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Entzündungen und Parasiten: wenn das Katzenohr erkrankt

Die sprichwörtlichen „Ohren wie ein Luchs“ hat auch unsere Hauskatze. Sie nimmt mit ihren spitzen, aufrecht stehenden Ohren Frequenzbereiche bis 65.000 Hertz wahr, das ist ein etwa dreimal so hohes Spektrum wie beim menschlichen Gehör. Damit nicht genug: Katzen können ihre Ohren unabhängig voneinander drehen und so mit einer ausgefeilten akustischen Winkelpeilung auch bei absoluter Dunkelheit Geräusche genau lokalisieren. Auch zur Kommunikation werden die Katzenohren genutzt. Durch die Stellung der Ohren signalisiert die Katze Ihnen und ihren Artgenossen sehr deutlich, in welcher Stimmungslage sie sich gerade befindet.

Welche Ohrerkrankungen kommen bei der Katze vor?

Die Ohren einer Katze sind also ein sehr vielseitiges und empfindliches Organ, allerdings auch ein sehr exponiertes, das eine Angriffsfläche für Außeneinflüsse und Krankheitserreger bietet.

Im Groben lassen sich folgende mögliche Ohrerkrankungen unterscheiden:
  • Mechanische Einflüsse durch Verletzungen oder Fremdkörper: Die Ohrmuscheln einer Katze sind innen mit feinen Härchen besetzt, die Schmutz und andere Partikel vom Eindringen ins Ohr abhalten sollen. Bei Freigängern, die durch die Vegetation streifen, können sich dennoch Fremdkörper wie die Grannen von Gräsern festsetzen. Bei Raufereien mit Artgenossen oder anderen Tieren kann es außerdem zu Blessuren kommen. In diesen Fällen sind eine Wundversorgung und die Entfernung der eventuellen Fremdkörper nötig. Ist Letzteres nicht ohne Weiteres möglich, experimentieren Sie nicht selbst, sondern bringen Sie das Tier zum Arzt: Er hat entsprechende Instrumente zur Verfügung.

  • Entzündungen oder sonstige organische Erkrankungen: Bakterien und Pilze können vom Außenohr ausgehend Entzündungen verursachen, zum Beispiel wenn sie eine Angriffsfläche an Verletzungen finden. Aus diesem Grund ist eine Wundhygiene wichtig. Vom Innenohr ausgehend können aber auch Entzündungen durch Nase oder Rachen zum Gehörgang aufsteigen und dort eine Mittelohrentzündung auslösen.

  • Parasitenbefall: Die Ohrmuscheln sind ein Einfallstor für Ektoparasiten wie Milben, welche die Hautzellen angreifen, sich vermehren und zu unangenehmen Begleiterscheinungen führen können.

  • Abszesse: Wucherungen oder Blut- und Eiterblasen im Ohrbereich sind eher selten, können der Katze aber ebenfalls Beschwerden bereiten, die der Tierarzt abklären kann.

Wie wirkt sich bei der Katze eine Ohrenentzündung aus?

Eine aufsteigende Ohrenentzündung, die sich von einem Herd an anderer Stelle im Körper ausbreitet, ist für Sie unter Umständen schwer zu erkennen, da das Ohr äußerlich unversehrt aussieht. Ein Alarmzeichen sind Gleichgewichtsstörungen, die durch den Druck im Mittel- oder Innenohr ausgelöst werden. Auch wenn der Stubentiger das Köpfchen schief hält, schielt und Anzeichen für Schmerzen zeigt, kann eine unentdeckte Ohrenentzündung dahinter stecken. Kommt zu diesen Symptomen Nasenausfluss hinzu, ist eine Ohrenentzündung durch Viren oder Bakterien wahrscheinlich. Die Therapie ist kompliziert: Lokale Ohrspülungen sind bei Katzen als Patienten schwer zu applizieren, Antibiotika schlagen nicht immer an. Achtung: Bei Gleichgewichtsstörungen, Stolpern und Im-Kreis-Laufen kann auch eine akute Vergiftung vorliegen. Gehen Sie mit der Katze in jedem Fall direkt zum Tierarzt!

Was tun, wenn die Katze Ohrmilben hat?

Ohrmilben gehören zu den verbreitetsten Erkrankungen der Ohren, die eine Katze sich zuziehen kann. Ursächlich sind keinesfalls nur Hygienedefizite in der Haltung. Ein Milbenbefall ist extrem ansteckend und kann sowohl durch Kontakt mit Artgenossen bei Freigängern oder kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Die Anwesenheit von Ohrmilben äußert sich eingangs mit Rötungen, Schwellungen und einem hartnäckigen Juckreiz. In der Folge bilden sich Verkrustungen im Ohr, die in Extremfällen einen Pfropf bilden und weitere Infektionen auslösen können. Typisch bei einem Milbenbefall ist eine bräunliche Verfärbung des Ohrsekrets. In schweren Fällen können Sie den Befall schon mit bloßem Auge wahrnehmen, zweifelsfrei nachgewiesen werden können Milben vom Tierarzt mit einem Otoskop. Die Therapie erfolgt über eine über einen langen Zeitraum währende Gabe von antiparasitär wirkenden Mitteln, die nicht nur am Ohr, sondern am ganzen Körper angewendet werden, da die Milben temporär ins Fell abwandern können. Durch das ständige Kratzen drohen zudem Deformationen des Ohrs.

Wie kann ich meiner Katze die Ohren reinigen?

In der Regel halten Katzen ihre Ohren selbst gut sauber; nur im Krankheitsfall oder bei Parasiten müssen Sie als Mensch unterstützend eingreifen. Der Gehörgang einer Katze ist L-förmig gebogen. Das macht die Reinigung von Katzenohren kompliziert, zumal Katzen sehr schwierige Patienten sind und das Ohr ohnehin schmerzt. Gehen Sie also behutsam vor. Vorteilhaft ist es, wenn das Tier schon als Kätzchen daran gewöhnt wurde, sich an den Ohren berühren zu lassen. Als Hilfsmittel kann der Tierarzt Ihnen in Tropfenform angebotene Ohrreiniger verschreiben. Greifen Sie auf keinen Fall zu Wattestäbchen – damit könnten Sie Verschmutzungen nur noch tiefer ins Ohr befördern oder das Tier verletzen. Benutzen Sie weiche Baumwolltücher oder Taschentücher und wischen Sie damit das Ohr von innen nach außen aus. Das Tuch darf leicht feucht sein, es darf aber kein Wasser ins Katzenohr geraten. Der Ohrreiniger muss anschließend direkt in das Ohr gegeben werden. Dort soll er, nach Herstelleranweisung, einwirken. Dabei wird der Schmutz gelöst und die Katze kann ihn zum großen selbst aus dem Ohr herausschütteln; den Rest wischen Sie ab. Auch hier gilt: Ein Helfer zum Festhalten der Katze und ruhige Atmosphäre erleichtern Ihnen die Arbeit.

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