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Der freundliche Vogel auf der Sonnenblume: Der Stieglitz

Wer ihn sieht und nicht weiß, wer er ist, denkt spontan wohl an einen entfleuchten Exoten: Der Stieglitz ist mit seinem auffälligen bunten Gefieder einer der farbenprächtigsten einheimischen Singvögel. Sein rotes Gesicht mit hellem Schnabel, die dunkel-gelb-gebänderten Flügelränder und sein sandfarben-weißes Gefieder mit dunklem Hals machen den flinken Fink zu einem markanten Mitglied der Vogelschar in Park und Garten. Der Naturschutzbund Deutschland kürte den Stieglitz 2016 zum „Vogel des Jahres“, in der abendländischen Ikonografie steht er als Symbol für die Passion Christi.

Vom Wald- zum Volierenvogel

Der Stieglitz, landläufig auch als Distelfink oder wissenschaftlich Carduelis carduelis bekannt, gehört zur Gattung der Zeisige innerhalb der Familie der Finken. Er ist in Westeuropa, Nordafrika und Zentral- und Westasien heimisch, in Australien, Neuseeland und Südamerika wurde er von Menschen eingebürgert. Der farbenprächtige Vogel war noch in jüngerer Vergangenheit ein beliebter Volierenvogel und wurde als Haustier übersiedelt. Auch sein Gesangstalent sorgte dafür, dass Menschen ihn in ihrer Nähe haben wollten: Der Stieglitz kommuniziert mit einem melodischen, hastig-plappernden Zwitschern. In manchen Gegenden Europas werden Stieglitze noch immer gefangen und als Käfigvogel gehalten. In Deutschland gehört der Stieglitz zu den nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten.

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Farbenfroher Körnerfresser: Steckbrief des Stieglitz

Die Körperlänge des Stieglitz beträgt bei einem Gewicht von etwa 18 Gramm ungefähr 13 cm. Seine Spannweite liegt zwischen 21 und 25 cm. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur minimal und für das geübte Auge voneinander. Die Farben des Männchens sind etwas ausgeprägter, der Kopf des Weibchens ist etwas rundlicher, der Schnabel nicht ganz so spitz. Am Boden bewegt der Stieglitz sich etwas unbeholfen, ist aber ein geschickter Kletterer und turnt bei der Nahrungssuche an Halmen, Stängeln und Ästen herum. Da der Speiseplan des Stieglitzes überwiegend aus Sämereien besteht, findet man ihn in Gebieten mit starkem Ruderalpflanzenbewuchs, also Flächen mit einjährigen Wildkräutern, deren Samen er abernten kann. Bevorzugte Reviere sind Obstbaumwiesen, zwischen denen sich entsprechender Bodenbewuchs ausbreiten kann und die geeignete Nistsitze bieten. Da in ländlichen Gegenden passende Lebensräume immer kleiner werden, weicht der Stieglitz derzeit in Siedlungsgebiete aus. Etwa 60 % der heimischen Stieglitze sind zwischenzeitlich in die Stadt gezogen.

Ein geselliger Vogel

Abgesehen von Territorialverhalten rund ums Nest in der Brutzeit, ist der Stieglitz ein sozialer Vogel, der Gesellschaft mag und bevorzugt in Trupps von mehreren Individuen umherzieht und Schlafgemeinschaften bildet. Diese Gruppen gesellen sich manchmal sogar zu anderen Finkenarten wie Hänflingen oder Grünfinken, sodass man vor allem im Winter gemischte Schwärme beobachten kann. Gelegentlich kommt es innerhalb der Gruppe zu kleinen Balgereien, wenn die Vögel untereinander einen Mindestabstand unterschreiten. Für Wildvögel erreichen Stieglitze mit bis zu neun Jahren ein beachtliches Alter. In Gefangenschaft sind bis zu siebzehn Lebensjahre belegt.

Nist- und Brutgeschäft des Stieglitz

Mit Ende des ersten Lebensjahres wird der Stieglitz geschlechtsreif. Mit seinem Partnertier bildet er eine monogame Gemeinschaft. Zwischen April und Juli finden in der Regel zwei Brutperioden statt. Für den Nestbau suchen Männchen und Weibchen gemeinsam nach einem möglichst hoch gelegenen Punkt, der zugleich ein guter Ausguck und ein sicheres Versteck ist. In das napfförmige, aus Wurzeln, Halmen und Moos gefertigte Nest werden im Schnitt fünf braun gemusterte, weiße Eier abgelegt und vom Weibchen etwa zwei Wochen lang bebrütet. Derweil bewacht das Männchen das Nest und verscheucht Störenfriede. Nach dem Schlüpfen dauert es nochmals zwei Wochen, bevor die Küken das Nest verlassen. Mit einem Monat sind die Ästlinge schließlich selbstständig.

Der Stieglitz-Speiseplan

Seinen volkstümlichen Namen hat der Distelfink nicht von ungefähr: Als Samenfresser sind besonders abgeblühte Disteln für ihn eine begehrte Leckerei. Er ernährt sich aber generell von halb reifen und reifen Samen von Gräsern und Wildkräutern; von Letzteren verzehrt er auch Blattgrün. Tierische Kost macht dagegen nur einen kleinen Bestandteil seines Nahrungsbedarfs aus. Kleine Insekten und Blattläuse pickt er hauptsächlich während der Brutzeit. Beim Herauslösen, Zerquetschen und Schälen von Samen zeigt er großes Geschick und eine beachtliche Koordination zwischen seinem spitzen Schnabel und seinen Füssen als Greifwerkzeug. Hartschalige Samen, zum Beispiel Sonnenblumenkerne, meißelt er auf – ein Trick, den die Jungtiere sich von den Altvögeln abschauen müssen.

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Der Stieglitz als Gartengast

Eines der Hauptprobleme des Stieglitz ist die Verarmung seines natürlichen Lebensraumes. In ländlichen Gebieten verringern sich durch die extensive Landwirtschaft und den Pestizideinsatz die Futterquellen. Wenn Sie Ihren Garten für den Stieglitz verlockend machen wollen, sollten Sie Ihr Pflanzkonzept anpassen. Wildkräuter stellen die Nahrungsgrundlage für Finken dar. Eine Bienen- oder Schmetterlingsweide mit im Jahresverlauf wechselndem Blumenflor und vielen Stauden ist genau richtig. Dazu noch die eine oder andere Sonnenblume und für den gedeckten Tisch ist gesorgt. Auch bei der Ganzjahresfütterung bevorzugt der Stieglitz Sämereien, die er geschickt auch aus Futtersilos herauspickt. Stieglitze verwenden viel Zeit auf die Gefiederpflege und wissen den Komfort eines Vogelbades zu schätzen. Besonders dann, wenn der Stieglitz gleich im Schwarm auftaucht, werden Sie viel Freude an der Beobachtung der munteren Schar haben.

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