Devon Rex â âkleiner Koboldâ mit gesundheitlichen Problemen
25.02.2026 - Lesedauer: 6 Minuten

Die Devon Rex ist zwar optisch auffÀllig, doch die gekrÀuselten Haare und Tasthaare sind oft mit gesundheitlichen Problemen verbunden.
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Ziehst du die Anschaffung der Devon Rex in Betracht, solltest du wissen, dass sie aufgrund einer Genmutation gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit ihrer verĂ€nderten Fellstruktur mitbringt. Entgegen manchen Annahmen ist sie zudem keine gute Wahl fĂŒr Allergiker, auch wenn sie durch ihre spezielle Fellstruktur weniger Haare verliert. Ihre groĂen Ohren und das lockige Fell verleihen ihr zwar ein ungewöhnliches Erscheinungsbild, dennoch ist es wichtig, sich der gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen und der besonderen Herausforderungen, die mit dieser Rasse verbunden sind, bewusst zu sein.
Die durch Zucht verĂ€nderte Fellstruktur geht mit einer genetischen VerĂ€nderung einher, die auch die Tasthaare (Vibrissen) betrifft. Diese sind bei den Tieren hĂ€ufig gekrĂ€uselt oder fehlen vollstĂ€ndig. Dadurch wird ein wesentliches Sinnesorgan erheblich beeintrĂ€chtigt, was zu vermeidbaren Schmerzen, Leiden und SchĂ€den fĂŒhrt und somit ein klares Qualzuchtmerkmal darstellt.
Devon Rex: Charakter
Die Devon Rex zeichnet sich zwar durch eine freundliche und menschenbezogene Art aus, dennoch ist zu bedenken, dass ihr Temperament und ihre besonderen BedĂŒrfnisse oftmals mit körperlichen Beschwerden und gesundheitlichen Herausforderungen verbunden sind.
Die anhÀnglichen Katzen folgen ihrem Halter auf Schritt und Tritt. Da die Devon Rex sehr intelligent ist, benötigt sie stÀndig neue Herausforderungen, damit sie sich nicht langweilt. Sie spielt gern und ist auch ausgesprochen gelehrig. Kleine Tricks lernen die cleveren Tiere meist rasch.
SteckbriefDevon Rex
Rasse | Devon Rex |
Herkunft | England |
GröĂe | mittelgroĂ, circa 50 Zentimeter Kopf-Rumpf-LĂ€nge |
Gewicht | Katze 2,5 bis 3 Kilogramm, Kater maximal 4,5 Kilogramm |
Körperbau | muskulös, etwas o-beinig, langer, spitz zulaufender Schwanz, zierliche Pfoten |
Kopfform | keilförmig |
Augen | mandelförmig, weit auseinanderstehend, alle Farben erlaubt |
Fell und Farbe | kurzes lockiges Fell ohne Deckhaare, kein ordentlicher UV-Schutz, alle Farben erlaubt |
Fellpflege | wöchentlich mit sehr weicher BĂŒrste bĂŒrsten |
Besonderheiten | Tasthaare und Augenbrauen gekrĂ€uselt oder fehlend, Fledermausohren, neigt zu ZahnfleischentzĂŒndungen, gilt als Qualzucht |
Charakter | freundlich, lustig, menschenbezogen, sensibel, verspielt, intelligent, eigenwillig |
Devon Rex: Haltung und Pflege
Devon-Rex-Katzen eignen sich in erster Linie fĂŒr die Wohnungshaltung mit einem gesicherten Balkon, da ihre Fellanomalie sie nicht ausreichend vor KĂ€lte, NĂ€sse und Sonnenbrand schĂŒtzt. In der Wohnungshaltung ist zudem die Gesellschaft einer Partnerkatze dringend zu empfehlen. Die Katzen sind sehr verspielt und bewegungsfreudig. Daher benötigen sie Platz zum Toben. Devon Rex lieben Menschen und ertragen lĂ€ngeres Alleinsein nicht. Mit anderen Katzen vertragen sie sich sehr gut, daher solltest du deiner Devon Rex einen SpielgefĂ€hrten gönnen. Mit ihrem eigenwilligen Charme nehmen sie schnell eine zentrale Rolle im Haushalt ein.
Das Fell der Devon Rex ist am ganzen Körper lockig oder gewellt und weist nur wenige oder gar keine Deckhaare auf. HĂ€ufig treten zusĂ€tzlich haarlose Stellen auf. Katzen mit solchen Fellanomalien â also nachteilig verĂ€nderten Strukturen in Form, LĂ€nge oder Dichte â zeigen EinschrĂ€nkungen im arteigenen Beuteverhalten und Sozialverhalten. Zudem können sie unter schmerzhaften HautentzĂŒndungen, stĂ€ndigem Juckreiz oder Infektionen wie Pilzbefall leiden. Auch die fĂŒr Katzen typische Fellpflege ist durch die verĂ€nderte Haarstruktur oft beeintrĂ€chtigt. DarĂŒber hinaus bietet das Fell keinen ausreichenden Schutz vor KĂ€lte oder UV-Strahlung, was zu Unwohlsein durch WĂ€rmeverlust oder Sonnenbrand fĂŒhren kann. Besonders gravierend ist, dass die gekrĂ€uselten oder fehlenden Tasthaare (Vibrissen) zu Unsicherheit und Orientierungsschwierigkeiten im Alltag der Tiere fĂŒhren.
Benutze bei der regelmĂ€Ăigen Fellpflege am besten nur sehr weiche BĂŒrsten, um nicht unnötig die feinen Haare auszukĂ€mmen.
ErnÀhrung der Devon Rex
Die Devon Rex benötigt also ein geeignetes Futter. Dennoch solltest du darauf achten, dass sie nicht ĂŒbergewichtig wird. Eine Beratung durch die Tierarztpraxis ist in jedem Fall empfehlenswert. Aufgrund der fehlenden oder gekrĂ€uselten Tasthaare ist es wichtig, zur FĂŒtterung flache Teller zu verwenden, da ein hoher Napf durch stĂ€ndiges BerĂŒhren der Tasthaare Unwohlsein verursachen kann.
Eine gute Möglichkeit, die Katze zu fĂŒttern und gleichzeitig zu beschĂ€ftigen, ist das sogenannte Activity-Feeding. Dabei wird das Futter in der Wohnung verteilt, sodass die Katze es suchen muss. Auf diese Weise wird sie sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet. Besonders fĂŒr reine Wohnungskatzen ist dies eine sinnvolle BeschĂ€ftigung, da es Bewegungsmangel vorbeugt. Trockenfutter eignet sich hierfĂŒr besonders gut, Nassfutter kann jedoch ebenfalls auf mehreren kleinen flachen Tellern angeboten werden. ZusĂ€tzlich sollte das Gebiss regelmĂ€Ăig kontrolliert werden, da Devon-Rex-Katzen zu ZahnfleischentzĂŒndungen neigen, die tierĂ€rztlich behandelt werden mĂŒssen.
Farben der Devon Rex
Der Rassestandard erkennt jegliche Farbe und Pointierung des Fells an, ebenso sind alle Augenfarben erlaubt. Haarlose Körperpartien sind unerwĂŒnscht. Tasthaare (Vibrissen) stellen fĂŒr Katzen ein unverzichtbares Sinnesorgan dar und dĂŒrfen weder fehlen noch deformiert bzw. gekrĂ€uselt sein. Da dies, wie bereits erwĂ€hnt, bei der Devon Rex jedoch regelmĂ€Ăig vorkommt, zĂ€hlt die Rasse zu den Qualzuchten unter den Katzen.

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Die Geschichte der Devon Rex
Doch wie kam es zu der âKobold-Katzeâ? 1960 spielte der Zufall Miss Beryl Cox aus dem englischen Devonshire einen Wurf Kitten zu, deren Vater gelocktes Fell hatte. Unter den Kitten war ein kraushaariger Kater namens Kirlee. Miss Cox war zuvor bereits auf Katzen mit KrĂ€uselfell aufmerksam geworden und kombinierte: Die ungewöhnliche Fellstruktur ist erblich und lĂ€sst sich zĂŒchterisch herausarbeiten. Das war der Beginn gezielter Verpaarungen, die eine orientalisch wirkende, leicht o-beinige Katze von mittlerer Statur hervorbrachten. Bereits im Jahr 1967 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Seither brilliert das koboldhafte KĂ€tzchen mit den groĂen Ohren immer wieder als Star auf Ausstellungen. Laut Tierschutzgesetz, § 12, ist die Ausstellung von Tieren mit erblich bedingten KörperverĂ€nderungen oder -schĂ€den, wie etwa gekrĂ€uselten oder fehlenden Tasthaaren (Vibrissen), verboten. Im Jahr 1970 begann die Zucht in Deutschland.
Bemerkenswert ist auch: Der Rassename âRexâ geht auf ein Kaninchen zurĂŒck. 1870 versuchte der belgische König Leopold II. ein gelocktes Tier bei einer Ausstellung anzumelden. Da man den Monarchen nicht zurĂŒckweisen konnte, improvisierten die Aussteller und erhoben das Tier in den Rassestand “Rex-Kaninchen”, was wiederum die Katzenfreunde inspirierte. Auch die Rasse Rex-Kaninchen zĂ€hlt zu den Qualzuchten.
Wichtiger Hinweis zur Zuchtform
Kraushaarkatzen besitzen keine funktionsfĂ€higen Vibrissen am Kopf oder am Körper (sie sind meistens auch gekrĂ€uselt). Da Tasthaare ein wesentliches Sinnesorgan fĂŒr die Katze sind, ist ihr Fehlen oder ihre zur Funktionslosigkeit fĂŒhrende Umgestaltung als Qualzuchtmerkmal zu werten.
Bevor du dir eine Devon-Rex-Katze anschaffst, informiere dich bitte ausfĂŒhrlich ĂŒber die Qualzuchtmerkmale und die damit verbundenen Probleme, um deiner Katze gerecht zu werden und sie vor weiterem Schaden zu schĂŒtzen. Aufgrund dieser Anomalien können höhere Tierarztkosten entstehen, da die Tiere in der Regel eine intensivere medizinische Betreuung benötigen. Wenn du den Tieren wirklich helfen und ihr Leiden beenden möchtest, solltest du keine dieser betroffenen Rassen anschaffen. Denn solange diese Katzen weiterhin nachgefragt werden und das GeschĂ€ft mit ihrem Leid profitabel bleibt, werden sie auch weiter gezĂŒchtet.
Qualzucht-Hinweis
Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.
Das 1999 im Auftrag der Bundesregierung und unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes erstellte âQualzuchtgutachtenâ empfiehlt ein Zuchtverbot fĂŒr haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) und weitere, bei denen extreme AusprĂ€gungen im Körperbau (sehr langer RĂŒcken, stark verkrĂŒmmte Beine, WirbelsĂ€ulenverĂ€nderungen, ĂŒbermĂ€Ăiges Fellwachstum usw.) ein gesundes Leben unmöglich macht.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natĂŒrlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeintrĂ€chtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung fĂŒr eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berĂŒcksichtigen.
Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv fĂŒr das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten auĂerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.
Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, SchuldgefĂŒhle zu wecken, sondern durch informative BeitrĂ€ge darĂŒber aufzuklĂ€ren und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glĂŒckliches Leben zu ermöglichen.








