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Papageienkrankheiten: Symptome erkennen und Unfälle richtig versorgen

Papageien und viele andere Vogelarten sind keine leichten Patienten: Innere Erkrankungen oder Infektionen bemerkt man oft erst recht spät, weil sich die Tiere nichts anmerken lassen. In der freien Natur hat das einen verständlichen Hintergrund: Ein erkennbar kranker Vogel wird zur leichten Beute für Fressfeinde. Daher versuchen Vögel, Krankheitssymptome lange Zeit zu verbergen. Bei der Haustierhaltung ist das tückisch.

So mancher Vogelhalter bemerkt eine Erkrankung viel zu spät, die – rechtzeitig behandelt – eventuell hätte kuriert werden können. Beobachten Sie Ihren Vogel stets mit großer Aufmerksamkeit: Jede Veränderung und jedes ungewöhnliche Verhalten, das mehrere Stunden anhält, können Alarmsignale sein, die ein vogelkundiger Tierarzt abklären sollte.

Wenn der Papagei krank ist: Anzeichen fürs Missbefinden

Jeder Haustierhalter, der einige Zeit mit seinen Schützlingen verbringt, bemerkt sofort, wenn sich etwas am Verhalten ändert. Gerade bei Papageien und Sittichen, die normalerweise durch lebhaftes Gehabe und nimmermüdes Plappern auffallen, sollte ungewöhnlich ruhiges Verhalten misstrauisch machen. Natürlich kann es sein, dass der Vogel einfach einmal müde ist und ruht.

Anzeichen für Unwohlsein sind:
  • Nervosität und Unruhe
  • Rückzug vom Partnervogel
  • Absonderungen vom Schwarm
  • Gesträubtes Gefieder
  • Apathisches Verhalten
  • Geschlossene Augen
  • Breitbeiniges Sitzen
  • Schwanzwippen beim Atmen

Ein guter Indikator für gesundheitliche Störungen ist die Konsistenz des Vogelkots. Der sollte beim Körnerfresser ein relativ festes grünweißes Häufchen sein, das sich beim Trocknen schwarz-weiß verfärbt. Kurzzeitige Abweichungen können durch Futter (zum Beispiel Kirschen) entstehen. Ein über längere Zeit verfärbter Kot, Blut oder unverdautes Futter im Kot, anhaltender Durchfall mit verklebtem Aftergefieder, harte oder ungewöhnlich große Kotklumpen zeigen an, dass mit dem Vogel etwas nicht stimmt. Gänzlich grüner Kot, sogenannter „Hungerkot“ zeigt an, dass der Vogel nicht oder zu wenig frisst.

Durchfall ist besonders gefährlich, da Vögel rasch dehydrieren. Durchfallkot ähnlich, aber durch eine Nierenfunktionsstörung bedingt ist Kot mit einem dauerhaft zu hohen Urinanteil. Bedingt durch ihren schnellen Stoffwechsel setzen Vögel mehrmals stündlich Kot ab. Beobachten Sie Ihren Vogel dabei. Hat er Schmerzen, plustert er das Gefieder und wackelt mit dem Schwanz, bevor er seinen Klecks absetzt? Das kann ein Anzeichen für eine Verstopfung sein, bei Hennen auch für eine sich anbahnende Legenot. Bringen Sie den erkrankten Vogel zum vogelkundigen Tierarzt.

Pilze und Keime: Aspergillose – der Pilzbefall des Atemapparats

Der Atemapparat von Papageien hat eine Anatomie, die sich grundlegend von der bei Säugetieren unterscheidet. Neben der Lunge verfügen Vögel über Luftsäcke, die wie ein Blasebalg die Luft durch die Lunge pusten. Luftsäcke und Lungen sind durch verzweigte Kammern miteinander verbunden, ihre Häute dünn und feucht. Wenn das Atemsystem des Vogels austrocknet, kann es zu einer Besiedelung durch Keime und Sporen des Pilzes Aspergillus kommen – die sogenannte Aspergillose. Diese Sporen finden sich sowohl in der Umgebungsluft oder auch im Inneren von falsch gelagerten Nüssen. So können die Sporen beim Knacken in die Lungen der Vögel gelangen. Bieten Sie Ihrem Vogel daher keine ungeschälten Nüsse oder Erdnüsse an. Gerade wenn Sie tropische Vögel halten, sollten sie darauf achten, dass immer ausreichende Luftfeuchtigkeit herrscht und die Räume nicht überheizt sind.

Anzeichen für Atemprobleme sind:
  • Stimmverlust
  • Atemgeräusche
  • Schwere Atmung mit Schwanzwippen
  • Geplustertes Gefieder
  • Abmagerung
  • Allgemeine Schwäche

Federrupfen – es können auch Parasiten sein

Jeder Papageienfreund kennt die erbärmlichen Bilder von nackten Vögeln, die sich alle Federn ausgerissen haben. Dieses krankhafte Federrupfen ist häufig eine Verhaltensstörung, die bei vereinsamten oder trauernden Vögeln vorkommt. Wenn Ihr gut sozialisierter, ausgeglichener und ansonsten munterer Vogel ganz plötzlich beginnt, sich übermäßig zu putzen, Federn auszureißen und hektisch zu kratzen, können andere Ursachen dahinterstecken.

Mögliche Ursachen für das Federrupfen:
  • Parasiten(Flöhe, Federline, Milben)
  • Hauptprobleme/Ekzeme
  • Hormonelle Störungen
  • Akuter Stress
  • Infektionen
  • Organerkrankungen
  • Hauttumore

Was dem plötzlich rupfenden oder von Juckreiz geplagten Papagei fehlt, muss der vogelkundige Tierarzt abklären – die möglichen Auslöser sind vielfältig. Bei einem Milbenbefall können auch wuchernde Veränderungen an Wachshaut und Füßen entstehen.

Die „Papageienkrankheit“: Ornithose beziehungswiese Psittakose

Die (veraltete) Bezeichnung für die Papageienkrankheit lautet „Psittakose“, weil ein Papagei Überträger der ersten medizinisch dokumentierten Infektion war. Diese Krankheit wird aber nicht ausschließlich durch Papageien verbreitet, sodass man heute korrekterweise von einer Ornithose – einer „Vogelkrankheit“ – spricht. Es handelt sich um eine hochansteckende, meldepflichtige Krankheit, da sie als Zoonose nicht nur auf geflügelte Patienten beschränkt ist, sondern auf Menschen überspringen kann.

Ansteckungsgefährdet sind vorrangig Personen mit anfälligem Immunsystem, Schwangere und sehr junge oder alte Menschen. Bei diesen äußert sich die Tierseuche ähnlich wie eine schwere Grippeerkrankung mit besonderer Belastung der Bronchien. Übertragen wird die Krankheit durch mit Chlamydien infizierte Vögel. Die Infektion mit der Papageienkrankheit erfolgt durch Tröpfchen-, Schmier- oder Kontaktinfektion mit Kot oder anderen Ausscheidungen, Vogelsand oder Federstaub. Ornithose-Infektionen sind bei Menschen extrem selten, in Deutschland wurden in den letzten Jahren nur wenige Fälle gemeldet. Hauptsächlich betroffen waren Mitarbeiter von Geflügelzuchten. Viel verbreiteter ist die Krankheit innerhalb von Vogelpopulationen und bei Heimtieren. Das Tückische: Die Ornithose kann sich beim Vogel unspezifisch durch alle möglichen Symptome äußern. Dazu zählen Bindehaut- und Gehirnentzündungen, Schnupfen, Durchfall und Atemwegsprobleme.

Die Papageienkrankheit lässt sich beim Menschen durch eine Blutanalyse, beim Vogel durch einen Lidabstrich der Augen diagnostizieren. Falsch oder unbehandelt kann die Ornithose für Mensch und Tier tödlich ausgehen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich die Krankheit heute mit Antibiotika erfolgreich behandeln.

Erste Hilfe für verunfallte Vögel

Neben Infektionen und organischen Erkrankungen sind Unfälle und kleinere Blessuren weitere Vorfälle, die Ihr Eingreifen notwendig machen: Anflugtraumata beim Zusammenprall mit Hindernissen aus dem Flug heraus, blutende Wunden und blutig ausgerissene Federn nach Meinungsverschiedenheiten mit Artgenossen, Vergiftungen oder Haushaltsunfälle.

Ist der Vogel erkrankt oder verletzt, befolgen Sie bitte folgende Schritte:
  • Separieren Sie den Vogel von seinen Artgenossen und setzen Sie ihn in eine eigene Krankenunterkunft. Das Einfangen kleinerer Vögel gelingt am besten mit einem Kescher, denn diese können sich bei Kollisionen schwere Verletzungen zuziehen. Wirkt der Vogel benommen, setzen Sie ihn in der Krankenunterkunft oder eine Transportbox und verdunkeln Sie diese, bevor Sie zum vogelkundigen Tierarzt fahren.
  • Kleine Bagatellverletzungen, etwa nach einem Schnabelhieb, können Sie – je nach Ort der Verletzung – mit einem mit einem blutstillenden Gelatineschwämmchen abtupfen. Bei schweren Verletzungen, insbesondere Anflug- oder Quetschverletzungen, besteht immer die Gefahr eines Knochenbruchs – der Vogel muss umgehend zum vogelkundigen Tierarzt.
  • Bei kranken Vögeln sinkt oft die Körpertemperatur, sodass das Tier friert. Sitzt der Vogel nach der Behandlung im Quarantänekäfig, können Sie – in Absprache mit dem Tierarzt – zur Genesung unterstützend Vitaminpräparate zufügen.

Checkliste Vogelapotheke

Für den Notfall sollten Sie einen Vogel-Erste-Hilfe-Kasten bereithalten.

In den Erste-Hilfe-Kasten für den Vogel gehören:
  • Fütterungsspritze (ohne Nadel!)
  • Verbandswatte, Mullkompressen, Tupfer, Wattestäbchen
  • Traubenzucker
  • Kranken- bzw. Quarantänekäfig
  • Transportbox
  • Kescher
  • Telefonnummer und Adresse eines vogelkundigen Tierarztes

Beachten Sie, dass ein kranker Vogel immer so schnell wie möglich zum Tierarzt muss. Kranke Vögel bauen schnell ab – Zögern kann fatal sein.

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