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Kleintiere für Kinder – welche Tiere infrage kommen

Wenn Kinder die ersten positiven Erfahrungen mit Tieren gemacht haben, wünschen sie sich ab einem gewissen Alter selbst ein eigenes Haustier. Oft fällt die Wahl auf die als Einzelgänger lebenden Hamster – aus Platzgründen, wegen des vermeintlich geringen Pflegeaufwands oder weil sie im Urlaub leichter von Bekannten versorgt werden können. Doch auch bei der Anschaffung von Kleintieren, die in Gruppen leben, gibt es vorab einiges zu bedenken.

Kleintiere für Kinder: Meerschweinchen und Kaninchen

Meerschweinchen und Kaninchen sind beliebte Haustiere bei Kindern. Kaninchen müssen immer mindestens einen Artgenossen an ihrer Seite haben, denn selbst, wenn Sie sich außerordentlich viel mit dem Tier beschäftigen, ersetzen Sie als Mensch niemals die Artgenossen. Gefährten der gleichen Art sind wichtig für das Sozialverhalten und sorgen dafür, dass die Tiere sich nicht einsam fühlen. Meerschweinchen leben normalerweise in der Gruppe und benötigen ebenfalls mindestens einen bis acht Artgenossen an ihrer Seite. Beide Tierarten sind mit behutsamer Fürsorge leicht zu zähmen und können echte tierische Freunde für Kinder werden.

Allerdings lassen sich Meerschweinchen und Kaninchen nicht gerne auf den Arm nehmen. Meerschweinchen sind zudem nur mit viel Geduld dazu zu bewegen, sich freiwillig streicheln zu lassen. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Kindern beibringen, behutsam und langsam mit Leckerlis eine Bindung zu den Tieren aufzubauen und sie nie zu bedrängen. Denken Sie auch daran, dass Kaninchen und Meerschweinchen sehr viel mehr Platz und Auslauf benötigen, als man früher dachte. Erkundigen Sie sich deshalb vor dem Kauf danach, wie viel Platz Sie in Ihrer Wohnung für das Gehege und den Auslauf der Tiere brauchen. Als Haustiere eignen sich diese beiden Arten für Kinder ab sechs Jahren. Die Eltern müssen aber stets darauf achten, dass die Kinder die Tiere vorsichtig behandeln.

Ratten und Mäuse als Kleintiere für Kinder

Mäuse und Ratten dürfen Kinder ab ungefähr acht Jahren als Haustiere halten. Die kleinen Nager sind Rudeltiere und sollten in einer Gruppe von mindestens drei Artgenossen leben. Der Käfig muss groß genug sein, dass die Tiere sich darin wohlfühlen und genügend Auslauf haben. Im Käfig müssen ausreichend Klettermöglichkeiten und Rückzugsorte vorhanden sein. Zudem wollen die intelligenten Ratten und Mäuse beschäftigt werden. Bieten Sie ihnen viel Abwechslung, zum Beispiel in Form von Tannenzapfen oder anderen Dingen, die sie unterhalten und an denen sie ihr Nagebedürfnis stillen können. Erst wenn die quirligen Nagetiere handzahm sind, lassen Sie sie frei in der Wohnung laufen. Denken Sie vorab daran, das Zimmer nagersicher zu machen. Für etwas ältere Kinder sind gegebenenfalls Chinchillas oder Frettchen als kleine Haustiere passend. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Chinchillas einen riesigen Platzbedarf haben, sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. Auch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Frettchen einen starken Geruch aufweisen, zudem oft bissig und wild sind. Für eine Wohnungshaltung eignen sich beide Tierarten daher eher nicht.

Hamster als Haustiere für Kinder

Hamster sind als Haustiere nur für größere Kinder geeignet. Dies hat mehrere Gründe. Hamster sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv. Kleine Kinder verstehen nicht, dass der Hamster am Tag schlafen möchte und sie ihn nicht wecken dürfen. Außerdem kann es sein, dass der Hamster beim unerwünschten Wecken am Tag unwirsch reagiert und zubeißt. Kleinere Kinder empfinden zudem den Hamster schnell als langweilig, weil er eben nur in den Abend- und Nachtstunden aktiv ist. Ein weiterer Aspekt ist die mit zwei bis drei Jahren geringe Lebenserwartung von Hamstern. Jüngere Kinder verstehen es noch nicht, wenn das Lebensende ihres tierischen Freundes naht. Für Kinder ab zehn Jahren sind Zwerghamster aber gute tierische Gefährten. Hamster sind Einzelgänger und wollen außer in der Paarungszeit keine Artgenossen um sich haben. Wie die anderen Kleintierarten benötigen Hamster ausreichend Platz, Beschäftigung und Abwechslung in ihrem Gehege. Besonders wichtig ist zudem der Auslauf: In der Freiheit laufen Hamster nachts mehrere Kilometer!

Platzbedarf und Familienwünsche berücksichtigen

Bevor Sie Kleintiere bei sich aufnehmen, ist es wichtig, die Wünsche der gesamten Familie zu berücksichtigen – nicht nur die der Kinder. Die Tiere brauchen ausreichend Raum zum Leben: Der Käfig soll bei allen Kleintieren so geräumig wie möglich sein. Gehege und Ausläufe können nie groß genug sein. Mit Ausnahme der Hamster müssen alle Kleintiere für ein artgerechtes Leben ihre Artgenossen um sich haben. Sie müssen also mindestens zwei Tiere oder eine Kleingruppe halten. Auch kostet es Zeit, den Käfig zu säubern, das Futter zu kaufen, den Tieren Freilauf zu bieten und sie zu pflegen. Die Familie sollte gemeinsam überlegen, wie sich die Aufgaben verteilen lassen. Informationen über die Bedürfnisse des gewünschten Haustiers finden Sie in zahlreichen Ratgeberbüchern. Bitte klären Sie im Vorfeld unbedingt ab, ob ein Familienmitglied allergisch auf ein Tier reagiert. Und ganz wichtig: Gibt es bereits andere Haustiere, zum Beispiel Hund oder Katze, die sich eventuell mit den neuen Hausgenossen nicht vertragen?

Kinder in die Pflege der Kleintiere einbinden

Sind alle diese Punkte zur allgemeinen Zufriedenheit geklärt, steht der Anschaffung der Haustiere nichts mehr im Weg.

Tipp: Binden Sie die Kinder von Anfang an bei der Pflege mit ein. Die Kids sollen nicht nur mit den Tieren spielen, sondern sie unter Ihrer Anleitung auch versorgen. So lernen sie auf spielerische Weise, Verantwortung zu übernehmen.

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