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Russisch Blau – stolze Schönheit und treue Seele

10.04.2024 - Lesedauer: 14 Minuten

Eine graue Katze steht auf einer Wiese und guckt ĂŒber ihre Schulter

Die ideale Rasse fĂŒr einen ruhigen, katzenerfahrenen Haushalt.

Du suchst eine Samtpfote fĂŒr einen ruhigen Haushalt und konntest bereits Erfahrung mit Katzen sammeln? Wenn es dann noch eine außergewöhnliche Rassekatze sein soll, ist die Russisch Blau eine ideale Kandidatin. Ihrem smaragdgrĂŒnen Blick kann kein Katzenliebhaber widerstehen; hinter ihrem zunĂ€chst distanzierten Auftreten verbirgt sich eine anhĂ€ngliche Schmusekatze. Hat die Russisch Blau-Katze ihren Menschen einmal ins Herz geschlossen, ist die Bindung stark. Hier erfĂ€hrst du Wissenswertes ĂŒber die schöne Russin.

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Geschichte der Russisch Blau

Kaum zu glauben: Bei der Russisch Blau handelt es sich um einen natĂŒrlich entstandenen Farbschlag. Die Ahnen der modernen Russisch Blau entstammen einer echten Naturrasse.

Die ersten bekannten Zuchttiere stammen aus Archangelsk, einer Hafenstadt in Nord-Russland; nicht abschließend geklĂ€rt ist allerdings, woher die blauen Katzen ursprĂŒnglich kamen. Offenbar gab es bereits zu Zeiten der Wikinger Katzen mit dem außergewöhnlichen Doppelfell, die prompt als Pelztiere gejagt oder vermehrt wurden. DafĂŒr gibt es archĂ€ologische Belege, Quellen benennen „blaue Katzen“.

Unstrittig ist, dass Matrosen die Katzen 1860 nach Großbritannien brachten; dabei dĂŒrfte es sich allerdings bei Weitem nicht um die ersten blauen russischen Katzen gehandelt haben, die auf dem Seeweg nach Europa gelangten. So hatte England bereits im 16. Jahrhundert in Archangelsk eine Handelsniederlassung, sodass zweifellos auch die örtlichen blauen Tiere als Schiffskatzen im Einsatz waren. Dass die auffĂ€lligen Katzen aus dem Norden zeitweilig als Malteserkatze oder Spanische Katze bezeichnet wurden, gibt Hinweise auf ihre Verbreitung, damals natĂŒrlich noch nicht im Kontext einer gezielten Zucht.

Zar Nikolaj I. (Regierungszeit 1825 bis 1855) galt als Liebhaber der blauen Katzen und besaß nachweislich ein weibliches Tier namens Vashka, das das Privileg genoss, in seinem Zimmer schlafen zu dĂŒrfen. Um 1900 waren die Katzen, die nun offiziell als Russisch Blau bezeichnet wurden, sowohl am russischen Zarenhof als auch in britischen Adelskreisen beliebt. Im Jahr 1901 beschenkte der Zar die britische Königin Victoria mit einem Russisch Blau-Zuchtpaar. Victorias Sohn Edward VII. ĂŒbernahm den Vorsitz des ersten britischen Russisch Blau-Zuchtverbandes.

Die Russisch Blau war bereits im Jahr 1871 in London auf einer Ausstellung prĂ€sentiert worden, damals allerdings noch als Variante blauer Kurzhaarkatzen. Das Ă€nderte sich indes mit der systematischen Zucht in England: 1912 wurde die Katze in einer eigenen Klasse gefĂŒhrt. 1937 erhielt die Russisch Blau den Status als eigenstĂ€ndige Rassekatze; in den Jahren davor lief sie als Variante von Britisch Kurzhaar.

Allerdings hĂ€tte die Geschichte der Russisch Blau schon wenige Jahre spĂ€ter fast ein Ende gefunden, denn der Zweite Weltkrieg warf die Katzenzucht stark zurĂŒck. Engagierten ZĂŒchtern, vornehmlich in Großbritannien und Skandinavien, gelang es, durch Einkreuzungen von EuropĂ€isch Kurzhaar, Britisch Kurzhaar und Siamkatzen mit blauer Pointierung die Rasse zu erhalten. Diese Verpaarungen schlugen sich im Erscheinungsbild der Tiere nieder, was eine Überarbeitung des gĂŒltigen Rassestandards erforderlich machte. Ab den Sechzigerjahren gewann die Rasse wieder zunehmend an PopularitĂ€t.

Moderne Zuchttypen

Im Laufe der neueren Zuchtgeschichte haben sich beim Versuch, den „Siam-Touch“ wieder aus dem Erscheinungsbild der Russisch Blau herauszuzĂŒchten, international verschiedene Typen der Russisch Blau-Katze etabliert. Diese zeigen im Körperbau, aber auch im Charakter deutliche Abweichungen.

  • Englischer Typ: Die Russisch Blau-Katzen dieser Linie sind mittelblau und haben eine krĂ€ftige Statur. Die Ohren stehen vertikal, auf der Temperamentskala liegen die Tiere im Mittelmaß.
  • Amerikanischer Typ: Das Fell ist merklich heller und wirkt fast silbrig. Die Ohren haben die Form eines gleichseitigen Dreiecks, die Katze selbst ist von mittlerer GrĂ¶ĂŸe. AuffĂ€llig sind die Kontaktfreude und die Menschenfreundlichkeit der amerikanischen Russisch Blau.
  • Sibirisch-skandinavischer Typ: Die Katzen sind sehr dunkel (annĂ€hernd anthrazitfarben), die Ohren stehen etwas weiter auseinander. Die Katzen sind insgesamt etwas kleiner und gelten als zurĂŒckhaltend bis scheu.

In Europa versuchen ZĂŒchter verstĂ€rkt, durch Kreuzungen von Katzen der unterschiedlichen Linien zugunsten der genetischen Vielfalt einen weiteren Typus zu fördern: die mitteleuropĂ€ische Russisch Blau. FĂŒr diese „Mischform“ gibt es zurzeit allerdings noch keinen angepassten Rassestandard.

Russisch Blau ruhiger Artgenosse

Russisch Blau: Charakter

Manche Rassekatzen sind nimmermĂŒde Action-Tiger, die Schwung ins Haus bringen und stĂ€ndig im Mittelpunkt stehen mĂŒssen. Ganz anders die Russisch Blau-Katze, sobald sie aus dem KĂ€tzchenalter heraus ist. Erwachsene Tiere haben gern ihre Ruhe. Um MissverstĂ€ndnissen vorzubeugen: NatĂŒrlich sind auch ausgewachsene Katzen dieser Rasse aktiv und schĂ€tzen das regelmĂ€ĂŸige Spiel mit ihren Artgenossen und Dosenöffnern. Eine Russisch Blau zu halten, bedeutet also nicht, dass du dich nicht ums „Entertainment“ zu kĂŒmmern brauchst.

Allerdings lassen die silbergrauen Samtpfoten es vergleichsweise ruhig und unaufgeregt angehen. Zu viel Trubel oder stĂ€ndige VerĂ€nderungen in ihrer Umgebung mag die Russisch Blau nicht. Im Gegenteil: Ein möglichst minutiös strukturierter Tagesablauf und Routinen kommen ihrem Naturell entgegen. Dazu gehören feste FĂŒtterungszeiten genauso wie PĂŒnktlichkeit beim Reinigen der Katzentoilette.

Ausgewachsene Russisch Blau-Katzen sind nur mĂ€ĂŸig aktiv, nicht sonderlich gesprĂ€chig und miauen wenig. Sie empfehlen sich somit als ideale Mitbewohner in der Mietwohnung, insbesondere in hellhörigen HĂ€usern mit lĂ€rmempfindlichen Nachbarn. Eine Besonderheit der Russisch Blau ist ihre hohe Intelligenz. Die Katzen gelten als sehr clever. Das befĂ€higt sie zu verblĂŒffenden Leistungen wie dem selbststĂ€ndigen Öffnen von SchranktĂŒren.

Russisch Blau-Katzen und Menschen

Russisch Blau halten sich im Allgemeinen immer prĂ€sent, aber diskret im Hintergrund. Ihren Dosenöffnern gegenĂŒber erweist sich die Katze als klug und sehr anhĂ€nglich. Allerdings musst du dir das Vertrauen der anfĂ€nglich oft reserviert wirkenden Katze zunĂ€chst geduldig erarbeiten. Eine Russisch Blau wĂ€hlt bewusst aus, wem sie ihre Gunst schenkt.

Bei Fremden oder Besuchern gehen Russisch Blau tendenziell zunĂ€chst auf Distanz. Die Silbertatze ist eben stolz und wĂ€hlerisch wie eine Diva. Eine Russisch Blau kann entsprechend zuweilen regelrecht „arrogant“ wirken. Keine Sorge: Ist das Eis erst einmal gebrochen, zeigen die Katzen ihre liebenswerte, zutrauliche und schmusige Seite.

Hast du dich ihrer wĂŒrdig erwiesen, ist die Russisch Blau anhĂ€nglich, treu und loyal. Die Tiere konzentrieren sich stark auf ihre Bezugspersonen, folgen ihnen wie ein Schatten und schlafen mitunter auch gern im selben Bett. Allerdings behalten sie bei all dem eine gewisse Eigenwilligkeit bei und tun nicht immer, was ihr Mensch gerade erwartet.

Russisch Blau sind ĂŒblicherweise freundliche Tiere, die sich hervorragend fĂŒr Haushalte mit nicht zu temperamentvollen Kindern und ganz besonders fĂŒr Senioren eignen. Auch mit anderen Haustieren sind die Katzen im Allgemeinen gut vertrĂ€glich.

Steckbrief Russisch Blau

Rasse
Russisch Blau
Herkunft
Russland
GrĂ¶ĂŸe
mittelgroß; Schulterhöhe bei Katzen 20 bis 30 Zentimeter, bei Katern 30 bis 40 Zentimeter
Gewicht
Katze 2,5 bis 4 Kilogramm, Kater 4 bis 6 Kilogramm
Körperbau
muskulös, mittelschlank, kleine Pfoten, hohe Beine
Kopfform
kantig, große Ohren, typisches „LĂ€cheln“ durch das auffĂ€llige Schnurrhaarkissen
Augen
mandelförmig, leuchtend grĂŒn bis smaragdfarben
Fell und Farbe
Doppelfell in einfarbig schimmerndem Grau mit ausgeprÀgtem, durch die farblosen Haarspitzen erzeugten Silberschimmer
Fellpflege
wöchentliches BĂŒrsten
Besonderheiten
sehr sensibel, keine AnfÀngerkatze, braucht intensiven Kontakt zur Bezugsperson
Charakter
ruhig, verspielt, anhÀnglich und intelligent

Russisch Blau: Haltung

Eine Russisch Blau ist eine angenehme Mitbewohnerin. Sie ist ruhig und unaufdringlich, neigt nicht dazu, Dinge vom Regal zu werfen oder an Möbeln und Tapeten zu kratzen. Sie ist ihren Menschen gegenĂŒber verspielt und verschmust. Bei den allgemeinen Haltungsempfehlungen gibt es daher keine nennenswerten Unterschiede zu anderen Katzenrassen. Die folgenden Dinge solltest du beachten.

Freigang oder Stubentiger?

Sind Russisch Blau Katzen FreigĂ€nger? Diese Frage kommt womöglich auf, wenn du in einer Gegend wohnst, in der Katzen gut die Umgebung erkunden könnten. Generell spricht nichts dagegen, einer Russisch Blau Freigang zu ermöglichen. Allerdings ist der Drang dieser Rassekatzen, sich im Freien umzusehen, eher mĂ€ĂŸig ausgeprĂ€gt. Dazu kommt, dass die sensiblen Samtpfoten sich durch LĂ€rm, fremde Umgebungen und Unvorhergesehenes schnell verunsichern lassen. Straßenverkehr und LĂ€rm könnten die ruheliebende Katze verĂ€ngstigen.

Aber ist die Russisch Blau eine Wohnungskatze? Dank ihres ruhigen Naturells ist die Russisch Blau als Wohnungskatze zufrieden, vor allem, wenn ein gesicherter Balkon oder Zugang zu einem Katzengehege im Garten vorhanden ist.

Russisch Blau vergesellschaften

Kann man eine Russisch Blau allein halten? Generell ist die Einzelhaltung von Katzen nur in wirklich gewichtigen und speziellen AusnahmefĂ€llen vertretbar. Ansonsten gilt: Keine Katze ist gern allein, selbst wenn ihr Dosenöffner stĂ€ndig in der NĂ€he wĂ€re. Eine Russisch Blau allein halten solltest du also auf keinen Fall. Mindestens einen weiteren Sofatiger benötigt sie als Gesellschaft. GegenĂŒber Artgenossen ist sie freundlich und gut vertrĂ€glich.

Allerdings solltest du möglichst darauf achten, dass die Partnermieze in Bezug auf KörpergrĂ¶ĂŸe und Temperament mit der blauen Diva harmoniert. Eine extrovertierte Plaudertasche wie eine Siamkatze oder eine ĂŒberlegene Riesin wie eine Norwegische Waldkatze wĂ€re fĂŒr die ruhige Russin auf Dauer sicher recht anstrengend. Kompatible Katzencharaktere findest du eher bei Rassen wie Scottish Fold, Britisch Kurzhaar oder Perserkatzen.

Zusammenleben mit der Russisch Blau

Unverzichtbar ist auch im Mehrkatzenhaushalt die Zuwendung des Menschen. RegelmĂ€ĂŸige Streicheleinheiten und Spiele sind ein Muss. Als Katzenspielzeug eignen sich neben Klassikern wie Katzenangeln und SpielmĂ€usen auch Intelligenzspielzeuge wie Fummelbretter, die der Schlauheit der Katze entgegenkommen. Manche Russisch Blau lĂ€sst sich fĂŒr Clickertraining interessieren.

Derartige regelmĂ€ĂŸige BeschĂ€ftigung ist wichtig, damit das Tier seine Cleverness nicht aus Langeweile fĂŒr Unfug nutzt. Bei Tieren, die lĂ€ssig Schubladen und TĂŒren öffnen können, besteht diesbezĂŒglich eine Menge Potenzial.

Was Kratzbaum und Co. betrifft, benötigt die Katze natĂŒrlich und gerade als Wohnungskatze ausreichend Möglichkeiten zum Klettern und Krallenwetzen. Trotz ihrer beachtlichen Sprungkraft sind Russisch Blau-Katzen sehr vorsichtig – um PorzellanschĂ€den musst du dich nicht sorgen, wenn sie auf Entdeckungsreise gehen. Wichtig ist fĂŒr die Russisch Blau darĂŒber hinaus ein bequemer Katzenschlafplatz an einem ruhigen Ort, an den sie sich zurĂŒckziehen kann, wenn sie ihre Ruhe braucht.

Warum ist die Russisch Blau keine AnfÀngerkatze?

Russisch Blau-Katzen sind ruhig, vorsichtig und lassen sich gut erziehen. Allerdings sind sie im Vergleich zu manch anderer Katzenrasse ausgesprochen sensibel und wĂ€hlerisch. Sie können ein divenhaftes Verhalten an den Tag legen, wenn ihnen etwas missfĂ€llt. Außerdem kann es eine Weile dauern, bis die Katze „auftaut“ und dich zu ihrem Lieblingsmenschen erklĂ€rt.

Sie gelten daher nicht als beste Wahl fĂŒr Einsteiger in die Katzenhaltung. Du benötigst im Umgang mit der Katze viel Geduld, einen gewissen Erfahrungsschatz, Frustrationstoleranz und „KatzengespĂŒr“, um zu erkennen, was deine Russisch Blau will und warum sie sich in einer bestimmten Weise verhĂ€lt.

Pflege der Russisch Blau

Russisch Blau-Katzen sind, graziöse, langbeinige Kurzhaarkatzen von mittlerer GrĂ¶ĂŸe. Die Struktur ihres Fells ist einzigartig: Nur bei dieser Katzenrasse sind Unterwolle und Deckhaar gleich lang. Das fĂŒhrt dazu, dass der Pelz absteht, was der Katze ein „plĂŒschiges“ Aussehen verleiht.

Eine sonderlich aufwendige Fellpflege benötigt die Russisch Blau jedoch nicht. Es genĂŒgt, sie einmal wöchentlich mit einer weichen BĂŒrste zu bĂŒrsten. Das dient nicht nur der Fellpflege: Dein Sofalöwe wird es auch als besondere Wellness und Streicheleinheit genießen.

Kontrollieren solltest du regelmĂ€ĂŸig die Ohren und Krallen. Wetzen sich Letztere nicht ausreichend ab, mĂŒssen sie gegebenenfalls gelegentlich gekĂŒrzt werden. In der Tierarztpraxis erfĂ€hrst du, wie das geht. Dort solltest du ohnehin einmal im Jahr fĂŒr eine Check-up-Untersuchung vorbeischauen.

Was muss ich bei der ErnÀhrung der Russisch Blau beachten?

Russisch Blau-Katzen stellen keine speziellen Anforderungen an ihre ErnĂ€hrung. Mit hochwertigem Katzenfutter mit hohem Fleischanteil bist du auf der sicheren Seite. Allerdings tendieren Russisch Blau dazu, zu viel zu fressen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Behalte den Appetit und das Gewicht der Katze gut im Blick, denn eine gewisse Neigung zu Übergewicht ist eine kleine SchwĂ€che dieser Rasse.

Sind Russisch Blau-Katzen fĂŒr Allergiker geeignet?

Wie stark haaren Russisch Blau? Das ist eine Frage, die sich besonders Katzenfreunde mit Allergien stellen. Bekanntlich sitzen die Allergene, die eine Katzenhaarallergie auslösen (hier: das Protein Fel d 1) im Speichel und den Hautschuppen des Tieres. Sie können ĂŒber das Haaren weitflĂ€chig verteilt werden. Russisch Blau-Katzen verlieren allerdings kaum Haare und produzieren selbst insgesamt eine geringere Menge des besagten Proteins.

Die Haltung einer Russisch Blau bei Allergie ist daher unter UmstĂ€nden vertretbar, sofern die Überempfindlichkeit nur moderat ausgeprĂ€gt ist. Lass dich bitte unbedingt von deinem Hausarzt oder Allergologen beraten, bevor du dir eine Katze anschaffst!

Russisch Blau Nahaufnahme

Farben der Russisch Blau

Der Name ist Programm: Russisch Blau-Katzen gibt es nur in einer einzigen speziellen Farbe, die ein elementares Rassemerkmal darstellt. Was fachsprachlich bei Katzen als „Blau“ bezeichnet wird, ist tatsĂ€chlich ein krĂ€ftiges Grau (was wiederum ein verdĂŒnntes Schwarz ist). Die Farbe kommt in verschiedenen Nuancen vor, erwĂŒnscht ist ein mittleres Graublau mit Schimmer, das ganz gleichmĂ€ĂŸig und ohne Schattierungen ausgeprĂ€gt ist.

Der Zuchtstandard gestattet nur einfarbig blaugraue und graue Tiere. Charakteristisch ist ein silberner Schimmer des Fells, der durch einen optischen Effekt zustande kommt. Die einzelnen Haare der Russisch Blau-Katze haben eine farblose Spitze, am Haaransatz hingegen sind die Haare grau. Der Fachbegriff fĂŒr dieses PhĂ€nomen lautet Tipping. Entsprechend dem Lichteinfall entsteht ein leicht metallischer Effekt.

Wissenswert:

Ab den 1970er-Jahren versuchten KatzenzĂŒchter, durch die Einkreuzung andersfarbiger Katzen (vornehmlich schwarz und weiß) weitere Farbvarianten bei Russisch Blau-Katzen zu etablieren. Allerdings sind diese abweichenden FarbschlĂ€ge international nur vereinzelt von KatzenzuchtverbĂ€nden anerkannt. Weiße beziehungsweise schwarze Russisch Blau-Katzen sind vorwiegend in Neuseeland und Australien zu finden.

Fellzeichnungen

Was Muster im Fell betrifft, ist der Rassestandard rigoros: Es sind keine Abweichungen erlaubt. Zeichnungen, Abzeichen oder Flecken sind nicht erwĂŒnscht und Ausschlusskriterium fĂŒr die Zucht.

Allerdings ist eine „Geisterzeichnung“ in Form von Tigerstreifen oder Tupfen (Tabby-Muster) bei Russisch Blau-Kitten ganz normal. Die Muster verschwinden im Laufe des ersten Lebensjahres und ein einfarbiges Fell bleibt zurĂŒck.

Augenfarbe

Die Augen der Russisch Blau sind nur in einer Farbe zulĂ€ssig: SmaragdgrĂŒn. Diese Farbe haben die Katzenaugen allerdings nicht von Anfang an: Wie alle BabykĂ€tzchen startet die Russisch Blau mit blauen Augen ins Leben. Bis zum zweiten Lebensjahr wechselt die Farbe zum bekannten GrĂŒn, gegebenenfalls mit einer „Zwischenstufe“ ĂŒber Ocker beziehungsweise Gelb.

Wissenswert:

Bei flĂŒchtigem Hinsehen ist es leicht, Russisch Blau-Katzen mit anderen silberblauen Rassekatzen zu verwechseln. Die Unterscheidung von KartĂ€userkatzen ist einfach, denn diese haben keine grĂŒnen, sondern orange- oder bernsteinfarbene Augen. Die ursprĂŒnglich aus Thailand stammende Koratkatze hat eine deutlich andere Kopfform, ein anliegendes Fell und wirkt weniger muskulös als die Russin. Wenn du denkst, eine langhaarige Russisch Blau vor dir zu haben, dĂŒrfte es sich um eine Nebelung handeln.

Besonderheiten der Russisch Blau

Der ruhige Charakter der Russisch Blau muss heranreifen und verĂ€ndert sich wie auch die Baby-Fellzeichnung und Augenfarbe. Als Kitten sind Russisch Blau-Katzen kleine Wirbelwinde – mit dem Alter setzt sich das Temperament. Wenn du deine Samtpfote adoptierst, wandelt sie sich innerhalb der ersten beiden Lebensjahre vom quirligen Chaostiger zur besonnenen Samtpfote, an der du lange Zeit deine Freude hast: Die Lebenserwartung einer Russisch Blau liegt (vorbehaltlich Erkrankungen) zwischen 13 und 17 Jahren. Gelegentlich erreichen einzelne Tiere das biblische Katzenalter von 20 Jahren und mehr.

Gibt es rassetypische Krankheiten?

Bei den Russisch Blau-Katzen handelt es sich im Ursprung um eine ĂŒber Jahrhunderte nativ etablierte Naturrasse. Da bei spĂ€terer systematischer Zucht durch Einkreuzungen von anderen Kurzhaar-Rassen Auffrischungen des Genpools erfolgten, gilt die Russisch Blau als eine Katzenrasse, bei der keine besonderen PrĂ€dispositionen fĂŒr typische Erberkrankungen bekannt sind. Sie hat eine robuste Gesundheit, ist aber natĂŒrlich nicht gefeit vor typischen Katzenkrankheiten und Altersbeschwerden.

Wo kann ich eine Russisch Blau-Katze kaufen?

Mit einer Russisch Blau wĂ€hlst du dir eine hierzulande verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig seltene Rassekatze aus. In den Rankings der verbreitetsten Katzenrassen in Deutschland taucht die Russisch Blau nicht in den Top 20 auf. Du entscheidest dich also fĂŒr eine exklusive Hausgenossin.

Seriöse Russisch Blau-ZĂŒchter findest du in den Mitgliederverzeichnissen renommierter VerbĂ€nde, zum Beispiel beim 1. DEKZV e.V. (1. Deutscher EdelkatzenzĂŒchter-Verband) oder beim Russisch Blau ZĂŒchterverband, einem Zusammenschluss von ZĂŒchtern unter dem Dach der FIFe (FĂ©dĂ©ration Internationale FĂ©line). Bei einem eingetragenen ZĂŒchter hast du in der Regel nach Absprache die Gelegenheit, dich vor Ort von den Herkunftsbedingungen zu ĂŒberzeugen und die Elterntiere kennenzulernen.

Kalkuliere fĂŒr eine Russisch Blau einen Preis zwischen 500 und 1.200 Euro, im Einzelfall deutlich höher. Nicht zur Zucht geeignete KĂ€tzchen mit kleinen Schönheitsfehlern (etwa Abzeichen oder kleinen Abweichungen der Augenfarbe) werden gelegentlich zu etwas geringerem Preis als Liebhabertiere abgegeben.

Warum sind Russisch Blau-Katzen so teuer?

Zum einen handelt es sich, wie erwĂ€hnt, bei der Russisch Blau um eine noch nicht allzu weitverbreitete Rasse. Schon die Seltenheit fĂŒhrt zu einem höheren Preis; zudem musst du dich gegebenenfalls auf eine lĂ€ngere Wartezeit einrichten.

Außerdem haben verantwortungsvolle KatzenzĂŒchter generell hohe Unkosten fĂŒr eine optimale Pflege, Versorgung und Gesundheitsvorsorge der Edelkatzen zu tragen. Auch das rechtfertigt einen angemessenen Preis.

Lass dich bitte nicht dazu verleiten, auf dubiose Angebote von Privatleuten zu reagieren. Nicht selten handelt es sich hierbei um Tiere aus zweifelhafter Vermehrung. Jeder Kauf aus solchen Quellen fördert Tierleid.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit bei einer seltenen Rasse geringer ist, kannst du dich alternativ in einem Tierheim in deiner Umgebung nach einem blauen „Notfellchen“ umschauen. Selbst eine edle Russisch Blau kann durch unglĂŒckliche UmstĂ€nde heimatlos werden und dort auf einen liebevollen neuen Menschen wie dich warten.

Wenn dir die Russisch Blau gefĂ€llt, könnten auch diese Rassen etwas fĂŒr dich sein

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