So kannst du Igel im Sommer unterstützen
19.08.2026 - Lesedauer: 6 Minuten

Nicht nur im Winter brauchen Igel manchmal unsere Hilfe und Unterstützung. Auch im Sommer kannst du Igeln etwas Gutes tun.
Oksana Schmidt / Moment via Getty Images
Im Sommer ist die Hauptgeburtszeit der possierlichen stacheligen Säugetiere, was nämlich einige Gefahren mit sich bringen kann. Wie verhält sich ein Igel im Sommer? Worauf du achten solltest und welches Tier wirklich Hilfe benötigt, erfährst du in diesem Artikel.
Das Wichtigste in Kürze:
- Igel sind auch im Sommer auf Schutz angewiesen, besonders während der Hauptgeburtszeit im August und September. Nester befinden sich häufig in hohem Gras, Laub-, Kompost- oder Holzhaufen.
- Gartengeräte können für Igel lebensgefährlich sein. Vor dem Mähen, Trimmen oder Umsetzen von Laub- und Komposthaufen sollte immer geprüft werden, ob sich dort Igel oder Nester befinden.
- Nur hilfsbedürftige Igel sollten aufgenommen werden. Unterstützung benötigen vor allem verletzte, kranke, stark untergewichtige oder verwaiste Jungtiere. In solchen Fällen sollte eine Igelstation oder ein Tierarzt kontaktiert werden.
- Ein igelfreundlicher Garten ist die beste Hilfe. Laub- und Reisighaufen, Hecken, heimische Pflanzen und naturnahe Bereiche bieten Schutz und fördern zugleich das natürliche Nahrungsangebot.
- Igel sind Fleischfresser. Sie ernähren sich vor allem von Insekten, Würmern, Schnecken und Käfern. Obst, Gemüse oder andere pflanzliche Nahrung sind für sie ungeeignet.
- Zufüttern kann bei Hitze und Trockenheit sinnvoll sein. Geeignet sind spezielles Igelfutter oder hochwertiges Katzennassfutter. Noch wichtiger ist jedoch jederzeit verfügbares frisches Wasser. Milch sollte nicht angeboten werden.
Welche Gefahren lauern für Igel im Sommer?
Was macht der Igel im August? Anders als andere Säugetiere, die ihren Nachwuchs zwischen Mai und Juni bekommen, gebären die meisten Igel erst im August und September. Kurz vor der Geburt ihrer meist vier blinden Jungen, beginnen Igelmütter emsig damit, Nestmaterial zu sammeln. Unter totem Holz, in Hohlräumen, hohem Gras, Laub- oder Komposthaufen finden Igel die idealen Plätze für ihre Nester. Das bedeutet leider, dass Rasenmäher, Mähroboter oder Motorsensen zur tödlichen Gefahr werden können. Auch Harken oder Schaufeln, die bei Laub- oder Komposthaufen eingesetzt werden, können Igelkinder verletzen. Igel laufen bei Gefahr nicht weg, sondern rollen sich ein. Das hilft gegen Fressfeinde, nicht aber gegen Gartengeräte.
Achte also bitte in deinem Garten auf Igelnester, bevor du mit der Gartenarbeit beginnst. Solltest du ein Nest entdecken oder versehentlich zerstören, verdecke es wieder, lasse es auf jeden Fall in Ruhe und mache einen großen Bogen darum. Fühlt sich eine Igelmutter gestört, kann es nämlich leicht passieren, dass sie ihren Wurf verlässt und ihr Nachwuchs verendet. Entdeckst du zum Beispiel in deinem Schuppen oder deiner Gartenlaube ein Nest, sorge unbedingt dafür, dass das Muttertier Zugang zu ihren Jungen hat.
Wenn du Igeln ein sicheres Nest anbieten möchtest, kannst du auch an einer geschützten Stelle ein Igelhaus aufstellen, das du mit etwas Laub bedeckst. Ein Igelhaus eignet sich auch gut für den Winterschlaf des Igels.
Wann brauchen Igel Hilfe – und wie helfe ich?
Normalerweise brauchen Igel keine menschliche Hilfe. Igel sind Wildtiere, die nicht im Haus gehalten werden dürfen. Nur wenn sie deiner Meinung nach nicht allein überleben können, kannst du eingreifen. Das schließt zum Beispiel ein, wenn sie offensichtlich verletzt sind, etwa durch Tierbisse, Straßen- oder Autounfälle – oder wenn sie krank sind, also Durchfall haben, unter starkem Untergewicht leiden oder übermäßig von Parasiten befallen sind. Auch ganz junge Igel können gefährdet sein, wenn sie sich außerhalb ihres Nestes befinden. Sind ihre Augen und Ohren noch geschlossen und ihr Bauch kühler als deine Hand, brauchen sie dringend Hilfe. Dann sind die Jungen mit großer Sicherheit mutterlos.
Verletzte oder verwaiste Igel selbst zu versorgen ist ziemlich komplex und braucht eine Menge Wissen und Erfahrung. Daher wird dringend dazu geraten, die nächste Igelstation oder Beratungsstelle aufzusuchen. Findest du keine, kann dir auch ein Tierarzt die nächste Auffangstation nennen. Dort wird den Tieren dann fachkundig und artgerecht geholfen, damit sie so schnell wie möglich wieder in die Freiheit entlassen werden können.
Erste Hilfe kannst auch du leisten:
Ist dein Findelkind verletzt, lege es in einen Karton, den du vorher mit Zeitungspapier und einem Frotteehandtuch ausgelegt hast. Mit einem weiteren Handtuch deckst du es zu.
Ist der Igel stark unterkühlt (kühler als deine Hand), legst du zwischen Zeitungspapier und Handtuch zusätzlich eine handwarme Wärmflasche und setzte das Tier dann da drauf.
Findest du Fliegeneier oder Maden auf dem Igel, entferne sie vorsichtig mit der Hand – bade das Tier bitte nicht und benutze keine Mittelchen.
AHA!
Etwa 25 Tage nach ihrer Geburt verlassen Igelkinder erstmals ihre Nester und machen nachts kleine Ausflüge. Dann haben sie auch schon ihr typisches Stachelkleid. Sind sie etwa 40 Tage alt, ist die Stillzeit beendet und werden selbstständig. Durch klimatische Veränderungen und immer weniger Nahrungsangebote hilfst du ihnen schon sehr, wenn du ihnen Futter und Wasser hinstellst.
Wo wohnt der Igel im Sommer – und was frisst er?
Auch Igel, die keinen Nachwuchs erwarten, halten sich am liebsten in Laubhaufen, im dichten Gebüsch oder im Unterholz auf. Dort sind sie am besten gegen Fressfeinde und Hitze geschützt. In ihrem Revier haben die Einzelgänger mehrere Nester, zwischen denen sie gern wechseln. Tagsüber schlafen sie. Erst abends, wenn es kühler wird, kommen sie aus ihren Verstecken heraus und gehen auf Wanderschaft, um Nahrung zu suchen. Wenn du ihnen bei der Nahrungssuche helfen möchtest, stellst du am besten dann auch das Futter raus.
Igel sind Fleischfresser: Zu ihren Leibspeisen gehören dicke Maden, Spinnen, Schnecken, Würmer und Käfer. Auch Aas landet ab und zu auf der Speisekarte. Pflanzliche Nahrung (Obst, Gemüse, Gräser) ist für die Säugetiere nicht geeignet und wird von ihrem Magen-Darm-Trakt auch nicht verwertet.
Am liebsten gehen Igel kurz geschnittene Wiesen ab, die sie gut durchstreifen können. Auch in Totholz finden sie Leckereien! Sehen können Igel zwar nicht so gut, dafür funktionieren Ohren und Nase umso besser. Besonders seine hervorragende Nase, die er stets schnuppernd auf den Boden richtet, findet jede Beute – egal ob auf oder unter der Erde. Leider wird ihr Nahrungsangebot immer knapper.

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Igel füttern im Sommer. Darf ich das?
Ja, eine Zufütterung kann im Sommer durchaus sinnvoll sein. Denn auch in der warmen Jahreszeit kann es für Igel mittlerweile schwierig werden, ausreichend natürliche Nahrung zu finden. Längere Hitze- und Trockenperioden führen dazu, dass Insekten seltener werden und sich beispielsweise Regenwürmer in tiefere, feuchtere Bodenschichten zurückziehen. Gerade während anhaltender Trockenheit kann das natürliche Nahrungsangebot deshalb knapp werden.Eine Futterstelle sollte die natürliche Nahrungssuche jedoch nur ergänzen und nicht ersetzen. Noch wichtiger ist es, den Garten möglichst igelfreundlich und naturnah zu gestalten. Laub- und Reisighaufen, heimische Pflanzen, Hecken und wilde Gartenecken bieten Igeln Unterschlupf und fördern gleichzeitig Insekten und andere natürliche Beutetiere. Auf Insektizide und andere Pestizide sollte verzichtet werden.
Besonders wichtig ist im Sommer außerdem frisches, sauberes Wasser. Eine flache, standfeste Wasserschale sollte jederzeit zugänglich sein und täglich gereinigt und neu befüllt werden. Milch eignet sich für Igel dagegen nicht. Besteht aufgrund von Hitze und Trockenheit ein geringes natürliches Nahrungsangebot, kann einmal täglich eine kleine Menge Futter angeboten werden. Besonders geeignet ist spezielles Igelfutter, dessen Zusammensetzung auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt ist. Spezielles Igelfutter findest du bei uns im Online-Shop. Alternativ kann hochwertiges Katzennassfutter angeboten werden. Dabei sollte möglichst eine Sorte ohne zusätzliche Soße oder Gelee gewählt werden, idealerweise mit Geflügel oder Fisch als Grundlage. Die Zufütterung sollte jedoch nicht dazu führen, dass dauerhaft große Futtermengen bereitstehen. Achte darauf, dass du Igel schon im Spätsommer und Herbst langsam gut auf den Winterschlaf vorbereitest, indem du ihnen hilfst, ausreichend Fettreserven aufzubauen.
Auch bei einer sommerlichen Futterstelle ist Hygiene wichtig: Futterreste sollten täglich entfernt und Näpfe gründlich gereinigt werden. So lässt sich das Risiko verringern, dass sich Krankheitserreger verbreiten oder unerwünschte Gäste wie Ratten und Mäuse angelockt werden.
Kurz gesagt: In trockenen, nahrungsarmen Sommern sollten Igel durchaus zugefüttert werden. Futter allein ist jedoch nicht die beste Hilfe. Ein igelfreundlicher Garten mit einem möglichst großen natürlichen Nahrungsangebot, geeigneten Rückzugsorten und ständig verfügbarem frischem Wasser unterstützt deine Igelmitbewohner langfristig am besten.
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