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Tollwut beim Hund – eine fast vergessene Seuche

Tollwut hat einen beinahe genauso Angst einflößenden Klang wie die Menschenseuche Pest. Und das zu Recht, denn ein an Tollwut erkrankter Hund oder Mensch ist kaum mehr zu retten. Bis vor Kurzem mussten Hunde in Deutschland jährlich gegen Tollwut geimpft werden. Das hat sich seit einigen Jahren stark geändert, sodass viele Hundehalter verunsichert sind. Sie fragen sich: Soll ich meinen Hund überhaupt noch gegen Tollwut impfen? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über die Krankheit.

Was ist eigentlich Tollwut?

Tollwut (engl. Rabies) ist der Name einer durch Rabiesviren aus der Gattung Lyssaviren verursachten Krankheit, die durch Speichel beziehungsweise über die Schleimhäute und Blut übertragen wird. Mit den Rabiesviren können alle Säugetiere, vor allem fleischfressende Tiere wie Hunde, Katzen, Füchse, Wölfe, Waschbären, Frettchen und Fledermäuse, sowie Menschen infiziert werden. Die Ansteckung geschieht meist durch Bisswunden oder Kratzer.

Tollwut ist eine tödliche Krankheit, die für den ungeimpften Hund immer mit dem Tod endet.

Hunde in Europa stecken sich meist durch Füchse oder untereinander mit den Viren an. Die Inkubationszeit nach einer Bissverletzung beträgt zwei bis zehn Wochen. Sie hängt stark davon ab, wie nah die Wunde am Gehirn liegt. Nach Ausbruch der Tollwut verläuft die Krankheit zwischen einem Tag und einer Woche.

Die Rabiesviren breiten sich über die Blutbahn sehr schnell und über die Nervenbahnen etwas langsamer aus und erreichen so ihr Endziel, das Gehirn.

Deutschland gilt seit 2008 offiziell als „tollwutfrei“, was jedoch nicht heißt, dass Hunde und Menschen sich nicht durch die nach Deutschland eingeschleppten kranken Hunde und Katzen anstecken können.

Für den Hund gibt es keine probaten Gegenmittel, um eine ausgebrochene Tollwut zu kurieren. Allein eine Prophylaxe durch die Schutzimpfung kann das Hundeleben retten.

Tollwut beim Hund: Symptome

Die Symptome einer Tollwuterkrankung beim Hund resultieren aus dem durch die Viren gestörten Zentralen Nervensystem (ZNS). Je näher die Infektionsstelle am Gehirn liegt, desto schneller können die Viren das ZNS befallen. Das gilt ebenso bei einem Infektionsweg durch die Blutbahnen. Symptome der Tollwut beim Hund entstehen – wie bei Menschen – durch eine akute und massive Entzündung des Gehirns. Die Krankheit verläuft in der Regel in drei Phasen, wobei Hundehalter die erste Phase häufig nicht erkennen.

1. Phase:

  • Fieber
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • möglicherweise Husten
  • vereinzelt Wesendveränderungen

2. Phase:

  • Verstärkte Wesensveränderungen und wechselnde Stimmungen
  • Sensibilität auf Licht, Luft und Windgeräusche
  • Anblick von Wasser ruft unnatürliches Verhalten aus
  • Schreckhaftigkeit, Scheue und Rückzug bei der Variante der „stillen Wut“
  • Aggressivitätsausfälle, unmotiviertes und andauerndes Bellen und wachsende Unruhe bei der Variante der „rasenden Wut“
  • Lähmungen, insbesondere an den Hinterbeinen
  • Muskelzuckungen
  • Speicheln, heraushängende Zunge, Maulsperre (offen)

3. Phase:

  • Krämpfe
  • Finale Lähmung
  • Koma und Tod durch Atemlähmung (Ersticken)

Tollwut beim Hund: Behandlung

Tollwut ist meldepflichtig und unterliegt staatlicher Kontrolle. Sie wird an den zuständigen Amtsarzt gemeldet, dieser entscheidet über das weitere Vorgehen. Wird Ihr Hund wegen eines möglichen Kontakts zu einem auffällig geworden Wildtier oder bestimmter Symptome der Tollwutinfektion verdächtigt, ordnet der Amtstierarzt eine Tötung ohne Behandlung an.

Allein nachweislich lückenlos geimpfte Hunde werden nicht getötet, sie stehen gegebenenfalls unter Beobachtung. Über die Maßnahmen entscheidet auch hier der Amtstierarzt.

Ein begründeter Verdacht auf eine Tollwutinfektion kann auch bei einem geimpften Hund zu einer Quarantäne von drei bis sechs Monaten führen.

Wie wird die Tollwut-Diagnose beim Hund gestellt?

Eine hundertprozentige Diagnose kann nicht am lebenden Tier gestellt werden. Die Tollwuterreger lassen sich mit den heutigen Möglichkeiten nur bei der Untersuchung der Gehirnmasse nachweisen. Die Diagnose beschränkt sich daher auf die klinische Anamnese.

Tollwut beim Hund: Therapie?

Bedauerlicherweise sind Ihrem Tierarzt die Hände gebunden, denn die Therapie von Hunden, bei denen der Verdacht einer Tollwutinfektion besteht, ist gesetzlich verboten. Das gilt selbst dann, wenn bei Ihrem Vierbeiner die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.

Mit anderen Worten: Auch wenn theoretisch die Möglichkeiten gegeben sind, Ihrem möglicherweise infizierten Hund die Maßnahmen aus der Humanmedizin zukommen zu lassen, so ist dies nicht erlaubt. Doch wären diese Möglichkeiten ohnehin sehr beschränkt und führten nur dann zum Erfolg, wenn der infizierte Patient binnen weniger Stunden ein Antiserum und gleichzeitige Impfungen erhielte.

Wenn bei Ihrem ungeimpften Hund die ersten Symptome einer möglichen Tollwut auftreten, wird von einer Tollwutinfektion ausgegangen und das Tier getötet.

Tollwutimpfung

Wegen der gesetzlichen Vorschriften einerseits und den tatsächlich kaum vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten anderseits gehört die Tollwutimpfung beim Hund in Deutschland weiterhin zu den dringlichst empfohlenen, sogenannten Core-Impfungen. Lassen Sie Ihren Welpen bereits in der 12. Lebenswoche gegen Tollwut impfen und sorgen Sie für eine gute Grundimmunisierung. Informieren Sie sich über die Impfrichtlinien und das Impfschema im Fressnapf-Ratgeber Hund impfen.

Mit dieser Maßnahme schützen Sie Ihren Hund und tragen wesentlich dazu bei, dass die Erreger der Tollwut in der gesamten Tierpopulation minimiert bleiben.

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