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Eine Katze wird mit einem Stethoskop von einer Tierärztin untersucht

Epilepsie bei Katzen – richtig handeln beim Krampfanfall

Es passiert scheinbar aus heiterem Himmel: Die Katze verkrampft sich, scheint zu halluzinieren, speichelt oder verliert sogar die Kontrolle über Blase und Darm. Wer einen solchen Krampfanfall erstmals bei seinem Stubentiger beobachtet, bekommt einen gewaltigen Schreck. Selbst wenn das Tier sich anschließend verhält, als sei nichts geschehen, solltest du die Samtpfote zum Tierarzt bringen – wahrscheinlich hat sie Epilepsie.

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Wodurch entsteht Epilepsie bei Katzen?

Epilepsie ist ein Krankheitsbild, von dem hierzulande bis zu drei Prozent der Katzen betroffen sind, die in Tierarztpraxen vorgestellt werden. Die Erkrankung wird durch Funktionsstörungen des Gehirns ausgelöst, in deren Folge es zu einer Reizüberflutung des Nervensystems mit einem Ungleichgewicht zwischen neuronaler Aktivität und Hemmung kommt. Während eines epileptischen Anfalls ist – vereinfacht ausgedrückt – ein zu großer Teil der Nervenzellen zugleich (parallel) erregt. Das kann sowohl Bewusstseinsveränderungen als auch unkontrollierte Bewegungen hervorrufen.

 

Die Epilepsie ist – entgegen verbreiteter Vorstellungen – nicht immer mit einem schweren spektakulären Anfall mit Bewusstlosigkeit verbunden. Auch leichtere Anfälle mit Wesensveränderungen oder Wahrnehmungsstörungen und Apathie sind mögliche, leichtere Ausdrucksformen. Selbst Krämpfe beschränken sich bisweilen auf einzelne Körperteile.

 

Für die Epilepsie kann es genetische Veranlagungen geben  die es erleichtern, dass durch externe Einflüsse (z.B. Sauerstoffunterversorgung, Verletzungstraumata oder starke optische Reize) getriggert epileptische Anfälle ausgelöst werden. Als Ursachen kommen ebenso Gehirn- oder Hirnhautentzündungen, Krebserkrankungen oder Missbildungen der Blutgefäße, die das Hirn versorgen, infrage.

Wie kündigt sich ein epileptischer Anfall der Katze an?

Wenn du eine epilepsiekranke Katze pflegst, solltest du das Verhalten des Tieres beobachten. Mitunter kündigt sich ein nahender epileptischer Anfall durch mehr oder weniger typische Symptome an. So ist es auffällig, wenn sich das Tier einige Tage bis Stunden vor dem Anfall unruhig verhält oder versteckt. Mediziner nennen dieses Zeitfenster „Prodomalphase“.

 

Die Eingangsphase des eigentlichen Anfalls (Aura) äußert sich ebenfalls in spezifischem Verhalten: Manche Katzen werden extrem anhänglich, andere verfallen urplötzlich in aggressives Verhalten. Die Aura dauert nur wenige Sekunden.

Verschlafene Katze streckt sich auf dem Boden

Woran ist ein epileptischer Anfall zu erkennen?

Während der akuten Phase der Epilepsie der Katze sind Symptome zu beobachten wie

  • Bewusstlosigkeit,
  • scheinbare geistige Abwesenheit, eingeschränkte Wahrnehmung,
  • angespannte oder zuckende Muskulatur,
  • verkrampfter Körper,
  • Erbrechen, Einurinieren oder unwillkürliches Koten,
  • Ausstrecken sämtlicher Gliedmaßen,
  • Überstrecken des Kopfes,
  • Speicheln und Kauen,
  • Wesensveränderungen und
  • Halluzinationen (zielloses Umherjagen, unmotivierte Lautäußerungen, Bisse in Luft oder Körper).

Diese Anzeichen beschränken sich nicht nur auf den wenige Sekunden bis mehrere Minuten anhaltenden Anfall (medizinisch: Iktus) selbst, sondern können auch in die anderen Phasen hineinspielen. Sie sind je nach Tier und Schwere des Anfalls unterschiedlich ausgeprägt. Es ist daher schwer, eindeutige Signale zu benennen.

 

Ist der Iktus schließlich überstanden, haben viele Katzen ein erhöhtes Schlafbedürfnis und suchen ihr Körbchen auf. Manche bleiben hingegen weiterhin aufgedreht und orientierungslos (postiktale Phase).

 

Wie beim Menschen unterscheidet man auch bei der Epilepsie bei Katzen spezielle Ausprägungen des Anfallsgeschehens, die akut lebensbedrohlich werden können:

  • Grand-mal-Anfall: Bei einem solchen besonders starken Anfall ist die Verkrampfung so heftig, dass es zum Aussetzen der Atmung kommen kann.
  • Status epilepticus: Davon spricht man, wenn die Katze länger als fünf Minuten lang bewusstlos und verkrampft ist.
  • Cluster-Anfälle: Dabei treten die Anfälle in kurzen Abständen nacheinander auf.
Katze liegt auf dem Boden

Gibt es für die Epilepsie der Katze eine Therapie?

Die Möglichkeiten, während eines Anfalls Erste Hilfe zu leisten, sind begrenzt. Sichere die Umgebung des Tieres und warte den Iktus ab. Fasse das krampfende Tier währenddessen nicht an!

 

Bei den Attacken handelt es sich dennoch um medizinische Notfälle, die schnellstmöglich tierärztlich betreut werden müssen. Bringe die Katze umgehend zum (Notfall-)Tierarzt. Dieser verabreicht als Akutmaßnahme in der Regel ein muskelentspannendes Mittel, gegebenenfalls eine Zuckerlösung und kontrolliert die Blutparameter. In äußerst schweren Fällen kann eine künstliche Beatmung des Tieres erforderlich sein.

 

Beim Praxisbesuch erfragt der Tierarzt die genauen Umstände sowie die Symptome und das Verhalten der Katze vor, bei und nach dem Anfall. Neben der Untersuchung und eventuell einer Laboruntersuchung von Blut und Rückenmarksflüssigkeit zur Abklärung möglicher Entzündungen kann eine Röntgen- oder MRT-Untersuchung Aufschluss über eine Krebserkrankung oder unerkannte Verletzungen geben.

 

Besteht der Verdacht, dass der epileptische Anfall eine extrazerebrale Ursache hat, kann möglicherweise deren Behandlung Linderung verschaffen. Trotzdem lässt sich bei gut 20 Prozent der Epilepsiefälle bei Katzen keine konkrete organische Ursache ermitteln. Man spricht dann von einer „idiopathischen“ Epilepsie.

 

Rät der Tierarzt zur medikamentösen Langzeitbehandlung, stehen Präparate mit Wirkstoffen wie Phenobarbital und Diazepam zur Verfügung, deren Dosierung wiederum individuell eingestellt werden muss. Eine lebenslange Medikation verhindert, dass sich die Intensität der Anfälle von Mal zu Mal steigert und lebensbedrohliche Ausprägungen annimmt.

Wie wirkt sich Epilepsie bei Katzen auf deren Leben aus?

Der Epilepsie einer Katze vorbeugen kannst du leider nicht. Zusammenhänge zwischen der Epilepsie der Katze und ihrer Ernährung sind nicht bekannt; eine Empfehlung für bestimmte Futterkomponenten besteht nicht. Generell solltest du deiner Katze hochwertiges Katzenfutter in den Napf füllen und auf Unverträglichkeiten und Allergien achten, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

 

Die Erkrankung lässt sich medikamentös gut behandeln, aber leider nicht immer heilen. Dennoch muss eine Katze keinesfalls in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sein. Trotz Epilepsie der Katze ist die Lebenserwartung nicht zwingend gegenüber der eines gesunden Tieres verkürzt, solange es nicht während eines Anfalls zu einer lebensbedrohlichen Lage kommt oder eine schwere Primärerkrankung wie Krebs vorliegt. Die Katze wegen Epilepsie einschläfern lassen zu müssen, brauchst du unter normalen Umständen nicht zu fürchten.

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