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Den Ansprüchen von Meerschweinchen mit artgerechter Haltung gerecht werden – so geht’s

Damit sich Ihre neuen Mitbewohner so richtig wohlfühlen, sollten Sie schon vor ihrem Einzug einige wichtige Dinge beachten und sich ausführlich über die artgerechte Meerschweinchen-Haltung informieren. Denn auch wenn die kleinen Nager zunächst recht anspruchslos wirken, haben sie konkrete Bedürfnisse, die Sie als Halter erfüllen müssen.

Woher kommt das Meerschweinchen? Lebensraum kennen und verstehen

Ursprünglich stammen Meerschweinchen aus Südamerika, wo sie einer Legende nach schon von den Ureinwohnern der Anden domestiziert wurden. In ihrer Heimat leben die wilden Meerschweinchen in großen Gruppen und legen auf der Suche nach Nahrung weite Strecken zurück.

Daraus leiten sich die beiden wichtigsten Grundsätze der artgerechten Meerschweinchen-Haltung ab:
  • Meerschweinchen dürfen niemals alleine gehalten werden.
  • Meerschweinchen benötigen viel Auslauf.

Je mehr Artgenossen, umso besser

Am glücklichsten ist das Meerschweinchen in einem Rudel von vier bis fünf, zur Not reichen auch zwei Tiere. Sehr gut verstehen sich reine Mädelsgruppen. Sie können Ihre Damen auch mit einem Bock vergesellschaften, sofern dieser kastriert ist. Die Haltung mehrerer Böcke ist aufgrund der damit verbundenen Konkurrenzkämpfe im Revier schwieriger, aber auch nicht unmöglich.

Auf keinen Fall sollten Sie auf den gut gemeinten, aber völlig falschen Rat hören, ein Meerschweinchen mit einem Kaninchen zu vergesellschaften. In der Natur haben die beiden Tierarten nichts miteinander zu tun und sprechen zwei verschiedene „Sprachen“. Wenn sie sich scheinbar gut verstehen, liegt es daran, dass sie keine Alternativen haben. Genauso wie ein einzeln gehaltenes Meerschweinchen nur deshalb besonders zutraulich wird, weil es außer seinem Menschen keine anderen Sozialkontakte hat.

Manchmal kommt es zu einem Problem in der Meerschweinchen-Haltung, wenn ein Partnertier verstorben ist. Sie möchten den nun verbliebenen Kameraden nicht alleine lassen, aber auch kein neues Meerschweinchen kaufen? Wenden Sie sich in diesem Fall an einen Liebhaberverein in Ihrer Region: Viele bieten sogenannte Leihschweine an, die Ihrem Tier Gesellschaft leisten.

Sind Meerschweinchen für Kinder geeignet?

Viele Eltern geben dem Wunsch ihrer Kinder nach den so niedlich wirkenden Meerschweinchen nach. Allerdings sind Meerschweinchen für Kinder nur eingeschränkt zu empfehlen. Kleine Kinder, die oft noch ungestüm handeln und mit lauten Schreien zum Käfig oder Gehege laufen, bescheren den Tieren nur ständigen Stress. Zudem fehlt ihnen oft noch das motorische Feingefühl, ein Meerschweinchen sanft zu halten, ohne es zu drücken oder gar fallen zu lassen.

Ab dem Grundschulalter sind Kinder dagegen gut in der Lage, selbst auf ihre Meerschweinchen aufzupassen – entsprechende Anleitung durch Sie vorausgesetzt. Bei der regelmäßigen Pflege mit Käfigreinigung und Fütterung lernen Ihre Kinder ganz nebenbei, schon früh Verantwortung zu übernehmen Dazu können Meerschweinchen und Kinder tolle Spielkameraden sein, die sich stundenlang miteinander beschäftigen. Es ist Sache der Eltern, ihren Kindern einen respektvollen Umgang mit Tieren beizubringen. Bei Meerschweinchen bedeutet dies, dass sie niemals bedrängt, aus dem Schlaf gerissen, gegen ihren Willen gestreichelt oder hochgenommen werden dürfen.

Das richtige Gehege für eine artgerechte Meerschweinchen-Haltung

Im Idealfall bieten Sie Ihren Meerschweinchen einen Lebensraum wie in ihrer Heimat: ein großes Gehege mit vielen Verstecken und Beschäftigungsmöglichkeiten. Rechnen Sie bei fünf bis zehn Tieren mit mindestens sechs Quadratmetern. So empfiehlt es die TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.). Denken Sie auch an eine ausreichende Höhe: Sie sehen es ihnen nicht unbedingt an, doch Meerschweinchen sind gute Kletterer, die sich über einige starke Äste, Treppen und andere Klettergelegenheiten freuen.

Leben die Tiere nicht ganzjährig draußen, gehört zusätzlich täglicher Auslauf zu einer optimalen Meerschweinchen-Haltung. Lassen Sie die Tiere ein- bis zweimal täglich durch das gesamte Wohnzimmer sausen. Achten Sie nur darauf, dass sie sich nicht unter Sofas und Schränke verkriechen können, denn Sie werden sie nur mühsam wieder hervorlocken können.

Meerschweinchen-Haltung im Freien ist ganzjährig möglich

Besitzen Sie einen geschützten Garten, können Sie den Meerschweinchen auch dort ein Gehege mit permanentem großem Auslauf anlegen. Solange das Schlafhaus gut vor Wind, Regen und Frost geschützt ist, spricht nichts dagegen, die Tiere ganzjährig draußen zu lassen. Bei winterlicher Kälte kuscheln sie sich eng aneinander und spenden sich gegenseitig Wärme. Aber: Viele Langhaarrassen eignen sich nicht für die Haltung draußen, da ihr langes Fell schnell verschmutzen und nass werden kann. Wichtig ist bei der Außenhaltung, dass das Gehege gut vor potenziellen Feinden wie Füchsen, Mardern oder Raubvögeln geschützt ist!

Natürlich können Sie auch abwechseln: Im Winter leben Ihre Meerschweinchen im Haus, im Sommer ziehen sie in den Garten um. Richten Sie ein temporäres Gehege ein, muss ein Teil davon stets im Schatten liegen. Denken Sie dabei an die wandernde Sonne und an ausreichend frisches Wasser, vor allem, wenn Sie für längere Zeit das Haus verlassen.

Weitere Tipps zur Meerschweinchen-Haltung

Bitte beschäftigen Sie sich ausführlich mit der artgerechten Ernährung Ihrer Meerschweinchen. Trockenfutter alleine reicht bei Weitem nicht. Was brauchen Meerschweinchen sonst noch? Unverzichtbar sind frisches Heu, Grünfutter und Saftfutter. Machen Sie sich auch Gedanken darüber, wie Sie die Tiere beschäftigen, damit keine Langeweile im Gehege aufkommt. Meerschweinchen lieben es zum Beispiel, Futter in Verstecken aufzustöbern. Schon eine leere Toilettenpapierrolle wird als Spielzeug gerne akzeptiert.

Ein letzter Hinweis zur Meerschweinchen-Haltung: Viele Menschen glauben, dass sich Meerschweinchen gerne streicheln lassen, weil sie still im Arm oder auf dem Schoss des Menschen verharren. Dies ist leider eine Fehlannahme. Werden die kleinen Tiere von einer menschlichen Hand auf einmal gegriffen und hochgehoben, erinnert sie dies eher an den Beutegriff eines Raubvogels und sie verfallen in Schockstarre. Meerschweinchen mögen kuschelig aussehen, doch sie kuscheln nicht gerne. Besser ist es, einem handzahmen Tier ein Stückchen Obst oder Gemüse zu geben und es kurz zu streicheln. Dies genügt ihm an menschlichem Kontakt.



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