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Zebrafinken: Haltung und Wissenswertes über die australischen Prachtfinken

Mögen Sie Naturdokus über das Verhalten von Vögeln in freier Wildbahn? Das können Sie auch live haben: Die quirligen Zebrafinken, auch „australische Prachtfinken“ genannt, bieten bei artgerechter Gruppenhaltung in einer geräumigen Voliere hautnahe Einblicke in ihr Sozialverhalten und Familienleben. Überdies sind die kleinen Vögel sehr hübsch anzusehen und kommunikativ. Typisch ist der quakende Kontaktruf beider Geschlechter und der schlichte, zwitschernde Gesang der Hähne.

Ein kleiner Zierfink aus dem Land der großen Schwärme

Die wilden Zebrafinken bewohnen in Australien trockene Regionen, wo sie die Nähe von Wasserstellen bevorzugen, im Notfall aber kürzere Zeit ohne Wasser auskommen. Dabei hilft ihnen ein physiologischer Trick: In Durstzeiten verdickt sich ihr Blut, es wird weniger Flüssigkeit verstoffwechselt. Außerhalb des Brutgeschäfts sind die Tiere in großen Schwärmen unterwegs und ausgesprochen gesellig. Die erste wissenschaftliche Beschreibung der Vögel stammt von dem französischen Ornithologen Louis Vieillot aus dem Jahr 1817; als Ziervogel populär wurden Zebrafinken erst um 1900 herum. In den Sechzigerjahren erließ die australische Regierung ein Exportverbot für die Finken.

Geschlechtsbestimmung durchs Federkleid

Das Zebrafinken-Geschlecht können Sie bei erwachsenen Vögeln an der Gefiederzeichnung erkennen. Die Wildform des Zebrafinks ist auffällig gemustert. Sein Bauchgefieder ist hell, mit schwarzem Brustband, bräunlich-rotem Wangenfleck und gleichfarbigen Flügeldecken mit weißem Punktmuster. Die Kehle ist mit einem zebraartigen Streifenmuster versehen, daher der Name. Beim Zebrafinken-Weibchen ist der Rücken gräulich gefärbt, die Oberschwanzdecken sind schwarz-weiß gezeichnet. Weibchen haben keinen Wangenfleck und kein Zebramuster an der Kehle.

Jungtiere erkennt man am noch schwarz gefärbten Schnabel; die Gefiederzeichnung prägt sich erst nach der ersten Mauser aus. Zebrafinken-Hennen haben einen orangefarbenen Schnabel. Bei den domestizierten Formen der Zebrafinken haben sich – neben der etwas größeren und schwereren Statur – bislang 50 anerkannte Farbschläge herausgebildet. Darunter sind Vögel mit abweichenden Zeichnungen (Pinguin- und Schwarzbrust-Zebrafinken), in Pastelltönen, Schecken, Zimter und solche, bei denen auch die Weibchen den typischen Wangenfleck tragen – was die Geschlechtsbestimmung bei bestimmten Farbschlägen erschwert. In solchen Fällen hilft nur die aufmerksame Beobachtung der Tiere und ihrer geschlechtstypischen Verhaltensweisen oder ein DNA-Test beim Tierarzt.

Der Vetter von der Insel: Varianten der Zebrafinken

Unter den Zebrafinken unterscheidet man den australischen Zebrafink und den Timor-Zebrafink. Letzterer spielt allerdings in der Ziervogelhaltung praktisch keine Rolle. Der augenfälligste Unterschied zwischen beiden Varianten ist die Körpergröße: Der Timor-Zebrafink ist etwas kleiner als der Artgenosse vom Kontinent.

Genug Platz für alle: die Zebrafinken-Unterkunft

Zebrafinken sind gesellig. Sie sollten immer wenigstens zwei Tiere halten, besser mehrere Pärchen. Je größer die Gruppe, desto ausgeglichener ist die Dynamik im Schwarm. Halten Sie aber nicht drei Tiere: Eine solche Konstellation führt unweigerlich zu Streit. Die Mindestgröße einer Unterbringung für ein Pärchen beträgt 160 x 60 x 100 Zentimeter. Können die Vögel keinen Freiflug bekommen, ist eine Volierenhöhe von mindestens 170 Zentimeter und zwei Quadratmeter Grundfläche nötig. Der optimale Gitterabstand liegt bei 12 Millimetern. Je mehr Platz Zebrafinken haben, desto munterer können sie umherflitzen.

Als Sitzstangen haben sich Naturholzstangen bewährt. Nur einseitig befestigt, federn sie nach wie Baumäste und trainieren außerdem die Fußmuskulatur. Bitte achten Sie darauf, dass der Durchmesser der Stangen größer ist, als die Vögel umfassen können, damit sich die Krallen gleichmäßig abnutzen. Zebrafinken lieben Wasser. Sie nutzen gerne einen schweren Badenapf am Boden oder ein Badehäuschen. Außerdem schätzen sie ein Sandbad. Klettergelegenheiten in Form von Leitern und Schaukelseilen gehören ebenfalls zur Ausstattung. Spielzeug benötigen Zebrafinken hingegen nicht. Ausnahme sind befüllbare Weidenbällchen, in denen Sie Futter verstecken können: Sich Futter selbst erarbeiten zu müssen, hält die Tiere fit und beschäftigt.

Was muss ich bei der Zebrafinken-Haltung beachten?

Zebrafinken vertragen Temperaturen bis 10 Grad Celsius. Eine ganzjährige Haltung in der Außenvoliere ist nur dann möglich, wenn den Tieren im Winter ein beheizter Innenraum zur Verfügung steht. Außerdem reagieren Zebrafinken empfindlich auf zu hohe Luftfeuchtigkeit, da sie natürlicherweise in trockenen Klimazonen vorkommen. Zebrafinken sind ausgesprochen vermehrungsfreudig und praktisch permanent in Balz-, Lege- und Brutstimmung. Das kann bei der Heimtierhaltung zum Problem werden, sofern Sie nicht züchten wollen. Eine mögliche Lösung ist die Haltung gleichgeschlechtlicher Gruppen oder das Vorenthalten von Nestern oder Nistmaterial: Steht dies nicht zu Verfügung, werden die Hennen in der Regel nicht brüten. Bei Weibchen, die in ihrer Lege-Entschlossenheit Futternapf und Co. zweckentfremden, sollten Sie unbedingt die Eier gegen entsprechende Attrappen aus Gips oder Kunststoff austauschen. Bei guter Pflege und Gesundheit unter Haustierbedingungen erreichen Zebrafinken ein Alter von etwa neun Jahren.

Das gehört in den Napf – die artgerechte Zebrafinken-Ernährung

Zebrafinken nehmen in der Natur die finkentypische Mischung aus Sämereien und tierischen Proteinen zu sich. Insekten erbeutet der Vogel geschickt aus der Luft. Bei Ihren Heimvögeln verwenden Sie spezielle Exoten-Futtermischungen mit Hirsesaaten, Glanz und Nigersaat. Als Grünfutter bevorzugen Zebrafinken Gurke, weiches Obst und Kräuter wie Vogelmiere – gröbere Obst- und Gemüsesorten sind für den kleinen Finkenschnabel schwer zu picken. Selbstverständlich muss für die Finken ein Kalkwetzstein für die Mineralienversorgung und Vogelgrit als Hilfsmittel zur Zerkleinerung der Nahrung im Magen zur Verfügung stehen.

Werden Zebrafinken handzahm?

Zebrafinken sind durch ihre Anspruchslosigkeit für Anfänger gut geeignet, vor allem für Jugendliche und Erwachsene, die sich mit den Grundlagen der Vogelzucht beschäftigen möchten. Zebrafinken können Sie mit sehr viel Geduld handzahm machen. Verspielt und anhänglich wie Papageienvögel, werden sie allerdings nicht: Zebrafinken leben weitgehend unbeeindruckt von ihren Haltern.

Wie bekomme ich Zebrafinken zum Tierarzt und was mache ich im Urlaub?

Um Zebrafinken bei Bedarf zum Tierarzt zu bringen, nutzen Sie am besten eine Vogel-Transportbox und ein Auto als Fortbewegungsmittel: Der Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch Fußgängerzonen würde die Tiere unnötig stressen. Allerdings ist der Tierarztbesuch der einzige Anlass, zu dem Sie ihre Finken transportieren sollten. Urlaubsreisen mit Vogel sind nicht empfehlenswert. Organisieren Sie beizeiten eine zuverlässige Vertretung, die während Ihrer Abwesenheit für die Tiere sorgt oder sie einige Tage im eigenen Haushalt aufnimmt. Stellen Sie zu diesem Zweck das benötigte Material (Futter, Einstreu) und eine detaillierte Checkliste mit Pflegeanweisungen bereit. Auch manche Züchter oder Zoohandlungen springen als „Pension“ für bei ihnen erworbene Tiere ein. Für den Transport in die Urlaubsbetreuung gilt: Eine kurze Autofahrt ist besser als anhaltender Ferienstress.

Steckbrief Zebrafinken
  • Herkunft: Australien und kleine Sunda-Inseln
  • Größe: 11 Zentimeter
  • Gewicht: 12 Gramm
  • Aussehen: roter bzw. orangefarbener Schnabel, rote Beine, typische „Finkenstatur“
  • Gefieder: charakteristische Gefiederzeichnung, bei Hähnen mit Zebramuster an der Kehle und gepunkteten Flügeldecken, domestiziert viele Farbschläge
  • Lebenserwartung: 9 Jahre
  • Charakter: robust, anpassungsfähig, gesellig
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