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Hund und Baby: schrittweise zum Dreamteam

 

Schrittweise sollte auch die Vorbereitung eines Hundes auf ein Baby erfolgen, und zwar schon lange, bevor der Nachwuchs im Haus ist. Denn das Baby verändert nicht nur für die werdenden Eltern die ganze Welt, sondern auch für Ihren Hund. Deshalb sollte der Vierbeiner im Idealfall schon während der Schwangerschaft auf seine neue Rolle als „Babysitter“ vorbereitet werden.

Das ist im Grunde gar nicht so schwer. Sie müssen den Hund nur langsam an die neuen Geräusche, Regeln und Tagesabläufe gewöhnen. Grundsätzlich stehen Hunde als Rudeltiere dem Familienzuwachs nämlich von Natur aus positiv gegenüber. Das Training dennoch schon in der Schwangerschaft zu beginnen ist aus zwei Gründen sinnvoll: Erstens fordert ein Baby seine Eltern gerade in den ersten Monaten voll und ganz. Sie werden also weniger Zeit für Ihren Hund und damit wohl auch keine Kapazitäten für zusätzliches Training mit ihm haben. Zweitens soll Ihr Hund die veränderten Umstände – etwa die Tatsache, dass Sie weniger Zeit für ihn haben – nicht mit der Ankunft des Babys verknüpfen. Also gilt es, den Hund schrittweise an die neue Situation heranzuführen.

Die Basics

Zu den grundsätzlichen Dingen, die ein Hund bei der Ankunft des Babys auf jeden Fall schon beherrschen muss, gehört es, zuverlässig zu kommen und auf Kommando auf seinen Platz zu gehen. Vergessen Sie auch nicht, mit ihm regelmäßig zu trainieren, dass er sich sein Spielzeug wegnehmen lässt. Gerade Babys und kleine Kinder denken sich nichts dabei, wenn sie nach einem solchen Gegenstand greifen, und der Hund sollte sich das auch ohne Knurren gefallen lassen.

 

Legen Sie sich eine Geräusch-CD zu, auf der Babygeschrei und Babygebrabbel zu hören sind. Viele Hundehalter unterschätzen es, dass sich auch der Hund an die neuen Geräusche gewöhnen muss. Spielen Sie die CD zunächst leise und dann jeden Tag ein wenig lauter ab, bis Sie bei der normalen Lautstärke von Babygeschrei angelangt sind. Helfen Sie Ihrem Hund dabei, die Geräusche positiv zu besetzen: Immer wenn Sie das Weinen abspielen, zeigen Sie sich besonders entspannt und gut gelaunt: Lächeln Sie, streicheln Sie den Hund dabei, stecken ihm ein Leckerli zu oder legen eine Spielminute ein. Der Hund verknüpft auf diese Weise: Babygeräusche sind nicht nur normal, sondern sogar ganz toll. Nachdem Sie dieses Training zwei bis drei Wochen durchgeführt haben, sollten Sie anfangen, die Aufmerksamkeit für den Hund zu reduzieren, sobald die CD läuft. Binden Sie sich eine Puppe oder ein anderes Bündel vor den Bauch und tun so, als sei das Baby schon da. Schicken Sie Ihren Hund auf seinen Platz, wenn er sich zu aufdringlich nähert. Schließlich muss er sich nicht nur an die Geräuschkulisse gewöhnen, sondern auch daran, dass er keine Aufmerksamkeit bekommt, wenn das Kind Sie fordert. Kuscheleinheiten und Leckerlis gibt es jetzt erst, wenn Sie mit der Pflege des „Babys“ fertig sind. 

 

Gehen Sie auch schon mit dem leeren Kinderwagen spazieren (auch wenn Ihnen das merkwürdige Blicke anderer Passanten einbringt), um Ihren Hund an das Accessoire und das neue Tempo zu gewöhnen. Trainieren Sie bei diesen Spaziergängen den Grundgehorsam und vor allem das Abrufen Ihres Hundes. So wird er schnell verstehen, dass er gerade bei Spaziergängen mit Baby sehr zuverlässig sein muss. Und vergessen Sie nicht, die morgendlichen Gassi-Runden zeitlich immer mal wieder etwas nach hinten und auch mal nach vorne zu legen. Ihr Hund muss möglichst früh lernen, dass sich viele Gewohnheiten ändern werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie alles beachten müssen: Lassen Sie sich von erfahrenen Eltern und Hundehaltern erzählen, wie Ihr Alltag als Mutter/Vater mit Hund künftig aussehen könnte. Stillzeiten, Wickeln, Kuschelzeiten mit dem Baby, veränderte Weckzeiten, Spaziergänge mit dem Kinderwagen – das alles lässt sich zumindest zum Teil vorhersagen. Schnell wird klar, dass der Hund künftig zurückstecken muss, und genau das soll für ihn normal, sogar angenehm werden.

Dazu gehört auch, dass manche Räume künftig tabu sind. Einem Hund den Zutritt zu bestimmten Bereichen zu verbieten ist im Übrigen eine hervorragende Unterordnungsübung: Sie sind der Chef und bestimmen, wer welchen Bereich betreten darf. Das Kinderzimmer gehört nicht dazu. Üben Sie mit ihm, dass er draußen bleiben muss oder – alternativ – nur mit Ihnen hinein darf. Erfahrungsgemäß ist das strikte Verbot für den Hund aber einfacher zu verstehen.

 

Richten Sie für Ihren Vierbeiner einen besonders attraktiven Rückzugsplatz im Wohnzimmer ein – eine superflauschige Decke, ein Körbchen oder ein besonders bequemes Kissen. Dorthin kann er sich zurückziehen, wenn ihm der Trubel zu viel wird oder Sie ihm eine Pause verordnen. Wählen Sie ein Ecke, die an zwei Seiten geschlossen ist, von der aus der Hund aber einen guten Überblick über seine Umgebung hat. Locken Sie ihn anfangs mit einem Leckerli dorthin, lassen ihn sich hinlegen (bequem, nicht „Platz“) und bestätigen das mit einem Leckerbissen. Erst wird er öfter mal aufstehen und Ihnen folgen wollen. Schicken Sie ihn dann wortlos zurück. Machen Sie das so oft und so lange, bis er ruhig liegen bleibt, auch wenn Sie im Zimmer umherlaufen oder dieses verlassen. Denken Sie dran, immer Ihr „Ruhe“-Kommando auch aufzulösen: Sie gehen zum Hund, loben ihn kurz und „befreien“ ihn mit einem „Komm her“ oder „Lauf los“. Schon bald wird Ihr Hund den Sinn der Übung verstanden haben und entspannt auf diesem Platz bleiben. Der sollte übrigens von Anfang an für Ihr Kind tabu sein, damit auch der Vierbeiner einen Ort hat, an dem er sich sicher und ungestört fühlen kann. 

 

Lassen Sie Ihren Hund an der Entwicklung des Babys teilhaben, indem Sie ihm erlauben, sich nahe an Ihren Bauch zu kuscheln. So hört er den Herzschlag des Babys, spürt seine Bewegungen und nimmt auch den veränderten Geruch der werdenden Mutter wahr. Das alles in Einheit mit Schmusen, Kraulen und zärtlichen Worten verknüpft er wiederum positiv.

 

Die erste Begegnung

Es ist ein Klassiker, und zwar ein wirklich wirksamer: Wenn das Baby da ist, dann bringen Sie ihm eine gebrauchte Windel oder einen Strampelanzug mit und lassen ihn ausgiebig schnuppern. So ist der Geruch des Babys, wenn es nach Hause kommt, nicht mehr ganz neu für ihn. Ideal wäre es, wenn Mutter und Kind schon im Haus sind und dann erst der Hund in den Raum gelassen wird. Begrüßen Sie den Hund jetzt wie immer und lassen Sie ihn auch kurz am Baby schnuppern, dann sollte ihn Ihr Partner mit Kuscheln und Spielen wieder ablenken. Eine „Hundezeit“ sollten Sie ohnehin täglich einplanen, damit der Vierbeiner nicht vernachlässigt wird.

Wenn Sie Ihren Hund so auf den Nachwuchs vorbereiten, wird er das Baby sehr schnell als neues Familienmitglied akzeptieren – und wenn es etwas größer ist, werden die beiden ganz bestimmt die besten Freunde.

Doch trotz allem: Lassen Sie Kind und Hund nie unbeaufsichtigt allein. Vertrauen ist gut, aber ein Baby ist in den ersten Monaten total hilflos und ein Hund ist niemals 100-prozentig berechenbar. Selbst der liebste Hund kann in einer Stresssituation anders reagieren als erwartet. Denken Sie zum Schutz des Babys auch an die Gesundheitsvorsorge Ihres Hundes: Regelmäßige Wurmkuren und aufgefrischte Impfungen schützen nicht nur den Hund, sondern verhindern auch eine Übertragung gefährlicher Parasiten auf das Kind.

Checkliste für die Zusammenführung von Hund und Baby:

 
  • Besorgen Sie eine CD mit Babygeräuschen und spielen diese jeden Tag mehrmals ab. Geben Sie dem Hund in dieser Zeit Leckerlis und sein Futter, damit er die Geräusche positiv verknüpft.
  • Nehmen Sie einen Teddy oder eine Puppe und spielen damit „Baby“. So gewöhnt sich der Hund daran, dass er während der Pflege des Kindes keine Aufmerksamkeit bekommt.
  • Gewöhnen Sie den Hund an neue beziehungsweise flexible Gassi- und Fütterungszeiten.
  • Erklären Sie das Babyzimmer zur Tabuzone, und zwar lange, bevor das Baby da ist.
  • Trainieren Sie Spaziergänge mit dem Kinderwagen, damit sich der Hund an das neue Tempo und das neue Accessoire gewöhnt.
  • Richten Sie eine besonders kuschelige Ruhezone für Ihren Hund ein.
  • Entwurmen Sie Ihren Hund unbedingt, bevor das Kind einzieht.
  • Bringen Sie dem Hund etwas aus dem Krankenhaus mit, das nach dem Baby riecht.
  • Lassen Sie den Hund niemals mit Ihrem Baby allein. Auch unbeabsichtigte Grobheiten, beispielsweise durch ein spontanes Pfote-Geben, können bei kleinen Kindern zu schweren Verletzungen führen.
 

Schauen Sie sich auch hier alle Informationen und Tipps in unserem Video an: