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Zwei Hunde begegnen sich, Kleiner und großer Hund lernen sich kennen

Hundebegegnungen souverän meistern und Körpersprache der Hunde verstehen

Wenn Hundehalter schlechte Erfahrungen mit Hundebegegnungen gemacht haben, dann neigen sie dazu, ihre Lieblinge sofort anzuleinen, sobald ein Artgenosse die Auslaufbühne betritt. So verständlich die Angst vor Begegnungen mit anderen Tieren auch ist, so bedenklich sind solche Maßnahmen für das Sozialverhalten des Hundes. Es ist daher wichtig, die Körpersprache der Tiere zu lesen, und auch als Halter entspannt und souverän auf andere Hunde zuzugehen. Wie das funktioniert, das erfahren Sie hier.

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Die Körpersprache unserer Hunde verstehen: der „Hundeknigge“

Probleme bei Hundebegegnungen gehen Sie am besten mit einem Training an, bei dem Sie zunächst das Verhalten der Hunde untereinander verstehen lernen. Begegnen sich zwei freilaufende, gut sozialisierte Hunde, dann folgt ihre Zusammenkunft einem festen Code, dem „Hundeknigge“:

Die Hundebegegnung

  • Die Hunde nähern sich einander an – manche vorsichtig, manche recht ungestüm.
  • Nach dem obligatorischen Nasentest wird die Genitalregion einer Überprüfung unterzogen. Spätestens jetzt entscheidet sich, ob die Hunde sich mögen, tolerieren oder dominieren wollen.
  • Dies ist der kritische Moment für den Hundehalter.

Jungspunde, die ihre Grenzen noch austarieren, neigen zu einem pubertären Dominanzverhalten. Hierbei trägt der dominante Hund die Rute steif nach oben, sträubt das Rückenfell und legt den Kopf oder die Pfote auf den Rücken des Kontrahenten auf. Möglicherweise versucht er, dem Gegenüber aufzureiten, was zum Dominanzrepertoire beider Geschlechter gehört. Ein gelassener Hund versucht in dieser Situation zu beschwichtigen und weicht aus. Ein selbstbewusster Rüde oder Hündin wird dem Jungspund jedoch klar zum Verstehen geben, dass er oder sie sich nicht dominieren lässt.

So verhalten Sie sich richtig bei einer Hundebegegnung

  • Geraten Sie daher nicht in Panik, wenn Hunde diese Situation mit viel Getöse klären.
  • Haben Sie Vertrauen in die sozialen Kompetenzen beider Hunde, denn grundsätzlich ist dieses Verhalten ganz natürlich.
  • Schreien Sie die Hunde nicht an, was sie noch mehr anstacheln würde.
  • Halten Sie Abstand, damit Sie nicht selbst dazwischen geraten, aber auch damit Ihr Hund nicht glaubt, Sie verteidigen zu müssen.
  • Lassen Sie sich nicht von einem wedelnden Hund täuschen, denn die wedelnde Rute verweist nicht zwangsläufig auf eine freundliche Gesinnung, sondern zeigt bloß an, dass der Hund erregt ist.

In den meisten Fällen trennen sich die Kontrahenten nach kurzer Rauferei voneinander, höchstens mit nur ein paar harmlosen Schrammen versehen.

Hundebegegnungen trainieren – und selbst bestimmen

Kontakte zwischen Artgenossen sind für Ihren Hund von großer Bedeutung, ganz besonders, wenn es sich dabei um Welpen und Junghunde handelt. Hundebegegnungen garantieren, dass Junghunde zu sozialverträglichen Hunden heranwachsen. Doch wie und wann diese Treffen stattfinden, sollten Sie bestimmen.

 

Hundebegegnungen zu trainieren, hat daher das Ziel, die Situation für Sie und Ihren Hund stressfrei zu gestalten. Das Fundament des Trainings besteht im Aufbau einer starken, positiven Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund. Such- und Apportierspiele, die Sie mit ihm im Park am besten täglich einüben, sind hervorragend geeignet, damit Ihr Vierbeiner Sie als einen spannenden Partner begreift. Trainieren Sie mit Ihrem Hund, gelassen an Artgenossen vorbeizugehen, indem Sie ihn zum Beispiel mit seinem Lieblingsspielzeug ablenken. Lassen Sie Ihren Hund immer wieder Blickkontakt zu Ihnen aufnehmen. So fokussieren Sie ihn auf sich und nicht auf den vorbeiziehenden Hund.

 

Hervorragende Dienste bei Hundebegegnungen leisten eingeübte Kommandos „Sitz“ oder „Stopp“ und Abrufkommandos wie „Komm“ oder „Hier“, mit denen Sie Ihren Hund in brenzligen Situationen besser von seinem Kontrahenten lösen können. Ist Ihr Hund wild auf Spiele mit Artgenossen, so „erden“ Sie ihn zunächst, indem Sie ihn erst absitzen lassen, bevor Sie mit dem Kommando „Go“ oder „Los“ das Spielen erlauben. Lassen Sie hingegen niemals zu, dass Ihr Hund Sie zu seinen Artgenossen hinzieht.

Hundebegegnungen vermeiden: Tipps zu Verhaltensweisen und für den Ernstfall

Es gibt Situationen, bei denen die Begegnung zweier Hunde nicht erwünscht ist, beispielsweise wenn der eigene Hund krank ist, die Hündin läufig oder Sie einen ängstlichen oder leinenaggressiven Hund haben.

 

Das Wichtigste zuerst: Bewahren Sie in allen Situationen Ruhe und kommunizieren Sie zuerst mit dem Hundehalter. Bitten Sie ihn nachdrücklich darum, seinen Hund abzurufen, wenn Sie selbst einen angeleinten Hund führen. Lassen Sie Ihren Hund niemals Ihre Nervosität oder Angst spüren, verhalten Sie sich besonnen und zerren Sie nicht ängstlich an der Hundeleine. Seien Sie emotional auf ein Treffen mit Artgenossen vorbereitet und agieren Sie schnell.

Tipps für den Ernstfall:

  • Gehen Sie der Hundebegegnung aus dem Weg, indem Sie mit Ihrem angeleinten Hund die Seiten wechseln oder zügig und entschlossen an dem freilaufenden Hund vorbeigehen, der ihnen beiden nur kurz folgen wird.
  • Arbeiten Sie mit einem Trick und spannen einen automatischen Regenschirm in Richtung des freilaufenden Hundes auf.
  • Im Ernstfall: Hundepsychologen wie Martin Rütter raten bei Hundebegegnungen mit freilaufenden Hunden, den eigenen Vierbeiner abzuleinen beziehungsweise die Leine fallen zu lassen und sich einige Schritte zu entfernen. So hat Ihr Hund die Möglichkeit, artgerecht zu interagieren, statt Frauchen oder Herrchen verteidigen zu müssen.
    Begegnungen zwischen zwei angeleinten Hunden sollten grundsätzlich gemieden werden. Gegebenenfalls müssen Sie die Hundesprache rechtzeitig deuten können: Dreht sich einer der Hunde demonstrativ von dem anderen weg, macht sich dabei steif oder zeigt Zähne, dann sollten beide Hundehalter schnell handeln und die Hunde gleichzeitig voneinander separieren.

Nach einer Beißerei sollten Sie den Impfpass von dem Hundebesitzer verlangen und unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen, um mögliche innere Blutungen und Organverletzungen des Hundes sofort behandeln zu lassen.

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