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Graupapagei: sensibler Vogel mit viel Grips

Verglichen mit seinem farbenprächtigen Vetter aus Südamerika, dem extravaganten Ara, kommt der afrikanische Graupapagei regelrecht bescheiden daher. Etwas kleiner, kurzschwänzig und fast unifarben macht der Krummschnabel optisch weniger her – doch hinter dieser schlichten Fassade verbirgt sich eines der intelligentesten Tiere des Planeten. Wenn Sie sich Graupapageien anschaffen, haben Sie keine Haustiere erworben, sondern blitzgescheiten und selbstbewussten Familienzuwachs.

In den Wipfeln daheim – Graupapageien und ihre Umwelt

In ihrer afrikanischen Heimat leben die Graupapageien als typische Baumkronenbewohner in Regenwäldern, Mangroven und Feuchtsavannen. Sie sind sehr vorsichtig, statten zwar gelegentlich bei der Nahrungssuche auch Kulturflächen Besuche ab, meiden aber die Nähe von Menschen. Graupapageien gehen feste monogame Beziehungen ein, sind tagsüber zu zweit oder in kleinen Gruppen unterwegs. Bei Einbruch der Abenddämmerung werden die Tiere gesellig und finden sich zu großen Schwärmen in Schlafbäumen zusammen.

Eine natürliche Gefährdung besteht durch Nesträuber und große Greifvögel – viel schwerwiegender ist der Eingriff des Menschen in den Lebensraum. Als Haustiere in Europa eingeführt wurden Graupapageien durch Seefahrer, mutmaßlich um die Wende zum 16. Jahrhundert herum. Ab dem 19. Jahrhundert kam es in Europa zu erfolgreichen Nachzuchten.

Schick in edlem Grau – Farbvarianten beim Graupapagei

Graupapageien kommen in zwei Unterarten vor: Kongo- und Timneh-Graupapagei. Beide Arten sind grau, nur um die Augen herum fehlen Federchen. Am Kopf ist das Gefieder leicht heller, die Wachshaut über dem Schnabel ist weiß. Als leuchtender Farbakzent fällt das kurze, rote Schwanzgefieder auf. Der Timneh-Graupapagei ist etwas dunkler gefärbt, mit eher weinrotem Schwanz und bräunlichem Oberschnabel – beim Kongopapagei ist dieser schwarz. Unter Papageienfreunden ist gelegentlich die Rede vom Königsgraupapagei mit rötlichen Federn am Körper. Bei diesen Tieren handelt es sich weder um eine Unterart noch um eine Farbmutation, sondern um eine Mangelerscheinung, die sich in Gefiederverfärbung äußert.

Die artgerechte Graupapagei-Haltung

Um einen Graupapagei artgerecht zu halten, benötigen Sie mindestens ein zweites Tier – die Einzelhaltung ist nicht tierschutzgerecht – und viel Platz. Die absolute Mindestgröße einer Voliere für einen Vogel liegt bei 2 × 1 × 1 Metern (Breite x Tiefe x Höhe), für jedes weitere Tier kommt die Hälfte des Rauminhalts dazu. Eine solche Unterkunft ist als Schlaf- und Futterplatz und zur zeitweisen Sicherung geeignet. Zusätzlich brauchen die Vögel viel Freiflug. Berücksichtigen Sie bitte, dass es in der Natur aller Papageien liegt, Holz, Papier und Flechtwaren zu zernagen und richten Sie die Räume entsprechend ein.

Graupapageien sind sehr laut: Schrilles Kreischen und Pfeifen gehören zu ihrem normalen Repertoire. Mieter sollten sich vor der Anschaffung bei den Nachbarn über deren Lärmtoleranz informieren. Denken Sie auch daran, dass die Tiere lange leben. Bei guter Pflege beträgt das durchschnittliche Graupapagei-Alter 60 Jahre; ältere Vögel sind dokumentiert. Graupapageien sind keine Anfängertiere und eignen sich nur für Menschen mit Vorkenntnissen in der Papageienhaltung. Die sensiblen Vögel reagieren auf mangelnde Zuwendung und Haltungsfehler schnell mit Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen oder Federrupfen.

Ernährung: Das gehört in den Papageiennapf

Die natürliche Nahrung des Graupapageis besteht vorwiegend aus Früchten und Pflanzenteilen wie Knospen und Blüten. Hinzu kommen Nüsse und Sämereien – der Vogel nimmt alles zu sich, was verfügbar ist und passt sich einem veränderten Nahrungsangebot schnell an. Die Graupapagei-Ernährung sollte einen reichlichen Anteil an Grünfutter beinhalten: Gemüse, Obst, Mais, Vogelmiere ... Sie werden schnell herausfinden, was Ihre Tiere mögen.

Dazu reichen Sie eine gute Körnermischung für Papageien und in Maßen Nüsse; diese aber unbedingt geschält, um der Übertragung von winzigsten Schimmelsporen in die Atemorgane vorzubeugen. Graupapageien benötigen außerdem wöchentlich ein wenig Eiweiß in Form von Quark oder gekochtem Ei. Zur ausreichenden Versorgung mit Kalzium reichen Sie Sepia und Kalkstein. Achtung: Graupapageien vertragen keine Avocados, bitte keinesfalls geben.

Werden Graupapageien zahm?

Hat ein Graupapagei erst einmal Vertrauen zu seinen Menschen gefasst, wird er in den meisten Fällen schnell zahm. Wie viele Papageien zeigen die Tiere ein gewisses Verlangen, bewundert und gelobt zu werden; ihre Neugier treibt sie außerdem dazu, bei allem, was im „Schwarm“ passiert, dabei zu sein und so am Leben der Menschen teilzunehmen. Sie benötigen Aufmerksamkeit und Ansprache – wenn Sie sich zu wenig mit den Tieren beschäftigen, nehmen sie dies durchaus übel. Bei genug intellektueller Anregung und Zuwendung werden Graupapageien sehr anhänglich. Mehr noch: Sie neigen zur Eifersucht und können unwillig und beleidigt reagieren, wenn sie Konkurrenz argwöhnen.

Die Vögel haben eine hohe Sprachbegabung und ahmen oft spontan Stimmen und Geräusche aus ihrer Umgebung nach; darüber hinaus können sie offensichtlich einen Gegenstand oder eine Situation mit häufig gehörten Worten verknüpfen und selbst anwenden. Graupapageien gelten zudem als ausgesprochen empathisch und haben ein sehr feines Gespür. Sie erkennen Stimmungen ihrer Menschen und reagieren darauf. Aber sie brauchen auch ein gewisses Maß an Erziehung: Sieht ein Graupapagei die Gelegenheit dazu, wird er versuchen, die „Chefposition“ im Familienschwarm zu erobern. Wie bei der Hundeerziehung kommt es also darauf an, dass Sie sich als „Alphatier“ behaupten.

Graupapageien und ihre Intelligenz

Die Klugheit von Graupapageien ist legendär und versetzt seit Langem Papageienhalter und Wissenschaftler in Erstaunen. So benutzen Graupapageien in Gefangenschaft Werkzeuge, schöpfen zum Beispiel mit hohlen Gegenständen Wasser und verwenden Stöckchen als „Rückenkratzer“. Es ist nicht auszuschließen, dass wild lebende Vögel Ähnliches tun. Absolut faszinierend sind die kognitiven Leistungen, die der Graupapagei Alex der Sprachforscherin Irene Pepperberg demonstrierte. Der überaus sprachbegabte Alex hatte ein aktives Vokabular von 200 menschlichen Worten und verstand 500 weitere. Er konnte Dinge exakt benennen und sogar Worte spontan im korrekten Kontext verwenden. Zudem beherrschte er die Zahlen bis Sieben.

Das Erstaunlichste: Der Vogel scheint über ein echtes Ich-Bewusstsein verfügt zu haben, konnte Wünsche äußern (etwa um eine Banane bitten) und sich verärgert zeigen, wenn er stattdessen eine andere Frucht bekam. Experten vergleichen die Intelligenzleistung von Graupapageien mit denen eines Kindergartenkindes. Respektieren Sie den schlauen Vogel und seinen individuellen Charakter, dann erweist er sich als liebenswertes Familienmitglied, mit dem Ihnen niemals langweilig wird!

Steckbrief Graupapagei
  • Herkunft: Zentral– und Westafrika
  • Größe: 28 – 40 Zentimeter (Weibchen kleiner als Männchen)
  • Gewicht: 490 Gramm
  • Aussehen: unbefiederte Augenpartie, weiße Wachshaut, kräftiger Oberschnabel: je nach Art bräunlich oder schwarz, graue Beine
  • Gefieder: grau, rote Schwanzfedern
  • Lebenserwartung: 60 Jahre, ältere Tiere dokumentiert
  • Charakter: intelligent, sensibel, empathisch, eifersüchtig
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