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Eine Katze spielt mit der Hand.

Meine Katze beißt – wie gewöhne ich ihr das ab?

Beim ausgelassenen Spiel kann es leicht passieren: Unvermittelt schlägt die Katze die Zähne in Arm, Hand oder Zehen. Auch wenn Sie versuchen, eine aggressive, verletzte und verängstige Katze anzufassen und das Tier um sich beißt, kann das sehr schmerzhaft enden. Die Anlässe, aus denen die Katze einen Menschen beißt, sind vielfältig. Nicht immer ist es Selbstverteidigung oder Angriffslust: Auch beim vertrauten Spiel und Kuscheln kann der Beißreflex ausgelöst werden. In solchen Fällen können Sie jedoch erfolgreich versuchen, der Katze das Beißen abzugewöhnen.

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Das Katzengebiss als Jagdwaffe

Das Gebiss einer Katze ist, evolutionär gesehen, ein perfekt auf das Überleben in der Wildnis angepasstes Werkzeug. Die Anordnung und Form der dreißig bleibenden Zähne ermöglicht es dem Tier, Beute zu packen und zu töten. Es dient außerdem dem Zerkleinern der Nahrung – und der Verteidigung. Ein Katzengebiss ist also dazu gemacht, fest zuzupacken und durch die dabei tief in das jeweilige Objekt eindringenden Zähne eine entsprechende Sticheinwirkung auszuüben.

 

Alle Katzenzähne, nicht nur die Eckzähne, sind vergleichsweise spitz – Katzen zerteilen ihre Nahrung, müssen sie aber nicht zermahlen, wie es Omnivoren oder Pflanzenfresser tun.

 

Die Beißkraft einer Wildkatze ist, in Relation zur Körpergröße, enorm: Sie beträgt 56 Newton pro Quadratzentimeter mit einem Beißkraft-Quotienten von 18,76. Zum Vergleich: Wir Menschen haben einen Beißkraft-Quotient von zehn.

Warum beißen Katzen?

Einem Katzenbiss muss nicht zwingend Aggression zugrunde liegen. Neben den offensichtlichen Einsatzfeldern des Gebisses – dem Erlegen von Beute, Nahrungsaufnahme und Kampf – setzen Katzen ihre Zähne auch zu anderen Zwecken ein, die besondere Anatomie macht das Gebiss Ihres Stubentigers jedoch in jedem Fall zu einem ernst zu nehmenden Faktor.

Wann Katzen ohne Aggression beißen

  • Mutterkatzen transportieren ihre Kitten, indem sie diese am Nackenfell aufheben und herumtragen.
  • Beim Katzen-Liebesspiel verbeißt der Kater sich mit einer ähnlichen Technik ins Genick der Kätzin.
  • Beim Putzen und der Körperpflege bearbeiten Katzen präzise juckende Körperpartien oder Verfilzungen im Fell mit den Zähnen.

Warum beißt die Katze beim Spielen und Schmusen?

Auch bei größter Vorsicht kann es passieren, dass Sie von Ihrem Tiger gebis, sen werden. Dazu reichen unscheinbare Anlässe wie z. B. ein Kitzeln, ein ausgelassenes Spiel oder schlicht Langeweile. Weitere Gründe für das Beißen können Stress, Eifersucht oder auch Krankheiten (gegebenenfalls sogar Zahnschmerzen) sein. Konsultieren Sie bei unerklärlichem Beißverhalten daher einen Tierarzt.

Attacke beim Streicheln

Wenn Ihre Katze beim Streicheln plötzlich zubeißt, kann es sein, dass Sie eine kitzelige oder aus anderen Gründen berührungsempfindliche Stelle angefasst haben. Die blitzschnellen Reflexe der Katze erlauben es Ihnen unter Umständen nicht mehr, die Hand rechtzeitig zurückzuziehen.

 

In der Regel gibt die Katze aber deutliche Vorwarnungen ab: zuckender Schwanz oder sich nach hinten drehende Ohren. Behalten Sie immer die Mimik der Katze im Auge. Kommt Ihnen die Sache seltsam vor, lassen Sie vom Tierarzt abklären, ob das Tier womöglich Schmerzen hat. Es könnte zum Beispiel eine unentdeckte Entzündung vorliegen.

Beißen beim Schmusen

Manche Katze kommt beim Schmusen in einen kleinen Liebesrausch und beginnt, ihren Menschen zu beknabbern. Dabei kann es auch zu vorsichtigen Bissen kommen. Seitens der Katze sind diese „Liebesbisse“ Sympathiebeweise und ziehen selten Verletzungen nach sich.

Bissige Spiele

Stürzt sich die Katze beim ausgelassenen Toben zum Beispiel auf Ihren Fuß oder Ihre Hand und versucht, diese zu „töten“, ist das Spiel schlichtweg zu lebhaft geworden. Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, mit bloßen Händen mit Ihrer Katze zu raufen. Gerade junge Tiere unterscheiden nicht, ob die Menschenhand Spielzeug oder Beute ist.

 

Übrigens: Je ausgelasteter die Katze ist, desto weniger rabiat gestalten sich die Spielattacken. Bevorzugen Sie zum Spielen Katzenangeln oder Objekte wie Stoffmäuse oder Bällchen. So bringen Sie Sicherheitsabstand zwischen Katzenzähne und Hand.

Rangordnungs-Differenzen

Katzenmütter beißen ihre Kitten als Erziehungsmaßnahme, und auch in Katzengruppen werden Unklarheiten in der Hierarchie mit den Zähnen ausgefochten. Wenn Ihre Samtpfote Sie fortgesetzt beißt oder auch kratzt, versucht sie womöglich, in der häuslichen Rangordnung über Sie aufzusteigen. Hier ist konsequente Erziehung, gegebenenfalls unterstützt von einem sachkundigen Tierpsychologen, gefragt.

Beißen aus Langeweile

Wenn die Katze ganz ohne erkennbaren Anlass beißt, womöglich sogar, nachdem sie sich unbemerkt angepirscht hat, kann es sich ganz simpel um die Forderung nach Aufmerksamkeit handeln. Die Katze wählt einen rabiaten Weg, um sich Präsenz zu verleihen. Widmen Sie dem Tier mehr Zeit und lenken Sie es mit Spielen ab.

Wie kann ich der Katze das Beißen abgewöhnen?

Ist der bissige Stubentiger ein Tier, das Aufmerksamkeit will, sollten Sie seine Beiß-Strategie möglichst ignorieren. Die Katze muss lernen, dass sich so kein Erfolg erzielen lässt. Handelt es sich bei der Samtpfote um einen zärtlichen „Liebesbeißer“, entziehen Sie ihr die Hand, sobald sie anfängt zu knabbern. Unterstreichen Sie Ihren Unwillen stets mit einem eindeutigen „Nein“. Gleiches gilt für allzu wild spielende Katzen und Rangordnungsfälle – setzen Sie Ihre Hände nicht unnötig Attacken aus, streicheln und berühren Sie die Tiere aber wie gewohnt weiter: Lassen Sie sich nicht verbeißen!

Erste Hilfe bei Katzenbissen

Wenn die Katze tief zugebissen hat, sieht die Wunde im ersten Moment meist harmlos aus. Oft fließt nicht einmal sonderlich viel Blut. Dennoch: Katzenbisse sollte sich ein Arzt immer ansehen.

 

Das Infektionsrisiko bei einem Katzenbiss ist tatsächlich ungleich höher als bei einem vergleichbaren Hundebiss. Die spitzen Katzenzähne dringen tief ins Fleisch ein; dabei gelangt Katzenspeichel in die Wunde. Keime im Speichel können einen entzündlichen Prozess auslösen. Das ist besonders risikoreich, wenn der Biss das weniger durchblutete Gewebe am Handgelenk und den Händen getroffen hat – wo wenig Blut ist, kann das körpereigene Immunsystem nur verzögert eingreifen. Entlang der Sehnen kann die Entzündung sogar weiter ins Körperinnere gelangen.

 

Sofort behandelt, sind Katzenbisse meist unkompliziert, deshalb versorgen Sie die Wunde umgehend.

Katzenbisse versorgen

  • Reinigen und desinfizieren Sie die Bissstelle.
  • Falls die Wunde blutet, legen Sie einen sterilen Wundverband an.
  • Falls die Wunde nicht blutet, auf keinen Fall verbinden! Dies führt zur schnelleren Vermehrung der Bakterien.
  • Suchen Sie zeitnah einen Arzt auf.
  • Lassen Sie gegebenenfalls Ihren Tetanus-Impfschutz auffrischen.
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