Darmsanierung beim Hund: So kannst du die Darmflora wieder aufbauen
10.01.2026 - Lesedauer: 8 Minuten

Ist der Darm deines Hundes aus dem Gleichgewicht geraten, solltest du die empfindliche Darmflora wieder aufbauen und unterstützen.
Fressnapf | Maxi Zoo – #AIgenerated
Leidet dein Hund unter Durchfall, Verstopfung oder Blähungen? Dann könnte seine Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten sein. Eine Dysbiose lässt sich meist gezielt ausgleichen – liegt jedoch eine Infektion, wie beispielsweise ein Parasitenbefall, vor, ist tierärztliche Behandlung nötig. Erfahre hier, woran du eine gestörte Darmflora erkennst und wie du deinen Vierbeiner unterstützen kannst.
- Was ist ein Mikrobiom und wozu ist es gut?
- Was ist eine Darmsanierung und wozu dient sie?
- Symptome: Wann ist eine Darmsanierung beim Hund sinnvoll?
- Anleitung: Wie funktioniert eine Darmsanierung beim Hund?
- Behandlung: Welche Mittel helfen bei einer Darmsanierung beim Hund?
- Tipps: Wie kann ich den Darm meines Hundes unterstützen?
- Fazit: Darmflora des Hundes stärken als Schutz vor zahlreichen Erkrankungen
Das Wichtigste in Kürze:
- Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung gehören immer zeitnah in tierärztliche Behandlung – unabhängig von der vermuteten Ursache.
- Das Mikrobiom ist ein empfindliches Gleichgewicht „guter“ Bakterien, die bei der Verdauung helfen und das Immunsystem stärken.
- Eine Darmsanierung hilft nur bei Dysbiose (gestörtem Bakteriengleichgewicht) – nicht bei Infektionen oder krankmachenden Keimen.
- Nach Antibiotika, Wurmkuren oder Stress kann eine Darmsanierung bei deinem Hund sinnvoll sein, um das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen.
- Probiotika und Präbiotika, schonende Ernährung und Hausmittel wie Knochenbrühe können unterstützend wirken – aber sollten vorher tierärztlich abgeklärt werden.
Was ist ein Mikrobiom und wozu ist es gut?
Der Darm deines Hundes beherbergt Millionen von Mikroorganismen, die zusammen das sogenannte Mikrobiom (früher „Darmflora“ genannt) bilden. Diese „guten“ Bakterien erfüllen wichtige Aufgaben:
- Sie helfen dabei, Nahrungsbestandteile aufzuschließen und verdaulich zu machen.
- Sie unterstützen die Nährstoffaufnahme.
- Sie stärken das Immunsystem.
Damit das funktioniert, braucht es eine ganz spezielle Mischung aus Mikroorganismen in einem sehr empfindlichen Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, spricht man von Dysbiose. Verdauungsprobleme wie Durchfall, Blähungen oder Verstopfung können die Folge sein.
Symptome ernst nehmen und Tierarztpraxis aufsuchen
Symptome wie Durchfall, Verstopfungen und Erbrechen sollten niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Ganz egal, welche Ursache dahintersteckt, suche unbedingt eine Tierarztpraxis auf, wenn dein Hund unter anhaltenden Beschwerden leidet. Insbesondere bei Welpen, älteren oder kranken Hunden muss schnell gehandelt werden, um einem starken Flüssigkeitsverlust vorzubeugen.
Was ist eine Darmsanierung und wozu dient sie?
Ziel einer Darmsanierung ist es, das natürliche Gleichgewicht im Mikrobiom des Darms wieder herzustellen. Dabei werden gezielt gesunde Mikroorganismen in das Verdauungssystem eingebracht, um eine stabile und gesunde Darmflora zu fördern.
Wichtige Abgrenzung: Eine Darmsanierung beim Hund hilft nur bei einer Dysbiose (gestörtem Gleichgewicht der normalen Darmflora). Sie ist nicht dazu da, krankmachende Keime zu bekämpfen, die die Darmschleimhaut schädigen und echte Infektionen auslösen. Diese Problematik lässt sich nicht durch eine Darmsanierung beheben, sondern bedarf einer tierärztlichen Behandlung.
Gut zu wissen: Dauer der Darmsanierung beim Hund
Wie lange eine Darmsanierung bei Hunden dauert, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gewicht und allgemeinem Gesundheitszustand ab. Bei schlechtem Allgemeinbefinden sollten jedoch unbedingt andere mögliche Erkrankungsursachen abgeklärt werden. In der Regel dauert eine Darmsanierung beim Hund bis zu vier Wochen. Bei einer stark gestörten Darmgesundheit ist meist eine Behandlung mit Probiotika und Präbiotika über mindestens zwei Monate notwendig.
Symptome: Wann ist eine Darmsanierung beim Hund sinnvoll?
Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine gestörte Darmflora beim Hund hindeuten können. So kann bei längerem Durchfall und Verstopfung, starkem Mundgeruch und häufigem Erbrechen eine Sanierung des Darms erforderlich sein. Auch wenn dein Hund vermehrt Kot oder Gras frisst, kann das auf ein Ungleichgewicht der Darmflora hindeuten. Weil viele der Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können, solltest du unbedingt tierärztlichen Rat einholen, bevor du mit einer Darmsanierung beginnst.
Eine Darmsanierung beim Hund kann sinnvoll sein
… nach belastenden Behandlungen:
- nach einem Parasitenbefall (z. B. Giardien)
- nach einer Behandlung mit Antibiotika oder Cortison
- nach einem Wurmbefall
- während der Regeneration nach einer Operation im Magen-Darm-Trakt
- nach Impfungen und dem Einsatz eines Narkosemittels
… bei anhaltenden Beschwerden:
- bei chronischem Durchfall oder Verstopfung (nach tierärztlicher Abklärung)
- bei wiederholten Blähungen
- bei starkem Mundgeruch
- wenn der Hund vermehrt Gras oder Kot frisst
… bei Stress:
- nach langen Reisen
- nach Umzügen oder anderen stressigen Situationen
- bei Allergien (unterstützend zur Hauptbehandlung)
Wann sollte bei einem Hund nach einer Antibiotikabehandlung eine Darmsanierung durchgeführt werden?
Nach einer Antibiotikabehandlung beim Hund ist es ratsam, unmittelbar danach mit der Darmsanierung zu beginnen, um die aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dies kann durch die Gabe von aufeinander abgestimmten Pro- und Präbiotika gelingen, zum Beispiel durch eine angepasste Fütterung. Es ist wichtig, tierärztlichen Rat einzuholen, um spezifische Empfehlungen für deinen Hund zu erhalten.

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Anleitung: Wie funktioniert eine Darmsanierung beim Hund?
Um die natürliche Darmflora des Hundes wieder aufzubauen, sollte eine gesunde Darmflora unterstützt und Stoffwechselendprodukte ausgeschleust werden. Nur dann kann sich der Darm erholen und die Verdauung vollständig regenerieren. Eine Darmsanierung beim Hund besteht daher meist aus mehreren Schritten: Neben der Darmreinigung und dem Aufbau der Darmflora ist zusätzlich eine auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes angepasste Fütterung, die auch die Zugabe von präbiotisch wirkenden Zusätzen (z.B. MOS, FOS, Inulin, Pektine, Zellulose usw.) berücksichtigt, ratsam.
In schwerwiegenden und selten Fällen besteht eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung in einer Kotspende, die jedoch nicht privat durchgeführt werden sollte, sondern stets tierärztlich begleitet werden muss. Dabei wird der Kot eines gesunden Spenderhundes genutzt, um die gestörte Darmflora eines kranken Hundes wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Bist du unsicher, wie du eine Darmsanierung bei deinem Hund durchführen sollst, solltest du vorab in deiner Tierarztpraxis um Rat fragen. Speziell bei Allergien oder Immunschwäche ist nicht jedes Futter und jedes Nahrungsergänzungsmittel förderlich für die Gesundheit des Tieres.
Darmreinigung beim Hund
Für eine Darmsanierung beim Hund werden oftmals Flohsamenschalen oder Heilerde in Kombination mit Zeolithen eingesetzt. Während Flohsamen und Heilerde reich an Ballaststoffen sind, bindet Zeolith Giftstoffe. Um eine Verstopfung zu vermeiden, müssen Flohsamen und Zeolith mit ausreichend Wasser angerührt und vor der Fütterung ausreichend lange quellen gelassen werden. Zudem darf Zeolith aufgrund der bindenden Eigenschaften nicht direkt nach der Gabe von Medikamenten verabreicht werden.
Ernährungsumstellung für einen gesunden Darm beim Hund
Eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora ist häufig auf eine falsche Ernährung zurückzuführen. Normalerweise ist ein Alleinfuttermittel, das zum Lebensabschnitt des Vierbeiners passt, für einen gesunden Hund völlig ausreichend. Vor allem häufige Futterwechsel sowie das Verfüttern von schwer verdaulichen Kauartikeln können jedoch eine Dysbiose begünstigen. Sinnvoll ist daher eine hochverdauliche Nahrung, die unter Umständen mit einem erhöhten Faseranteil gefüttert werden kann. Dies hängt davon ab, welche Darmabschnitte betroffen sind.
Achte darauf, dass eine langsame und schonende Umstellung von Futter und Ernährung erfolgt, am besten über mehrere Wochen. Der Darm des Hundes muss sich erst an die neue Ernährung gewöhnen. Zudem solltest du tierärztlichen Rat einholen, bevor du die Ernährung für deinen Hund umstellst.
Nebenwirkungen einer Darmsanierung beim Hund
In den meisten Fällen hat eine Darmsanierung beim Hund keine Nebenwirkungen. Sie findet parallel zum Füttern statt und soll lediglich dabei unterstützen, die gesunde Balance der Mikroben im Darm wieder herzustellen. Zu wenig Wasser bei Flohsamen, zu hohe Mengen an Prä- und Probiotika oder eine zu schnelle Ernährungsumstellung können Darmbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen jedoch verstärken. Auch um andere Ursachen auszuschließen ist die Rücksprache mit dem Tierarzt oder der Tierärztin ratsam.
Behandlung: Welche Mittel helfen bei einer Darmsanierung beim Hund?
Neben Flohsamen, Heilerde, Joghurt und Sauerkraut gibt es natürliche Antibiotika zur Unterstützung der Darmschleimhaut. Dieser Schritt sollte jedoch nur bei entsprechender Indikation und immer in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt durchgeführt werden.
Hilfreiche Hausmittel zur Darmsanierung beim Hund können beispielsweise sein:
- Öle wie z. B. Kokosöl und Leinöl
- Bierhefe in Pulver- oder Kapselform (hoher Ballaststofflieferant mit Vitamin B)
- Aloe Vera (entzündungshemmende, antibakterielle und entsäuernde Wirkung)
- Blättermagen aus dem Tierhandel
Auch hier ist allerdings wichtig, dass du tierärztlichen Rat einholst, bevor du die Mittel eigenständig deinem Hund verabreichst.
Welche Kräuter helfen bei einer Darmsanierung bei Hunden?
Auch Kräuter wie Thymian, Kurkuma und Oregano wirken antibakteriell und unterstützen die Darmreinigung, jedoch nicht den Aufbau der Darmflora. Bei der Verwendung von Kurkuma solltest du darauf achten, dass das Präparat kein Polysorbat 80 enthält, da dieses gesundheitsschädlich für deinen Hund sein kann und häufig in menschlichen Kurkumaprodukten enthalten ist. Zudem können Brennnesseln in Form von Tee, Kümmel und Pfefferminze sich positiv auf die Darmgegend deines Vierbeiners auswirken.
Doch aufgepasst: Eine Überdosierung der Kräuter kann zu Durchfall und Erbrechen beim Hund führen! Daher füttere sie nicht ohne dies im Vorfeld tierärztlich abzuklären.
Tipps: Wie kann ich den Darm meines Hundes unterstützen?
Um einem Ungleichgewicht der Darmflora bei deinem Haustier vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du den Darm deines Hundes individuell unterstützen kannst.
In besonderen Fällen glutenfreies oder getreidearmes Hundefutter
Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt und für die allermeisten Hunde kein Problem darstellt. In seltenen Fällen kann Gluten jedoch zu einer Unverträglichkeit führen. Gluten kann Beschwerden im Magen-Darm-Trakt auslösen. Eine sogenannte Glutenunverträglichkeit wurde bei einigen Vertretern der Rassen Irish Setter und Border Terrier nachgewiesen.
Präbiotika und Probiotika
Mit sogenannten Prä- und Probiotika kannst du die Darmflora deines Hundes aufbauen. Prä- und Probiotika unterstützen die Darmflora deines Hundes auf unterschiedliche Weise: Probiotika sind erwünschte Bakterienkulturen, die direkt in den Magen-Darm-Trakt eingebracht werden, um sich dort anzusiedeln und das Wachstum nützlicher Bakterien zu fördern. Präbiotika sind fermentierbare, verdauliche Kohlenhydrate, die im Dickdarm das Wachstum erwünschter Bakterienkolonien anregen und so die Darmflora unterstützen.
Die Bakterienkulturen befinden sich in Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut, alternativ gibt es Präbiotika und Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel im Handel. Am besten wählst du ein Präparat aus Pulver, das du einfach in das Futter deines Hundes mischen kannst.
Knochenbrühe
Die Darmgesundheit deines Hundes kannst du auch mit Knochenbrühe unterstützen. Das schonende Kochen der Knochen setzt wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe frei, die zur Förderung einer gesunden Darmflora beitragen. Zudem hilft die elektrolytreiche Flüssigkeit, Flüssigkeitsverluste durch Durchfall auszugleichen.
Fazit: Darmflora des Hundes stärken als Schutz vor zahlreichen Erkrankungen
Eine Unterstützung der Wiederherstellung einer gesunden Darmflora kann bei einer Dysbiose sehr hilfreich sein. Sie ersetzt jedoch nie eine notwendige tiermedizinische Behandlung bei Infektionen oder ernsthaften Erkrankungen. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen also immer zuerst mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin sprechen – eine korrekte Diagnose ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Denn ein gesunder Darm ist wichtig für ein glückliches Leben von Hund und Herrchen beziehungsweise Frauchen.





