Der Kleinspitz â ein aufmerksamer Wach- und Begleithund
07.05.2025 - Lesedauer: 5 Minuten

Der Kleinspitz ist ein handlich-kompakter Vertreter des Deutschen Spitzes. Erfahre hier, welche Eigenschaften und BedĂŒrfnisse diese Rasse mitbringt.
TatyanaTitova/Moment via Getty Images
Der Spitz gehört zu den Ă€ltesten deutschen Hunderassen, der Kleinspitz ist einer seiner kleinsten Vertreter. UnterschĂ€tzen solltest du die handlichen Begleiter aber keinesfalls: Sie sind genauso wachsam, intelligent und lebendig wie ihre groĂen Verwandten. Gut erzogen, erweisen sie sich als wundervolle Begleiter fĂŒr GroĂ und Klein. Mit einem Garten zum Bewachen schenkst du deinem Kleinspitz den Himmel auf Erden.
Kleiner Wachhund mit groĂer Tradition
Spitze blicken auf eine lange Geschichte zurĂŒck: Ausgrabungen zufolge lebten schon vor 6000 Jahren Spitz-artige Hunde â sogenannte Turfspitze â mit unseren Vorfahren zusammen. Sie ĂŒbernahmen zahlreiche Aufgaben, darunter die Mithilfe bei der Jagd und das Bewachen der HĂ€user. Aus dem Ur-Spitz ging spĂ€ter der Wolfsspitzhervor, ein nĂŒtzlicher Jagdhund, der in der Farbe WeiĂ gezĂŒchtet wurde, um ihn vom wild lebenden Wolf zu unterscheiden.
In den letzten zwei Jahrtausenden entwickelten sich unterschiedliche Spitzrassen in verschiedenen GröĂen, im Mittelalter galten sie als Hund des kleinen BĂŒrgers und Bauern. Schon frĂŒh haben Spitze den Beinamen âMistbellerâ erhalten â ein Hinweis auf ihre Leidenschaft zum Wachen. Als Wachhunde wurden sie auch hĂ€ufig als Begleiter von Kutschen mitgefĂŒhrt, wo sie lange Wege zu FuĂ oder gar reitend zurĂŒcklegten.
Bis heute erweisen sich Spitzrassen wie der Kleinspitz als sehr ursprĂŒngliche Hunde. Sie werden inzwischen mit einem extrem dichten, fast fluffigen Fell gezĂŒchtet und erfreuen sich als Begleit- und Wachhund groĂer Beliebtheit.
Alles fĂŒr kleine Hunde
Hochwertiges Futter, stylische Leinen, oder cooles Spielzeug und bequeme Hundebetten â hier gibt es alles, was das kleine Hundeherz begehrt.
Der Charakter des Kleinspitzes
Der Kleinspitz gilt als anhĂ€ngliche, treue Hundeseele, die sich eng an ihre Menschen bindet. Wenn möglich möchte der liebenswerte Begleiter immer dabei sein. Seine muntere, verspielte Art und das kuschelige ĂuĂere sorgen dafĂŒr, dass der kleine Spitz fast ĂŒberall willkommen ist. An fremden Menschen haben die meisten erwachsenen Spitze aber wenig Interesse. Sie sind von Natur aus misstrauisch und zurĂŒckhaltend, ohne jedoch aggressiv zu sein. Du musst deinen Kleinspitz daher gut sozialisieren, damit er lernt, sich beim Aufeinandertreffen mit anderen Menschen und Hunden richtig zu verhalten.
Die Wachsamkeit der Kleinspitze ist legendĂ€r â ihm entgeht nichts. Besucher werden schon angekĂŒndigt, bevor sie auf den Klingelknopf drĂŒcken können. In gröĂeren Wohnanlagen und MietshĂ€usern kann das lautstarke Melden allerdings zum Problem werden. Mit einer passenden Erziehung lĂ€sst sich das Melden zwar kontrollieren. Dennoch solltest du dir bewusst sein, dass das Wachen Teil des Charakters des Kleinspitzes ist und fĂŒr ihn ebenso wichtig wie das Rennen fĂŒr Windhunde oder das HĂŒten fĂŒr einen Border Collie.
Dank ihrer Intelligenz lernen Kleinspitze schnell â und zwar nicht nur erwĂŒnschtes Verhalten. Wird ihnen langweilig, erweisen sie sich als ausgesprochen kreativ darin, sich selbst zu beschĂ€ftigen: Geklautes Essen, zerstörte Schuhe und andere ungebetene AktivitĂ€ten können beim cleveren Kleinspitz ohne passende Auslastung durchaus vorkommen. Ihre Neugier und Raffinesse sorgen fĂŒr manche Ăberraschung. Ăbe deshalb das Alleinbleiben grĂŒndlich mit deinem kleinen Vierbeiner, lasse besser nichts Interessantes liegen und laste deinen Kleinspitz stets gut aus.

imageBROKER/Przemyslaw Iciak/imageBROKER via Getty Images
Kleinspitz: Erziehung und Haltung
Doch welche Art von Auslastung eignet sich fĂŒr deinen Kleinspitz? Zwei Dinge sind fĂŒr diese Hunde besonders wichtig: Sie lieben es, sich zu bewegen und sie möchten wachen. Trotz ihrer geringen GröĂe sind Kleinspitze sehr ausdauernd. Wanderungen und lange SpaziergĂ€nge eignen sich wunderbar, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Umwelt zu erkunden. Ihr Jagdtrieb ist kaum ausgeprĂ€gt, weshalb sie in der Natur oft ohne Leine laufen können. Voraussetzung: Der RĂŒckruf muss sitzen. Hier lohnt es sich, beim Aufbau wirklich hochwertig zu belohnen. Leberwurst aus der Tube oder KĂ€sestĂŒckchen sind beliebte Leckerlis fĂŒr besondere Leistungen. Der Spitz verfĂŒgt zwar ĂŒber ein anhĂ€ngliches und intelligentes Wesen, hat aber durchaus eine eigene Meinung. Auf Druck reagiert er abweisend, er möchte mit Respekt und Liebe erzogen werden. Hast du deinen Kleinspitz einmal auf deiner Seite, wird er dir ein angenehmer, entspannter und fröhlicher Begleiter sein.
Mit Blick auf die Haltung zeigt sich der Kleinspitz flexibel: Er benötigt nicht viel Platz. Laute Wohnanlagen können aber seine Wachsamkeit ausreizen und den Kleinspitz zum Dauerbellen animieren. Ein Haus mit einem gut eingezĂ€unten Garten, wo die aufmerksamen Wachhunde ihrem Job nachgehen dĂŒrfen, kommt den munteren Gesellen am meisten entgegen.
Pflege des Kleinspitzes
Der Kleinspitz hat ein besonders dichtes, flauschiges Fell. Die dicke Unterwolle sorgt fĂŒr den fluffigen, haarigen Look der kleinen Hunde. Ein bis zweimal im Jahr haaren diese Kuschelhunde heftig und verteilen Hundehaare im ganzen Haus. In dieser Zeit ist es noch wichtiger als sonst, das Fell tĂ€glich zu bĂŒrsten. Insbesondere die Bereiche hinter den Ellbogen und bei den Ohren neigen zum Verfilzen. Kontrolliere hier tĂ€glich und bĂŒrste leichte Filzstellen sofort aus. GebĂŒrstet wird das Fell des Kleinspitzes anders als bei anderen Hunden gegen den Strich. ZusĂ€tzliche Besuche bei den Experten im Hundesalon unterstĂŒtzen dich bei der aufwendigen und wichtigen Pflege des Spitzfells.
Besonderheiten und Gesundheit
Die Spitz-Rassen sind bekannt dafĂŒr, ein hohes Alter zu erreichen, wenn sie gesund bleiben. Bis zu 18 Jahre sind keine Seltenheit fĂŒr einen Kleinspitz. Jedoch ist die Zucht der Rasse auch von einigen rassetypischen Erkrankungen belastet. Dazu gehören zum Beispiel Augenkrankheiten wie Retinadysplasie, progressive Retinaatrophie oder persistierende Pupillarmembran. Auch Epilepsie und Patellaluxation sowie Maul- und Zahnprobleme kommen regelmĂ€Ăig vor.
Auf viele dieser Erkrankungen kann im Rahmen der Zuchtzulassung getestet werden. Kaufe einen Kleinspitz-Welpen daher nur von einer anerkannten ZĂŒchterin oder einem ZĂŒchter, der zum Beispiel beim Verband fĂŒr das Deutsche Hundewesen (VDH) registriert ist und regelmĂ€Ăig geprĂŒft wird.
SteckbriefKleinspitz
Rasse: | Kleinspitz |
Herkunft: | Deutschland |
Klassifikation: | Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 4 EuropÀische Spitze |
GröĂe: | 23 bis 29 Zentimeter, HĂŒndinnen sind kleiner |
Gewicht: | 5 bis 8 Kilogramm, HĂŒndinnen sind leichter |
Körperbau: | klein, kompakt, mit dichtem Fell |
Augen: | dunkle, groĂe Augen mit aufgewecktem Blick |
Ohren: | klein, eng beieinanderstehend |
Fell und Farbe: | viele Fellfarben von hellem Braun bis Schwarz, auch gescheckt |
Besonderheiten: | cleverer, teilweise eigensinniger und bellfreudiger Begleithund |
Charakter | loyal, gelehrig, sehr intelligent, wachsam, leicht gelangweilt |
Gesundheit: | relativ anfĂ€llige Rasse mit einer Vielzahl von rassetypischen Erkrankungen, Kauf aus geprĂŒfter Zucht unbedingt empfehlenswert |
Lass dich auch von anderen Rassen aus der Familie der Spitze begeistern:
- Deutscher Spitz: Vor allem in lÀndlichen Gebieten war ein Deutscher Spitz in alten Zeiten als Haus- und Hofhund omniprÀsent und hatte sein Revier gut im Blick.
- Finnischer Spitz: Der Finnische Spitz ist nicht zu ĂŒberhören: Besuch zeigt er direkt mit lautem Bellen an. Dies macht ihn zu einem verlĂ€sslichen Wachhund â aber er kann noch viel mehr:
- Islandhund: Der Islandhund gehört zu den seltenen Hunderassen, findet aber immer mehr Liebhaber unter Hundefreunden, die einen intelligenten, bewegungsfreudigen und anhÀnglichen Begleiter suchen.
- Japan-Spitz: Nihon Supittsu â so heiĂt der Japan-Spitz in seiner fernöstlichen Heimat. Dort ist der elegante Kleinhund, gemessen an altehrwĂŒrdigen traditionellen Rassen, noch nicht lange zu Hause.
- Kai: Einst machte er in der Meute Jagd auf Hochwild, heute ist der Kai, oder korrekter: Kai Inu beziehungsweise Tora Inu, ein Hund, der auĂerhalb von Japan zu den absoluten Exoten gehört.
- Eurasier: Der Eurasier ist eine interessante Wahl fĂŒr Familien, die einen herzlichen, aktiven und kuscheligen Begleiter fĂŒr ihren Alltag suchen.






