Türkisch Van: agile Halblanghaarkatze mit großem Herz für ihren Menschen

21.01.2026 - Lesedauer: 5 Minuten

Türkisch Van mit braunen Ohren, braunem Schwanz und untypischen gelben Augen sitzt auf dem Boden vor einer blauen Couch.

Die Türkisch Van ist eine Katze Samtpfote mit Temperament und Persönlichkeit - dabei aber menschenbezogen und anhänglich. Ihre charakteristischen blauen Augen können in Kombination mit der weißen Fellfarbe zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die Türkisch Van ist eine freundliche und sanfte Katzenpersönlichkeit. Gleichzeitig hat sie ein neugieriges und verspieltes Wesen. Da die Van-Katze äußerst intelligent ist, findet sie schnell heraus, wie sich Türen, Schränke oder Deckel öffnen lassen, und überrascht ihre Halter immer wieder mit kleinen Streichen. Die türkische Katzenschönheit entwickelt eine starke Bindung zu Menschen und ist nicht gerne alleine. Sie sollte also stets in Gesellschaft einer weiteren Katze gehalten werden.

Der Charakter der Türkisch Van

Katzen der Rasse Türkisch Van sind sanfte und freundliche Wesen, die gerne lautstark mit ihren Menschen reden. Sie sind sehr aktiv, neugierig und ausgesprochen intelligent. Da die eleganten Samtpfoten Menschen, Artgenossen und aber auch Hunden gegenüber offen sind, eignen sie sich hervorragend als Familienkatzen. Die starke Verspieltheit der Türkisch Van, die sie bis ins hohe Alter zeigt, sowie das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit erfordern die Bereitschaft, sich regelmäßig und artgemäß mit der Katze zu beschäftigen.

SteckbriefTürkisch Van

Rasse
Türkisch Van (Halblanghaarkatze)
Herkunft
Türkei, Gegend um den Van-See
Größe
mittelgroß
Gewicht
Katze circa 4,5 bis 6 Kilogramm, Kater circa 6 bis 9 Kilogramm
Körperbau
kräftig mit breiter Brust, buschiger Schwanz, Halskrause
Kopfform
keilförmig, große Ohren mit breiter Basis und gerundeten Spitzen
Augen
blau, bernsteinfarben, verschiedenfarbig
Fell und Farbe
seidiges, leichtes Sommerfell und dickes Winterfell; wasserabweisend; Grundfarbe Weiß mit Flecken am Kopf und am Schwanz; Farben der Zeichnung: Schwarz, Blau, Weiß, Creme, Rot
Fellpflege
regelmäßiges Bürsten
Charakter
freundlich, gesellig, intelligent, anhänglich
Besonderheiten
liebt Wasser, weiße Katzen mit blauen Augen neigen vermehrt zu Blind- und Taubheit, daher gelten sie als Qualzucht
Haltung
bei Wohnungshaltung nicht als Einzelkatze, benötigt viel Platz und Aufmerksamkeit, idealerweise Freigang

Haltung und Pflege

Auch wenn die Türkisch Van an sich pflegeleicht ist, stellt sie in bestimmten Bereichen Ansprüche. Sie ist nicht gerne alleine, liebt es, zu spielen und zu forschen, und möchte entsprechend beschäftigt werden. Die verschmuste Samtpfote sollte in jedem Fall einen Artgenossen an ihrer Seite haben und idealerweise Freigang erhalten. Der Mensch oder die Familie, die sich für eine Van-Katze entscheidet, sollte mit ihr viel Zeit verbringen und ihren Spieltrieb ausreichend befriedigen. Obwohl die Katzenrasse zu den Halblanghaarkatzen gehört, ist das Fell der hübschen Tiere leicht zu pflegen, da es kein Unterfell aufweist.

Bei den reinweißen Zuchtformen mit gesundheitlichen Einschränkungen ergeben sich im Alltag besondere Herausforderungen aufgrund der Sinneseinschränkungen. Passe daher Fütterung, Spiel und Beschäftigung an die Fähigkeiten deiner Katze an. Biete deiner Katze zum Beispiel die Möglichkeit, sich ihre Futterration beim sogenannten Activity-Feeding auf spielerische und artgerechte Weise zu erarbeiten. So sorgst du für Beschäftigung, kognitive Abwechslung und mehr Bewegung im Alltag. Beachte außerdem die Gefahren im Freigang: Lass sie nur unter Aufsicht oder in einem gesicherten Bereich nach draußen.

Farbe

Das Fell der Türkisch Van ist in der Grundfarbe zu 80 Prozent weiß oder cremefarben. Nur die Bereiche der Ohren und des Schwanzes sind andersfarbig gezeichnet. Alle Zuchtvereine erlauben dabei die Farben Rot und Creme. Blau und Schwarz werden zuweilen als zugelassene Farben mit den dazugehörigen Schildpattfarben anerkannt. Es gibt auch weiße Van-Katzen ohne Zeichnung.

Reinweiße Türkisch Van – wie auch andere reinweiße Katzen – können taub oder blind sein. Besonders betroffen sind Tiere mit blauen Augen. Das Risiko für Taubheit ist bei weißen Katzen deutlich erhöht, da das für die Fellfarbe verantwortliche Gen auch die Entwicklung des Innenohrs beeinflusst. Neben Hörverlust können zudem Sehstörungen und ein erhöhtes Risiko für Hauttumore auftreten. Diese gesundheitlichen Probleme beeinträchtigen das Wohlbefinden und die artgerechte Lebensweise der Katzen erheblich. Die Zucht von Katzen mit erblich bedingten Merkmalen, die Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen – wie etwa Taubheit bei weißen Katzen – gilt als Qualzucht und ist in Deutschland verboten bzw. wird von Fachgremien nicht empfohlen.

Bei Türkisch Van mit andersfarbig gezeichneten Ohren und Schwänzen besteht im Gegensatz zur reinweißen Züchtung kein erhöhtes Risiko für Blindheit oder Taubheit. Blaue Augen wiederrum erhöhen jedoch das Risiko für diese gesundheitlichen Probleme.

Qualzucht-Hinweis

Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.

Das 1999 im Auftrag der Bundesregierung und unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes erstellte „Qualzuchtgutachten“ empfiehlt ein Zuchtverbot für haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) und weitere, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau (sehr langer Rücken, stark verkrümmte Beine, Wirbelsäulenveränderungen, übermäßiges Fellwachstum usw.) ein gesundes Leben unmöglich macht.

Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natürlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeinträchtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung für eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berücksichtigen.

Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv für das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.

Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, Schuldgefühle zu wecken, sondern durch informative Beiträge darüber aufzuklären und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen.

Geschichte der Türkisch Van

Die Türkisch Van stammt, wie der Name vermuten lässt, aus der Türkei und ist dort im Gebiet um den Van-See beheimatet. Bis 1955 war die Katzenrasse außerhalb der Türkei recht unbekannt, obwohl die Tiere in Ostanatolien schon seit mehreren Tausend Jahren leben, wie Relikte aus einer Schlacht der Römer gegen die Armenier belegen. Im Jahr 1955 nahmen zwei Britinnen ein Van-Katzenpaar mit in ihre Heimat und begannen mit der Zucht. Die erste Anerkennung der Türkisch Van als Rasse erfolgte 1969.

Besonderheiten

Die türkische Rassekatzenart weist besondere Eigenheiten auf: Während die meisten Katzen in der Regel über bis zu drei Katzenhaarsorten verfügen, besitzt die Türkisch Van im Winter und im Sommer nur jeweils eine Haarart. In der warmen Jahreszeit ist das Fell ganz seidig, leicht und weich und in der kalten besonders dicht und wärmend.

Das Fell ist zudem wasserabweisend. Der Grund: Die Van-Katze ist kein bisschen wasserscheu, vielmehr spielt sie mit Begeisterung im und mit dem kühlen Nass. In ihrer Heimat ist sie eine begnadete Fischfängerin. Dementsprechend sollte der Halter einer Türkisch Van penibel darauf achten, offene Wasserstellen in der Wohnung zu sichern. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die türkische Schönheit versucht, im Aquarium zu angeln, oder sich am offenen WC vergreift, was mitunter lebensgefährlich für das Tier werden könnte. Trotzdem kann man der Katze auch Beschäftigungen mit Wasser unter Aufsicht anbieten.

Bei der Auswahl einer Türkisch Van sollte auf die Fellfarbe und mögliche gesundheitliche Einschränkungen geachtet werden. Von der Zucht reinweißer Tiere ist aus Tierschutzgründen dringend abzuraten, da die Sinneseinschränkungen und die daraus resultierenden Probleme bei der Orientierung in der Umwelt, beim Jagdverhalten und bei der Pflege der Sozialkontakte als Qualzuchtmerkmale gelten.

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