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Japan Chin – liebenswerter Begleithund im Handtaschenformat

21.04.2024 - Lesedauer: 5 Minuten

Japan Chin steht auf einem begrasten HĂŒgel

Der Japan Chin ist ein kleiner Begleithund mit einem großen Charakter. Erfahre hier, welche Eigenschaften er mitbringt und zu wem diese Hunderasse passt!

Der Japan Chin gehört zu den beliebtesten Schoßhunden – und das seit Jahrhunderten. Nicht nur japanische Kaiser, sondern auch Queen Viktoria genossen die Gesellschaft dieser anhĂ€nglichen und angenehmen Gesellschafter. Heute ist „der Chin“, wie ihn Rasseliebhaber gerne nennen, nicht mehr dem Adel vorbehalten. FĂŒr Menschen mit wenig Platz, die nur wenig spazieren gehen können, aber ihren Hund immer bei sich haben möchten, ist der Japan Chin der perfekte Begleithund.

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Vom königlichen Schoßhund zum beliebten Begleiter

Die Herkunft der außergewöhnlichen Begleithunderasse ist nicht mehr vollstĂ€ndig aufzuklĂ€ren, Historiker gehen aber davon aus, dass die Vorfahren der spĂ€teren Japan Chins als Gastgeschenk eines Herrscherhauses aus Nordkorea und China nach Japan gelangten. Dementsprechend wertvoll waren die Hunde damals – und sind es ĂŒber Jahrhunderte geblieben. Nur der Adel durfte diese kleinen FellknĂ€uel halten und zĂŒchten. Es bildeten sich unterschiedliche Zuchtlinien, die aufgrund bestĂ€ndiger Inzucht und der stetigen, gezielten Verkleinerung der Tiere schon frĂŒh von Erbkrankheiten betroffen waren. Durch das Einkreuzen einiger Spaniels und den regelmĂ€ĂŸigen Austausch von Zuchttieren konnte sich die Hunderasse ĂŒber die Jahre jedoch stabilisieren.

Erst im 18. Jahrhundert lĂŒftete ein japanischer Herrscher das Geheimnis um den Japan Chin, indem er einem europĂ€ischen HĂ€ndler sieben dieser Hunde schenkte. Nur zwei von ihnen erreichten England, wo sie Queen Viktoria begleiteten. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich der japanische Kuschelhund zum beliebtesten Schoßhund beim europĂ€ischen Adel. Ihre freundliche, loyale und verschmuste Art lĂ€sst ihnen bis heute die Herzen zufliegen. FĂŒr Ersthundehalter, Familien mit Ă€lteren Kindern, Menschen mit wenig Platz in der Wohnung oder Ă€ltere Personen, die nicht mehr so lange spazieren gehen können, ist der charmante Zwerg die richtige Wahl.

Der Charakter des Japan Chin

Der Japan Chin ist ein fröhlicher, anhĂ€nglicher und cleverer Kleinsthund, der mit den meisten Zwei- und Vierbeinern wunderbar auskommt. Wer Kleintiere wie Kaninchen hĂ€lt, sollte aber aufpassen: Einige Zuchtlinien haben einen spĂŒrbaren Jagdtrieb. Sonderlich wachsam oder gar beschĂŒtzend agieren die Zwerge dagegen nicht.

Die flauschigen Schoßhunde binden sich sehr eng an ihre Menschen. Bei Fremden und Besuchern zeigen sie sich eher scheu und zurĂŒckhaltend, aber nie aggressiv. Es ist wichtig, ihnen ausreichend Raum zum Ausweichen zu geben, wenn sie auf unbekannte Menschen treffen. Gerade aufgrund ihrer geringen GrĂ¶ĂŸe fĂŒhlen sie sich sonst schnell bedrĂ€ngt. Mit Knurren und Abschnappen zeigen sie ihre Überforderung an. Im Umgang mit kleineren Kindern ist Vorsicht besonders wichtig, denn Kleinsthunde haben ein hohes Verletzungspotenzial.

Die enge Bindung an seine Menschen hat zur Folge, dass viele Japan Chins nur ungern alleine bleiben. Bei der Anschaffung solltest du dies unbedingt beachten. Dank ihrer geringen GrĂ¶ĂŸe – in Japan trug man die Zwerge bisweilen im KimonoĂ€rmel spazieren – kann der Japan Chin dich zwar fast ĂŒberall hin begleiten. Ist das aber nicht möglich, ist ein Plan B mit einer erfahrenen Betreuung notwendig.

Die Intelligenz des Japan Chins solltest du keineswegs unterschĂ€tzen: Es handelt sich um clevere kleine Hunde, die gern Hundetricks lernen, spielen und ihre Umwelt erkunden. Aufgrund seiner GrĂ¶ĂŸe musst du deinen Vierbeiner jedoch draußen selbst bei guter Sozialisierung vor grĂ¶ĂŸeren Hunden angemessen schĂŒtzen.

Ein interessanter Aspekt beim Charakter dieser Rasse liegt in ihrer oft katzenhaften Art. Japan Chins putzen ihr Gesicht mit den Vorderpfoten und streichen wie Katzen mit dem Kopf an VorhÀngen oder dem Sofa entlang. Sogar ihr Eigensinn und die elegante Art erinnern an eine Katze.

Japan Chin: Erziehung und Haltung

Kleine Hunde stellen dich vor andere, jedoch nicht geringere Herausforderungen als große Fellnasen. GrundsĂ€tzlich gilt: Auch ein Kleinsthund wie der Japan Chin muss ordentlich erzogen werden. Er sollte nichts dĂŒrfen, was er nicht auch als grĂ¶ĂŸerer Hund im Haushalt tun dĂŒrfte. Beachtest du das nicht, ziehst du dir schnell einen kleinen vierbeinigen Diktator heran, der rotzfrech seinen Platz auf der Couch verteidigt und ungefragt das Essen mit dir teilt. Schon mit dem Einzug beginnt deshalb die wichtige Phase der Sozialisierung und Erziehung. Ersthundehalter sollten frĂŒhzeitig UnterstĂŒtzung in einer Hundeschule suchen – auch und obwohl der Chin so winzig ist. Viele Hundeschulen bieten spezielle Welpenspielgruppen fĂŒr kleine Rassen an, damit auch diese soziales Verhalten von der Pike auf lernen.

UnerwĂ€hnt bleiben darf beim Japan Chin nicht, dass er, wie viele Kleinsthunde, nur schwer zur Stubenreinheit zu erziehen ist. Keinesfalls solltest du dem Welpen oder Junghund „Puppy-pads“, sprich saugfĂ€hige Unterlagen, auslegen, damit er sein GeschĂ€ft im Haus erledigen kann. Die kleine Blase kann nicht viel halten, weshalb beim Chin-Welpen hĂ€ufige Pipi-Pausen unverzichtbar sind. Bei der GrĂ¶ĂŸe deiner Wohnung sind die kleinen Japaner dafĂŒr nicht anspruchsvoll: Sie finden auch in der kleinsten HĂŒtte ein passendes PlĂ€tzchen.

Pflege des Japan Chin

Das seidig-weiche Fell des Japan Chin ist leicht zu pflegen. Um Knotenbildung zu vermeiden, bĂŒrste es tĂ€glich, besonders Ohren, Beine, Bauch und Schwanz tendieren zum Verfilzen. Die großen, runden Augen neigen zum TrĂ€nen und benötigen ein wenig mehr Aufmerksamkeit bei der Pflege.

Besonderheiten und Gesundheit

Schon frĂŒh mit Inzucht genetisch eingeschrĂ€nkt, weist diese japanische Hunderasse heute eine Vielzahl von rassetypischen Erkrankungen auf. Dazu gehören Augenkrankheiten wie progressive Retina-Atrophie, nach innen geklappte Augenlider, Zubildungen an den Augen und Grauer Star (Katarakt). Aber auch Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Patellaluxation oder VerĂ€nderungen an der WirbelsĂ€ule treten auf.

Unterschiedliche Stoffwechselerkrankungen, Taubheit, Herzprobleme und Atemprobleme sind ebenso typisch wie allergische Hauterkrankungen.

Wie die meisten kleinen Hunde neigen auch diese Zwerge zur Gewichtszunahme. Achte daher auf eine gesunde ErnÀhrung mit der passenden Menge an Energie pro Tag. Bei guter Pflege können Japan Chins bis zu zwölf Jahre alt werden.

Steckbrief Japan Chin

Rasse:
Japan Chin
Herkunft:
Japan
Klassifikation:
Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 8 Japanische Spaniel und Pekingnesen
GrĂ¶ĂŸe:
Widerristhöhe 18 bis 28 Zentimeter
Gewicht:
1,8 bis 3,2 Kilogramm
Körperbau:
sehr klein, kompakt, schlank, sportlich
Augen:
sehr groß und nahezu rund, dunkel bis schwarz
Ohren:
kleine, enganliegende, gut behaarte Ohren
Fell und Farbe:
mittellanges, seidenweiches, glattes Fell, schwarz-weiß oder braun-weiß gescheckt
Besonderheiten:
fast katzenhaftes Verhalten mit großem Selbstbewusstsein
Charakter
lebhaft bis quirlig, hochintelligent, empathisch und anhÀnglich
Gesundheit:
hochgezĂŒchtete Rasse, die einige rassetypische Erkrankungen mitbringt, z. B. Augenerkrankungen, Herz-, Atem- und Hautprobleme sowie Taubheit

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