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Xoloitzcuintle – anpassungsfähiger Exot auf vier Tatzen

23.10.2023 - Lesedauer: 4 Minuten

Xoloitzcuintle posiert auf einem Baumstamm

Das Wichtigste zuerst: Dieser Hund wird „Tscholo-isquintel“ ausgesprochen. Wenn du dich intensiver mit dem Wesen befasst, das sich hinter diesem mexikanischen Namen verbirgt, wirst du einen freundlichen und würdevollen Familienhund kennenlernen, der auch als Wachhund gute Dienste leistet. Denkst du darüber nach, einen familienfreundlichen Hund zu adoptieren, der für Menschen mit einer Tierhaar-Allergie geeignet sein kann, könnte der Xoloitzcuintle zu dir passen.

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Der Hund des Gottes Xolotl

Auch wenn der Xoloitzcuintle (kurz Xolo) in unseren Regionen eher unbekannt ist, begleitet dieser Hund den Menschen seit Tausenden von Jahren. Er wurde bereits von den Azteken gehalten und gezüchtet. Sein Name bedeutet übersetzt: „Hund des Gottes Xolotl“. Der Xolo wurde nicht als reines Arbeitstier gehalten, sondern diente den Menschen als Heiler (angeblich konnte er von der Erkältung bis zum Rheumatismus alles heilen), Wächter, Jäger und Bettwärmer.

Charakter des Xoloitzcuintle

Diese Rasse bindet sich eng an ihre Familienmitglieder: Erhalten die Tiere von dir nicht genügend Aufmerksamkeit oder langweilen sie sich, kann sich dies in zerstörerischem Verhalten äußern. Allerdings ist der Xoloitzcuintle so charmant und einnehmend, dass es dir leicht fallen wird, ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, die er sich von dir wünscht.

Als Welpe zeigt sich der Xolo als ausgelassenes, verspieltes Tier, das viel Beschäftigung braucht. Diese aktive Phase dauert bis weit in die Pubertät hinein an. Im Alter von etwa zwei Jahren werden die meisten Xoloitzcuintles deutlich ruhiger: Sie gehen zwar immer noch gern spazieren und wandern und möchten vielleicht sogar weiterhin Agility- oder Tricktraining machen, aber erwachsene Tiere sind deutlich sesshafter. Sie lieben es, im Haus herumzuliegen und in der Sonne zu dösen. Bewegung ist nach wie vor wichtig – jedoch eher, um sie fit und gesund zu halten, als um sie davor zu bewahren, Unsinn anzustellen.

Xoloitzcuintle: Haltung und Erziehung

Der lebhafte Xoloitzcuintle wird mit großer Freude an Agility-Trainings teilnehmen oder dich auf ausgedehnten Spaziergängen begleiten. Wenn du mit deinem Hund zudem ausreichend spielst, erhältst du einen ruhigen und angenehmen Begleiter, den du gut in der Wohnung halten kannst.

Er kommt in der Regel gut mit Kindern aus, die ihn respektvoll behandeln, und kann auch in einer friedlichen Koexistenz mit anderen Hunden oder sogar Katzen leben, solange sie gemeinsam aufgezogen wurden. Auch Nagetiere oder Vögel haben dann nichts vor ihm zu befürchten, obwohl der Xolo über einen gewissen Jagdinstinkt verfügt. Dieser ist allerdings nicht so ausgeprägt wie bei Jagdhunderassen.

Besonders in ihren ersten Lebensjahren benötigen die Xoloitzcuintles viel Aufmerksamkeit und eine gute Erziehung. Sozialisierung ist für diese Rasse, die Fremden gegenüber misstrauisch und vorsichtig reagieren kann, äußerst wichtig. Beginne bereits im Welpenalter damit und setze diese während des gesamten Lebens des Hundes fort.

Xolos sind in der Regel sehr intelligent und wollen gefallen, aber ihre natürliche Unabhängigkeit und ihr sturer Charakter erschweren unerfahrenen Hundefans die Erziehung. Die meisten Xolos sind jedoch hochgradig nahrungsmotiviert und eignen sich gut für ein Training mit positiver Verstärkung. Da sie sich ihren Menschen emotional eng verbunden fühlen, kommen sie allerdings nicht gut mit Bestrafungen zurecht und neigen dazu, abzuschalten, wenn du dich frustriert oder verärgert zeigst.

Der Xoloitzcuintle eignet sich hervorragend als Wachhund und wird dich auf alle seltsamen Vorkommnisse in und um dein Haus aufmerksam machen.

Trotz seines wenigen bis gar nicht vorhandenen Fells ist der Xoloitzcuintle ein erstaunlich robuster Hund, der sich durch natürliche Auslese und nicht durch den Einfluss des Menschen entwickelt hat. Er kommt in jedem Klima klar, sollte jedoch die Möglichkeit haben, sich in den Sommermonaten jederzeit in den Schatten zurückziehen zu können bzw. im Winter durch einen Hundemantel geschützt werden.

Xoloitzcuintle: Pflege

Obwohl die haarlose Variante am bekanntesten ist, gibt es den Xolo auch mit Haaren. Die behaarten Xoloitzcuintle tragen ein kurzes, glattes Fell, das den gesamten Körper bedeckt. Die Pflege des Xoloitzcuintle könnte unkomplizierter nicht sein: Die behaarte Variante musst du gelegentlich baden und bürsten, die unbehaarte Variante muss nicht gebürstet werden, allerdings benötigt sie häufiger Bäder, um Fettablagerungen auf der Haut zu entfernen. Creme deinen Xoloitzcuintle danach mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion, beispielsweise nicht fettender Handcreme, ein. Einige, besonders hellere Xoloitzcuintle benötigen möglicherweise ein für Haustiere geeignetes Sonnenschutzmittel, da sie empfindlich auf zu viel Sonneneinstrahlung reagieren.

Besonderheiten des Xoloitzcuintle

Der Xoloitzcuintle kann sich für Menschen mit einer Hundehaar-Allergie eignen – je nachdem, ob die Allergikerin bzw. der Allergiker auf Hundehaare oder auf Hundeschuppen reagiert. Der Xoloitzcuintle ist zwar haarlos bzw. verfügt über ein sehr kurzes Haar, jedoch bringt er viele Hautschuppen mit. Verbringe Zeit mit einem Xolo (am besten in dessen Zuhause) und teste vor der Adoption, ob du allergisch auf den Hund reagierst.

Übrigens: Der haarlose Xoloitzcuintle hechelt nicht. Er transpiriert durch seine Haut.

Steckbrief Xoloitzcuintle

Rasse:
Xoloitzcuintle
Herkunft:
Mexiko
Klassifikation:
Urtyp, FCI-Gruppe 5, Sektion 6, Standard-Nr.: 234
Größe:
Miniatur: 25 bis 35 Zentimeter Widerristhöhe, Mittel: 36 bis 45 Zentimeter, Standard: 46 bis 60 Zentimeter; bei Wettbewerben wird der Hund nach Varietät unterschieden und bewertet
Gewicht:
Varietät 1: 2 bis 9 Kilogramm, Varietät 2: 10 bis 17 Kilogramm, Varietät 3: 18 bis 25 Kilogramm, jeweils Hündin und Rüde
Körperbau:
schlank, muskulös
Augen:
mandelförmig, mittelgroß, dunkelbraun bis gelblich
Ohren:
fledermausartig, groß, weit auseinanderstehend
Fell und Farbe:
Varietät 1: kein Fell, wobei einige Hunde vereinzelte Haare auf dem Kopf haben, die Haut ist faltig und schwarz, bronze, schiefergrau, braun, ggf. mit kaffeefarbenen oder rosa Flecken, Varietät 2: kurzes Fell in denselben Farben wie bei Varietät 1, bei Wettbewerben wird der Hund nicht nach der Fellvarietät unterschieden
Fellpflege:
Schutz vor Sonnenbrand bei helleren Nackthunden, bei behaarten Hunden ab und an Bürsten
Charakter
wendig, bewegungsfreudig, liebevoll, intelligent, friedlich, verspielt
Besonderheiten:
gilt seit August 2016 als Kulturerbe Mexikos und ist Symbol von Mexiko Stadt

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