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Ein Kaninchen und sein Nachwuchs fressen Salat.

Wenn das Kaninchen schwanger ist: Wissenswertes zur Kinderstube

So mancher Halter gelangt unverhofft zu Kaninchen-Nachwuchs. Es kommt zum Beispiel vor, dass der als Jungtier erworbene Rammler sich als Häsin entpuppt und der zugesellte Kaninchenkumpel zu spät kastriert wurde. Manchmal bleibt auch eine Trächtigkeit bei einem neu angeschafften weiblichen Tier zunächst unentdeckt oder wird vom Vorbesitzer verschwiegen – auch dann kommt der flauschige Nachwuchs unerwartet. Ganz unabhängig davon, ob die Geburt eine Überraschung ist oder Sie gezielt züchten wollen: Während der Trächtigkeit und Nestpflege benötigt die Kaninchenmutter besondere Fürsorge.

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Wann werden Kaninchen geschlechtsreif?

Das Eintreten der Geschlechtsreife hängt von der Rasse beziehungsweise Größe des Kaninchens ab. Tiere, die Zwerg- oder kleinen Rassen angehören, sind früher geschlechtsreif als größere Tiere. Man rechnet bei kleinen Kaninchen etwa mit drei Monaten, bei größeren Tieren (Rassen ab fünf Kilogramm aufwärts) kann es auch vier bis fünf Monate dauern. Wichtig ist daher, dass eine Kastration zur Vorbeugung unerwünschten Nachwuchses rechtzeitig erfolgt, etwa zur zwölften Lebenswoche hin. Lassen Sie sich hierzu frühzeitig von Ihrem Tierarzt beraten. Gerade bei zu jungen Kaninchen kann die Trächtigkeit viele Komplikationen mit sich bringen. Im Interesse der Tiere sollten Sie daher – bis zur Kastration der Rammler – eine Geschlechtertrennung vornehmen, um jegliches Risiko auszuschalten. Die Geschlechtsreife im Jungtieralter ist etwas anderes als die Zuchtreife: Diese tritt mit etwa sechs bis acht Monaten ein und löst bei unkastrierten Tieren einen verstärkten Geschlechtstrieb aus.

Woran bemerke ich, dass das Kaninchen trächtig ist?

Kaninchenweibchen sind das ganze Jahr über empfängnisbereit. Ihr Geschlechtstrieb ist so stark, dass die pure Gegenwart eines potenten Rammlers ausreicht, damit sie brünftig werden. Ein einzelner Deckakt dauert nur etwa 15 Sekunden und genügt, um eine Schwangerschaft auszulösen. Allerdings merkt man dem Muttertier bis kurz vor der Niederkunft äußerlich nichts an: Der Bauchumfang nimmt kaum sichtbar zu, das Tier ist beweglich und flink. Daher bleiben Trächtigkeiten bei Kaninchen oft bis fast zum letzten Moment unentdeckt. Erst dann gibt das Tier durch sein Verhalten eindeutige Hinweise:

Merkmale zur Trächtigkeit

  • Aggressionen: Nicht alle, aber viele Weibchen werden in der Schwangerschaft launischer und beginnen, andere Kaninchen in der Gruppe anzuknurren oder zu verscheuchen.
  • Nervösität: Die Kaninchenmutter wirkt etwas scheuer und aufgeregter als sonst, auch gegenüber vertrauten Personen.
  • Nestbautrieb: Das Tier beginnt, Polstermaterial herbeizuschleppen und reißt sich dazu auch selbst Fell aus. Es sucht eine sichere Höhle, beispielsweise eine Schutzhütte, auf und baut sich darin ein Nest.
  • Milcheinschuss: Kurz vor dem Geburtstermin erkennt ein aufmerksamer Beobachter bei manchen Kaninchenweibchen, dass die Milchleiste anschwillt und gegebenenfalls Milch aus den Zitzen hervortritt.

Aber: All diese Symptome äußern sich ebenso bei Scheinschwangerschaften; diese sind bei weiblichen Kaninchen nicht ungewöhnlich, treten aber nicht bei jedem Tier auf und auch nicht immer in gleicher Intensität. Wenn Ihr Kaninchen starke Verhaltenssymptome zeigt und dies womöglich in großer Regelmäßigkeit, sollten Sie den Tierarzt konsultieren: Es könnten Probleme mit dem Hormonhaushalt vorliegen, die Folgeerkrankungen begünstigen.

Wie lange dauert bei Kaninchen die Tragezeit?

Die Trächtigkeit eines Kaninchens beträgt ziemlich genau einen Monat. Erst kurz vor dem Geburtstermin beginnt das Kaninchenweibchen mit dem Nestbau. In einem Kaninchenwurf kommen – auch abhängig von der Rasse – zwischen einem und zehn Babys zur Welt. Die Kleinen werden blind und fast nackt geboren und nur einmal täglich von der Mutter gesäugt. Sie verlassen das Geburtsnest bereits in der zweiten Lebenswoche für kurze Ausflüge, ab der dritten Woche beginnen sie, sich für feste Nahrung zu interessieren und mümmeln spielerisch, werden aber noch gesäugt. Erst ab der sechsten Lebenswoche stellen sie ihre Ernährung nach und nach von Milch auf Erwachsenennahrung um, ab der zehnten Woche sind die Kleinen selbstständig unterwegs. Die Kaninchenmutter ist sofort nach der Geburt wieder empfängnisbereit; rein rechnerisch sind bis zu zehn Schwangerschaften im Jahr möglich.

Was muss ich rund um den Kaninchen-Nachwuchs beachten?

Die wichtigsten Fragen, die jeder Halter sich stellen sollte, bevor er Kaninchen-Nachwuchs plant:

  • Kann ich die Verantwortung für die Jungtiere übernehmen?
  • Habe ich genug Platz und Möglichkeiten, die Kaninchenschar aus Eltern und Nachwuchs artgerecht zu versorgen oder sie in verantwortungsvolle Hände zu vermitteln?
  • Bin ich in der Lage, im Zweifelsfall eine Schar Babykaninchen von Hand aufzupäppeln, wenn das Muttertier sie nicht versorgen kann?

Wenn Sie all diese Fragen nicht uneingeschränkt bejahen können, sehen Sie sich und den Tieren zuliebe besser von einer Vermehrung ab. Ist es doch passiert, sollten Sie versuchen, der Kaninchenmutter und den Kleinen den Start ins Leben so angenehm und sicher wie möglich zu machen:

So helfen Sie der Kaninchenmutter

  • Zusatzfutter: Eine werdende Kaninchenmutter können Sie mit Zusatzgaben von Vitaminpräparaten, Eiweiß und Mineralien stärken. Lassen Sie sich vom Tierarzt oder im Zoohandel beraten.
  • Ruhe: Vermeiden Sie Stress für das trächtige Weibchen. Dazu zählen Umzüge in andere Gehege, fremde Kaninchen in der Gruppe oder Lärm.
  • Praktische Wurfbox: Bieten Sie der Kaninchenmutter eine spezielle, extragroße Wurfbox als Schutzhäuschen an, wo sie das Nest bauen kann. Diese Boxen haben den Vorteil, dass das Dach sich öffnen lässt und Sie so Pflegemaßnahmen ausführen können, ohne allzu große Störungen zu verursachen.
  • Wurfkontrolle: Kaninchengeburten finden nachts statt. Kontrollieren Sie morgens das Nest und entfernen Sie nach der Geburt Reste der Nachgeburt sowie gegebenenfalls Babys, die es nicht geschafft haben. Sind Jungtiere aus dem Nest gepurzelt, setzen Sie sie wieder hinein: Die Mutter achtet nicht darauf, ob eines der Kleinen auf Abwege gerät.
  • Männer verboten: In der ersten Zeit nach der Geburt sollen Rammler keinen Zugang zum Nest haben. Manche männlichen Tiere reagieren aggressiv auf den Nachwuchs.
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