Tauben: Darf ich sie füttern? – Wie verantwortungsvolle Taubenfütterung Leid verhindert
13.02.2026 - Lesedauer: 8 Minuten

Tauben füttern verboten: In vielen Städten gilt ein Fütterungsverbot für Tauben, das bei Missachtung mit teils hohen Bußgeldern bestraft wird.
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Tauben gehören untrennbar zum Stadtbild: Sie leben in Parks, auf Plätzen, an Gebäuden und Sehenswürdigkeiten – oft dicht gedrängt und für viele kaum zu übersehen. Wo sie sind, entstehen Konflikte: Verschmutzungen, Unsicherheit über mögliche Gesundheitsrisiken und der Eindruck einer „unkontrollierten Vermehrung“ prägen das öffentliche Bild. Aber stimmt das überhaupt? Erfahre hier mehr darüber, wie Stadttauben vom Menschen abhängig sind – ein Umstand, der häufig übersehen wird. Statt die Debatte auf das bloße Füttern zu verengen, lohnt sich ein Blick auf nachhaltige und tierschutzgerechte Lösungen. Modelle wie das Augsburger Taubenprojekt zeigen, wie verantwortungsvolle Betreuung, kontrollierte Fütterung und gezieltes Bestandsmanagement Tierleid reduzieren und das Zusammenleben in Städten verbessern können.
- Warum sind Stadttauben ein fester Bestandteil unserer Städte?
- Ist es erlaubt Tauben zu füttern?
- Warum ist das Füttern von Tauben verboten?
- Was dürfen Tauben fressen?
- Was fressen junge Tauben am liebsten?
- Was ist beim Tauben füttern zu beachten?
- Was trinken Tauben?
- Wo kann ich artgerechtes Taubenfutter kaufen?
- Fazit: Tauben füttern nicht überall erlaubt und wenn, dann nur mit artgerechtem Futter
Das Wichtigste in Kürze
- Stadttauben sind von uns Menschen abhängig.
- In vielen Städten gilt ein Taubenfütterungsverbot, das bei Verstößen teils mit hohen Bußgeldern bestraft wird.
- Das Augsburger Modell hilft, die Taubenpopulation einzudämmen und ist gleichzeitig tierschutzkonform.
- Tauben benötigen artgerechtes Futter wie Körner und Saaten und keinen Abfall von der Straße. Am besten werden sie in betreuten Taubenschlägen gefüttert.
Warum sind Stadttauben ein fester Bestandteil unserer Städte?
Stadttauben haben sich in den vergangenen Jahren an die Gegebenheiten und Menschen der Großstädte angepasst. Während ihre Vorfahren, die Felsentauben, ihre Brutplätze in Höhlen und Felswänden bauten, fühlen sich Stadttauben heute in Dachrinnen, an Gebäuden und in Straßenschluchten wohl. Sie gelten als verwilderte Haustiere, da sie früher als Posttauben genutzt wurden und inzwischen verschiedene Populationen in unseren Städten aufgebaut haben, um zu überleben. Stadttauben werden von einheimischen Wildtaubenarten wie der Ringeltaube oder der aus Asien eingewanderten Türkentaube unterschieden.
Stadttauben sind vollständig auf den städtischen Lebensraum angewiesen, finden dort jedoch kaum geeignete Nahrung. Die verfügbaren Essensreste und Abfälle in Mülleimern sind keinesfalls ein optimales Futter und führen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Überpopulation, Verstümmelungen und Verletzungen sowie ungeeignete Nistplätze lassen Stadttauben außerdem immer wieder leiden.
Viele Menschen fühlen sich regelmäßig durch Tauben gestört. Mancherorts geht dies so weit, dass vergiftetes Futter ausgelegt oder lebensgefährliche spitze Gegenstände für die Tiere platziert werden. Diese Handlungen von Tierquälern sorgen jedoch nicht für einen geringeren Taubenbestand in den Städten und sind selbstverständlich nach dem Tierschutzgesetz verboten. Zudem gefährden sie auch andere Tiere, da beispielsweise Hunde oder Katzen das vergiftete Futter aufnehmen können. Stattdessen kümmern sich einige Städte bereits um sogenannte Taubenhäuser (Taubenschläge), in denen die gefiederten Stadtbewohner Zuflucht finden. In diesem sogenannten Augsburger Modell werden die Tauben ausschließlich in den vorgesehenen Taubenschlägen von Tierschutzvereinen gefüttert und betreut. Diese sorgen für artgerechte Nahrung und geeignete Brutplätze, während gleichzeitig die gelegten Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden, um die Taubenpopulation einzudämmen. Diese Methode hat sich wissenschaftlich bewährt und stellt eine tierschutzkonforme Lösung dar.
Der Unterschied zwischen Stadttauben und Ringeltauben
Die Stadttaube (Columba livia), auch verwilderte Haustaube genannt, stammt von der domestizierten Felsentaube ab und hat sich an das Leben in Städten angepasst. Sie ist kleiner und kompakter (etwa 30–35 cm), zeigt eine große Variation im Gefieder, oft mit metallisch und rosa schimmernden Halsfarben und zwei dunklen Flügelsäumen, und hat meist eine rotbraune Iris. Stadttauben brüten mehrmals im Jahr auf Gebäuden, Mauervorsprüngen oder unter Dächern und ernähren sich bedauerlicherweise bei schlechtem Nahrungsangebot von Nahrungsresten in der Stadt sowie von Saaten und Samen, die der Mensch bereitstellt. Aufgrund ihrer langen Geschichte mit dem Menschen zeigen sie wenig Scheu gegenüber Menschen und bilden große Schwärme in urbanen Habitaten.
Die Ringeltaube (Columba palumbus) hingegen ist die größte Taubenart Mitteleuropas (38–43 cm) und eine echte Wildtaube. Sie besitzt einen kräftigen Körper, einen relativ kleinen Kopf, eine hellgelbe Iris, einen auffälligen türkisfarbenen und weißen Fleck am Hals und weiße Bänder auf den Flügeln, die besonders im Flug auffallen. Ringeltauben leben überwiegend in Wäldern, Parks, Gärten oder Feldlandschaften, sind deutlich scheuer als Stadttauben, ziehen oft paarweise oder in kleinen Gruppen umher und ernähren sich selbstständig von pflanzlicher Kost wie Samen, Beeren oder Knospen. Sie brüten typischerweise im Frühjahr und Sommer in Bäumen.

Fressnapf | Maxi Zoo
Ist es erlaubt Tauben zu füttern?
Nicht jeder sieht es gern, wenn Tierliebhaber in öffentlichen Parks und auf den Plätzen der Stadt mit übrig gebliebenen Brotkrümeln und Essensresten Tauben füttern. In vielen Städten gilt sogar ein Taubenfütterungsverbot, das bei einer Ordnungswidrigkeit teils mit hohen Bußgeldern bestraft wird. Gemeinden und Städte können kommunal entscheiden, ob das Taubenfüttern verboten ist oder nicht. Ein einheitliches bundesweites Gesetz, das das Taubenfüttern generell verbietet, gibt es bislang jedoch nicht. Trotz allem solltest du die Tiere nicht einfach überall füttern, denn das kann teuer werden und den Tauben unter Umständen sogar schaden, insbesondere wenn ungeeignetes Futter verwendet wird.
Ob das Füttern von Tauben auf einem Mietgrundstück – also auf der Fensterbank, im Garten oder auf dem Balkon – erlaubt ist, ist in manchen Fällen im Mietvertrag geregelt. Als Mieter musst du dich an entsprechende Klauseln im Mietvertrag halten und bei Missachtung mit einer Abmahnung durch den Vermieter rechnen.
Tipp: Im Zweifel Anwalt einschalten!
Pauschal lässt sich nicht sagen, wo genau das Taubenfüttern verboten ist, da Gemeinde, Städte und Vermieter ein Fütterungsverbot in öffentlichen Bereichen oder auf Mietgrundstücken individuell festlegen können. Solltest du einen Bußgeldbescheid für das Füttern von Tauben auf dem Privatgrundstück erhalten, kann es sich lohnen, einen Rechtsanwalt einzuschalten, um den Geltungsbereich des Verbots zu überprüfen und gegebenenfalls Einspruch zu erheben.
Wenn du den Tauben helfen möchtest, informiere dich vorab, ob es Taubenschutzvereine in deiner Stadt gibt, die du unterstützen kannst. Viele Vereine freuen sich über Geldspenden, Futterspenden oder auch über praktische Hilfe bei der Umsetzung des Augsburger Modells.
Warum ist das Füttern von Tauben verboten?
Es gibt mehrere Gründe, warum das Füttern von Tauben vielerorts verboten ist. Zum einen steigt durch unkontrolliertes Füttern die Populationsdichte der Tiere, wodurch ihr Lebensraum zunehmend eingeschränkt wird und die Tiere bei ungeeignetem Futter anfälliger für Krankheiten werden. Für viele Menschen hinterlassen Tauben vor allem Kot und Dreck und sind für Lärm verantwortlich. Zudem gelten sie als Überträger von Krankheiten und Parasiten und stellen damit vermeintlich ein Gesundheitsrisiko für den Menschen dar.
Was viele jedoch nicht wissen: Die Ansteckungsgefahr durch Tauben mit Krankheitserregern oder Parasiten ist nicht höher als bei Haustieren oder anderen wildlebenden Vogelarten. Viele dieser Krankheiten sind vogelspezifisch und nicht auf den Menschen übertragbar.

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Was dürfen Tauben fressen?
Tauben ernähren sich überwiegend pflanzlich und fressen vor allem Körner und Saaten. In den Wintermonaten bevorzugen sie hauptsächlich Eicheln, Bucheckern und andere Saaten. Doch was fressen Tauben auf dem Rasen im Frühjahr, wenn Eicheln und andere Überbleibsel aus dem Herbst nicht mehr verfügbar sind? Bei Ringeltauben stehen dann auch mal kleine Insekten, Beeren und Früchte auf dem Speiseplan, die sie in der Natur finden. Da diese Nahrungsquellen insbesondere in Städten jedoch immer seltener werden, greifen Tauben bei großem Hunger auch zu Fleisch, Käse, Schokolade und anderer menschlicher Nahrung. Dies kann zu Vitaminmangel, Unterernährung, stumpfem Federkleid sowie zu einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten führen.
Getreidearten und Saaten, die Tauben am liebsten fressen, sind unter anderem:
- Mais
- Weizen
- Gerste
- Hirse
- Hanf
- Leinsamen
- Sonnenblumenkerne
- Sesamsamen
- Buchweizen
- Erbsen
- Bohnen z.B. Mungbohnen
- Hafer (keine Haferflocken)
Was fressen junge Tauben am liebsten?
Futter, das Tauben besonders gern fressen, ist Getreide wie Hafer. Auch Mais, Weizen oder Hirse gehören zum Lieblingsfutter der Tiere. Kein Wunder: Die harten Körner regen die Verdauung der Tauben an. In der ersten Zeit werden Taubennestlinge mit Kropfmilch der Mutter versorgt.
Was ist beim Tauben füttern zu beachten?
Bist du bekennender Taubenliebhaber und gehörst zu denen, die Tauben regelmäßig füttern? Dann solltest du anstatt zu Essensresten und Brotkrümeln zu einem artgerechten Vogelfutter greifen, das auf Körnern und Samen basiert.
Gut zu wissen: Der Stein-Trick der Tauben
Tauben fressen während der Nahrungsaufnahme gezielt kleinere Steinchen. Mit deren Hilfe werden zuvor aufgenommene harte Getreidekörner nahezu mechanisch zerrieben. Das Futter wird zur besseren Verdauung zerkleinert und sozusagen durch eine Art „Mühle“ geschickt. Dieser Vorgang findet im sogenannten Muskelmagen statt. Erst dadurch wird die Verdauung von Körnern und Samen ermöglicht.
Um diese Funktion zu unterstützen, kannst du Tauben Grit anbieten. Grit besteht meist aus kleinen Steinchen und zerkleinerten Muschelschalen, die die „Mühlenfunktion“ im Muskelmagen fördern. Löslicher Grit besteht aus noch feineren Muschelschalen und versorgt die Tauben zusätzlich mit wichtigen Mineralstoffen, wie zum Beispiel Calcium für die Bildung der Eierschalen.
Zwischen 25 und 40 Gramm Futter pro Tag ist eine ausreichende Menge für Tauben. Je nach Jahreszeit solltest du die Tiere mit verschiedenen Getreidearten füttern. Als gute Proteinquellen machen sich Erbsen und Weizen im Futter.
Was trinken Tauben?
Tauben benötigen Wasser, um die Verarbeitung des Futters im Magen und die Verdauung zu unterstützen. Mit etwa 50 bis 100 Millilitern frischem Leitungswasser pro Tag ist eine Taube gut mit Flüssigkeit versorgt. Möchtest du Tauben, aber auch andere Wildvögel unterstützen, kannst du in deinem Garten oder auf deinem Balkon Wassertränken aufstellen, damit die Vögel auch an heißen Tagen mit Flüssigkeit versorgt sind. Achte dabei unbedingt auf die Sauberkeit des Tränkplatzes und wechsle das Wasser regelmäßig, damit du den Vögeln nicht schadest.

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Wo kann ich artgerechtes Taubenfutter kaufen?
Hochwertiges Taubenfutter findest du stationär oder online bei Fressnapf. Beim Kauf solltest du ein Futter mit hohem Energiegehalt wählen, das einen hohen Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen, Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten hat. Tauben haben vor allem in der Brutzeit einen erhöhten Energiebedarf und brauchen ein hochwertiges Futter, damit Vitalität und Gesundheit gestärkt werden.
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Fazit: Tauben füttern nicht überall erlaubt und wenn, dann nur mit artgerechtem Futter
Tauben füttern ist zwar nicht überall verboten, aber auch nicht an jedem Ort erlaubt. So gilt ein Taubenfütterungsverbot in vielen Städten mit teils hohen Bußgeldern und auch Vermieter können das Füttern von Tauben im Mietvertrag regeln. Greife bei der Taubenfütterung vor allem auf artgerechtes Futter zurück. Getreide fressen Tauben am liebsten. Die Körner stecken voller wichtiger Vitamine und Mineralstoffe und unterstützen die Verdauung der Tauben. Möchtest du Tauben helfen, setzt du dich am besten mit Taubenschutzvereinen in Verbindung, um Stadttauben in betreuten Taubenschlägen zu füttern und die Tiere sowohl in der kalten als auch in der warmen Jahreszeit mit artgerechter Nahrung zu versorgen.


