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Kaninchen-Ernährung: von Gräsern und Möhrchen

Kaninchen artgerecht zu ernähren ist ganz einfach, denken viele Halter. Schließlich gibt es unzählige Vollnahrungsmittel zu kaufen, die einfach in den Napf gefüllt werden können. Oder etwa nicht? Ganz so simpel ist es tatsächlich nicht. Erfahren Sie hier, was Ihren Kaninchen schmeckt und gut für ihre Gesundheit ist.

Über Jahrzehnte hat sich das Bild vom genügsam praktischen Trockenfutter knabbernden Heimtier in vielen Köpfen festgesetzt. Aber mit vorkonfektionierten Futtermitteln ist der Mümmler noch lange nicht umfassend und artgerecht ernährt: Tatsächlich sollte der Großteil der Kaninchennahrung aus Frischkomponenten bestehen. Den Vegetariern können Sie dabei vieles an Gemüse und Obst gönnen, was auch in Ihrem eigenen Speiseplan vorkommt. Noch wichtiger ist allerlei nahrhaftes Grünzeug von der Wiese und aus dem Kräutergarten.

Wie verwerten Kaninchen Nahrung?

Um zu entscheiden, welches Futter für Kaninchen geeignet ist, sollten Sie in Grundzügen mit deren Verdauungsphysiologie vertraut sein. Diese unterscheidet sich in einigen Aspekten deutlich von der anderer Haustiere oder der des Menschen. Das beginnt damit, dass Kaninchen reine Pflanzenfresser sind. Ihr gesamter Magen-Darm-Trakt ist auf die Verstoffwechslung pflanzlicher Nahrung eingestellt, darunter hauptsächlich Kräuter, Gräser und Blattpflanzen. In geringerem Maße gehört auch zellulosereiche Nahrung dazu, wie Holz in Form frischer Knabberzweige und einige Gemüsesorten. Besonders Wurzelgemüse ist in der Natur ein relevanter Nahrungsbestandteil. Der Energiebedarf von Kaninchen ist sehr hoch, die bevorzugten Nahrungsmittel eher kalorienarm. Das hat zur Folge, dass die Tiere einen großen Teil des Tages mümmelnd verbringen, um auf eine ausreichende Energiezufuhr zu kommen.

Magen und Darm der Kaninchen sind darauf eingestellt, sehr große Mengen an Material zu verdauen und dabei die benötigten Nährstoffe auszufiltern: Die unverdaulichen Bestandteile werden rasch wieder ausgeschieden. Nur feinere Nahrungspartikel, vom Kaninchen durch das Kauen auf das richtige Format gekürzt, gelangen in den Blinddarm, wo sie weiter aufgeschlüsselt werden. Aus den im Blinddarm verdauten Nahrungsstoffen bildet der Kaninchendarm eine bestimmte Art von Kot, den das Kaninchen ausscheidet und üblicherweise direkt wieder auffrisst – es nimmt also vorverdaute Stoffe erneut auf und kann diese erst in diesem zweiten Verdauungsvorgang endlich dem Organismus zuführen. Da die Darmmuskulatur von Kaninchen nur sehr schwach ausgeprägt ist, ist es zudem wichtig, dass regelmäßig Futter zugeführt wird, um den Darm in Bewegung zu halten. Ein Kaninchen, dass einige Zeit keine Nahrung aufnimmt, bekommt schnell Verdauungsbeschwerden. Vom Kauen bis zum Kötteln vergehen etwa vier bis sechs Stunden. Ein Nebenaspekt des Fressens von grobfaseriger Nahrung besteht außerdem in der gleichmäßigen Abnutzung der Zähne.

Wo finde ich Kaninchen-Nahrung?

Gräser und Kräuter können Sie im eigenen Garten ziehen: Im Fachhandel gibt es eigens Samenmischungen zum Anlegen von „Kaninchenwiesen“, von denen Sie ernten oder die Kaninchen fressen lassen können. Bei Wohnungshaltung oder wenn nur ein Balkon zur Verfügung steht, lohnt es sich, Küchenkräuter in größeren Mengen in Blumenkästen zu ziehen. Natürlich können Sie auch direkt von Wiese und Wegesrand pflücken; allerdings sollten Sie hier die unmittelbare Nähe von Straßen meiden und nicht unbedingt die örtliche Hundewiese zur Ernte nutzen. Waschen Sie alles Frischgrün gründlich ab. Greifen Sie bei Obst und Gemüse zu ungespritzter Ware.

Was dürfen Kaninchen fressen?

Das Verdauungssystem des Kaninchens ist also relativ kompliziert und höchst spezialisiert: Es ist perfekt auf die Verwertung der Pflanzennahrung eingerichtet, die das Kaninchen in seiner natürlichen Umgebung fressen würde. Daraus folgt: Kaninchen benötigen frisches Futter, nach Möglichkeit direkt von der Wiese, und sie benötigen passendes Futter, das ihrem Verdauungstrakt gerecht wird.

Das geeignete Kaninchenfutter beinhaltet:
  • Kräuter und Gras: Zweimal am Tag benötigen die Kaninchen, sofern sie nicht ohnehin auf einer Kaninchenwiese Auslauf haben, frisch gepflücktes Grün wie Gras, Kräuter und Wiesenblumen. Vorsicht: Einige Wiesenpflanzen sind für Kaninchen unbekömmlich oder gar giftig. Informieren Sie sich vor der Ernte. Auf Nummer sicher gehen Sie mit Küchenkräutern wie Petersilie, Basilikum oder Möhrengrün.
  • Gemüse: Kaninchen mögen Gemüse, aber nicht jede Sorte ist bekömmlich. Auch hier sollten Sie sich im Vorfeld darüber informieren, was die Tiere außer Möhren, Salaten, Sellerie und Brokkoli vertragen.
  • Obst: Kaninchen verspeisen gern Früchte. Reichen Sie diese aber bitte nur in kleinen Portionen, da die enthaltene Fruktose in übermäßiger Menge die Verdauung durcheinanderbringen und Diabetes begünstigen kann.
  • Frische Zweige: Zweige von verschiedenen Bäumen werden von Kaninchen gern beknabbert, vor allem, wenn noch frische Knospen als Leckerbissen dran sind.
  • Heu: Muss ständig verfügbar sein. Kaninchen überbrücken die Zeit zwischen zwei Fütterungen mit trockenem Heu als Rohfaser. Das ist wichtig, um die Darmtätigkeit in Gang zu halten und dient zudem der Abnutzung der Zähne. Achten Sie gerade bei gekauftem Heu auf einwandfreie Qualität: Es darf nicht überlagert, zu trocken oder gar schimmelig sein.

Trockenfutter oder Pellets werden von Kaninchen zwar gern gefressen, müssen aber praktisch nicht gekaut werden und haben somit für die Zahnpflege und Abnutzung keinen besonderen Effekt. Außerdem neigt Trockenfutter zum Aufquellen im Kaninchenmagen, was wiederum zu Verdauungsstörungen führen kann. Trockenfutter sollte stets nur in kleinen Mengen als Beifutter, nicht aber als Alleinfuttermittel gereicht werden. Eine gute Mengenrichtlinie ist ein Esslöffel pro Tag und Tier. Samen und Getreide gehören hingegen nicht zum natürlichen Nahrungsspektrum von Kaninchen: Ein zu hoher Getreidegehalt im Trockenfutter wirkt sich ungünstig auf den Stoffwechsel des Kaninchens aus.

Was sollte ich bei der Kaninchen-Fütterung beachten?

Kaninchen decken einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über frisches Grünfutter. Achten Sie zusätzlich darauf, dass immer sauberes, frisches Wasser zur Verfügung steht. Portionieren Sie das Futter in kleinere Stückchen und gegebenenfalls mehreren Näpfen, sodass auch bei Futterneid dominante Tiere nicht alles für sich beanspruchen und jedes seinen Teil vom Futter bekommt.

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