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Eine Katze schleckt ich über das Maul

Essenzielle Aminosäure: So wichtig ist Taurin für Katzen

Ob verspielte Babykatze, aktiver Freigänger oder gemütlicher Stubentiger – Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. Unabhängig von ihren Lebensumständen verbindet alle Tiere das Grundbedürfnis nach einer passenden Ernährung. Die lebensnotwendige Aminosäure Taurin darf dabei nicht fehlen: Sie ist unverzichtbar für die Entwicklung und Gesunderhaltung von Augen, Ohren, Herz, Immunsystem und Fortpflanzung.

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Bedeutung und Wirkung von Taurin bei der Katze

Taurin ist eine essentielle Aminosäure. Sie wird von Säugetieren in der Leber aus den schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein der Aminosäure Cystein sowie aus Coenzym A gebildet. Obwohl Taurin vom Körper nicht als Baustein von Proteinen verwendet wird, spielt es dennoch eine Rolle für zahlreiche Vorgänge im Körper – zum Beispiel:

  • zur Förderung der Aufnahme von Nahrungsfetten und fettlöslichen Vitaminen
  • als Botenstoff bei der Regulation der Körpertemperatur
  • bei der Gehirnentwicklung bei Kitten und Jungkatzen
  • als Unterstützung des Immunsystems
  • als Beitrag zum Erhalt einer gesunden Netzhaut und Herzfunktion

Darüber hinaus wirkt Taurin bei Katzen stabilisierend auf Zellmembranen, kann in der Leber giftige Stoffe binden und entgiften. Dank der antioxidativen Wirkung kann Taurin auch freie Radikale beseitigen.

 

Sonderfall Katze: eingeschränkte Taurinbildung

Während die meisten Säugetiere Taurin problemlos aus Cystein und Coenzym A in den benötigten Mengen selbst bilden können, stellen Katzen eine Ausnahme dar: Bei ihnen ist die Fähigkeit, Taurin zu kreieren, stark eingeschränkt. Sie sind nicht in der Lage, selbst ausreichend Taurin zu produzieren, um gesund aufzuwachsen und zu leben. Zugleich verlieren sie große Mengen des mit der Nahrung aufgenommenen Taurins mit den Gallensäuren, die zur Aufnahme von Fett in den Darm ausgeschüttet werden.

 

Für die wild lebenden Verwandten wie auch für die Vorfahren unserer Hauskatzen stellt diese Einschränkung kein Problem dar, weil rohes Fleisch große Mengen Taurin enthält. Eine Katze, die sich ihr Futter selbst jagt, nimmt also ausreichend Taurin auf. Anders sieht es aus, wenn Katzen eine spezielle Diät erhalten und keinen Zugang zu rohem Fleisch haben. Taurin ist hitzeempfindlich und zerfällt beim Erhitzen.

 

Wichtig: Hundefutter, vegetarische Diäten oder gekochte, selbst zusammengestellte Futtermittel enthalten keine ausreichenden Mengen Taurin, wenn dieses nicht zugesetzt wird. Sie führen bei Katzen zu einem Taurinmangel.

Taurinmangel: bei Katzen oft spät erkannt

Ein Taurinmangel bei Katzen ist tückisch, denn er bleibt lange unentdeckt. Er zeigt sich oft erst, wenn im schlimmsten Fall bereits irreversible Schäden aufgetreten sind. Aufgrund der breiten Wirkung von Taurin, sind auch mögliche Mangelerscheinungen weitgefächert.

 

Symptome eines Taurinmangels bei der Katze können sein:

  • Störungen des Immunsystems
  • Retina-Degeneration (irreversible Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führt)
  • Unfruchtbarkeit
  • Reduktion der Hörfähigkeit bis zur Taubheit
  • Fehlentwicklungen bei Föten (Totgeburten oder baldiges Versterben nach der Geburt)
  • Herzfehler

 

Leidet die Mutter unter einem Taurinmangel, so kommt es beim Nachwuchs häufig zu Netzhautschäden und eingeschränkter Sehfähigkeit oder gar Blindheit.

 

Wichtig: Viele Katzen leben jahrelang unauffällig und symptomlos mit einem Taurinmangel. Ihre Lebenserwartung ist aber deutlich geringer als bei Katzen mit ausreichender Taurinversorgung.

Taurin für die Katze: die richtige Dosierung von Taurin

Katzen benötigen etwa 50 mg Taurin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Abhängig vom Gewicht der Katze ergibt sich daraus ein Tagesbedarf von 200 bis 500 mg. Diese Angaben gelten für handelsübliche Trockenfutter mit 1000 mg Taurin/kg Futter bzw. für Feuchtfutter mit 2000 mg/kg Futter. Häufig wird jedoch für Feuchtfutter ein Gehalt an Taurin für bis zu 2500 mg/kg empfohlen.

 

Der Bedarf kann aber unter den folgenden Bedingungen höher sein: 

  • trächtige oder säugende Katzenmutter
  • alte Katzen
  • Jungkatzen im Wachstum
  • Gestörte Darmflora
  • Rohfaser- und/oder kohlenhydratreiches Futter
  • Fütterung mit gekochtem Fleisch (auch bei industriell hergestellten Reinfleischprodukten)
  • hoher Proteinanteil des Futters (je höher, desto höher der Taurinbedarf)

Taurin im Katzenfutter und in Zusatzfuttermitteln

Industriell hergestellte Alleinfuttermittel für Katzen werden mit Taurin angereichert, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Ein Blick auf das Kleingedruckte gibt Gewissheit.

 

Wichtig: Taurin ist nicht deklarationspflichtig. Es kann also zugegeben worden sein, ohne dass es auf der Verpackung steht. Im Zweifelsfall sollten Sie beim Hersteller anfragen.

 

Hier müssen Katzenbesitzer nur darauf achten, dass die gefütterte Menge pro Tag der Fütterungsempfehlung auf der Packung entspricht. Benötigt die eigene Katze eine deutlich geringere Menge pro Tag und hat sie als Hauskatze keine weiteren Futterquellen – so kann es dennoch zum Taurinmangel kommen. Dies gilt auch bei einer ausgewählten Ernährung mit hochwertigen, aber durchgegarten Fleischprodukten.

 

In diesem Fall lohnt es sich, über weitere Taurinquellen nachzudenken. Dafür sind zwei Möglichkeiten denkbar:

Wichtig: Die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln muss mit einem Tierarzt abgesprochen werden, damit dieser den genauen Bedarf ermitteln kann und es nicht zu einer Überversorgung kommt. Wenn eine Katze ein gutes Alleinfuttermitttel frisst, sollte sie mit allem versorgt sein.

Zusammenfassung: So wichtig ist Taurin für Katzen

  • Taurin ist eine essentielle Aminosäure.
  • Sie spielt eine bedeutende Rolle für zahlreiche Prozesse im Körper.
  • Katzen können Taurin nicht ausreichend selbst herstellen.
  • Taurinmangel kann zur Erblindung und anderen Mangelerscheinungen führen.
  • Taurin ist in großen Mengen in rohem Fleisch und Innereien wie Herz und Leber enthalten.
  • Hochwertiges Katzenfutter enthält genügend Taurin zum Decken des Tagesbedarfs.
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