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Siamkatze: Ein liebenswertes EnergiebĂŒndel bringt Schwung ins Haus

10.04.2024 - Lesedauer: 12 Minuten

Siamkatze: Charakter, Haltung, Pflege

Siamkatzen sind mitteilsam, eigensinnig, anhĂ€nglich und gelten als „Hunde unter den Katzen“.

Wer sich eine Siamkatze als Familienmitglied wĂŒnscht, sollte eines wissen: Mit der hochbeinigen Schönheit aus SĂŒdostasien kommt eine wahre „Quasselstrippe“ ins Haus! Sie schnurrt, plappert, gurrt, maunzt und teilt ihrem Menschen (und dessen Nachbarn) nachdrĂŒcklich ihre Stimmung mit. Neben ihrer schwatzhaften Art zeichnen die Siamkatze ihr markantes, exotisches Aussehen und ihre AnhĂ€nglichkeit aus. Hier liest du mehr ĂŒber die ehemalige Tempelkatze.

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Geschichte der Siamkatze

In alten Schriften aus dem heutigen Thailand wurden die Vorfahren der Siamkatzen als „Monddiamant“ bezeichnet. Schon dieser Name beweist: Die schönen Katzen genossen in ihrem Herkunftsland besondere Verehrung. Die Tiere waren bereits im 14. Jahrhundert am siamesischen Hof und als Tempelkatzen bekannt, die erste schriftliche ErwĂ€hnung findet sich in einem Manuskript von 1350. Den geheimnisvollen Schönheiten wurden spirituelle KrĂ€fte zugeschrieben. So sollten sie in der Lage sein, die Seelen Verstorbener in sich aufzunehmen.

Aufgrund dieses exklusiven Status war die Haltung der Katzen entsprechenden Gesellschaftskreisen vorbehalten. Obwohl es zuvor bereits Versuche gab, Siamkatzen nach Europa zu „schmuggeln“, gelangten die Siamkatzen erstmals offiziell im Jahr 1884 nach England. Damals schenkte der König von Siam dem britischen Generalkonsul ein ZuchtpĂ€rchen namens Pho und Mia. Schon im darauffolgenden Jahr wurden deren erste Nachkommen im Londoner Crystal Palace prĂ€sentiert, acht Jahre spĂ€ter gab es erste Rassestandards fĂŒr die schlanke Kurzhaarkatze. Die Zucht in Deutschland begann 1927.

Siamkatzen waren schnell sehr beliebt, aber bis in die Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts so selten, dass sie teils in Zoos gehalten wurden. Das Problem dabei: In den AnfĂ€ngen der Zucht stand in Europa und den USA nur ein sehr kleiner Genpool zur VerfĂŒgung, was Inzucht begĂŒnstigte und zu PrĂ€dispositionen fĂŒr Erbkrankheiten fĂŒhrte. Dazu unten mehr.

AuffĂ€llig in der RĂŒckschau ist, dass die ursprĂŒnglichen Siamkatzen etwas anders aussahen als die heute bekannten modernen Tiere. Das Schielen wurde oben bereits erwĂ€hnt, typisch waren zudem ein Knick im Schwanz (heute ebenfalls ein Zuchtausschlussmerkmal), ein rundlicheres Gesicht und eine muskulösere Statur.

Einige ZĂŒchter konzentrierten sich auch nach Festlegung der ersten Rassestandards auf die Erhaltung des robusteren Erscheinungsbildes, sodass lange Zeit zwischen Siamkatzen des traditionellen und des modernen (schlanken und hochbeinigen) Typs unterschieden wurde. TatsĂ€chlich wurde 1990 aus der traditionellen Siamkatze offiziell eine eigenstĂ€ndige neue Rasse, die heute als Thaikatze bekannt ist.

Siamkatze: Charakter

Was ist besonders an Siamkatzen? Wo fĂ€ngt man nur an, um diese Frage zu beantworten? Kenner der schönen Rassekatze wĂŒrden wohl noch vor der Optik einer Siamkatze den Charakter schildern. Selbstbewusst und kapriziös, sind sie starke Katzenpersönlichkeiten. Sie haben einen ĂŒberwĂ€ltigenden Charme, ihren eigenen Willen und viel Durchsetzungskraft.

Was die Siamkatze haben will, fordert sie selbstbewusst ein, und wenn ihr etwas nicht passt, zeigt sie dir das deutlich. Man sagt Siamkatzen eine gute Portion Eigensinn nach. Siamkatzen verkörpern so die typischen Charaktereigenschaften, die man von einer Edel-Samtpfote erwartet: eine launische Diva, die den Haushalt beherrscht.

Aber Halt! Die Siamkatze hat neben ihrer Katzenherrlichkeit noch eine andere Seite – eine, die vermuten lĂ€sst, dass sie ihre Menschen nicht allein als Dosenöffner und Servicepersonal wahrnimmt. Siamkatzen sind sensibel, intelligent und außergewöhnlich anhĂ€nglich. Mehr als manche andere Katzenrasse suchen sie Körperkontakt, folgen ihren Menschen auf Schritt und Tritt und wagen dabei sogar den Sprung auf dessen Schulter, um ihm nahe zu sein.

Siamesen gehören zu jenen Rassen, denen man nachsagt, „Hunde unter den Katzen“ zu sein – buchstĂ€blich, denn viele können sogar apportieren. Ein weiterer Pluspunkt: In der Regel sind Siamkatzen kinderlieb und mit anderen Katzen und mit Hunden gut vertrĂ€glich. Ein wenig Zeit benötigt die Siamkatze, um sich mit anderen Menschen anzufreunden, da sie stark auf ihre Bezugspersonen fixiert ist. Besuchern gegenĂŒber bleibt sie oft zunĂ€chst eine Weile misstrauisch, bevor sie auftaut.

Ist eine Siamkatze die richtige Rassekatze fĂŒr mich?

Wenn du dir eine aktive, menschenbezogene und schlaue Katze als schnurrenden GefĂ€hrten wĂŒnschst, viel Zeit daheim verbringst und dich Geplapper und Bewegungstrieb des Action-Tigers nicht aus der Ruhe bringen, passt du gut mit Siamkatzen zusammen. BerufstĂ€tige, die ihre Katze zeitweise alleine lassen mĂŒssen, und RuhebedĂŒrftige sind mit den anspruchsvollen und fordernden Siamkatzen weniger gut beraten.

Warum sind Siamkatzen so anhÀnglich?

Siamkatzen sind emphatische Tiere mit einer sehr feinen Antenne fĂŒr Stimmungen der Zweibeiner und die AtmosphĂ€re im Haushalt. Aufgrund der engen Beziehung zu Menschen ist die Siamkatze auch als Therapietier fĂŒr Kinder mit Behinderung oder Demenzpatienten im Einsatz. Aber wieso sind Siamkatzen so menschenbezogen und freundlich?

Zum einen sind Siamkatzen in der Regel ausgesprochen extrovertierte Tiere. Gesehen werden und ĂŒberall dabei sein, so könnte ihr Motto lauten. Bei manchen Vertretern der Rasse fĂŒhrt das so weit, dass sie mit Nachdruck versuchen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wenn sie einmal nicht im Mittelpunkt stehen. Ein Mensch, der im selben Raum ist wie eine Siamkatze, kann sie nicht ignorieren.

Doch woher kommt diese Zuneigung zum Zweibeiner? Eine mögliche ErklĂ€rung liegt weit in der Vergangenheit. Die Katzen bewegten sich anfangs exklusiv an Königshöfen und in Tempeln. Das waren Orte, an denen sie engen Kontakt zu Menschen hatten, von diesen respektvoll behandelt wurden und viel Interaktion stattfand. Die Etablierung der Rasse in geschĂŒtzten, den Tieren zugewandten Umgebungen hat möglicherweise eine generelle Grundfreundlichkeit gegenĂŒber Menschen begĂŒnstigt.

Steckbrief Siamkatze

Rasse
Siamkatze
Herkunft
Siam (heutiges Thailand)
GrĂ¶ĂŸe
mittelgroß
Gewicht
Katze 3 bis 4 Kilogramm, Katzer 4 bis 5 Kilogramm
Körperbau
elegant, schlank, geschmeidig, langbeinig, muskulös; langer, dĂŒnner, spitz zulaufender Schwanz; kleine ovale Pfoten
Kopfform
keilförmiges Gesicht, Kinn und Ohren bilden ein Dreieck
Augen
blau, mandelförmig, weit auseinanderstehend
Fell und Farbe
eng anliegendes, dĂŒnnes Deckhaar mit fast fehlender Unterwolle; Pointierungen an Ohren, Pfoten, Gesicht und Schwanz, Körper hell (Teilalbino); ĂŒber 100 bekannte Farb- und Musterungsnuancen; anerkannte Grundtypen: Seal-, Blue-, Chocolate und Lilac Point
Fellpflege
gelegentliches BĂŒrsten
Besonderheiten
keine Einzelhaltung, braucht Freigang oder große Wohnung mit gesichertem Balkon
Charakter
kommunikativ, intelligent, eigensinnig, sozialvertrÀglich, menschenbezogen, verschmust

DarĂŒber hinaus besticht die Siamkatze mit ihrer außergewöhnlichen Eleganz. Ihr geheimnisvoller Blick aus blauen Augen und die unverwechselbare Fellzeichnung bezaubern. Aber die Siamkatze ist nicht einfach nur schön – die extrovertierten Samtpfoten wollen Action und fĂŒhlen sich erst in Gesellschaft richtig wohl.

Siamkatze: Pflege und Haltung

Sind Siamkatzen Wohnungskatzen? Ihr Äußeres gibt einen Anhaltspunkt. In Thailand ist es wĂ€rmer als in unseren Breiten. Die Siamkatze ist diesen klimatischen Bedingungen angepasst und besitzt ein sehr feines Fell, das kaum Unterwolle aufweist. Sie reagiert folglich empfindlich auf kaltes und feuchtes Wetter. Gegen Freigang ist bei passender Witterung nichts einzuwenden. Empfohlen wird fĂŒr die Tiere die Haltung als Wohnungskatze, natĂŒrlich nach Möglichkeit mit Zugang zum Balkon oder – noch besser – einem gesicherten Katzengehege im Garten.

Bemerkenswert:

TatsĂ€chlich ist der „Freiheitsdrang“ von Siamkatzen hĂ€ufig weniger ausgeprĂ€gt als der von Artgenossen. Wenn sie die Möglichkeit haben, gehen sie zwar gern ins Freie, entfernen sich aber selten allzu weit von ihrer Basis.

Was muss ich bei Wohnungshaltung von Siamkatzen beachten?

Siamesen brauchen Bewegung und viel BeschĂ€ftigung, um ihren ausgeprĂ€gten Jagdtrieb auszuleben und sich fit zu halten. GemĂŒtliches Spielen mit MĂ€uschen oder BĂ€llchen reicht da nicht aus – Siamkatzen wollen toben.

Entsprechend wird die Siamkatze aufgestellte Kratzmöbel als freundliche Empfehlung deinerseits zur Kenntnis und zusÀtzlich zur Kratzbaum-Landschaft alles, was sich als Klettermöglichkeit nutzen lÀsst, in Beschlag nehmen. Zerbrechliche Dinge, Dekorationen und Zimmerpflanzen solltest du gut sichern oder verstecken. In einer beengten Wohnung kann der ausgeprÀgte Bewegungsdrang der Siamkatze problematisch werden.

Wie erwĂ€hnt, benötigen die aktiven Tiere zudem einen Artgenossen. Indem die Tiere sich miteinander beschĂ€ftigen, entlastet dich das ein wenig. Ausgiebige Spieleinheiten, vorzugsweise wilde Jagdspiele mit der Katzenangel, sind ein Muss. Auch Clickertraining und sogar Apportieren sind gute BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten fĂŒr die intelligenten Tiere. Eine Siamkatze verhĂ€lt sich in vielerlei Hinsicht fast wie ein Hund.

Siamkatzen wollen spielen

Was fressen Siamkatzen?

Hinsichtlich dessen, was in den Napf kommt, stellt die Siamkatze keine speziellen AnsprĂŒche. Biete ihr hochwertiges Katzenfutter und beachte die ĂŒblichen Standards der ErnĂ€hrung. Allerdings: Da Siamkatzen so energiegeladen und aktiv sind, kann ihr Kalorienbedarf etwas erhöht sein. Zugleich neigen die Tiere dazu, zu viel zu fressen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Du musst entsprechend eine gute Balance zwischen Bedarf und Angebot finden. Lass dich am besten vom Tierarzt oder ZĂŒchter zu den angemessenen Portionen beraten.

Fellpflege bei Siamkatzen

Als Kurzhaarkatze ist die Siamkatze sehr pflegeleicht. Gelegentliches leichtes BĂŒrsten und Abwischen mit einem nebelfeuchten Tuch (mindestens wöchentlich) genĂŒgen, um das Fell in Ordnung zu halten. Aufgrund ihrer LĂ€nge kann die Katze sich mĂŒhelos bei der eigenen „KatzenwĂ€sche“ pflegen.

Verzichten solltest du auf das BĂŒrsten nicht, denn es dient neben der Fellpflege auch der Wellness. Katzen schĂ€tzen die Massage als besondere Form von Streicheleinheiten.

Siamkatzen: Farben

Ein markantes Kennzeichen von Siamkatzen ist ihre charakteristische FĂ€rbung mit dem hellen Fell und dunkler Zeichnung. Aber hast du gewusst, dass SiamkĂ€tzchen mit durchgehend hellem Haarkleid geboren werden? Erst wenn das Kitten ungefĂ€hr neun Monate alt ist, ist die Pigmentierung ausgeprĂ€gt, die fĂŒr die dunklen Akzente, die sogenannte Pointierung sorgt.

FĂŒr das Zustandekommen der typischen Fellfarbe und Zeichnung ist das Zusammentreffen mehrerer genetischer Effekte verantwortlich.

  • Teilalbinismus: Stark vereinfacht erklĂ€rt, erzeugt die Störung eines Enzyms, das fĂŒr die Synthese von Pigmentfarbstoffen zustĂ€ndig ist, das helle Fell.
  • Akromelanismus: Dieses PhĂ€nomen wird auch KĂ€lteschwĂ€rzung genannt und kommt außer bei Siamkatzen noch bei anderen Tieren vor. Eine Pigmentierung bildet sich dabei ausschließlich an den kĂŒhleren Bereichen des Körpers. Das sind die ExtremitĂ€ten (Beine, Schwanz), Ohren und Gesicht.

Bei Teilalbinismus in Kombination mit einer weiteren bestimmten genetischen Konstellation kommt es manchmal zu rein weißen Siamkatzen ohne Pointierung. Diese Tiere werden als Foreign White bezeichnet.

Welche Varianten gibt es?

Von der Pointierung hÀngt ab, welche Farbe das Fell der Siamkatze letztlich annimmt. Es gibt mehr als hundert Farbvarianten bei Siamkatzen, anerkannt sind vier Pointierungen.

  • Seal: Körperfarbe creme bis warm-hellbraun, Abzeichen, Nasenspiegel und Pfotenballen schwarzbraun
  • Blue: Körper blĂ€ulich-weiß, auf dem RĂŒcken gegebenenfalls dunkelblau, Abzeichen blaugrau, Nasenspiegel und Pfotenballen schieferfarbig
  • Chocolate: Körper elfenbeinfarben, Abzeichen hell schokoladenfarbig, Nasenspiegel dunkler schokoladenfarbig, Pfotenballen zimt- bis hell schokoladenfarbig
  • Lilac: Körper gebrochen (creme-)weiß, blasslila Schattierung erlaubt, Abzeichen grau mit rosafarbenem Schimmer, Nasenspiegel und Pfoten blasses Lila

Ein ungenĂŒgender Kontrast zwischen den Points und der gleichmĂ€ĂŸigen, allenfalls mĂ€ĂŸig schattierten Körperfarbe gilt als Schönheitsfehler. Bei manchen Siamkatzen zeigen sich Scheckungen, die ganz oder teilweise die Points verdecken können, oder eine SilberfĂ€rbung (bei der nur die Haarspitzen ausgefĂ€rbt sind).

Zu den „neueren“ Varianten gehören Red-, Creme-, Fawn-, Cinnamon- und Caramel-Point. Außerdem gibt es Siamkatzen, die an den Points eine sichtbare Schildpatt- oder Tabby-Zeichnung aufweisen.

Wissenswert:
Die Anerkennung anderer FarbschlĂ€ge neben den vier „Klassikern“ wird weltweit von KatzenzuchtverbĂ€nden uneinheitlich gehandhabt.

BlauÀugig: Wissenswertes zu den Augen der Siamkatze

Haben Siamkatzen immer blaue Augen? TatsĂ€chlich kommen andere Augenfarben bei dieser Rasse nicht vor. Aber um einen Moment bei den Augen zu bleiben: Zu den ursprĂŒnglichen Rassemerkmalen gehörte, dass die Katzen hĂ€ufig schielten. Dazu gibt es eine Anekdote, nach der einst eine Tempelkatze einen heiligen Trinkbecher bewachen sollte. Weil das permanente Fixieren des Schatzes auf Dauer anstrengend wurde, begann das Tier, zu schielen – seine Nachkommen taten es ihm nach.

Der wahre Grund fĂŒr den Silberblick: Das medizinisch „Strabismus“ genannte Schielen hĂ€ngt unmittelbar mit Teilalbinismus und Melaninmangel (siehe unten) zusammen. Bei betroffenen Tieren kreuzen sich am Sehapparat mehr Nervenfasern als ĂŒblich. Das bewirkt, dass das Tier schielt, um deutlicher zu sehen. Strabismus ist eine Erscheinung, die bei orientalischen Katzen wie Siam- und Thaikatzen verbreitet und heute ein Ausschlusskriterium fĂŒr die Zucht ist.

Wissenswert: Anders als bei anderen Rassen wird Strabismus bei Siamkatzen nicht als Erbkrankheit definiert. FĂŒr die Katze stellt er keine Behinderung dar.

Ein weiterer interessanter Fakt: Das „tapetum lucidum“, das im Katzenauge die Nachtsicht verbessert, ist bei Siamkatzen weniger ausgeprĂ€gt als bei Katzen mit andersfarbigen Augen. Das hat zur Folge, dass sie bei wenig Licht nicht ganz so gut sehen; dies wiederum beeinflusst ihre NachtaktivitĂ€t, die etwas geringer ausfĂ€llt.

Siam Katze Kitten

Besonderheiten der Siamkatze

Wie hoch bei der Siamkatze die Lebenserwartung ist, hĂ€ngt vom Einzelfall ab, da die Tiere zuchtbedingt anfĂ€llig fĂŒr Erbkrankheiten sind. Trotzdem gibt es zur Frage, wie alt Siamkatzen werden, eine erstaunliche Beobachtung: Siamesen haben mit 18 bis 20 Jahren grundsĂ€tzlich die höchste statistische Lebenserwartung unter den Rassekatzen. „Methusalems“ mit bis zu 25 Jahren kommen bei dieser Rasse besonders hĂ€ufig vor.

Rassetypische Erkrankungen

Eine Besonderheit, derer du dir bei der Haltung von Siamkatzen bewusst sein solltest, ist ihre PrĂ€disposition fĂŒr verschiedene erbliche Krankheiten. Solche Erberkrankungen sind bei Rassetieren nicht ungewöhnlich; sie treten verstĂ€rkt auf, wenn bei der Zucht mit einem begrenzten Genpool die Veranlagungen fĂŒr bestimmte Krankheiten vermehrt weitergegeben werden.

AnfĂ€llig sind Siamkatzen unter anderem fĂŒr folgende Erkrankungen.

  • Progressive Retinaatrophie (PRA, Netzhautschwund): Diese Erbkrankheit fĂŒhrt zur Erblindung. Sie kann bereits wĂ€hrend der ersten Lebensmonate des Kittens auftreten oder schleichend voranschreiten, wobei sich das Tier langsam an die BeeintrĂ€chtigung gewöhnen kann.
  • Nieren-Amyloidose: Diese Krankheit, bei der sich Proteine als faserige Aggregate ablagern, bricht gewöhnlich zwischen dem ersten und fĂŒnften Lebensjahr der Katze aus und verlĂ€uft stets tödlich. Leider lĂ€sst sich die Erkrankung nicht im Voraus diagnostizieren, da die genauen genetischen Ursachen noch unklar sind. Die Symptome sind denen einer Niereninsuffizienz Ă€hnlich.
  • Endokardiale Fibroelastosis: Das bezeichnet die Verdickung der inneren Herzwand, was zu HerzgerĂ€uschen und -versagen fĂŒhren kann.
  • Krebs: Besonders verbreitet sind Krebserkrankungen des GesĂ€uges und des DĂŒnndarms.
  • Stoffwechsel- und Speicherkrankheiten: Bei Siamkatzen ist besonders die Gangliosidose zu erwĂ€hnen, die zu HirnschĂ€digungen durch Fett-Zucker-Verbindungen dort fĂŒhrt.
  • Mukopolysaccharidose: Ein Enzymmangel fĂŒhrt beispielsweise zu Wachstumsstörungen, Skelettdeformationen oder Gelenkversteifungen.
  • Pica-Syndrom: Hierbei handelt es sich nicht um eine organische Krankheit, sondern um eine Verhaltensstörung, die bei Siamkatzen auftritt. Dabei werden nichtverdauliche Dinge angenagt beziehungsweise verzehrt.

Gut zu wissen: Das Erkrankungsrisiko fĂŒr PRA, Mukopolysaccharidose und Gangliosidose lĂ€sst sich durch einen DNA-Test ĂŒberprĂŒfen.

Video: "Alles ĂŒber die Siamkatze"

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