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Sommerekzem beim Pferd: Diagnose, Behandlung & Vorbeugung

07.01.2026 - Lesedauer: 9 Minuten

Pferdeschweif mit Sommerekzem

Beim Sommerekzem handelt es sich um eine allergische Hautreaktion bei Pferden. Das Immunsystem reagiert zu sensibel auf Speichel von verschiedenen Mückenarten, vor allem der Culicoides-Kriebelmücken. Daraus resultiert ein starker Juckreiz, der zu übermäßigem Scheuern und dadurch zu offenen Wunden führen kann. Daher ist es wichtig, Sommerekzeme beim Pferd möglichst frühzeitig zu erkennen, zu behandeln und für kommende Sommer vorzubeugen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Stechmücken, Gnitzen oder Kriebelmücken, wobei Islandpferde, die importiert wurden, besonders anfällig sind.
  • Pferde leiden an starkem Juckreiz und scheuern sich, was zu offenen Wunden und Infektionen führen kann.
  • Die Allergie ist nicht heilbar, aber Symptome können nach Absprache mit der Tierarztpraxis deines Vertrauens behandelt werden.
  • Zur Vorbeugung eignen sich Ekzemer-Decken, Fliegenmasken, bedarfsdeckende Fütterung und mehr Bewegung.

Sommerekzem beim Pferd – was ist das?

Unter einem Sommerekzem beim Pferd versteht man eine Hauterkrankung, die auf eine allergische Reaktion auf den Speichel von stechenden Insekten zurückgeht. Stechmücken, Gnitzen oder Kriebelmücken sind beispielsweise häufige Auslöser. Am häufigsten tritt das Ekzem an Körperstellen mit senkrechter Behaarung auf. Vom Sommerekzem beim Pferd sind Mähne, Schweifrübe sowie Bauchnaht besonders oft betroffen. Auch rund um die Augenpartie, an der Stirn und am Kinn kommen Sommerekzeme vermehrt vor.

Kriebelmücken: Die häufigste Ursache für das Sommerekzem beim Pferd

Besonders oft reagieren Pferde allergisch auf die Stiche der Mücken aus der Gattung Culicoides der artenreichen Gnitzen-Familie. Diese lediglich ein paar Millimeter großen Insekten, als Kriebelmücken bekannt, sind Überträger von Viren, Bakterien und parasitischen Nematoden.

Welche Pferderassen sind vom Sommerekzem betroffen?

Grundsätzlich kann jedes Pferd Sommerekzeme bilden. Es gibt jedoch einige Rassen, die eher dazu neigen:

Gerade bei Pferden, die importiert werden, wie die Islandponys, besteht erhöhte Gefahr. In Island existieren diese Insekten nicht, daher waren die Tiere vor ihrem Import keinen Stichen ausgesetzt. Im neuen Land reagiert das Immunsystem dann auf einen Insektenbiss übersensibel. Isländer entwickeln meist circa ein Jahr nach dem Import ihr erstes Sommerekzem.

Sommerekzem beim Pferd – welche Symptome gibt es?

Wie der Name verrät, treten die Sommerekzeme in den warmen Monaten des Jahres auf, sobald die Insektenzeit beginnt. Vor allem in der Dämmerung, wenn die Mücken am aktivsten sind, ist auch die Gefahr am größten. Viele Pferde beginnen im Alter von zwei bis drei Jahren, erstmals Symptome zu zeigen. Um zu erkennen, ob dein Pferd möglicherweise ein Sommerekzem hat, gibt es eine Reihe an Anzeichen, auf die du achten musst.

Am Anfang ist ein Ekzem nicht immer gleich eindeutig als solches zu identifizieren. Zunächst zeigen sich kleine, gerötete Pusteln um den Stich herum. Die im Speichel enthaltenen Allergene lösen zudem einen starken Juckreiz aus. So scheuern sich die Pferde etwa an Bäumen oder Zäunen. Dadurch entstehen Schäden am Fell: Die Haare brechen ab oder fallen ganz aus. In schweren Fällen kommt es zu offenen Wunden, die nässen oder eitern können. Das wiederum lockt noch mehr Insekten an.

Am besten kommt es gar nicht erst zu diesem Kreislauf. Fällt dir ein unruhiges Verhalten auf und bemerkst du, dass dein Pferd einen verstärkten Drang zum Kratzen oder Scheuern hat, solltest du es im Hinblick auf die allergische Hautreaktion vom Tierarzt untersuchen lassen.

Hier findest du noch einmal die Symptome im Überblick:

  • Hautausschlag in Form von Pusteln
  • starker Juckreiz
  • Scheuern
  • Unruhe
  • haarlose Scheuerstellen
  • Verkrustungen, Hautverdickungen und Schuppenbildung
  • offene, blutige, nässende oder eiternde Stellen beziehungsweise Wunden

Achte außerdem auf mögliche Sekundärinfektionen, die entstehen können, wenn weitere Bakterien oder Pilze in die offenen Wunden eintreten. Je eher du auf den Juckreiz reagierst, desto leichter verhinderst du schwerere Verläufe.

Da einige der Anzeichen auch Folgen anderer Erkrankungen wie beispielsweise eines Milbenbefalls sein können, ist es unabdingbar, einen Tierarzt zurate zu ziehen. Der stellt eine zuverlässige Diagnose durch Betrachtung der Symptomatik sowie eine ausführliche Anamnese. Ein Bluttest bringt Gewissheit, ob ein Sommerekzem beim Pferd vorliegt.

Wichtig: Bei Madenbefall besteht akute Gesundheitsgefahr

Offene Wunden locken Fliegen an, die ihre Eier direkt ins Fleisch des Pferdes legen. Bereits nach wenigen Stunden schlüpfen die Maden und wachsen rasant. Die Parasiten ernähren sich vom Gewebe, daher sind offene Wunden immer dringend sauber zu halten. Bei einem Fliegenmadenbefall müssen außerdem die Maden entfernt und die Wunde mit lauwarmem Wasser gewaschen werden. Im Anschluss sollte umgehend eine Tierärztin oder ein Tierarzt kontaktiert werden. Offene Wunden, vor allem an den Beinen, können außerdem zu einer sogenannten Phlegmone führen, einer diffusen eitrigen Entzündung im Bindegewebe. Bei Nichtbehandlung oder immunschwachen Tieren kann dies im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden.

Wie entsteht ein Sommerekzem beim Pferd?

Eine Allergie entsteht nach dem Kontakt mit den Mücken durch die Bildung von Antikörpern, die wiederum die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe zur Folge haben. Einmal für die Insekten sensibilisiert, tritt die Allergie jeden Sommer erneut auf. Was genau die Sensibilisierung auslöst, ist nicht klar. Tierärzte und Experten nehmen an, dass es sich um eine Reihe an Faktoren handelt, die zusammenspielen und eine Allergie begünstigen. Dazu zählen:

  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Bewegungsmangel
  • falsche, insbesondere zu reichliche Fütterung oder aber Mangelernährung
  • erhöhtes Stresslevel
  • erbliche beziehungsweise genetische Veranlagung

Auch die Offenstallhaltung kann ein Grund für vermehrt auftretende Sommerekzeme sein. Wenn die Pferde den gesamten Tag sowie die Nacht über draußen stehen, sind sie verstärkt dem Kontakt mit den Stechmücken ausgesetzt.

Was hilft gegen das Sommerekzem beim Pferd wirklich?

Ist ein Sommerekzem aufgetreten, geht es darum, die wunde Pferdehaut bei der Regeneration zu unterstützen. Die Ursache, also die Allergie selbst, lässt sich nicht so einfach therapieren, deshalb zielt die Behandlung auf eine Linderung der Symptome ab. Dazu sollte die Behandlung in erster Linie aus einem angemessenen Insektenschutz bestehen, beispielsweise in Form von Ekzemerdecken ebenso wie Shampoos und Spot-on Präparaten. Dies alles wird die behandelnde Tierärztin oder der behandelnde Tierarzt mit dir besprechen und dich weiter informieren.

Was füttert man einem Pferd mit Sommerekzem?

Bei der Fütterung von Pferden mit Sommerekzem solltest du auf genügend Mineralstoffe achten. Zink, Biotin, Kupfer und Selen zählen zu den wichtigsten Nährstoffen für die Haut. B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Haut ebenfalls. Mageres Heu und getreidefreies Futter sollen ebenfalls für eine mildere Symptomatik sorgen. Am besten holst du tierärztlichen Rat ein und passt die Fütterung entsprechend an.

Sommerekzeme beim Pferd mit Hausmitteln behandeln?

Die Abheilung von Sommerekzemen kannst du, wenn du möchtest, mit Hausmitteln begleiten.

Wichtig: Nicht selbst experimentieren, sondern die Anwendung mit dem Tierarzt deines Vertrauens besprechen!

Geeignete Hausmittel für ein Pferd mit Sommerekzem sind vor allem Kräuter, die sich positiv auf das Immunsystem, das Hautbild und die Entgiftungsorgane auswirken.

Besonders beliebt sind Mittel wie:

  • Apis mellifica (Bienengift): verhindert das Fortschreiten der Entzündung
  • Sulfur: stärkt das Immunsystem, entlastet den Stoffwechsel
  • Reißblei (Graphites): wirkt Verhärtungen von Narben und Drüsen auf Scheuerstellen entgegen
  • Herzsamen: vertreibt Insekten
  • Sumpfporst: kommt bei Insektenstichen mit starkem Juckreiz zum Einsatz, insbesondere bei sich entzündenden Wunden
  • Rote Waldameise: wirkt heilend
  • Kokosöl: lindert Juckreiz

Eine Studie hat außerdem die Wirksamkeit eines Öls bestätigt, das lokal auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird. Dieses Öl besteht aus Kampfer, Lemongras, Zitronenöl, Pfefferminze und Patchouli. Natürlich sollte auch dieses Mittel nur in Absprache mit tierärztlichen Fachpersonal angewendet werden.

Maßnahmen gegen das Sommerekzem aus der Homöopathie eignen sich ebenfalls als Unterstützung. Auch hier solltest du keinesfalls eigenständig herumexperimentieren! Sprich vor der Anwendung unbedingt mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin, um die richtige Dosierung und Häufigkeit abzuklären. Erfahrenes tierärztliches Fachpersonal kann dir helfen, die passende Therapie zu finden und die richtige Anwendung sicherzustellen.

Sollte man ein Pferd mit Sommerekzem scheren?

Zur Wundversorgung kann es sinnvoll sein, das Fell um die Wunde herum großzügig abzuscheren, um eine gründliche Desinfektion und Behandlung der betroffenen Stelle zu ermöglichen. Dies sollte jedoch immer im Einzelfall und nach tierärztlicher Beratung entschieden werden. Grundsätzlich dient das Fell des Pferdes der Thermoregulation und bietet einen natürlichen Schutz vor äußeren Einflüssen, wie z. B. Mücken. Ein generelles Scheren des Pferdes sollte daher vermieden werden, da ohne Fell der Schutz vor Mücken und anderen Insekten reduziert wird und somit das Risiko für weitere Entzündungen und Reizungen steigt.

Wie kannst du dem Sommerekzem beim Pferd vorbeugen?

Wenn dein Pferd die Allergie einmal entwickelt hat, dann bleibt ihm diese. Das bedeutet, dass jeden Sommer wieder die Gefahr eines Sommerekzems besteht. Es gibt aber Maßnahmen, die einem neuen Sommerekzem beim Pferd vorbeugen:

  • Kontakt mit Insekten meiden
  • Weidegang tagsüber bei trockener Hitze oder starkem Wind
  • Pferd nachts in den Stall stellen
  • Mücken-Hotspots wie Gewässer, Misthaufen und Waldränder meiden
  • Pferdemist im Stall schnell entfernen
  • Repellentien (Fliegensprays) vor Weidegang oder Ausritten verwenden

Tipp: Ekzemerdecke hilft!

Eine spezielle Decke, die alle empfindlichen Körperpartien des Pferdes mit Sommerekzem wie Mähne, Schweifrübe und Bauch abdeckt, eignet sich sowohl zur Prophylaxe des Sommerekzems beim Pferd als auch zur Unterstützung des Heilungsprozesses.

Diese Pferdedecke besteht aus einem atmungsaktiven und reißfesten Material, das Insekten fernhält und dem Scheuern standhält. Sorge dafür, dass die Ekzemerdecke weder zu eng noch zu locker anliegt. Denke außerdem daran, den Kopf deines Pferdes mit einer Fliegenmaske zu schützen.

Gibt es eine Sommerekzem-Impfung bei Pferden?

Eine Impfung gegen das Sommerekzem bei Pferden befindet sich in Entwicklung. Klinische Studien laufen und der Impfstoff wird in den kommenden Jahren erwartet. Allerdings lassen sich die Symptome eines Pferdes mit Sommerekzem bereits heute durch die Hyposensibilisierung, auch bekannt als Allergieimpfung, lindern.

Im ersten Schritt wird ein Bluttest durchgeführt. Dabei werden die spezifischen Proteine im Speichel der Mücken (Insekten) identifiziert, die das Immunsystem des Pferdes als Allergene erkennt. Im nächsten Schritt wird das Allergen in einer Lösung dem Ekzemer-Pferd in Abständen von ein paar Wochen unter die Haut gespritzt. Die Dosierung des Allergens steigt jedes Mal. Das Ziel ist es, dass sich das Immunsystem an den Allergieauslöser gewöhnt und nicht mehr übersensibel reagiert.

Dank der Allergieimpfung lässt sich bei einem Sommerekzem-Pferd der Juckreiz lindern. Allerdings wirkt die Therapie nur eine begrenzte Zeit und muss regelmäßig wiederholt werden. 

Fazit: Sommerekzem beim Pferd – solide Lebensqualität trotz Allergie

Ein Pferd mit Sommerekzem reagiert allergisch auf Insektenstiche, vor allem auf den Speichel der Culicoides-Mücken. Starker Juckreiz quält das Tier und führt zum kräftigen Scheuern mit offenen Wunden als Folge. Eine ursächliche Behandlung dieser Allergie ist derzeit nicht möglich, jedoch helfen gegen das Sommerekzem vor allem ein geeigneter Insektenschutz wie Ekzemerdecken oder Repellentien oder tierärztlich verschriebene Medikamente wie Kortisonsalben oder Shampoos. Auch eine bedarfsgerechte Fütterung kann zur Linderung der Symptome beitragen. Alles in allem ist es heute möglich, einem Ekzemer-Pferd ein weitgehend symptomfreies Leben zu ermöglichen.

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