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Mauke beim Pferd – ein häufiges Problem mit vielen Fragen

04.09.2026 - Lesedauer: 7 Minuten

Ein von Mauke befallener Fesselbereich des Pferdes – KI-generiert

Mauke gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen beim Pferd und stellt viele Pferdebesitzer regelmäßig vor Unsicherheiten. Veränderungen wie Rötungen, Schuppen, Krusten oder nässende Hautstellen in der Fesselbeuge oder im Bereich der Ballen fallen meist plötzlich auf und wirken zunächst harmlos – können sich jedoch rasch verschlimmern. Während leichte Formen mit frühzeitiger Pflege gut in den Griff zu bekommen sind, können unbehandelte oder falsch behandelte Hautveränderungen zu schmerzhaften Entzündungen und langwierigen Verläufen führen. Bei schweren Verläufen kann Mauke sogar zu Lahmheiten führen. Umso wichtiger ist es, Mauke rechtzeitig zu erkennen, richtig einzuordnen und mit dem nötigen Wissen angemessen zu reagieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mauke beim Pferd ist multifaktoriell bedingt: Sie entsteht meist durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit, Hautschädigungen, Keimen, geschwächtem Immunsystem, Nährstoffunterversorgung und ungünstigen Haltungsbedingungen.
  • Je eher Mauke erkannt und gezielt behandelt wird, desto kürzer und komplikationsärmer verläuft die Erkrankung. Unbehandelt kann sie schmerzhaft werden und chronisch verlaufen.
  • Erfolgreiche Behandlung erfordert einen ganzheitlichen Ansatz: Neben der richtigen Hautpflege sind trockene Haltungsbedingungen, angepasste Bewegung und tierärztliche Begleitung entscheidend.
  • Vorbeugung ist möglich und sinnvoll: Regelmäßige Kontrolle, sorgfältige Pflege und ein starkes Immunsystem können das Risiko für Mauke beim Pferd deutlich reduzieren und Rückfälle verhindern.

Was ist Mauke?

Bei Mauke handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die überwiegend in der Fesselbeuge von Pferden auftritt. Medizinisch wird sie daher häufig auch als Fesselbeugendermatitis bezeichnet. Charakteristisch sind Hautrötungen, Schuppen, Krusten, nässende Areale sowie in schweren Fällen tiefe Hautrisse oder Wucherungen.

Gut zu wissen: Mauke ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Symptomkomplex. Das bedeutet, dass verschiedene Ursachen und begünstigende Faktoren zusammenwirken können. Genau deshalb verläuft Mauke von Pferd zu Pferd unterschiedlich – von milden Hautveränderungen bis hin zu schmerzhaften, chronischen Entzündungen.

Ursache und Entstehung von Mauke bei Pferden

Mauke entsteht nur selten durch eine einzelne, klar abgrenzbare Ursache. In den meisten Fällen handelt es sich vielmehr um eine multifaktorielle Erkrankung, bei der mehrere belastende Faktoren auf die empfindliche Haut in der Fesselbeuge einwirken. Wird die natürliche Schutzfunktion der Haut geschwächt, haben Krankheitserreger wie Bakterien, seltener auch Pilze, Viren oder Parasiten (v. a. Milben), leichtes Spiel. Kleine, oft zunächst unbemerkte Hautschäden können sich dann rasch zu schmerzhaften Entzündungen entwickeln.

Die häufigsten Ursachen von Mauke beim Pferd im Überblick:

  • Feuchtigkeit und Matsch, die die Haut dauerhaft aufweichen und ihre natürliche Barrierefunktion schwächen. Dabei reizen vor allem Urin und Kot verschmutztes Einstreu (Ammoniakgehalt).
  • Schmutz und krankmachende Keime, die leicht in die Haut eindringen und Entzündungen verursachen können.
  • Mechanische Reizungen, etwa durch scheuernde Gamaschen, sehr dichten Behang oder kleine, zunächst unauffällige Hautverletzungen.
  • Ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise infolge von Stress, bestehenden Erkrankungen, einer unzureichenden Nährstoffversorgung oder allergischen Reaktionen auf Einstreu, Pflege- oder Reinigungsprodukte sowie bestimmte Futterbestandteile.
  • Stoffwechselerkrankungen: Auch PPID („Cushing-Syndrom“), EMS oder Leberprobleme können an der Entstehung von Mauke beteiligt sein.
  • Durchblutungsstörungen, die vor allem bei älteren Pferden oder Tieren mit wenig Bewegung auftreten und die Hautregeneration beeinträchtigen.

Welche Faktoren im Einzelfall überwiegen, hängt unter anderem von Haltung, Pflege, Bewegung, Fütterung und der individuellen Hautempfindlichkeit des Pferdes ab. Besonders nachteilhaft ist es, wenn mehrere der Einflüsse zusammenkommen – etwa Feuchtigkeit in Kombination mit mechanischer Reizung oder einem geschwächten Immunsystem. Um Mauke bei deinem Pferd zu behandeln und langfristig vermeiden zu können, ist eine tierärztliche Begleitung empfehlenswert.

Wie du Mauke beim Pferd frühzeitig erkennen kannst

Je früher du Mauke erkennst, desto einfacher ist die Behandlung. Typische Anzeichen sind:

  • Rötung und Schwellung der Haut in der Fesselbeuge
  • Schuppenbildung
  • Krusten, die sich nur schwer lösen lassen
  • Nässende, manchmal übelriechende Stellen
  • Verdickte Haut oder Haarausfall

In fortgeschrittenen Stadien können zudem schmerzhafte Risse, Blutungen oder sogar wuchernde Hautveränderungen auftreten.

Welche Pferde sind besonders anfällig?

Grundsätzlich kann jedes Pferd an Mauke erkranken, jedoch sind einige Pferdetypen deutlich häufiger betroffen. Dazu zählen etwa Kaltblüter wie das Shire Horse sowie Pferde mit dichtem Behang an den Fesseln. Denn der lange Behang begünstigt ein feucht-warmes Milieu, in dem sich beispielsweise Bakterien oder Pilze leichter vermehren können. Gleichzeitig erschwert er die Pflege der Haut in der Fesselbeuge.

Auch Pferde mit heller Haut (unpigmentierte Fesseln) gelten als empfindlicher gegenüber äußeren Reizen. Bei diesen Tieren ist eine regelmäßige Kontrolle, gründliche Trockung und angepasste Pflege besonders wichtig, um Mauke vorzubeugen.

Haben Pferde bei Mauke Schmerzen?

Pferde können bei Mauke durchaus Schmerzen haben. Das kommt besonders dann vor, wenn die Haut stark entzündet ist, nässt oder Risse entstehen. Manche Pferde reagieren außerdem empfindlich auf Berührung, zeigen Unruhe beim Putzen oder lahmen leicht. Dabei kommt es vor allem bei zusätzlichem Befall mit Milben vor, dass das Pferd mit den betroffenen Gliedmaßen aufgrund des starken Juckreizes aufstampft oder mit den Zähnen an den Hinterbeinen nagt.

Übrigens: Schmerzen werden häufig unterschätzt, da Pferde sie instinktiv verbergen. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen bei deinem Liebling ernst zu nehmen.

Tipp: Ob du ein Pferd mit Mauke reiten solltest, hängt vom Ausmaß ab. Bei leichter Mauke kann moderates Reiten möglich sein, sofern keine Schmerzen oder offenen Stellen vorliegen und die betroffene Haut nicht zusätzlich gereizt wird. Bei schmerzhaften, nässenden oder offenen Stellen gilt: Pause einlegen. Das Wohlbefinden deines Pferdes sollte immer Vorrang haben.

Wie lange dauert es, bis Mauke weg ist?

Die Dauer der Erkrankung hängt stark vom Schweregrad sowie der Konsequenz der Behandlung ab. Grundsätzlich gilt:

  • Leichte Mauke: häufig innerhalb von 1 bis 3 Wochen abheilend
  • Mittlere Ausprägungsformen: meist mehrere Wochen
  • Chronische Mauke: mehrere Monate und erhöhtes Rückfallrisiko

Geduld ist in vielen Fällen entscheidend. Auch wenn die Haut besser aussieht, sollte die Pflege noch eine Zeit lang fortgesetzt werden.

Folgen von chronischer Mauke

In schweren oder langanhaltenden Fällen kann Mauke in eine chronische Form übergehen. Dabei kann aus der chronischen Form der Mauke ein sogenanntes chronisch progressives Lymphöden entstehen, bei der sich warzenartige, wuchernde Hautveränderungen bilden.

Diese Form tritt häufig bei länger unbehandelter oder immer wiederkehrender Mauke auf und ist deutlich schwieriger zu therapieren. In solchen Fällen ist eine konsequente, oft langfristige tierärztliche Behandlung notwendig, um die Entzündung zu kontrollieren und das Fortschreiten der Hautveränderung zu verhindern.

Mauke beim Pferd richtig behandeln

Eine erfolgreiche Behandlung von Mauke basiert auf drei grundlegenden Säulen: Die auslösenden Ursachen konsequent reduzieren, die geschädigte Haut gezielt schützen und bestehende Entzündungen wirksam kontrollieren. Unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung haben sich außerdem einige Grundregeln bewährt, die bei jeder Form der Mauke beachtet werden sollten.

  • Sauberkeit: Verschmutzungen und Krusten sollten vorsichtig entfernt werden. Grobes Schrubben oder gewaltsames Ablösen fester Krusten schädigt die ohnehin angegriffene Hautbarriere und kann die Entzündung verschlimmern.
  • Trocknung: Feuchtigkeit ist einer der begünstigenden Faktoren für Mauke. Die betroffenen Hautbereiche sollten daher möglichst trocken gehalten werden. Nach der Reinigung ist ein sorgfältiges Abtrocknen unerlässlich.
  • Schonung der Haut: Die Haut in der Fesselbeuge ist besonders empfindlich. Häufiges Waschen, aggressive Shampoos oder desinfizierende Lösungen können den natürlichen Säureschutzmantel zerstören und die Heilung verzögern.
  • Gezielte Pflege: Je nach Befund kommen antibakterielle, antimykotische oder entzündungshemmende Präparate zum Einsatz. Sie sollten gezielt nach tierärztlicher Beratung angewendet werden.

Bei wiederkehrender, therapieresistenter oder chronischer Mauke ist eine enge tierärztliche Begleitung unerlässlich. Sie hilft nicht nur bei der Wahl der richtigen Behandlung, sondern auch dabei, zugrunde liegende Ursachen wie Stoffwechselstörungen, Immunschwächen oder Haltungsprobleme frühzeitig zu erkennen und dauerhaft zu korrigieren.

Zu den therapeutischen Maßnahmen zählen unter anderem:

  • Antibakterielle oder antimykotische Salben bei nachgewiesenen Erregern und eine Behandlung gegen Parasiten, wenn diese nachgewiesen wurden
  • Pflegende Salben: Zinksalbe, Heilerde etc.
  • Systemische Medikamente, etwa Antibiotika oder Entzündungshemmer, bei schweren oder tiefgreifenden Verläufen

Was passiert, wenn Mauke nicht behandelt wird?

Unbehandelte Mauke kann sich verschlimmern und chronisch werden. Außerdem gilt: Je länger Mauke besteht, desto aufwendiger und langwieriger wird die Therapie. Mögliche Folgen sind:

  • Tiefe Hautentzündungen
  • Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Pilzen
  • Starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
  • Verdickung der Haut
  • Lahmheit

Fütterung bei Mauke: Das ist zu beachten

Um die Hauterneuerung zu unterstützen und Entzündungsprozesse zu regulieren, sollte die Ration eines an Mauke erkrankten Pferdes ausgewogen und bedarfsgerecht zusammengestellt sein. Besonders wichtig sind dabei folgende Nährstoffe:

  • Ausreichend Zink
  • Hochwertige Eiweiße
  • Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinöl)
  • Möglichst zucker- und stärkearme Rationen

Insgesamt gilt: Eine individuell angepasste, ausgewogene Fütterung stärkt die körpereigenen Abwehrmechanismen, fördert die Hautregeneration und kann entscheidend dazu beitragen, dass Mauke schneller abheilt und seltener erneut auftritt.

Fazit: Wissen, Geduld und Konsequenz zahlt sich aus

Mauke beim Pferd ist eine häufige, aber gut beeinflussbare Hauterkrankung. Wenn du frühzeitig auf erste Anzeichen reagierst, mögliche Ursachen konsequent hinterfragst und die Behandlung mit Geduld und Sorgfalt umsetzt, kannst du den Heilungsprozess unterstützen. Dabei gilt: Nachhaltiger Erfolg entsteht selten durch schnelle Einzelmaßnahmen, sondern durch einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl äußere Pflege als auch innere Gesundheit berücksichtigt. Mit fachkundiger tierärztlicher Begleitung kannst du aktiv dazu beitragen, dass Mauke zuverlässig abheilt und das Risiko von Rückfällen deutlich sinkt.

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