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Pekingese: charmanter Begleithund mit eigenwilligem Charakter

27.07.2026 - Lesedauer: 5 Minuten

Kleiner flauschiger cremefarbener Hund mit langem Fell, der glĂŒcklich draußen lĂ€uft

Der Pekingese war einst ein hochgeschĂ€tzter PalastwĂ€chter in China. Erfahre hier mehr ĂŒber den Charakter und die Pflege der kleinen Hunde.

Der Pekingese – auch Pekinese genannt – war frĂŒher den chinesischen Herrschern als Palasthund vorbehalten und hatte den Beinamen Löwenhund. Die kleinen Hunde mit dem großen Kopf sind sehr wachsam und intelligent und ihren Haltern treue GefĂ€hrten. Sie eignen sich gut fĂŒr Alleinstehende, da sie eine innige Bindung zu einem einzigen Menschen aufbauen. Allerdings sind die hĂŒbschen Chinesen auch eigenwillig und bestimmen, wann es Zeit ist, zu schmusen und wann nicht. Durch die ZĂŒchtung auf immer kleinere Köpfe leiden sie inzwischen unter Kurzköpfigkeit – der sogenannten Brachyzephalie, die mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen einhergeht.

SteckbriefPekingese

Rasse
Pekingese
Herkunft
China
Klassifikation
Japanische Spaniel und Pekinesen
GrĂ¶ĂŸe
klein, keine Schulterhöhe vorgegeben
Gewicht
circa 5 Kilogramm
Körperbau
im VerhĂ€ltnis zum Körper auffĂ€llig großer Kopf, flaches Profil; hoch angesetzte, ĂŒber dem RĂŒcken getragene Rute
Augen
groß, dunkel
Ohren
herzförmig, dicht am Kopf hÀngend
Fell und Farbe
raues Deckhaar mit viel Unterwolle, MĂ€hne, Farben: alle Farben bis auf Albino und Leberfarbe erlaubt, Flecken ebenfalls gestattet
Besonderheiten
aufgrund des großen Kopfes der Rasse kann eine Geburt fĂŒr die HĂŒndin und den Welpen gefĂ€hrlich werden
Charakter
wachsam, anhÀnglich, intelligent, ruhig
Gesundheit
Brachyzephalie, Atemwegserkrankungen, Augenerkrankungen, Hautinfektionen, WirbelsÀulenerkrankungen

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PalastwÀchter im chinesischen Kaiserreich

Der Pekinese hat eine jahrhundertealte Tradition und war bei den chinesischen Herrschern als PalastwĂ€chter ĂŒberaus geschĂ€tzt. Der kleine Vierbeiner soll der Sage nach sogar Buddha als Begleithund gedient und sich bei Gefahr in einen Löwen verwandelt haben. Nach Europa gelangten die mutigen Zwerge 1960 – als Beute der Briten im Zweiten Opiumkrieg. Sie erfreuten sich schnell großer Beliebtheit und wurden 1898 vom britischen Kennel Club als Rasse anerkannt.

Der Charakter des Pekingesen

Pekinesen sind es seit Jahrhunderten gewohnt, den Menschen zu begleiten. Dabei fixieren sie sich gerne auf eine einzige Bezugsperson, die sie innig lieben. Die Tiere sind selbstbewusst und suchen sich ihre Freunde selbst aus. Ein gewisser Eigensinn gehört zum Wesen der Vierbeiner, die gerne bestimmen, wo es langgeht oder wann geschmust wird.

Die kleinen Hunde sind Ă€ußerst wachsam und schlagen sofort an, wenn ein Fremder auftaucht. Allerdings gehören sie normalerweise nicht zu den KlĂ€ffern, sondern sind einfach nur aufmerksamer Wachhunde. Hat ein Pekingese seinen Menschen erst einmal ins Herz geschlossen, ist er ein wunderbarer GefĂ€hrte.

Erziehung und Haltung des Pekingesen

Der eigenwillige Pekinese benötigt in jedem Fall eine gute Sozialisation und sollte Welpenstunden und eine Hundeschule besuchen. Eine liebevolle und konsequente FĂŒhrung ist nötig, sonst nutzt er menschliche SchwĂ€chen zu seinem Vorteil aus. Hat der kleine Hund dich aber als AnfĂŒhrer akzeptiert, zeigt er sich gelehrig und aufmerksam, sodass die Erziehung gut umzusetzen ist.

Der Pekingese ist kein ĂŒberaus aktiver Geselle, da er durch die verĂ€nderten Atemwege schnell zur Atemnot neigt. In einer Single-Wohnung in der Großstadt kommt er beispielsweise gut zurecht, sofern er genĂŒgend ausgelastet ist und seine tĂ€glichen SchnĂŒffelrunden im Freien machen kann. BeschĂ€ftigt werden möchte der Pekingese mit Suchspielen und Spielzeug. Eventuell hat er auch Spaß am Clickertraining. Was er gar nicht mag, ist Trubel und Hektik. Laute Musik, der Besuch des Weihnachtsmarktes oder anderer Veranstaltungen mit vielen Menschen sind nichts fĂŒr den sensiblen Hund.

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Pflege des Pekingesen

Das lange Fell des Hundes musst du tĂ€glich mit Kamm und BĂŒrste pflegen. Besonders beim Fellwechsel ist ein intensiveres BĂŒrsten angesagt. DarĂŒber hinaus neigen die Tiere zu verlĂ€ngerten Krallen, was du regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒfen solltest.

Bild eines Pekingesen, der auf einer Wiese steht.

Besonderheiten des Pekingesen

Leider ist diese Rasse von ÜberzĂŒchtungen betroffen und leidet unter dem Brachycephales Atem-Syndrom. Mit diesem medizinischen Begriff bezeichnet man die Kurzköpfigkeit der Hunde, die zu schwerwiegenden Atemproblemen fĂŒhrt. Jahrzehntelang wurde der Pekingese nach dem Kindchenschema gezĂŒchtet: Mit einem ausgeprĂ€gten Plattgesicht, das sich durch eine extrem kurze Nase auszeichnet. Pekingesen mit dieser kurzen Nase haben in der Regel Probleme beim Atmen und Hecheln. Dies kann zu lebensbedrohlicher Atemnot fĂŒhren. Auch Komplikationen wie LungenentzĂŒndungen, Bronchitis und Herzinsuffizienz sind nicht selten. Es ist den Hunden beispielsweise nicht möglich, ihre Körpertemperatur ĂŒber die Atmung zu regulieren. Das liegt daran, dass aufgrund der kurzen Nase keine KĂŒhlung der SchleimhĂ€ute stattfindet. ZusĂ€tzlich erschweren ein zu langes Gaumensegel und zu enge Nasenlöcher die Atmung. Bei großer Hitze oder körperlicher Anstrengung besteht so die Gefahr eines lebensbedrohlichen Hitzeschlags. Bei dieser Rasse kann die Anatomie der Luftröhre dazu fĂŒhren, dass sie bei großer Anstrengung in sich zusammenfĂ€llt (sogenannter Trachealkollaps). Die Folge ist akute Atemnot. Durch ihre hervorstehenden Augen neigen Pekingese auch zu verschiedenen Augenerkrankungen und die Falten im Gesicht bieten ein ideales Milieu fĂŒr Hautinfektionen mit Bakterien oder Pilzen. Manche Tiere haben zudem kein intaktes Gangwerk.

Mittlerweile werden offensichtlich kranke Tiere nicht mehr zur Zucht zugelassen. Auch das Fell darf nicht mehr ĂŒbermĂ€ĂŸig dicht und lang sein, da es die Tiere bei ihrer Hygiene und in ihrer Bewegung stark beeintrĂ€chtigt.

Wenn du dich fĂŒr einen Pekingesen als Familienmitglied entscheidest, wende dich an verantwortungsvolle ZĂŒchter des VDH (Verband fĂŒr das Deutsche Hundewesen) und achte auch selbst genau darauf, ob Elterntiere und Welpen gesund wirken. Du solltest dir auf jeden Fall bewusst machen, dass ein Hund dieser Rasse verschiedenste Grunderkrankungen mitbringen kann und deshalb einer intensiven tierĂ€rztlichen Betreuung bedarf.

Qualzucht-Hinweis

Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.

Das 1999 im Auftrag der Bundesregierung und unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes erstellte „Qualzuchtgutachten“ empfiehlt ein Zuchtverbot fĂŒr haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) und weitere, bei denen extreme AusprĂ€gungen im Körperbau (sehr langer RĂŒcken, stark verkrĂŒmmte Beine, WirbelsĂ€ulenverĂ€nderungen, ĂŒbermĂ€ĂŸiges Fellwachstum usw.) ein gesundes Leben unmöglich macht.

Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natĂŒrlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeintrĂ€chtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung fĂŒr eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berĂŒcksichtigen.

Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv fĂŒr das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.

Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, SchuldgefĂŒhle zu wecken, sondern durch informative BeitrĂ€ge darĂŒber aufzuklĂ€ren und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glĂŒckliches Leben zu ermöglichen.

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