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Gehorsamer Hund, Kleiner Hund hört auf Herrchen

Obedience-Training: Gehorsam des Hundes – und zwar als Team!

Obedience – das ist die Königsdisziplin unter den Hundesportarten. Hier dreht sich alles um den Gehorsam des Hundes bei der Ausführung von Kommandos. Teamarbeit zwischen Hund und Mensch steht dabei an aller ersten Stelle. Denn bei Obedience absolvieren Sie und Ihr Hund den Parcours gemeinsam. Lesen Sie hier weiter, wie aus Ihnen und Ihrem Hund ein perfektes Team wird!

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Obedience-Training gestern und heute

Das Obedience-Training für Hunde entstand in England und wurde dort in den 1950er Jahren offiziell als Hundesport anerkannt. Obedience wird Ihnen sicherlich zunächst bekannt vorkommen. Der englische Name „Obedience“ bedeutet nichts anderes als „Gehorsam“ und bezeichnet jene Trainingsaufgaben, die in Deutschland beispielsweise im Gehorsamsteil der Schutzhundeausbildung vorkommen. Einige Aufgaben werden Sie wiederum aus der Hundeschule und Grundausbildung Ihres Hundes kennen. Denn auch bei Obedience geht es um die Kommandos „Bei Fuß!“, „Platz!“, „Sitz!“ oder „Bleib!“ Doch bei Obedience ist das bei Weitem nicht alles und alles andere als einfach.

 

Im Obedience-Training lernt der Hund zuallererst das perfekte Bei-Fuß-Laufen, sodass er förmlich am Bein des Hundeführers klebt und gleichzeitig aufmerksam zu ihm hoch schaut. Doch was ist an dem Obedience-Hundetraining anders als an dem Gehorsamstraining aus Großvaters Zeiten?

 

Obedience wird ausschließlich über positive Verstärkung, Belohnung und Zuwendung, trainiert. Dominanz und Unterdrückung des Hundes über Bestrafung und Zwang sind längst kein Bestandteil des Gehorsamstrainings und sollten im Übrigen bei keiner Hundeschule zur Anwendung kommen. Unerwünschtes Verhalten des Hundes wird ignoriert, das gewünschte Verhalten hingegen durch Belohnung und Fürsprache verstärkt. Obedience-Training wird gerne mit dem Clicker-Training kombiniert. Dabei wird jede richtige Reaktion des Hundes durch ein einmaliges Klicken markiert und danach belohnt.

 

Fressnapf-Ratgeber hat für Sie zum Thema „Clicker” eine Einführung bereitgestellt.

 

Genauigkeit in der Aufgabenerfüllung, Aufmerksamkeit und Motivation des Hundes sowie perfektes Zusammenspiel zwischen Hund und Hundeführer – das sind die Zielsetzungen des Obedience-Trainings und die Bewertungskriterien im Turnier.

 

Die Übungen und Aufgaben des Obedience-Trainings erfordern keine athletischen oder geschickten Hunde, wie das beispielsweise bei Agility der Fall ist. Das Aufgabenspektrum, das der Hund im Training nach und nach erlernt, ist allerdings groß und umfasst vielfältige Gehorsamsübungen.

Gehorsamsübungen beim Obedience-Training

  • bei Fuß laufen
  • Absitzen/Ablegen aus der Bewegung heraus
  • Positionswechsel zwischen Sitz, Steh und Platz
  • Kommandobefolgung auf Entfernung und im Lauf
  • selbstständiges Platznehmen in einer Box, einem abgesteckten Feld, auf Entfernung
  • Apportieren mit und ohne Hürden
  • Identifikation eines Gegenstandes, der dem Hundeführer gehört
  • Wesensfestigkeit gegenüber fremden Menschen und Hunden

Wie setzt sich der Hund nach dem Kommando und wie ist seine Beziehung zum Hundeführer? Wie aufmerksam hält der Vierbeiner Augenkontakt und wie fließend und geschmeidig folgt er den Bewegungen des Hundeführers? Die Teamfähigkeit beider Parteien hat somit wesentlichen Anteil am Trainingsziel von Obedience. Nur ein besonders aufeinander eingespieltes Team, das optisch wie „aus einem Guss“ zusammenarbeitet, erfüllt die Ziele des Obedience-Hundetrainings.

Die Voraussetzungen für Obedience

Ob jung, alt oder gehandicapt – jeder Hund kann prinzipiell Obedience trainieren und sogar an Turnieren teilnehmen, denn die Hunde werden nach Gruppen (jung, alt, mit Handicap) bewertet und in Klassen eingeordnet (Beginner, Obedience 1, 2 oder 3). Zwei Voraussetzungen muss Ihr Hund allerdings doch mitbringen: Er muss mindestens 15 Monate alt und absolut gut sozialisiert sein. Aggressivität anderen Hunden oder Menschen gegenüber wird nicht geduldet und führt zum Ausschluss aus dem Training beziehungsweise Disqualifizierung im Parcours.

 

Da der Obedience-Hundesport sehr viel Disziplin und präzise Aufgabenstellung von Ihnen und Ihrem Hund erfordert, ist es ratsam, zumindest am Anfang sachkundig geführte Obedience-Trainingsgruppen zu besuchen. So vermeiden Sie, dass sich bei Ihrem Training Fehler einschleichen, die später nur sehr schwer zu korrigieren sind. Um Frust zu vermeiden, sollte klar sein, dass es Rassen gibt, die sehr eigenständige Charaktere sind. Je selbstständiger der Hund ist, desto sinnloser erscheint ihm der absolute Gehorsam. Gute Beispiele dafür sind der Rhodesian Ridgeback und Hütehunde im Allgemeinen.

Eine Obedience-Übung zum Kennenlernen: der Bei-Fuß-Lauf für Anfänger

Schnuppern Sie ein wenig in die Grundarbeit von Obedience hinein.

Versuchen Sie sich hierfür an dieser kleinen Aufgabe:

  • Schritt 1: Stellen Sie sich vor Ihrem Hund auf und halten Sie ein Leckerli in der Hand. Führen Sie die geschlossene Hand mit dem Leckerli bis kurz vor das Kinn mit dem Kommando “Schau her!”. Ihr Hund sollte Ihre Hand fixieren.
  • Schritt 2: Nun gehen Sie einige Schritte rückwärts und lassen Ihren Hund möglichst gerade Ihnen nachfolgen, ohne dass seine Aufmerksamkeit nachlässt. Falls Sie mit Clicker arbeiten, so klicken Sie bei seinem ersten Schritt auf Sie zu.
  • Schritt 3: Bleiben Sie nach einigen Schritten stehen und belohnen Sie den Hund.
  • Schritt 4: Wiederholen Sie die Übung bis Schritt 3, doch nun drehen Sie sich über Ihre rechte Schulter um 180 Grad und gehen weiter. Der Hund sollte Ihnen auf Ihrer linken Seite folgen. Ideal ist es, wenn Ihr Hund mit seiner rechten Schulter nah an Ihrem linken Bein wendet und auf dieser Höhe weiterläuft. Geklickt wird, wenn der Hund auf Ihrer Beinhöhe ist. Gehen Sie einige Schritte mit ihm, bevor Sie ihn belohnen. Geben Sie Ihrem Hund das Leckerli aus Ihrer linken Hand, die Sie vor seiner Schnauze so halten, dass er etwas ausgebremst wird, Sie nicht überholt und weiter an Ihrer Seite geht. Achten Sie bei der Drehung darauf, dass Ihr Hund zunächst mittig vor Ihnen steht. Sollte der Hund sich vor der Drehung schon auf Ihre Seite drängeln, so müssen Sie ihn wieder auf die Mittelpositionen vor sich locken und erneut die Drehung einleiten.

Wenn Sie mehr Informationen zu Obedience möchten und an dem Ablauf nationaler und internationaler Tourniere interessiert sind, dann schauen Sie sich die Informationen dazu auf der Internetseite des VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) an.

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