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EMS beim Pferd – metabolische Erkrankung mit schwerwiegenden Folgen

05.10.2022

Pferd frisst Gras

„Unsere Pferde stehen und fressen sich zu Tode“ – mit alarmierenden Worten wie diesen warnen Tierärzte vor einem zunehmenden Problem in der derzeitigen Pferdehaltung. Die Folgen von Übergewicht und mangelnder Bewegung sind drastisch: Stoffwechselerkrankungen und Wohlstandskrankheiten wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS) können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Bei der Behandlung von EMS-Pferden stehen Haltung, Bewegung und Fütterung im Mittelpunkt.

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Was ist EMS beim Pferd?

Das Equine Metabolische Syndrom – kurz EMS – ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen bei Ponys und Pferden. Es zählt zu den Wohlstandserkrankungen, weil es nur auftreten kann, wenn es den Tieren zu „gut“ geht. Zu viel Futter und zu wenig Bewegung sind die zwei wichtigsten Faktoren, die eine Ausprägung von EMS beim Pferd begünstigen.

Das Metabolische Syndrom bei Pferden und Ponys geht mit der Veränderung im Zucker- und Insulinstoffwechsel einher. Die Tiere entwickeln eine Insulinresistenz. Bleiben Behandlung und weitere Maßnahmen aus, so können Folge- und Begleiterkrankungen wie Hufrehe lebensgefährlich für den Vierbeiner werden.

EMS beim Pferd: Symptome erkennen

Frau fütter Pferde

„Ach, der ist nur ein bisschen runder diesen Sommer“ ist eine der vielen Erklärungen, die Pferdebesitzer hervorbringen, um ihr viel zu rundes Pferd zu verteidigen. Übergewicht bei Pferden ist für unser Auge normal geworden. Das hat zur Folge, dass EMS beim Pferd oft erst sehr spät erkannt wird. Dabei gibt es Symptome, die schon früh auf das Equine Metabolische Syndrom hinweisen:

·       Fettpolster an Mähnenkamm, Schulter, Kruppe und Schweifansatz

·       Schwellungen rund um die Augen

·       geschwollener Schlauch oder Euter

·       Probleme, abzunehmen

·       reduzierte Leistungsbereitschaft

·       Muskelprobleme

·       Fruchtbarkeitsstörungen

·       Hufrehe-Alarmsignale wie Fühligkeit, Pulsation oder Wendeschmerz

Typisch für EMS-Pferde ist Fettleibigkeit verbunden mit Heißhunger und großen Schwierigkeiten, Gewicht zu verlieren. Zur Sprache kommt die EMS-Erkrankung häufig im Zusammenhang mit einem Hufrehe-Schub. Die Hufrehe gilt als eine der prominentesten und gefährlichsten Folgeerkrankungen bei EMS. Sie kann auch bei Pferden mit geringem Übergewicht auf eine potenzielle EMS-Erkrankung hinweisen.

Diagnose von EMS beim Pferd

Teil des Equinen Metabolischen Syndroms ist die Entwicklung einer Insulinresistenz. Diese Erkrankung ist mit Diabetes beim Menschen vergleichbar. Der Körper kann den Blutzucker nicht mehr wie gewohnt verarbeiten, weil das Stoffwechselhormon Insulin in geringerer Menge gebildet wird und nicht wie üblich arbeiten kann. Als Folge dieser Stoffwechselentgleisung weisen die Tiere einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel auf.

Bei der Diagnose von EMS beim Pferd können Blutzucker- und Insulinspiegel hervorragende Hinweise geben. Diese Blutuntersuchung muss beim nüchternen Pony oder Pferd durchgeführt werden. Empfohlen wird sie vom Tierarzt immer dann, wenn die erste Beurteilung vor Ort aufgrund der oben genannten Symptome Hinweise auf EMS ergeben haben.

Behandlung des EMS-Pferdes

Zur Therapie von EMS-Pferden gibt es keine Medikamente. Die einzige mögliche Behandlung ist eine komplette Umstellung der Lebensumstände mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion bei Pony oder Pferd. Die folgenden Faktoren stehen im Hinblick auf die Haltung und Fütterung im Fokus:

·       Futterbedarf und Fütterung prüfen, durchrechnen und anpassen

·       Heumenge abwiegen, berechnen und anpassen

·       Kraftfutter und Leckerlis wie Äpfel streichen

·       Paddocks oder Trails ohne Gras nutzen

Darüber hinaus ist es wichtig, das Training zu verändern, denn Bewegung ist für EMS-Pferde das A und O zum Abnehmen. Leidet ein Tier unter Fettleibigkeit, ist ruhiges, aber stundenlanges Gehen im Schritt der beste und gelenkschonende Einstieg. Die Belastung muss langsam gesteigert werden, weil das Übergewicht eine große Belastung für Gelenke und Hufe darstellt.

Welches Futter für EMS-Pferde?

Das Futter für EMS-Pferde sollte möglichst wenig Energie enthalten. Am besten geeignet sind Heu und Futterstroh. Die empfohlene Heumenge orientiert sich am Idealgewicht des Tieres: Pro 100 Kilogramm Körpergewicht erhält der Vierbeiner 1,5 Kilogramm Heu. Wer das Heu vor der Fütterung mindestens 30 Minuten, besser jedoch einige Stunden in viel Wasser einweicht, kann leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Fruchtzucker herauswaschen. Das reduziert den Energiewert des Heus, erhält aber den Nährwert im Hinblick auf Fasern, Spurenelemente und Mineralien.Das Futter für EMS-Pferde sollte möglichst wenig Energie enthalten. Am besten geeignet sind Heu und Futterstroh. Die empfohlene Heumenge orientiert sich am Idealgewicht des Tieres: Pro 100 Kilogramm Körpergewicht erhält der Vierbeiner 1,5 Kilogramm Heu. Wer das Heu vor der Fütterung mindestens 30 Minuten, besser jedoch einige Stunden in viel Wasser einweicht, kann leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Fruchtzucker herauswaschen. Das reduziert den Energiewert des Heus, erhält aber den Nährwert im Hinblick auf Fasern, Spurenelemente und Mineralien.

Was dürfen EMS-Pferde nicht fressen?

Einige Futtermittel sind für EMS-Pferde gar nicht geeignet. Dazu gehören:

·       Kraftfutter

·       Brot und Leckerlis

·       Heulage

Um ein Mineralfutter ins Pony zu bringen, darf eine Kleinstmenge eines energiearmen Futters gereicht werden.

Langzeit-Therapie des EMS-Pferdes

Bestimmte Rassen haben ein erhöhtes Risiko, an EMS zu erkranken. Dazu gehören alle leichtfuttrigen Rassen wie die meisten Ponys und Kleinpferde: Haflinger, Isländer, Welsh Cob und viele mehr. Ob eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt, ist nicht abschließend geklärt. Ein gehäuftes Auftreten bei Arabern, PRE und Fjord-Pferd weist darauf hin.
Letztendlich kann aber jedes Pferd oder Pony betroffen sein. Im besten Fall wird Übergewicht von Anfang an verhindert. Alarmsignale wie die Gewichtszunahme zur Weidesaison verbunden mit Fühligkeit der Hufe oder Leistungsabfall solltest du ernst nehmen und direkt Maßnahmen ergreifen.
Ist es trotzdem dazu gekommen und EMS aufgetreten, so können konsequente Maßnahmen in der Fütterung, Haltung und Bewegung das Ruder noch herumreißen. Ist die Langzeit-Therapie der EMS-Pferde erfolgreich, führen die Vierbeiner ein völlig normales, gesundes und langes Leben mit normalen Zucker- und Insulinwerten. Dafür müssen die Maßnahmen mit ein wenig Spielraum dauerhaft aufrechterhalten werden.

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