius. Da er eigentlich im Brackwasser beheimatet ist, sollte das Aquarienwasser mit etwa 4 bis 8 Gramm Salz pro Liter aufgesalzen werden.

Da Grüne Kugelfische schreckhaft sein können, ist es wichtig, das Becken mit ausreichend Versteckmöglichkeiten auszustatten. Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens ist von einer Vergesellschaftung mit anderen Fischen abzuraten.

Der Braune Kugelfisch

Tetraodon miurus, auch bekannt als Kongo-Kugelfisch oder Kofferkugelfisch, ist eine aus Afrika stammende, meist rötlich-braune Süßwasserfischart mit einer Länge von bis zu 15 Zentimetern.

Der territoriale Fisch ist recht aggressiv und vergräbt sich gerne im sandigen Boden, um auf vorbeischwimmende, kleine Fische zu lauern.

Das Aquarium sollte mindestens 300 Liter weiches bis hartes und saures Wasser enthalten (5 bis 15°dGH, pH-Wert von 6,5 bis 7,8). Möchte man die Tiere paarweise oder in Gruppen halten, ist ein größeres Becken ab 500 Litern zu empfehlen. Eine Wassertemperatur von 24 bis 28 Grad Celsius ist optimal.

Damit der Braune Kugelfisch sich wohlfühlt, sollte der weiche Sandboden mit einzelnen Steinen und Hölzern ausgestattet sein. Strömungspumpen imitieren den natürlichen Lebensraum des Fisches.

Wichtiges über Kugelfische in der Aquarium-Haltung

Die Exoten sind keine einfachen Anfängerfische. Idealerweise bringst du beim Kauf der Kugelfische fürs Aquarium bereits Erfahrung als Aquarianer mit oder hast dich intensiv in Fachliteratur eingelesen. Je nachdem, für welche Art du dich entscheidest, sind andere Details zu beachten.

Jederzeit gilt: Das Beckenformat muss der Größe seiner Bewohner angemessen sein. Während der kleine Erbsenkugelfisch in einem 60-Liter-Becken leben kann, sind für einen Kofferkugelfisch mindestens 300 Liter nötig. Unabdingbar ist, dass das Aquarium den Kugelfischen viele Versteckmöglichkeiten wie Höhlen, dichte Bepflanzung und einen Sandboden bietet, in dem sie sich teilweise sogar eingraben können. Andererseits muss genug freier Raum verfügbar sein, damit die bewegungsfreudigen Tiere Platz zum Schwimmen haben.

Auch bei der Ausstattung ist Umsicht geboten: Vor scharfen Kugelfisch-Zähnen ist nichts sicher – Heizung, Thermometer und kabelführende Komponenten im Aquarium gilt es abzuschirmen. Außerdem solltest du widerstandsfähige Pflanzen und robuste Dekoration aus Stein oder Keramik verwenden.

Eignen sich Kugelfische für Gesellschaftsbecken?

Obwohl speziell „friedlichere“ Kugelfischarten gelegentlich als zur Vergesellschaftung im Gemeinschaftsbecken geeignet gelten, solltest du von solchen Experimenten Abstand nehmen. Die Tiere sind Raubfische mit einem gewissen natürlichen Aggressionspotenzial. Zudem sind viele Arten für ihre „Gefräßigkeit“ bekannt. Es ist daher niemals auszuschließen, dass ein hungriger oder gereizter Kugelfisch einen anderen Fisch jagt, frisst oder auch nur verletzt. Allein die Flossenbewegungen anderer Aquarienbewohner können ausreichen, um beim Kugelfisch einen Schnappreflex auszulösen. Letztlich bedeutet die Anwesenheit des Raubfischs Lebensgefahr und Stress für andere Tiere im Becken. Daher gilt: ein klares „Nein“ zu Kugelfischen in gemischten Becken.

Gleiches gilt übrigens beim Thema Artbecken: Risiken bestehen nicht nur für Fische anderer Gattungen. Kugelfische sind in der Regel Einzelgänger mit ausgeprägtem Territorialverhalten, wenn auch manche Arten als untereinander verträglicher gelten. Artgenossen, die schwächer oder langsamer sind, werden zuweilen attackiert. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch bei nur mit Kugelfischen besetzten Becken darauf zu achten, dass die Tiere sich großräumig ausweichen können.

Kugelfische züchten

Kugelfische vermehren sich durch Laichablage. Die Männchen locken die Weibchen während der Balz durch spezielle Verhaltensweisen an. Ist das Werben des Männchens erfolgreich, legen die Weibchen ihre Eier auf den Boden des Aquariums oder auf Pflanzen ab. Die Männchen befruchten diese anschließend.

Bei der Zucht von Kugelfischen sind einige wichtige Punkte zu beachten. Zunächst benötigst du ein ausreichend großes Aquarium, das den Kugelfischen genügend Platz bietet, um sich wohl zu fühlen und zu vermehren. Darüber hinaus solltest du die Wasserparameter genau überwachen, da Kugelfische empfindlich auf Veränderungen reagieren. Während des Zuchtprozesses ist es wichtig, die Kugelfische nicht zu stören und Stress, der die Balz und die Eiablage beeinträchtigen könnte, zu vermeiden.

Nach der Ablage sollest du die Eier in ein separates Aufzuchtbecken geben. So kannst du sicherstellen, dass die Jungfische in einer sicheren und kontrollierten Umgebung heranwachsen, was ihre Überlebenschancen erheblich verbessert.

Welches Futter ist für den Kugelfisch geeignet?

Kugelfische sind spezialisierte Räuber und ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung. Auf dem Speiseplan stehen Lebendfuttertiere wie:

  • Artemia
  • Garnelen
  • Schnecken (z. B. Blasenschnecken)
  • Mückenlarven
  • Wasserflöhe (für kleine Kugelfischarten)

Jede Art hat eigene Vorlieben. Behalte die Nahrungsaufnahme deiner Fische genau im Auge, um sicherzustellen, dass ausreichend Lebendfutter verzehrt wird.

Kugelfische brauchen unbedingt Futter mit Panzer oder Gehäusen, die es zu knacken gilt. Nur so können sie ihre ständig nachwachsenden Zähne gleichmäßig abnutzen. Das ist wichtig, denn wird der „Schnabel“ zu lang, kann der Fisch keine Nahrung mehr aufnehmen und verhungert.

Wenn du dem Kugelfisch ein artgerechtes Ambiente bereitest und dich umfangreich über die Haltung informierst, wirst du viel Freude an den „aufgeblähten“ Exoten haben.

Auch diese Süßwasserfische werden dich begeistern:

  • Dalmatiner-Molly: Mollys sind robuste Fische und bieten sich daher für die Haltung von Aquaristikneulingen besonders gut an.
  • Honiggurami: Der Honiggurami ist eine Zuchtform des Blauen Fadenfisches, allerdings eignet er sich nicht als Anfängerfisch.
  • Keilfleckbärbling: Der Keilfleckbärbling ist ein karpfenartiger Fisch und gehört der Familie der Bärblinge an. Erkennungsmerkmal des bronzefarbenen Fisches ist sein namensgebender Keilfleck an der Seite.
  • Schwertträger: Der Schwertträger zählt zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und ist eng verwandt mit dem Platy.
  • Buntbarsch: Er beeindruckt durch seine leuchtend gelbe Farbe, die ihn zum Blickfang in jedem Malawisee-Aquarium macht.

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