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Der Beo-Vogel – ein echter Star

Papageien sind nicht die einzigen Tiere, die menschliche Stimmen nachahmen können. Auch Rabenvögel und sogar manche Amseln sind in der Lage, Worte und Geräusche zu artikulieren. Ein gefiederter Imitationskünstler ist den Nicht-Papageien um eine – leuchtend orangefarbene – Schnabellänge voraus: Der Beo ist Sprachtalent, Frechdachs mit Flügeln und überhaupt ein bemerkenswertes Tier. Das macht ihn nicht nur in Asien zum beliebten Heimvogel. Übrigens: Ein hierzulande sehr bekannter Beo ist Blacky, das Vogelmaskottchen aus der Detektei der „Drei Fragezeichen“.

Beo oder Myna? Ziervögel aus Südostasien

Bei Recherchen über Beos werden Sie unweigerlich auf den Alternativnamen Myna stoßen, der im Deutschen allerdings nicht ganz korrekt verwendet wird. Mynas sind Vögel aus der Familie der Starenvögel. Zu dieser Familie gehören auch die Beos, sie umfasst aber noch weitere Vertreter. Das bedeutet, dass zwar jeder Beo ein Myna, aber nicht jeder Myna ein Beo ist. In wissenschaftlicher Nomenklatur sind die hier gemeinten Beo-Mynas als Gattung Gracula bekannt. Diese Beos sind in Südindien, Sri Lanka und einigen Inseln des malaiischen Archipels verbreitet. Dort leben die Tiere entweder paarweise oder in Kleingruppen. Sie sind Waldbewohner und halten sich vorwiegend in Baumkronen auf.

Es gibt drei Unterarten, den Großen Beo, den Mittelbeo und den Kleinen Beo, die sich durch ihre Größe unterscheiden. Bei Heimvögeln handelt es sich meist um Mittelbeos. Leider hat die erhöhte Nachfrage nach Beos aus dem Ausland dazu geführt, dass die Bestände durch Wildfänge gefährdet sind. Wenn Sie in Deutschland Beos erwerben, beachten Sie bitte, dass die Vögel nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen unter Schutz stehen und meldepflichtig sind. Der Verkäufer muss Ihnen nachweisen, dass es sich um Nachzuchten handelt. Den Besitz der Tiere melden Sie, abhängig von den Zuständigkeiten in Ihrer Kommune, beim Veterinäramt oder der Unteren Naturschutzbehörde.

Schwarz schillernde Schönheiten – Farbe und Erscheinung der Beos

Beos fallen durch ihr schwarzes Körpergefieder auf, das mit den kräftig orangegelben Beinen und Schnabel kontrastiert. Das Gefieder schillert je nach Lichteinfall grünlich. Charakteristisch sind auch die gelben Hautlappen seitlich am Kopf. Andere Farbschläge gibt es beim Beo nicht. Der spitze Schnabel ist zugleich eine Waffe, die man als Mensch durchaus ernst nehmen sollte: Ein verärgerter Beo kann damit fest zuhacken.

Gesprächig, lautstark und nicht stubenrein: die anspruchsvolle Beo-Haltung

Beos sind beliebte Heimvögel, vor allem dank ihrer Sprachfähigkeit. Dies hat anatomische Gründe: Der Stimmkopf bei Vögeln – anatomisch Syrinx – ist ohnehin auf die Bewältigung eines umfangreichen Lautrepertoires ausgelegt. Bei Beos ist dieses Organ besonders ausgeprägt. Hinzu kommt die Fähigkeit von Vögeln, mittels eines Gesangskontrollsystems im Gehirn Laute zu erlernen; auch hier ist der Beo besonders begabt. In anderer Hinsicht ist das Stimmorgan des Beos ebenfalls charakteristisch: Die Tiere sind sehr laut und könnten im Mietshaus geräuschempfindliche Nachbarn stören. Klären Sie die Toleranz der Mitbewohner ab, bevor Sie sich zwei Beos anschaffen – eine Einzelhaltung der sensiblen Vögel ist nicht tierschutzgerecht.

Eine Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten ist nicht zu empfehlen. Beos benötigen unbedingt eine großzügige Voliere und viel beaufsichtigten Freiflug; Käfighaltung sollte nur als Nachtquartier oder kurzzeitige Sicherung zum Einsatz kommen. Die Mindestgröße (Länge x Breite x Höhe) für eine Beo-Voliere beträgt 200 x 100 x 180 Zentimeter. Eine (Übernachtungs-)Unterkunft sollte mindestens 120 x 50 x 50 Zentimeter messen. Beo-Unterkünfte werden mit drei seitlich angebrachten Plexiglasscheiben angeboten. Das ist notwendig: Beos werden nicht stubenrein, Konsistenz und Absetzen des Kotes unterscheiden sich von der eines Körnerfressers. Während Sittiche ihr Kleckschen einfach fallen lassen, spritzen Beos ihren Kot hinter sich weg.

Sie neigen dazu, im Futternapf zu matschen und dabei einiges zu Boden zu befördern. Außerdem brauchen Beos ein großes Badehaus, denn sie sind richtige Wasserratten – und auch dabei nicht zimperlich mit ihrer Umgebung. Sie müssen also bei der Beo-Haltung einen wesentlich höheren Reinigungsaufwand einkalkulieren als bei anderen Vögeln. Als Einstreu für die Voliere ist das besonders saugfähige Buchenholzgranulat normalem Vogelsand überlegen. Sitzstangen aus Naturholz sollten Sie regelmäßig komplett austauschen, um Milben und Pilzbefall vorzubeugen – anders als bei Papageien werden die Naturholzstangen nicht von den Tieren benagt, aber sie brauchen sie, um ihre Fußmuskulatur zu trainieren und Sohlenballengeschwüre zu vermeiden.

Die besondere Ernährung der Beos

Wie alle Stare sind Beos Weichfresser. Ihr natürlicher Speiseplan besteht vornehmlich aus Früchten und Insekten; in der Natur nehmen sie also in der Regel keine Sämereien oder Getreide zu sich. Der Heimtierfachhandel hat sich auf den speziellen Nahrungsbedarf von Beos eingestellt. Unter der Bezeichnung „Beo-Perlen“ erhalten Sie ein Futtergranulat, das aus Getreide, Früchten und Eigelb besteht und als Grundfutter dient. Beo-Perlen haben nennenswerte Vorteile: Die Ballaststoffe machen den Vogelkot fester und sorgen so für etwas mehr Hygiene im Vogelhaushalt. Außerdem ist eine gleichmäßige Nährstoffversorgung garantiert, da der Beo-Vogel die Perlen nicht mäkelig nach Leckerbissen sortieren und dabei Teile des Futters unbrauchbar machen kann.

Außerdem sollte das Beofutter einen sehr niedrigen Gehalt an Eisen haben – eine Überversorgung mit dem Nährstoff kann beim Beo gesundheitliche Probleme, die sogenannte „Eisenspeicherkrankheit“ verursachen. Als Frischfutter bieten Sie Vogelmiere, frisches Obst und eingeweichte Rosinen an. Den Bedarf an tierischem Protein decken Sie mit Insekten aus der Futterhandlung: Mehlwürmer, Heimchen, Heuschrecken und Grillen.

Kann man Beos handzahm machen?

Im Gegensatz zu Papageien beginnt der Beo das Sprechen nicht unbedingt, weil er „Kontakt“ mit dem Menschen aufnehmen will. Auch in freier Wildbahn machen die Vögel Geräusche und die Stimmen anderer Tiere nach. Das freudige Sprechen ist daher nicht zwingend ein Kriterium für Zutraulichkeit. Auch wenn Ihr Beo ein plapperndes Sprachgenie ist, besteht keine Garantie dafür, dass er sich zähmen lässt. Mit viel Geduld und Ruhe kann es aber durchaus gelingen, die Sympathie des Vogels zu gewinnen. Es gibt viele Beispiele für überaus anhängliche Tiere, die allerdings Eifersüchteleien gegenüber anderen Haushaltsangehörigen entwickeln können.

Manche Beos machen sich offenbar gezielt daran, ihren Haltern und anderen Haustieren Streiche zu spielen. Sie eignen sich nicht als Haustiere für Kinder und sind nur Vogelfreunden zu empfehlen, die sich mit dem vergleichsweise hohen Schmutzaufkommen und der enormen Lautstärke arrangieren können. Aus diesen Gründen ist eine Wohnungshaltung von Beos nur unter speziellen Rahmenbedingungen praktikabel. Ideal ist eine Außenvoliere auf einem möglichst frei stehenden Grundstück.

Steckbrief Beo
  • Herkunft: Teile Südostasiens (Indische Halbinsel, Sunda-Inseln, Sri Lanka)
  • Größe: 26 – 35 Zentimeter (je nach Unterart)
  • Gewicht: etwa 250 Gramm
  • Aussehen: langer kräftiger Schnabel in Orangegelb, gleichfarbige Beine, gelbe Hautlappen an den Kopfseiten
  • Gefieder: schwarz mit grünlichem Schillern
  • Lebenserwartung: circa 15 – 20 Jahre
  • Charakter: lebhaft, lautstark, neugierig, wehrhaft, furchtlos
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