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Heuschnupfen beim Hund: Was du gegen die lästige Pollenallergie tun kannst

11.04.2024 - Lesedauer: 7 Minuten

Weimaraner auf blühender Wiese

Hunde genießen es, auf blühenden Wiesen herumzutoben. Wenn dein Hund Heuschnupfen hat, braucht er jetzt deine Hilfe.

Endlich Frühling! Es grünt und blüht, doch deinen Hund juckt es überall und die Nase kribbelt? Hat er dabei auch noch gerötete, tränende Augen, liegt ein Verdacht nah: Heuschnupfen. Die Allergie gegen Gräser-, Kräuter- und Baumpollen macht auch vor unseren Vierbeinern nicht halt. Wir erklären, wie du deinem Liebling durch die Heuschnupfenzeit hilfst und wie ihr trotzdem den Frühling genießen könnt.

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Was ist Heuschnupfen beim Hund?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Gräser-, Kräuter- oder Baumpollen, daher nennt man den Heuschnupfen auch Pollenallergie. Wie bei allen Allergien handelt es sich um eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen körperfremden, meist harmlosen Umweltstoff, ein sogenanntes Allergen. In diesem Fall sind das die Pflanzenpollen oder genauer gesagt bestimmte Eiweiße, die in den Pollen enthalten sind.

Reagiert dein Hund allergisch auf Pflanzenpollen, passiert Folgendes: Gelangen die Eiweiße in den Pflanzenpollen in die Schleimhäute von Augen, Nase oder Rachen, wird im Hundekörper das Gewebshormon Histamin ausgeschüttet. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Abwehr körperfremder Stoffe und fungiert als Botenstoff. So reizt es zum Beispiel die Nervenenden, was bei deinem Hund zu Juck- und Niesreiz führt. Außerdem erweitert Histamin die Blutgefäße – so röten sich die Augen. Es bewirkt auch, dass die Schleimhäute mehr Flüssigkeit produzieren, was zu tränenden Augen und einer laufenden Nase führt.

Wie äußert sich eine Pollenallergie beim Hund?

Niesen und tränende Augen sind Leitsymptome für eine Pollenallergie beim Menschen – was wohl auch zu der Bezeichnung Heuschnupfen geführt haben mag. Aber anders als bei von Heuschnupfen geplagten Menschen äußert sich die Pollenallergie beim Hund in den meisten Fällen über die Haut.

Dein Hund entwickelt Hautausschläge an den Pfoten, am Bauch und im Gesicht – den Körperteilen, die beim Springen über blühende Wiesen am meisten mit den Allergenen in Kontakt kommen – und leidet unter einem quälenden Juckreiz. Viele Hunde lecken sich die Pfoten wund oder kratzen die betroffenen Stellen auf, was zu entzündeten, teilweise kahlen Hautstellen führt. Dort erkennst du vielleicht auch Pusteln und Quaddeln oder Hautverfärbungen.

Ohrenentzündungen treten ebenfalls häufig als Symptom auf. Kratzt dein Hund sich vermehrt an den Ohren, schiebt er sein Ohr zum Beispiel am Teppich entlang, schüttelt er häufig den Kopf oder hält er den Kopf schief, solltest du seine Ohren untersuchen. Ein geschwollener, geröteter Gehörgang, Beläge und ein unangenehmer Geruch sind deutliche Hinweise auf einer Ohrenentzündung, die du umgehend tierärztlich abklären lassen musst.

Tränende, gerötete Augen und Niesen mit Nasenausfluss können ebenfalls auftreten. Da die Pollen nicht nur über die Haut resorbiert werden, sondern auch eingeatmet werden, können auch die Schleimhäute in den Atemwegen anschwellen. Dies kann zu pfeifenden Atemgeräuschen und in Extremfällen sogar zu Atemnot führen und muss umgehend tierärztlich abgeklärt werden.

Übrigens: Bestimmte Rassen sind besonders häufig betroffen, wie die Französische Bulldogge oder der Golden Retriever. Meist tritt eine Pollenallergie erstmalig im Alter zwischen ein und vier Jahren auf.

Heuschnupfen-Symptome beim Hund im Überblick

  • Hautausschläge an den Pfoten, am Bauch und im Gesicht
  • Starker Juckreiz
  • Kahle Stellen im Fell
  • Entzündete Hautstellen
  • Belecken der Pfoten
  • Ohrenentzündung
  • Niesreiz und Nasenausfluss
  • Reiben der Augen
  • Tränende, gerötete Augen
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • In seltenen Fällen: allergisches Asthma

Wie wird Heuschnupfen beim Hund diagnostiziert?

Der Verdacht auf Heuschnupfen drängt sich besonders dann auf, wenn die Probleme isoliert im Frühjahr auftreten. Im Gegensatz zu vielen anderen Allergien, wie zum Beispiel einer Futtermittelallergie, kann eine Pollenallergie sehr gut durch eine Blutuntersuchung oder einen Hauttest festgestellt werden. Der Hauttest ist ein sogenannter Intrakutantest, der dem Prick-Test in der Humanmedizin stark ähnelt. Er dauert in etwa eine Stunde und kann bei entspannten Hunden ohne Sedierung durchgeführt werden. Deinem Hund werden dabei verschiedene Allergene unter die Haut gespritzt. Dann wird die Hautreaktion beobachtet. So lassen sich bei der Pollenallergie die einzelnen Allergene, auf die dein Hund reagiert, sehr gut feststellen, was ein großer Vorteil für die Therapie ist.

Wie wird eine Pollenallergie beim Hund behandelt?

Allergien sind nicht heilbar, daher zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu lindern. Die Behandlung besteht aus mehreren Säulen, wobei der Vermeidung der jeweiligen Allergene eine große Bedeutung zukommt. Deswegen ist auch der Intrakutantest so sinnvoll: Weißt du, auf welche Gräser-, Baum- oder Kräuterpollen dein Hund allergisch reagiert, kannst du diese Pollen gezielt meiden.

Bei einer Pollenallergie kann eine Hyposensibilisierung funktionieren. Dabei wird dein Hund gezielt und unter Aufsicht einer kleinen Menge an Allergenen ausgesetzt. Die Idee dahinter ist, dass sich das Immunsystem langsam an den Reiz gewöhnt. So entsteht langsam eine Toleranz, und die Empfindlichkeitsschwelle auf das Allergen wird nach und nach angehoben. Im besten Fall treten die Symptome dann nur noch in verminderter Form auf.

Zur symptomatischen Behandlung kommen Antihistaminika und niedrig dosierte Kortison-Präparate zum Einsatz. Ein Antihistaminikum schwächt die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin ab oder hebt sie komplett auf, indem es Histamin-Rezeptoren blockiert oder die Rezeptoraktivität senkt. Die überschießende Immunreaktion wird also abgemildert. Es gibt auch einige homöopathische Präparate, die unterstützend helfen können. Für alle Medikamente gilt aber, dass sie tierärztlich verordnet werden müssen!

In seltenen Fällen, wenn die  Immunreaktion besonders schwer ausfällt, musst du ein Notfall-Allergie-Set anschaffen und immer dabeihaben, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist. Es besteht in aller Regel aus einem Kortison-Präparat, einem Antiallergikum und einem Adrenalin-Pen. Das trifft aber nur auf schwerste Allergiker zu, die sonst einen anaphylaktischen Schock erleiden könnten.

Beagle ruht sich aus

Wie kannst du deinem Hund bei Heuschnupfen helfen?

Am besten, indem du eine konsequente Vermeidungsstrategie verfolgst. Das funktioniert nur dann, wenn du die Allergene kennst, auf die dein Hund allergisch reagiert. Dieses Ergebnis liefert dir ein tierärztlicher Intrakutantest.

Sind die Allergene bekannt, kannst du dir einen Pollenflugkalender besorgen, der dir zeigt, wann die Pollenbelastung am stärksten ist. Es gibt auch einige Apps, die sehr praktisch sind: Dort gibst du deinen Standort und die Pollen, auf die dein Hund allergisch reagiert, ein und die App informiert dich über die aktuelle Pollenflug-Lage. Manche warnen auch vor besonders starkem Pollenflug. So kannst du prima planen, wann ihr am besten Gassi geht oder die Wohnung lüftet. Installierst du Pollenflug-Filter in deinen Fenstern, bist du beim Lüften flexibler. Besonders rein und pollenfrei ist die Luft übrigens während oder unmittelbar nach einem Regenschauer.

Kommt ihr von einem Spaziergang zurück, hilft es, wenn du die Kleidung wechselst, da auch diese mit Pollen belastet ist. Die Pollen im Fell deines Lieblings beseitigst du, indem du ihn gründlich bürstest und danach mit einem feuchten Tuch abreibst.

Auch Hygiene hilft: Sauge und wische deine Wohnung in der Zeit des stärksten Pollenflugs am besten täglich. Auch Hundebettchen und Liegekissen solltest du jetzt häufiger waschen. Leidet dein Hund unter einer starken Pollenallergie, kann auch ein Bad mit einem hypoallergenen Shampoo helfen. Kläre dies aber in der Tierarztpraxis deines Vertrauens ab. Leidet dein Hund unter Ausschlägen, kann das Bad kontraproduktiv sein. Und selbst wenn nicht: Zu häufige Bäder können den natürlichen Hautschutzfilm schädigen. Stärken kannst du diesen Hautschutzfilm, indem du Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, zum Beispiel in Form von Lein- oder Fischöl, das du über das Futter deines Lieblings gibst, in den Speiseplan integrierst. Das ist besonders sinnvoll, wenn sich die Allergie bei deinem Hund besonders über die Haut zeigt. Dann können auch Präparate mit Biotin und anderen B-Vitaminen unterstützend zum Einsatz kommen. Aber nicht vergessen: Lass alle Präparate, die du deinem Hund verabreichst, tierärztlich abklären!

Auch euer Hundefutter gehört auf den tierärztlichen Prüfstand: Manche Nahrungsmittel haben einen hohen Histamingehalt oder begünstigen die Ausschüttung von Histamin im Körper. Zum Beispiel haben bestimmte Tiermehle einen extrem hohen Histamingehalt.

  • Besorge dir einen Pollenflug-Kalender oder eine Pollenflug-App und verlege eure Gassirunden auf pollenflugarme Zeiten.
  • Bürste deinen Hund nach dem Gassigehen und reibe ihn mit einem feuchtem Tuch ab.
  • Wechsle deine Kleidung, wenn du von draußen kommst.
  • Verlasse bei starkem Pollenflug die Wohnung nicht mit deinem Hund und halte die Fenster geschlossen.
  • Geht unmittelbar nach einem Regenschauer spazieren – dann ist die Luft besonders pollenfrei.
  • Meidet blühende Wiesen, Felder und Bäume in der Zeit des Pollenflugs.
  • Sauge und wische regelmäßig deine Wohnung und vergiss auch nicht die Polster abzusaugen.
  • Installiere Pollenflug-Filter in deinen Fenstern.
  • Wasche Hundebetten und Kuschelplätze mindestens einmal wöchentlich.
  • Füttere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren zu – zum Beispiel in Form von Lein- oder Fischöl. So stärkst du den natürlichen Hautschutzfilm.
  • Lass euer Hundefutter tierärztlich überprüfen.
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