Tollwut-Impfung beim Hund: Die wichtigsten Infos
21.01.2026 - Lesedauer: 9 Minuten

Tollwut beim Hund ist eine sehr ernste Erkrankung, die auch auf Menschen übertragen werden kann. In einigen Ländern herrscht Impfpflicht.
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Die Tollwut gilt als eine der gefährlichsten Viruserkrankungen. Sowohl für Tiere als auch für Menschen endet eine Infektion fast immer tödlich. Umso wichtiger ist die Tollwut-Impfung beim Hund, die in Deutschland jedoch nicht verpflichtend ist. Warum du deinen Hund auch heute unbedingt noch gegen die Tollwut impfen lassen solltest, erfährst du hier.
- Tollwut-Impfung beim Hund
- Wie viel kostet die Tollwut-Impfung beim Hund?
- Wie oft muss Tollwut beim Hund geimpft werden?
- Was muss nach der Impfung beachtet werden?
- Tollwut beim Hund: Übertragung und Infektionswege
- Symptome der Tollwut beim Hund
- Was passiert bei einem Tollwutverdacht?
- Behandlung rechtlich verboten
- Tollwutimpfung und Reisen
- Fazit: Warum die Tollwutimpfung unverzichtbar bleibt
Das Wichtigste in Kürze
- Tollwut ist eine Viruserkrankung, die das zentrale Nervensystem des Wirts befällt. Sobald erste Symptome auftreten, ist die Krankheit nicht mehr heilbar und verläuft tödlich.
- Die Tollwut-Impfung ist der einzige wirksame Schutz und zählt laut StiKo-Vet zwar zu den Non-Core-Impfungen, wird aber in vielen Tierarztpraxen für jeden Hund empfohlen. Hinzu kommt: Eine gültige Tollwutimpfung ist in vielen Ländern Pflicht.
- Tollwut ist nicht nur gefährlich für Hunde, denn das Virus kann über den Speichel eines infizierten Tiers auch auf Menschen übertragen werden und einen tödlichen Verlauf nach sich ziehen.
- Welpen sollten ab der 12. Lebenswoche geimpft werden, danach sind regelmäßige Auffrischungen je nach Antikörper-Titer und Herstellerempfehlung üblich .
- Leichte Impfreaktionen wie Müdigkeit oder Schwellungen sind normal und klingen meist nach kurzer Zeit ab. Nach der Impfung sind außerdem Erholung und Ruhe ratsam.
Tollwut-Impfung beim Hund
Da es keine Heilung für eine ausgebrochene Tollwut gibt, ist die Impfung beim Hund umso wichtiger. Sie zählt in Deutschland seit 2021 zu den sogenannten Non-Core-Impfungen, weil Deutschland seit 2008 offiziell als Tollwut-frei gilt. Die Impfung gilt damit nicht mehr als dringend erforderlich für alle Hunde, wird jedoch weiterhin als Wahl-Impfung in vielen Tierarztpraxis empfohlen.
Welpen sollten bereits in der zwölften Lebenswoche erstmals gegen Tollwut geimpft werden. Die Grundimmunisierung ist dann durch eine weitere Impfung nach 16 Wochen und eine Impfung nach 15 Monaten abgeschlossen. Die frühe Immunisierung legt den Grundstein für einen zuverlässigen und langfristigen Schutz. Regelmäßige Auffrischungsimpfungen – abgestimmt auf den jeweiligen Impfstoff sowie Antikörpertiter und die Empfehlung des Tierarztes – sorgen dafür, dass der Schutz ein Leben lang bestehen bleibt.
Die Impfung schützt nicht nur den einzelnen Hund, sondern trägt auch maßgeblich dazu bei, das Risiko einer Wiedereinschleppung und Verbreitung der Tollwut zu verhindern. Sollte es dennoch zu einem Ausbruch kommen, ist dein Tier dank der Impfung vor der stets tödlich verlaufenden Erkrankung geschützt und rechtlich bessergestellt als ungeimpfte Tiere. Denn Tiere mit lückenloser Impfhistorie müssen in der Regel selbst bei Kontakt mit einem infizierten Tier nicht sofort getötet werden, sondern kommen stattdessen in Quarantäne. Damit leistet jeder Hundehalter, der seine Tiere konsequent impft, einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Tollwutfreiheit in Deutschland.
Dr. Fressnapf Expertentipp:
“Eine Tollwutimpfung ist unbedingt notwendig, wenn du mit deinem Hund ins Ausland reist. Selbst in Ländern ohne Grenzkontrollen kann es dir passieren, dass du im Land kontrolliert wirst. Führe daher immer den EU-Heimtierausweis mit.”
Sehr gerne beraten wir dich persönlich und klären deine individuellen Fragen zum Thema Tollwut.
Wie viel kostet die Tollwut-Impfung beim Hund?
Alle tierärztlichen Leistungen werden deutschlandweit grundsätzlich durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet. Somit gibt es für einzelne Behandlungen fixe Kostenposten, jedoch auch von Fall zu Fall individuelle Faktoren, wie den Aufwand sowie Verbrauchsmaterialien und den verwendeten Impfstoff, aus denen sich weitere Kosten für den Besuch in der Tierarztpraxis zusammensetzen. Es ist also nur schwer vorherzusehen, wie teuer die Impfung am Ende sein wird.
Mit dem Abschluss einer Tierkrankenversicherung stellst du sicher, dass dein Tier jederzeit von einer hochwertigen tiermedizinischen Versorgung profitiert, ohne dass du dir Sorgen um die Rechnung machen musst. Neben der finanziellen Absicherung im Notfall, werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen ermöglicht, was zur langfristigen Gesundheit deines Tiers beiträgt.
Welche Nebenwirkungen können nach der Tollwut-Impfung auftreten?
Wie bei jeder Impfung können aber auch bei der Tollwut-Impfung Nebenwirkungen auftreten, die aber meist mild verlaufen. Dazu zählen leichte und schnell abklingende Symptome wie Schwellungen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Schwere Reaktionen sind äußerst selten, sollten jedoch von einer tierärztlichen Fachkraft betreut und rückgemeldet werden.
Wie oft muss Tollwut beim Hund geimpft werden?
Nach der beschriebenen Grundimmunisierung erfolgt eine Auffrischungsimpfung nach Messung des Antikörpertiters und nach Empfehlung des Herstellers. Damit wird der Impfschutz gefestigt.
Anschließend richtet sichnach den Empfehlungen des Impfstoff-Herstellers. Einige Präparate bieten sogar einen Schutz über mehrere Jahre, während andere – je nach Zusammensetzung – jährlich aufgefrischt werden müssen. Läuft der Impfzeitraum ab, gilt dein Hund offiziell als nicht mehr geschützt. Du hast jedoch immer die Möglichkeit, einen Antikörperstatus für deinen Hund ermitteln zu lassen, um einen noch ausreichenden Schutz nachzuweisen oder um eine Auffrischungsimpfung einzuleiten.
Was muss nach der Impfung beachtet werden?
Nach der Tollwutimpfung sollte dein Hund ein bis zwei Tage geschont werden, denn das Immunsystem arbeitet in dieser Zeit auf Hochtouren. Ruhe und Erholung sind besonders wichtig, um die Immunreaktion optimal zu unterstützen.
Vermeide in dieser Zeit anstrengende Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten, damit der Organismus nicht zusätzlich belastet wird. Auch der Besuch der Hundeschule oder enger Kontakt zu vielen anderen Hunden ist besser aufzuschieben, da das Immunsystem nach der Impfung besonders beansprucht ist. Ebenso sollte dein Hund nicht gebadet und keinen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden.
Tollwut beim Hund: Übertragung und Infektionswege
Tollwut (engl. rabies) ist eine durch Rabiesviren aus der Gattung Lyssaviren verursachte, hochgefährliche Infektionskrankheit. Mit den Rabiesviren können grundsätzlich alle Säugetiere infiziert werden – besonders fleischfressende Tiere wie Hunde, Katzen, Füchse, Wölfe, Waschbären, Frettchen und auch Menschen.
Die Viren gelangen in der Regel über den Speichel infizierter Tiere in den Körper, meist durch Bissverletzungen oder Kratzer. Sie breiten sich bis in das Gehirn aus, wo sie sich stark vermehren und schwere neurologische Schäden verursachen. Vom Gehirn aus gelangen die Viren über die Nervenbahnen in verschiedene Körperbereiche wie beispielsweise auch die Speicheldrüsen und werden über den Speichel ausgeschieden. Beim Hund kann der Speichel bereits bis zu drei Tage vor den ersten sichtbaren Symptomen das Virus enthalten. In seltenen Fällen kann die Ansteckung auch über offene Wunden oder Schleimhäute erfolgen. Für einen ungeimpften Hund endet eine Tollwutinfektion immer tödlich.
In endemischen Regionen in Europa stecken sich Hunde meist durch Füchse oder andere infizierte Hunde an, während in tropischen und subtropischen Regionen auch Streuner und Wildtiere als Hauptüberträger gelten. Nach einer Bissverletzung beträgt die Inkubationszeit zwei bis zehn Wochen – je nachdem, wie nah die Eintrittsstelle der Viren am Gehirn liegt.
Deutschland ist seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut. Es besteht daher keine Impfpflicht, wenn sich dein Tier ausschließlich innerhalb Deutschlands aufhält.
Vereinzelt kommt jedoch weiterhin die sogenannte sylvatische Tollwut bei Fledermäusen vor. Eingeschleppte infizierte Hunde oder Katzen aus dem Ausland können jedoch weiterhin ein Risiko darstellen. Da es keine wirksame Behandlung gegen ausgebrochene Tollwut gibt, bleibt nur die Vorbeugung durch eine Tollwut-Impfung beim Hund. Sie ist der einzige sichere Schutz und kann im Ernstfall das Leben deines Vierbeiners retten. Zudem sind geimpfte Hunde im Seuchenfall deutlich bessergestellt als ungeimpfte, denn sie müssen nicht sofort getötet werden, sobald sie mit einem infizierten Tier in Kontakt waren.
Symptome der Tollwut beim Hund
Die Symptome einer Tollwuterkrankung beim Hund entstehen durch die Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS), das von den Viren befallen wird. Je näher die Infektionsstelle am Gehirn liegt, desto schneller erreichen die Erreger das ZNS.
Wie beim Menschen führt die Infektion zu einer akuten und schweren Entzündung des Gehirns, die das Verhalten und die Körperfunktionen des Hundes massiv beeinträchtigt. Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Phasen unterteilen – wobei Hundehalter die erste Phase aufgrund der unspezifischen Anzeichen häufig übersehen.
3 Phasen
Erste Phase
Zweite Phase
- Verstärkte Wesensveränderungen und wechselnde Stimmungen
- Sensibilität auf Licht, Luft und Windgeräusche
- Anblick von Wasser löst unnatürliches Verhalten aus
- Schreckhaftigkeit, Scheue und Rückzug bei der Variante der „stillen Wut“
- Aggressivitätsausfälle, unmotiviertes und andauerndes Bellen und wachsende Unruhe bei der Variante der „rasenden Wut“
- Lähmungen, insbesondere an den Hinterbeinen
- Muskelzuckungen
- Speicheln, heraushängende Zunge, Maulsperre (offen)
Dritte Phase
- Krämpfe
- Finale Lähmung
- Koma und Tod durch Atemlähmung (Ersticken)
Was passiert bei einem Tollwutverdacht?
Tollwut beim Hund steht unter staatlicher Kontrolle und ist dementsprechend anzeigepflichtig. Wird der Verdacht auf Tollwut angezeigt, entscheidet der zuständige Amtstierarzt über das weitere Vorgehen, basierend auf den rechtlichen Grundlagen für einen Seuchenfall. Zeigt dein Hund Tollwut-Symptome – beispielsweise Aggressivität, Speichelfluss oder Lähmungen – oder hatte das Tier Kontakt zu einem möglicherweise infizierten Wildtier, kann der Amtstierarzt eine Tötung aus Seuchenschutzgründen anordnen.
Nur lückenlos gegen Tollwut geimpfte Hunde bleiben in der Regel verschont und werden gegebenenfalls unter Beobachtung gestellt. Doch selbst ein geimpfter Hund kann bei einem begründeten Tollwutverdacht für drei bis sechs Monate in Quarantäne kommen.
Übrigens: Eine eindeutige Diagnose von Tollwut beim Hund ist am lebenden Tier mit den heutigen diagnostischen Möglichkeiten nicht möglich. Der Erreger lässt sich ausschließlich durch die Untersuchung der Gehirnmasse nach dem Tod nachweisen. Daher basiert die Diagnose in der Regel auf klinischen Beobachtungen und dem Krankheitsverlauf.
Was passiert, wenn der Hund keine Tollwutimpfung hat
Ist der Hund nicht durch eine Impfung geschützt, besteht besonders im Seuchenfall ein hohes Risiko für eine Infektion. Zudem darf der Hund nicht mit ins Ausland reisen. Ist ein Tollwutfall bekannt, werden beispielsweise auch Kontakttiere, die keine Impfung vorweisen können, gemäß den Vorgaben der deutschen Tollwutverordnung sofort eingeschläfert.
Behandlung rechtlich verboten
Leider ist eine Therapie bei Tollwutverdacht gesetzlich verboten – selbst dann, wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Das heißt: Auch wenn theoretisch eine Behandlung ähnlich der Humanmedizin denkbar wäre, so ist das nicht erlaubt. Ohnehin müsste sie innerhalb weniger Stunden nach der Infektion erfolgen, um Erfolg zu haben. In der Praxis ist das ausgeschlossen.
Mit anderen Worten: Treten bei einem ungeimpften Hund Tollwut-Symptome auf, wird von einer Infektion ausgegangen – das Tier muss dann eingeschläfert werden.
Tollwutimpfung und Reisen
Zwar besteht keine Impfpflicht, wenn sich ein Tier ausschließlich innerhalb von Deutschland aufhält. Doch für Hunde, Katzen und Frettchen besteht bei Auslandsreisen nach EU-Heimtierverordnung eine gesetzliche Verpflichtung zur Tollwut-Impfung in Verbindung mit einer Kennzeichnung durch einen Mikrochip. Wichtig ist auch, sich im Voraus über Regelungen im Ausland zu informieren, da in den einzelnen Ländern unterschiedliche Vorschriften zur Tollwut-Impfung gelten. Je nach Seuchenlage im jeweiligen Reiseland ist die Impfung zudem auch aus gesundheitlicher Sicht dringend zu empfehlen. Besonders bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist ein gültiger Tollwut-Impfschutz gesetzlich vorgeschrieben. Plane daher rechtzeitig vor der Reise einen Termin in deiner Tierarztpraxis ein, damit der Impfstatus deines Tieres überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden kann.
Fazit: Warum die Tollwutimpfung unverzichtbar bleibt
Auch wenn Deutschland offiziell als tollwutfrei gilt, bleibt die Tollwutimpfung ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für jeden Hund. Daher ist es wichtig, mit einer tierärztlichen Fachperson über das Thema zu sprechen. Da die Krankheit immer tödlich verläuft und sich weder verlässlich diagnostizieren noch behandeln lässt, bietet nur eine gültige Impfung einen sicheren Schutz. Sie verhindert nicht nur schwere Einzelschicksale, sondern schützt zugleich die gesamte Tier- und Menschenpopulation vor einer erneuten Ausbreitung des Virus. Besonders für reisende Hunde, aber auch für Vierbeiner mit Kontakt zu Wildtieren, ist der Impfschutz unerlässlich. Wer seinen Hund regelmäßig impfen lässt, sorgt damit verantwortungsvoll für seine Sicherheit.







