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Ein Aquarium steht im Wohnraum.

Kugelfische – bemerkenswerte Fische mit spektakulären Fähigkeiten

Laien ist der Kugelfisch vornehmlich als Speise bekannt, die man buchstäblich mit Vorsicht genießen sollte. Aquarianern käme das nicht in den Sinn: Die bizarren Kugelfische sind eine faszinierende Bereicherung der Unterwasserwelt in den eigenen vier Wänden. Eindrucksvoll ist das Verhalten, dem sie ihren umgangssprachlichen Namen verdanken: Blitzschnell können sie sich zur Kugel „aufblähen“. Bei guter Pflege haben die rundlichen Raubfische – je nach Art – eine Lebenserwartung zwischen fünf und 20 Jahren.lfühlen. In jedem Fall sind sie mehr als einfache Algenvertilger.

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Woher kommt der Kugelfisch?

„Den“ Kugelfisch gibt es nicht: Tatsächlich handelt es sich bei der Familie der Kugelfische um gleich 25 Fischgattungen mit zusammen etwa 200 Unterarten. Nur ein Teil dieser Artenvielfalt eignet sich für die Haltung im privaten Aquarium. Große Vertreter wie der Riesenkugelfisch erreichen Durchmesser von weit über einem Meter. Der Indische Zwergkugelfisch ist dagegen mit gerade zwei Zentimetern Durchmesser ein Winzling.

Im Vergleich zu stromlinienförmigen Fischen wirken Kugelfische gedrungen und rundlich. Sie besitzen keine Bauchflossen und nur einen kurzen Schwanz, nichtsdestotrotz sind sie wendige Schwimmer und können sich sogar rückwärts bewegen. Kugelfische zeigen sich in einer vielfältigen Palette von Farben und Mustern und mit einer glatten Haut mit zu Stacheln umgebildeten Schuppen, die im Ruhezustand glatt anliegen.

Die Tiere gehören, wie beispielsweise Muränen oder der Mondfisch, zur Gattung der Knochenfische. Kräftig ist das ständig nachwachsende Gebiss, bei dem die Zahnreihen zu einem schnabelartigen Gebilde verschmolzen sind. Damit kann der Fisch sogar Menschen zwicken oder ernsthaft beißen.

Die Fische sind rund um den Globus in tropischen Meeresgebieten verbreitet und bevorzugen Habitate mit Korallenbänken und Seegrasflächen. Es existieren außerdem einige Arten der Kugelfische, die Süßwasser im Landesinneren bewohnen, beispielsweise im Amazonasgebiet oder Kongobecken. Andere fühlen sich im Brackwasser an Flussmündungen wohl und wechseln zwischen beiden Wasserzonen.

Sind Kugelfische giftig?

Viele Kugelfischarten tragen in ihren Eingeweiden das Nervengift Tetrodotoxin, das schon in geringen Dosen für Menschen lebensgefährlich ist. Man geht davon aus, dass die Fische das Gift nicht selbst produzieren, sondern aus Bakterien synthetisieren. Allerdings besteht das Risiko einer Vergiftung nur beim Verzehr der Fischinnereien. Einem Aquarianer droht bei der Pflege seiner Haustiere somit keinerlei Gefahr.

Was hat es mit der Kugelform auf sich?

Kugelfische sind für ein weiteres Feature bekannt: Bei Schreck oder Bedrohung können sie sich in kürzester Zeit „aufpumpen“, indem sie Wasser in eine Erweiterung ihres Magens saugen. Der Fisch gewinnt enorm an Volumen; die Stacheln werden abgespreizt. Das aufgeblähte Tier wirkt durch die unvermutete Größenänderung einschüchternd und größere Räuber können ihn durch die Ballonform und die Spitzen nicht packen.

 

So eindrucksvoll das Verteidigungsverhalten des Tieres ist – Kugelfische im Aquarium sollten Sie niemals vorsätzlich provozieren, um es auszulösen. Jeder „Aufblasvorgang“ bedeutet enormen Stress für den Fisch.

Lebensraum der Kugelfische: Arten für jeden Beckentyp

Entsprechend ihrer weiten Verbreitung und partiellen Wanderschaft zwischen den Wasserzonen können Kugelfische fürs Aquarium mit Süßwasser gehalten werden, andere Arten eignen sich für Brack- und Meerwasseraquarien. Süßwasserbecken sollten nur Arten beherbergen, deren natürliches Habitat exklusiv Flüsse sind.

 

Einige bekannte Kugelfischarten im Heimaquarium sind diese:

  • Kofferkugelfisch/Brauner Kugelfisch (Tetraodon miurus, Süßwasser)
  • Rotaugen-Kugelfisch (Tetraodon cochinchinensis, Süßwasser)
  • Assel-/Papageien-Kugelfisch (Colomesus asellus, Süßwasser)
  • Indischer Kugelfisch/Erbsenkugelfisch (Carinotetraodon travancoricus ,Süßwasser)
  • Palembang-Kugelfisch (Tetraodon biocellatus , Brackwasser)
  • Gepunkteter Kugelfisch (Canthigaster punctatissima, Brackwasser)
  • Weißflecken-Kugelfisch (Arothron hispidus , Meerwasser)
  • Globusfisch (Sphaeroides spp., Meerwasser)

Wichtiges über Kugelfische in der Aquarium-Haltung

Die Exoten sind keine Anfängerfische. Sie sollten beim Kauf der Kugelfische fürs Aquarium bereits solide Erfahrung als Aquarianer mitbringen.

 

Klarerweise muss die Beckengröße der Größe des Bewohners angemessen sein. Während der kleine Erbsenkugelfisch schon in einem 50-Liter-Becken zurechtkommt, sind für einen Kofferkugelfisch mindestens 300 Liter nötig. Unabdingbar ist, dass das Aquarium den Kugelfischen viele Versteckmöglichkeiten (Höhlen), dichte Bepflanzung und einen Sandboden bietet, in dem sie sich einbuddeln können.

 

Die idealen Parameter für das Wasser liegen bei einer Temperatur zwischen 22 und 28 °C, einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 und einer Härte zwischen 5 und 15 °dGH. Süßwasser-Kugelfische benötigen den neutralen pH-Bereich (Härtegrad zwischen 8 und 15), bei Brackwasserhaltung sollten Sie eine regelmäßige Schwankung des Salzgehalts anstoßen.

 

Vor ihren scharfen Zähnen ist nichts sicher: Heizung, Thermometer und kabelführende Komponenten im Aquarium sollten Sie gut absichern, wenn Sie Kugelfische halten.

Eignen sich Kugelfische für Gesellschaftsbecken?

Kugelfische sind Einzelgänger und gelten als „rauflustige“, ihr Revier verteidigende Fische. Zudem sind es Raubfische, die kleinere Wassertiere jagen, verspeisen oder nach den langen Flossen etwaiger Mitbewohner schnappen und diese anfressen, wenn sie hungrig sind. Im Aquarium für Kugelfische dürfen etwaige Mitbewohner daher körperlich nicht unterlegen sein – oder müssen schneller schwimmen können, was letztlich viel Stress bedeutet.

 

Kugelfische sind deshalb zur Vergesellschaftung nur bedingt geeignet; wenn überhaupt, kommen allenfalls „friedlichere“ Arten wie der Erbsen- oder der Papageien-Kugelfisch in einem gemischten Becken infrage. Ein solches Experiment kann zwar klappen, ist das Risiko im Sinne aller beteiligten Tiere aber nicht wert.

Schmackhaftes für Kugelfische: das Futter für den Raubfisch

Kugelfische sind spezialisierte Räuber und ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung, wobei kleine Lebendfuttertiere wie Artemia, Garnelen und Schnecken wie zum Beispiel Blasenschnecken auf dem Speiseplan stehen. Auch Wasserflöhe und Mückenlarven werden von kleineren Kugelfischarten gern verzehrt. Jede Art hat eigene Vorlieben. Behalten Sie die Nahrungsaufnahme der Fische genau im Auge, um sicherzustellen, dass vom Lebendfutter verzehrt wird – und auch genug davon.

 

Kugelfische brauchen unbedingt Futter mit Panzer oder Gehäusen, die es zu knacken gilt – nur so können sie ihre ständig nachwachsenden Zähne gleichmäßig abnutzen.

 

Wenn Sie dem Kugelfisch ein artgerechtes Ambiente bereiten, werden Sie viel Freude an den kuriosen Exoten haben.

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