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Ein Kitten erziehen: Knigge für kleine Tiger

Ein Katzenbaby erziehen – ist das nicht ein Paradoxon? Schließlich sind Katzen bekannt und werden geliebt für ihr Selbstbewusstsein und ihre Willensstärke, die – geben wir es zu – schnell dazu führt, dass der Halter als Personal von „Eurer Majestät“ fungiert. Stubentiger sind keine Hunde und haben kein Interesse daran, sich dem Zweibeiner unterzuordnen. Aber hier geht es nicht um Dressur und Drill, selbst wenn viele Katzen sich Tricks beibringen lassen. Im Sinne einer unkomplizierten Wohngemeinschaft mit dem Menschen sollte schon das Katzenkind einige grundlegende Dinge lernen. Erfahren Sie hier, was Sie dem Kätzchen beibringen sollten.

Von der Natur abgeschaut: Wie erziehen Katzen ihre Kitten?

Die wichtigsten Lektionen für das spätere Katzenleben erhält das Katzenbaby innerhalb der ersten Lebenswochen von seiner Mutter – durch Imitation und Anleitung – und die Interaktion mit den Geschwistern. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass ein Kitten mindestens zwölf, idealerweise dreizehn Wochen lang im Geburtshaushalt verbleibt, um umfassend sozialisiert zu sein. Die elementare Phase liegt zwischen der sechsten und zwölften Lebenswoche der Kleinen. Im Umgang mit der Mutter lernt das Kätzchen, wie man sich putzt, aus dem Napf frisst und sogar, wozu eine Katzentoilette da ist und wie man sie benutzt.

Außerdem beginnt das Katzenkind die Körpersprache seiner Artgenossen zu deuten und angemessen darauf zu reagieren. Beim Spielen und Raufen mit Mutter und Geschwistern übt das Kitten typische Bewegungsabläufe, probiert seine Kräfte aus – kurz, es lernt, sich wie eine richtige Katze zu benehmen. Wenn nötig, greift die Katzenmutter zu typischen Disziplinierungsmaßnahmen, indem sie – wohldosiert – zuschnappt oder die Tatzen einsetzt, wenn der Nachwuchs es zu wild treibt.

Als Mensch greifen Sie im Umgang mit dem Kätzchen am besten auf Lautsignale und das Belohnungsprinzip zurück. Ein hilfreicher Tipp: Um die Kleinen akustisch zurechtzuweisen, erzeugt die Mutterkatze ein Schnalzgeräusch im hinteren Rachenbereich – diesen Ton können Menschen adaptieren, um den Minitiger zu ermahnen. Auch ein sanftes Pusten ins Gesicht bedeutet in „Katzensprache“ ein Unterlassungskommando.

Welche Rolle spielen Menschen bei der Erziehung des Kitten?

Katzen sprechen auf positive Verstärkung an. Das Vertrauen eines Kitten gewinnen Sie zunächst auf dem Umweg über den Magen. Gibt es für ein erwünschtes Verhalten ein Leckerli, wird das Kätzchen den Zusammenhang schnell begreifen und Ihre Nähe suchen. Nutzen Sie die Gelegenheit zu Streicheleinheiten. Ausgiebige Schmusestunden und aufregende Spiele stehen ebenfalls hoch im Kurs. Ist das Eis zwischen Ihnen und dem Kitten erst einmal gebrochen, können Sie beginnen, das Katzenbaby zu schulen. Regel Nummer eins – für Sie, nicht für das Kätzchen: Niemals das Tier anschreien oder bestrafen! Angst ist absolut kontraproduktiv bei der Kitten-Erziehung.

Das wichtigste Kommando: Nein!

Das Zusammenleben mit dem Katzenbaby gestaltet sich am einfachsten, wenn das Tier genau weiß, was es darf und wo es sich auf Zuruf hinbegeben soll. Im Gegensatz zum Hund, bei dem mehr Kommandos zur Grunderziehung gehören, reichen für die Katze zwei „Befehle“ – etwa das Wort „Nein!“, um Fehlverhalten rechtzeitig zu stoppen, und der Rufname, um die Aufmerksamkeit des Tieres zu wecken.

Methoden zum erziehen
  • Ermahnen: Schickt die kleine Samtpfote sich an, etwas Verbotenes auszuführen, kommentieren Sie das mit eindeutigen Kommandos (zum Beispiel „Nein!“, „Pfui!“ oder „Aus!“). Sie müssen nicht schreien: Das verängstigt das Kätzchen. Es spürt ohnehin, wenn Sie verärgert sind.
  • Unmittelbar: muss dieses Kommando erfolgen – sonst verbindet das Kitten das Stimmkommando nicht mit seiner aktuellen Aktion. Das Zeitfenster hierfür beträgt nur ein bis zwei Sekunden!
  • Loben Sie das Kätzchen, wenn es daraufhin sein Vorhaben abbricht. Das motiviert zur Befolgung der Regeln.
  • Entfernen Sie das Kitten, wenn es schwer von Begriff ist und etwa nicht kapiert, dass es im Regal nichts zu suchen hat. Setzen Sie es konsequent an einen anderen Platz.

So gewöhnen Sie dem Kitten Kratzen und Beißen ab

Wenn das Kätzchen seine Krallen wetzt, geschieht das nicht aus Ungezogenheit. Katzen markieren auf diese Weise über Duftdrüsen an den Pfoten ihr Revier und betreiben zugleich Pediküre, um die Pranken in Ordnung zu halten. Es wäre von einem Kitten zu viel verlangt, den Unterschied zwischen Kratzbaum und Schrankwand sofort zu verstehen.

Dem Kitten kratzen und Beißen abgewöhnen
  • Belohnen Sie die Katze, wenn Sie sie beim Kratzen an einer erlaubten Stelle beobachten. Verbotene Orte kommentieren Sie mit „Nein!“ und setzen das Kätzchen konsequent an eine „legale“ Kratzstelle.
  • Katzen mögen den Geruch von Minzöl nicht. Unempfindliche Möbelstücke, an denen das Kitten nichts zu suchen hat, können Sie entsprechend „stinken“ lassen.
  • Wenn das Kätzchen beginnt, Ihre Finger und Zehen zu „fangen“ und zu beißen, unterbinden Sie das mit einem konsequenten Nein-Kommando. Das Kitten beißt nicht aus Aggressivität, sondern als Teil des arttypischen Jagdspiels.

Kann man ein Katzenbaby erziehen, damit es stubenrein wird?

In der Regel hat ein Kätzchen von seiner Mutter die Benutzung des Katzenklos erlernt. Die Umstellung auf eine neue Toilette nach dem Einzug ins neue Zuhause kann das Kitten aber verwirren.

So lösen Sie das Problem mit dem Toilettengang:
  • Wählen Sie die Katzenstreu, die das Kätzchen aus dem Geburtshaushalt kennt. Eine Umstellung auf eine andere Marke führen Sie bei Bedarf später schrittweise durch.
  • Verwenden Sie zunächst eine offene Katzentoilette, in die das Kitten leicht selbst ein- und aussteigen kann.
  • Platzieren Sie die Katzentoilette an einem geeigneten, ruhigen Ort, möglichst in einer Ecke.
  • Zeigen Sie dem Kitten, wo die Katzentoilette ist – setzen Sie es kurzerhand hinein. Das reicht in der Regel, damit das Kätzchen sich löst. Eventuell können Sie das Tier zum Scharren in der Streu animieren.
  • Loben Sie das Kätzchen ausgiebig, wenn es sein Geschäft verrichtet hat.

Katzen finden schnell heraus, was sie dürfen und was nicht – zumindest, solange der Mensch hinschaut. Bei „sturmfreier Bude“ erkunden sie durchaus verbotene Zonen. Es kommt auch vor, dass Katzen – offensichtlich willentlich – gegen Regeln verstoßen, um in Interaktion mit ihrem Halter zu treten. Wirft das ansonsten vorbildlich erzogene Kätzchen plötzlich Dinge vom Regal, gehen Sie der Sache auf den Grund – vermutlich hat das Tier einen Grund für sein „ungezogenes“ Verhalten. Mehr zum Thema Katzen Erziehung lesen Sie hier.

Bringen Sie Ihrem Kitten Erziehung in Basisdingen bei und freuen Sie sich auf das harmonische Zusammenleben mit dem neuen Familienoberhaupt – Verzeihung: Haustier.

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